Wir fordern GERECHTIGKEIT, Herr Juul!

Sehr geehrter Herr Juul,

mit großem Interesse lasen wir  im SPIEGEL Ihre Gedanken zu dem widerlichen und bereits pathologischen „Zickenkrieg“ und möchten Ihnen dafür herzlich danken. Wir von der ELTERNINITIATIVE  für  FAMILIENGERECHTIGKEIT ( www.familiengerechtigkeit-rv.de ) sehen eine Ursache für die Auseinandersetzung darin, dass in Deutschland eine finanzielle Ungleichbehandlung einzelner Familien politisch gewollt ist (s. Anhang: frei verfügb. Einkommen DFV 2012 ). Könnten die Familien frei wählen, wie sie  – ohne Nachteile – mit ihrer Familie leben wollen, so käme es gar nicht zu der hämischen Hetzjagd. Aber genau die freie Wahl wird verhindert, weil Wirtschaft und Politik Anspruch erheben auf die Arbeitskraft junger Frauen. Daher  l e n k t   die Politik durch einkommensabhängiges Elterngeld und die immense Krippenförderung  die Mütter in die Betriebe und die Kinder in die Krippen ( s. Anhang Resch ).

Der Zickenkrieg ist nach unserem Dafürhalten in erster Linie ein politisches Problem mit medialer Verstärkung. Kaum eine Zeitung (Talkshow) ist neutral in Familienfragen. Um die oben erwähnte Hetzjagd zu beenden, fordert unsere Initiative Gerechtigkeit für  a l l e Familien ( s. Anhang: Ungleichbehandlung ).

Damit grüßen wir Sie mit Hochachtung vor Ihrem Mut, für  K i n d e r  zu kämpfen. In der ganzen Debatte spielen diese nämlich kaum eine Rolle, und keiner fragt, wie es ihnen geht.
Bärbel Fischer
ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

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Außer einer üblen Diskriminierung elterlicher Fürsorge ( z. B. „Herdprämie“) stellen Eltern seit langem eine beklagenswerte Ungleichbehandlung fest 

1. zwischen erwerbstätigen ELTERN und selbst  erziehenden ELTERN                               2. zwischen ELTERN und  BÜRGERN ohne Fürsorgepflichten für Kinder                            3. zwischen ELTERN und  WÄHLERN ohne Fürsorgepflichten für Kinder

Denn:

1. Am anschaulichsten wird die Ungleichbehandlung deutlich dadurch, dass Eltern, die ihre drei Kinder subsidiär in eigener Verantwortung erziehen, im Lauf der ersten sieben Kinderjahre einen Verlust von nahezu 100 000 Euro zu beklagen haben gegenüber jenen Eltern, die ihre drei Kinder durch Dritte in einer Krippe betreuen lassen. Dieser Verlust ergibt sich dadurch, dass das Elterngeld einkommensabhängig bezahlt wird, und Mütter mehrerer Kinder kein Einkommen erzielen können www.johannes-resch.de

2. Bürgern ohne Kinderlasten verbleiben bei einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro am Jahresende plus 11 179 Euro an frei verfügbarem Einkommen gegenüber dem Familienvater von drei Kindern, der jährlich minus 8 007 Euro  zu beklagen hat. Das entspricht einer Differenz von 19 186 Euro jährlich oder 1600 Euro monatlich. http://www.deutscher-familienverband.de/uploads/media/Horizontaler_Vergleich_West.pdf.                       Gerade in Familien fehlt dieses Geld, da sie durch erhöhten Verbrauch von der 19%-igen Mehrwertsteuer (Ökosteuer, Stromkosten usw.) ungleich heftiger betroffen sind als Bürger ohne Kinderlasten.

3. Familien fehlen die Stimmen. Bei einem demokratischen „Wahlrecht für alle“ würde sich der Stimmenanteil für die Bedürfnisse von Familien deutlich erhöhen. Auch Kinder sind Bürger und haben ein Recht, beachtet zu werden. Kinder als künftige Steuerzahler brauchen ein demokratisches Stimmrecht.

Wir werden diese Missachtung unserer Elternleistung nicht weiter hinnehmen!

Daher fordern wir:                                                                                                                  1. die gleiche finanzielle Wertschätzung  der Erziehungsarbeit  von Eltern verglichen mit der finanziellen Vergütung für außerfamiliäre Kräfte in institutionellen Krippen ( ca. 1000 bis 1200 Euro)

2. die Berücksichtigung der Kinder bei der Belastung durch die Sozialabgaben, nämlich durch die Erhebung  vom NETTO, anstatt vom BRUTTO, und eine Rückerstattung der Verbrauchssteuern für Kinderbedarf.

3. ein „Wahlrecht für alle“, was beinhaltet, dass Eltern für ihre minderjährigen Kinder  votieren.

4- Die Diskriminierung von Eltern durch eine krasse finanzielle und demokratische Ungleichbehandlung seitens der Politik ist unverzüglich zu beenden. Ebenso muss die Diffamierung  der Elternleistung von deutschen und Migranteneltern  durch Parteien, Wirtschaft ( z.B. BDA ) und  Medien  unterbunden oder ggf. bestraft werden. Eltern sind kein Freiwild, vielmehr ist ihre Leistung für die nachwachsende Gesellschaft zu würdigen und durch eine Gleichbehandlung so zu honorieren, dass kein Familienmodell benachteiligt wird.

Vernunft und Anstand gebieten, dass elterliche Erziehungsarbeit wertgeschätzt und durch eine  G l e i c h b e h a n d l u n g  anerkannt wird.

JA zum Kind heißt JA zu den Eltern

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

über Ihren heutigen Leserbrief: „Das JA zum Kind erleichtern“ haben wir von der ELTERNINITIATIVE uns sehr gefreut. Ihr Hinweis auf die Abtreibungskosten wird viel zu selten veröffentlicht. Und dass es um das Wohl der Kleinsten gehen muss, kann man nicht oft genug wiederholen. Jede öffentliche Meinungsäußerung zugunsten von Familien mit Kindern hilft, das  medial übel beschädigte Ansehen der Elternschaft zu heben. Denn JA zum Kind heißt JA zu den Eltern!

Allerdings wollