Niemand bezahlt seine Alterssicherung selbst!

Pressemeldung                                                                           25.10.2016

Das Märchen von der Familienförderung wird durchschaut

Bundesbürger lassen sich nicht hinters Licht führen

Bei einer aktuellen repräsentativen Befragung von 2000 Bundesbürger/innen durch die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen gaben 63% der Befragten als Grund für fehlenden Kinderwunsch an, Kinder kosteten zu viel Geld. Auch weitere Gründe waren vor allem wirtschaftlich motiviert (Freiheit, Karriere)*.

Dr. Johannes Resch, stellvertretender Vorsitzender des Verbands Familienarbeit e.V., kommentiert: „Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass die staatlich lancierte Behauptung, es gäbe eine `Familienförderung` immer weniger geglaubt wird. So wurde vor Jahren behauptet, Familien würden mit 200 Mrd. € gefördert (Spiegeltitelgeschichte 6/2013). Dabei wurden sogar Regelungen mitgezählt, die auch Kinderlosen zustehen (z. B. Steuerfreibeträge). Aber alles, was Eltern für die Gesellschaft leisten, wurde ignoriert und nicht gegengerechnet: Eltern erarbeiten mit der Erziehung von Kindern die gesamte Alterssicherung ihrer Generation, auch die der Kinderlosen. Beim bestehenden Umlageverfahren in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung bezahlt niemand seine Alterssicherung selbst. Sie wird ausschließlich von den Kindern der jeweiligen Rentner-Generation finanziert, ohne dass die Eltern für ihre Erziehungsarbeit eine angemessene Entschädigung erhalten.

Dieser entscheidende Konstruktionsfehler unseres Sozialsystems zu Lasten der Eltern wird von der Familienpolitik ignoriert:Besonders durch die Rentenreform 1957 wurde die Alterssicherung, die über Jahrtausende der natürliche Lohn der Kindererziehung für die Eltern war, an Erwerbsarbeit gebunden. So wurde der Lohn der Kindererziehung den Eltern ohne angemessene Gegenleistung entzogen und zum Lohnersatz für Erwerbsarbeit im Alter erklärt. Diese Enteignung der Eltern hat zu zunehmender Verarmung der Familien geführt, worunter vor allem Eltern mit mehreren Kindern und Alleinerziehende zu leiden haben. Dabei ist es nicht erstaunlich, dass auch der Kinderwunsch zurückging. Zudem macht diese Politik unser Sozialsystem immer brüchiger.

Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der Befragung nicht etwa Ausdruck von Egoismus, sondern verständliche Folge einer schon über 60 Jahre dauernden familienfeindlichen Politik. Damit nicht genug. Die gezielte Diskriminierung von Mehr-Kind-Familien wurde z.B. durch das ab 2007 geltende Elterngeldgesetz noch auf die Spitze getrieben, indem bei Folgekindern oft nur ein Bruchteil des Betrages bezahlt wird, den vor der Geburt gut verdienende Eltern eines ersten Kindes als „Lohnersatz“ erhalten.“

* Quellen:  http://www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/de/newsletter-forschung-aktuell/270/                                                                                                                                                                                                                                                  http://www.zeit.de/news/2016-10/12/gesellschaft-umfrage-vor-allem-hohe-kosten-fuehren-zu-kinderlosigkeit-12151803                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Dr. Johannes Resch

Verband Familienarbeit e.V.

Verband zur Förderung der eigenständigen                                                           finanziellen und sozialen Sicherung bei Familienarbeit

 

5 Mrd. für digitalisiertes Lernen – ein Geschenk an die IT-Branche?

Das Institut für Demokratie, Allgemeinwohl und Familie IDAF

äußert sich in seinem Beitrag  6 /2016 zur Digitalisierung  des Lernens.

 

5 Mrd. EURO will die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka den Schulen zur weiteren Digitalisierung zu Verfügung stellen. Die Frage lautet: Hat diese Investition einen pädagogischen Sinn oder wäre es nicht besser, den Betrag in die Anstellung von Lehrern oder in die Sanierung von Schulgebäuden zu stecken? Kommt das Geld wirklich der Bildung zugute oder handelt es sich um ein Geschenk an die IT-Branche? Wirtschaftliche Interessen der Anbieter sind nicht zu übersehen!

Im Anschluss an den vorigen Beitrag erscheinen uns diese Überlegungen von aktueller Bedeutung.

http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2016/10/25/artikel/digitales-lernen-zwischen-verklaerung-und-aufklaerung.html

 

Verzweckung statt Bildung

Die Schwäbische Zeitung berichtete am 19. 10. 16 von der Kritik des Sinus-Instituts am deutschen Bildungssystem. Nur ein geringer Anteil der befragten jungen Menschen fühle sich gut gerüstet für den Beruf.

Leserbrief ( veröffentlicht am 21. 10. 16 )

 

Das Sinus-Institut kritisiert das deutsche “Bildungssystem“ (BS), das es als solches gar nicht gibt, weil Bildung jeweils der Hoheit der einzelnen Bundesländer unterliegt. Die dumpfe Kritik lautet, das BS würde die jungen Menschen nicht genügend auf ihren Beruf vorbereiten.

 

Die Frage ist, ob man Bildung als Berufsausbildung oder als Persönlichkeitsbildung versteht. Letzteres galt im Land der Dichter und Denker über Jahrhunderte als weltweit vorbildlich. Leider haben sich unsere Bildungspolitiker davon verabschiedet und lassen, OECD-hörig, so genannte „Kompetenzen“ vermitteln. Lehrer wurden zu „Kompetenzbeschaffungsgehilfen“ ( Christoph Türcke *) degradiert und nennen sich heute selbstentwertend „Lernbegleiter“. Schüler sollen nicht mehr gemeinschaftlich unterrichtet, sondern sie müssen einzeln gecoacht werden. Was emotional ( Wünsche, Erwartungen, Ängste, Staunen, Selbsterfahrungen …. ) über das kurzfristige Beherrschen von abfragbaren Sach-und Fachkompetenzen hinausgeht, hat in der schönen neuen Lernwelt keinen Platz mehr. Junge Menschen im Beruf ausschließlich nach ihren Kompetenzen zu „verwenden“ heißt, sie für mehr oder weniger gut funktionierende Automaten zu halten.

 

Bärbel Fischer

*) entnommen dem lesenswerten Buch: LEHRERDÄMMERUNG

von Professor Christoph Türcke,  erschienen im Verlag C.H.Beck.

Plauderstündchen

Betrifft SWR Nachtcafé, 21. 10. 2016

 

Sehr geehrter Herr Steinbrecher,

 

soeben habe ich Ihre Sendung Nachtcafé´ vorzeitig ausgeschaltet, weil ich  nicht ertragen kann, dass die ganze Diskussion den wesentlichen Punkt für die Rente ignoriert. Alle Teilnehmer tun so, als würden sie im Alter zurück bekommen, was sie eingezahlt haben, so, als sei die Rentenversicherung eine Kapitalanlage. FALSCH! Was heute eingezahlt wird ist morgen bereits an die gegenwärtigen Rentner ausbezahlt. Mit dem Umlagesystem ist die Rente auf Gedeih und Verderb an die Zahl der nachwachsenden Erwerbstätigen gekoppelt. Das heißt: Nur eine ausreichende Zahl an Erwerbstätigen kann die Vorgängergeneration im Alter versorgen.

 

Frage: Woher kommen die jungen Erwerbstätigen? Doch wohl von Eltern, die sie über 20 Jahre und mehr versorgt haben, und zwar nicht auf Staatskosten, sondern zum großen Teil aus privater Tasche. Nun verzichten schon seit einigen Jahren mehr als ein Viertel der jungen Leute auf Nachwuchs. Damit kann man flott leben, ohne sich zu solidarisieren.

 

Die Eltern, Väter und Mütter, können über viele Jahre keinen Groschen für eine private Altersversorgung beiseite legen. Aber sie liefern der Gemeinschaft wohlerzogene, gebildete, stabile Kinder. Ist das kein Rentenbeitrag? Ist das nur ein Hobby?

 

Für unser Rentensystem ist Kindererziehung als generative Leistung so gut wie nichts, und für die medialen Diskussionen nicht einmal eine Silbe wert. Am Ende sind es wieder die Eltern, die die geringsten Renten bekommen, weil sie ja -zig Jahre für ihre Kinder da waren.

 

Ergo: Kinderlosigkeit hat Konsequenzen für die Solidargemeinschaft. Jeder darf selber entscheiden, ob er Kinder haben will. Aber er sollte dann auch die Konsequenzen tragen müssen und sich im Alter nicht von den Kindern versorgen lassen, die von fremden Eltern unter großen Lasten aufgezogen wurden.

 

Frau Breymaier betonte, die Rentendebatte müsse zwischen ARM und REICH geführt werden. Ich sage: Sie muss zwischen denen geführt werden, die Nachwuchs aufziehen und denen, die sich diesen Beitrag ersparen.

 

Sehr geehrter Herr Steinbrecher, ich sehe, wie sich Ihre Stirn in Falten legt, denn für einen TV-Moderator ist diese Wahrheit ein zu heißes Eisen. Daher wird in keiner Diskussion die Nachwuchsfrage erörtert. Niemand will einsehen, dass er auf Kosten anderer schmarotzt. Sagen Sie jetzt bloß nicht, Kinderlose zahlten ja mehr Steuern. Schauen Sie sich den Horizontalen Vergleich zum frei verfügbaren Einkommen an, der jährlich vom Deutschen Familienverband erstellt wird. Bereits mit zwei Kindern gerät die Familie mit einem Jahreseinkommen von 35 000.- mit 1603.- unter ihr Existenzminimum, mit 4 Kindern beträgt der Verlust bereits 11 095.- , trotz Kindergeld. Der Single mit dem selben Jahresgehalt behält in diesem Kalenderjahr 13 421.- zur freien Verfügung. Das ist eine Differenz von 24 516.-!

 

http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/Horizontaler_Vergleich_2016_web.pdf

 

Jede Rentendebatte verkommt zum belanglosen Plauderstündchen, Herr Steinbrecher, wenn die elementare Frage nach dem Nachwuchs vermieden wird.

 

Damit wünsche ich Ihnen eine gute Nacht und grüße beklommen

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT

Zur Nachahmung empfohlen!

Weil sich die Bundesregierung blind und taub stellt in Bezug auf die Rückerstattung zuviel erhobener Sozialabgaben ( Krankenversicherung ) in Höhe von 238.- pro Kind und Monat,  wendet sich die fünfköpfige Familie W. an den Finanzminister persönlich, mit der Bitte, diese ungerechtfertigten Abgaben           ( jährlich 8 568.- ) wenigstens als SPENDE für die Sozialkosten zu werten, die die Bundesregierung wegen der Flüchtlingsbelastung u. a.  zu stemmen hat. Dies scheint gerechtfertigt, weil von der kinderlosen Bevölkerung kein einziger Cent dazu gefordert wird.

 

Persönlich                                                                                                                         Herrn Bundesminister                                                                                                           RA Dr. jur. Wolfgang   S c h ä u b l e   MdB

BMF Bundesministerium der Finanzen                                                               Wilhelmstraße 97                                                                                                                   D-10117  B e r l i n

Sehr geehrter Herr Bundesminister RA Dr. Schäuble MdB,

 

aufgrund der Berechnungen des Deutschen Familienverbandes e. V. aus Berlin und des Familienbundes der Katholiken in Deutschland e. V. aus Freiburg, liefern Eltern pro Kind und Monat 238.-€ zuviel an Sozialabgaben an die Staatskasse ab, weil der Staat die elterlichen Leistungen für Kindesunterhalt und-erziehung nicht als Beitrag zum Generationenvertrag anerkennt: http://elternklagen.de/gesetzliche-krankenversicherung-warum-familien-238-euro-je-kind-und-monat-zu-viel-bezahlen/

 

Solange sich unsere Regierungen weigern, Eltern von doppelten Sozialabgaben zu entlasten, wie es das Bundesverfassungsgericht in mehreren Urteilen bereits forderte, bitte ich als Vater dreier Kinder um eine Spendenquittung über 8 568.- € für das Jahr 2016, wie auch rückwirkend ab der Geburt unserer jüngsten Tochter zum 30. September 2012 ( Für die VZs Veranlagungszeiträume 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 ).

 

Mit diesem Betrag konnten Sie in diesem Jahr Flüchtlingskindern Unterkunft und Versorgung ermöglichen, Krippenplätze finanzieren etc..

 

Ein Spendenbeleg über 8 568.-€ für die Familie Wetzlar 2016 halten wir für gerechtfertigt in Anbetracht der Tatsache, dass kinderlose Mitbürger sich mit 0,00 € an den staatlichen Aufgaben beteiligen. Darum ersuche ich Sie dringend, meinem Wunsch nachzukommen.

 

Mit besten Grüßen von den Hunsrückhöhen an die Spree verbleiben wir zuversichtlich als

Familie Maike, Thorsten, Timon Philipp, Jannis Niklas und Tabea Marieke  W e t z l a r

DEMO für ALLe in Wiesbaden

Widerstand gegen Hessischen Sex-Lehrplan wächst
Video-Aufruf zur DEMO FÜR ALLE am 30. Okt. in Wiesbaden

 

Sehr geehrte Frau Fischer,

In weniger als zwei Wochen ist es soweit: Wir demonstrieren gegen den neuen radikalen Sexualerziehungs-Lehrplan in Hessen. Unterdessen wächst der Widerstand gegen den Lehrplan. Die »Katholische Elternschaft Deutschlands (KED)« kritisiert, daß Worte wie „Liebe“, „Schamgefühl“, „Persönlichkeit“ und „verantwortlich“ keine Rolle mehr im Lehrplan spielen. Die Vorsitzende der hessischen Christdemokraten für das Leben (CDL), empört sich darüber, daß die Schule nunmehr Schülerinnen und Schüler beim schwulen oder transsexuellen „Coming-Out“ unterstützen soll. Zahlreiche Eltern beschweren sich bei CDU-Abgeordneten und der Bouffier-Regierung. Mehr als19.000 Menschen haben bereits an der Protestmail-Aktion an den Kultusminister beteiligt.

Trotz aller Kritik verteidigt CDU-Kultusminister Lorz seinen Lehrplan. Die Neufassung sei ein Routinevorgang, um den Plan an „veränderte gesellschaftliche Gegebenheiten“ anzupassen. Er will den Lehrplan auf keinen Fall zurückziehen.

Auf den Punkt bringt es Roland Tichy in seinem aktuellen Kommentar: »Für eine Koalition mit den Grünen wirft die CDU alles auf den Misthaufen, was ihr früher heilig war – Ehe, Familie, Kinder – draußen steht noch CDU, drinnen ist es grün, so grün wie auch in Baden-Württemberg. Aber wenn es hilft, Präsident zu werden und Kanzlerin zu bleiben? Da müssen eben Kinder Opfer bringen.«

Aber nicht mit uns! Kommen Sie deshalb zur DEMO FÜR ALLE am Sonntag, den 30. Oktober 2016, um 14 Uhr auf den Luisenplatz in Wiesbaden. Schule darf Kinder nicht indoktrinieren und mit dem Thema Sexualität dauerbelästigen! Mehr dazu erfahren Sie in meinem 2minütigen Video-Aufruf zur Demo. Bitte verbreiten Sie unseren Demo-Aufruf in Ihren Netzwerken und laden Sie Freunde und Bekannte ein.

Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis zur Demo und werben Sie noch einmal kräftig in Ihrem Umfeld. Je mehr Menschen am 30. Oktober vor dem Kultusministerium in Wiesbaden demonstrieren, desto größer wird der Druck für CDU-Kultusminister Lorz, die berechtigte Kritik an seinem Lehrplan endlich anzuhören.

Herzliche Grüße, Ihre

Hedwig von Beverfoerde

 

Betrifft: Kindergelderhöhung

An das                                                                                               Bundesfinanzministerium                                                                                                 Berlin

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Vater zweier Töchter, die 16/11 Jahre alt sind. Die Nachricht über die Kindergelderhöhung im Wahljahr 2017 hat mich schlichtweg umgehauen. Dieser Versuch der Wahlbestechung unserer Regierung wird mich auch nicht darüber hinweg sehen lassen, dass nur kurz vor den Wahlen wieder an die Familien gedacht wird. Eine Erhöhung von 2,- € im Monat nach vier Jahren nichts, muss für jede Familie ein Schlag in das Gesicht sein!
Eltern wissen was Kinder kosten. Selbst die Busfahrkarte zur Schule hat in den letzten vier Jahre um ein Vielfaches der 2,- € aufgeschlagen.

Alleine in diesem Jahr hat der Bundeshaushalt 10 Milliarden Euro (10.000.000.000€) Überschuss nach der ‚Schwarzen Null‘. Diese Steuermehreinnahmen sind auch Steuern, die von Kindern eingenommen worden sind, die nicht einmal ansatzweise wieder zurückgegeben werden.

Kleines Rechenbeispiel: 10 Milliarden Euro bei 80 Millionen Bundesbürgern ergeben 125 € pro Bürger. Der Staat hat an einer Familie mit zwei Kindern 500 € mehr Steuern eingenommen. Dem gegenüber stehen 48 € Kindergelderhöhung im Jahr!

Die immer wieder gepredigten Sparzwänge unserer Regierung auf Kosten der Bürger haben sich auch bei 2 Millionen Kindern niedergeschlagen, die 2016 von ‚Hartz IV‘ leben müssen und die dadurch ihrer Zukunft beraubt werden, wie viele Studien belegen.

Dieses Wahlgeschenk von Herrn Schäuble hat mich mehr schockiert, als wenn alles beim Alten belassen worden wäre. Denn an der Erhöhung des Kindergeldes kann man sehen, welchen Stellenwert die Familie in unserem Staat hat!

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter Bock, 88697 Bermatingen-Ahausen

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Sehr geehrter Herr Bock,

 

vielen Dank für Ihre Email. Ihre Ausführungen nehmen wir zur Kenntnis, sie basieren aber auf einem grundlegenden Missverständnis, das ich gerne ausräumen möchte.

 

Das Kindergeld wird nicht nur im Wahljahr angehoben, sondern im jährlichen Rhythmus im Gleichklang mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag. Es war früher gängige Praxis, das Kindergeld publikumswirksam im größeren Abstand um höhere Beträge anzuheben. Dies wirkte damals beeindruckender als die aktuellen 2 Euro, aber führte dazu, dass mehrere Jahre keine Erhöhung stattgefunden hat. Wir bevorzugen stattdessen wie bei anderen Sozialleistungen auch eine jährliche automatische Anpassung im Ausmaß der Inflationsentwicklung – auch wenn dies aktuell keine spektakulären Beträge sind.

 

Zur Erinnerung: In den letzten Jahren hat sich das Kindergeld für das erste und zweite Kind wie folgt entwickelt (angegeben ist das Jahr der Anhebung):

 

2000: 138 Euro

2005: 154 Euro

2009: 164 Euro

2010: 184 Euro

2015: 188 Euro

2016: 190 Euro

2017: 192 Euro

2018: 194 Euro

 

Die Anhebung des Kindergeldes erfolgt nicht willkürlich und schon gar nicht mit Blick auf anstehende Bundestagswahlen (dann wäre sie nämlich mit Sicherheit höher ausgefallen), sondern nach einem fest vorgegebenen Verfahren. Haupteinflussfaktor ist die Inflationsrate. Bei einer niedrigen Inflationsrate von nahe null Prozent kann die Anhebung des Kindergeldes nicht übermäßig hoch sein. Diesen Zusammenhang bitte ich Sie anzuerkennen.

 

Es gibt auch keine Anhebung des Kindergeldes nach Kassenlage. Ihre Forderung, bei hohen Überschüssen auch mehr Kindergeld auszuzahlen, wäre vollkommen regelwidrig. Die Folge wäre, bei schlechter Haushaltslage das Kindergeld entsprechend zu kürzen, was sicherlich nicht in Ihrem Interesse wäre.

 

Im Übrigen stelle ich fest, dass es noch zu früh ist, um den Überschuss im Bundeshaushalt für 2016 abzuschätzen. Die von Ihnen genannten 10 Mrd. Euro sind jedenfalls ohne Grundlage.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürg Weißgerber

Bundesministerium der Finanzen

 

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Dr. Johannes Resch, stellvertretender Vorsitzender des Verbands Familienarbeit e. V.,  kommentiert:

 

Diese Antwort spiegelt mal wieder die Ignoranz gegenüber den Konstruktionsfehlern unseres Sozialsystems wieder. Das Kindergeld orientiert sich lediglich am steuerrechtlichen Freibetrag, der dadurch gegeben ist, dass das Existenzminimum steuerfrei bleiben muss. – Andererseits werden die Renten weit stärker erhöht, als es verfassungsrechtlich erforderlich ist. Zu nennen ist auch die Rentenerhöhung für 63-jährige Arbeitnehmer, die vor allem den Rentnern zugute kommt, die ohnehin die höchsten Renten erhalten, weil sie vorher lange erwerbstätig sein konnten. Eltern, die wegen Kinderbetreuung geringere Erwerbszeiten haben und damit ohnehin schon benachteiligt sind, profitieren davon nicht.

 

 

Es zeigen sich immer wieder die Auswirkungen der Denkfehler, die für die Missstände in unserem Sozialsystem verantwortlich sind: Die Renten der Arbeitnehmer werden als “selbst erarbeitet” betrachtet, obwohl sie ausschließlich von den Kindern der nächsten Generation bezahlt und somit allein von den Eltern erarbeitet worden sind. Leistungen für Eltern, die eigentlich eine Gegenleistung dafür sein müssten, dass sie die Grundlagen der Alterssicherung für alle erarbeiten, werden als Almosen betrachtet, die in der dürftigsten Form ausgestattet werden. So wird Erwerbsarbeit heute doppelt bezahlt (durch Lohn und Rente), während den Eltern die Gegenleistung für ihre Arbeit entzogen wurde, die seit Menschen Gedenken in der Alterssicherung der Eltern durch die eigenen Kinder bestand. Dass ein solches System nicht auf Dauer funktionieren kann, sollte sich eigentlich von selbst verstehen. Aber die politisch Verantwortlichen denken eben immer nur maximal 4 Jahre im Voraus bis zur nächsten Wahl. Längerfristige Zusammenhänge werden so systematisch verdrängt bzw. durch interessengeleitete Ideologien verschleiert, seien sie nun neoliberaler, marxistischer oder feministischer Ausprägung. Allen diesen Ideologien ist gemeinsam, dass sie die rücksichtslose Ausbeutung der Eltern zu rechtfertigen versuchen, indem sie die elterliche Erziehungsleistung ignorieren.

 

 

Dr. Johannes Resch

 

 

 

Märchenstunde

Frau Iris Emmelmann, Grundlagenreferentin im Deutschen Familienverband DFV entlarvt die „Rente ohne Kinder“ und die „großzügige Familienförderung“ als reine Märchen. 

http://elternklagen.de/die-maerchen-von-der-grosszuegigen-familienfoerderung-und-der-rente-ohne-kinder/

Lesen Sie dazu auch: http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/DFV_Familienfoerderung_Online.pdf

Resignation statt Engagement

Die Presse berichtet von einer deutlichen Überlastung der Jugend im Studium. Ist es nur das Bologna-Abkommen das beim Bachelor-Studium zu viele Leistungstests einfordert, oder liegt es vielmehr an dem Bildungskonzept, das die OECD allen europäischen Schulen zur besseren Vergleichbarkeit übergestülpt hat?

 

Leserbrief

 

Seit ich im Ruhestand bin haben sich aus meinem geschätzten Kollegium in den letzten Jahren mehrere überaus engagierte Kollegen vorzeitig aus dem Dienst verabschiedet, weil sie heute keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit sehen. Voller Enthusiasmus waren sie einst gestartet. Doch
  • die unaufhörlichen Mehrbelastungen durch so genannte „Reformen“,
  • die Missachtung der Lehrerpersönlichkeit als Bildungsfaktor,
  • Aufhebung der Klassengemeinschaft,
  • Bildungspläne, die ausschließlich auf individuelles und digitales Lernen setzen, zwar der Ökonomie, aber nicht mehr dem Humanismus gerecht werden –
dies alles entzieht verantwortungsbewussten Lehrerpersönlichkeiten, denen die BILDUNG DER JUGEND ein Herzensanliegen ist,  ihr vitales Engagement. Völlig desillusioniert sehen sie heute ihre Arbeit entwertet. Bevor sie sich von der Politik total mit Füßen getreten fühlen, wählen sie das vorzeitige Ausscheiden vom Dienst unter Verzicht auf Teile ihrer Ruhestandsansprüche.

 

Den Kindern aber werden künftig Vorbilder fehlen, die mehr zu bieten haben als bloße „Lernbegleitung“. Bildung ist mehr als Kompetenztraining, mehr als abfragbares Wissen     ( Bachelor) , mehr als Sprossen auf einer fragwürdigen Karriereleiter.

Wozu leisten wir uns eigentlich noch Kultusministerien? Hätten diese nicht die Pflicht, die Jugend vor schädlichen Entwicklungen zu bewahren? Wo bleiben leitende Persönlichkeiten mit Rückgrat und Standvermögen? Statt dessen ducken sie sich hörig den ökonomistischen Vorgaben einer OECD, die für sich nicht einmal ein demokratisches Mandat beanspruchen darf.
Wundert uns, dass sich viele junge Leute im Studium überlastet fühlen? Instinktiv fühlen sie, dass ein Bildungssystem ohne Wert und Würde unausweichlich in den Ruin führen muss.
Bärbel Fischer
ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT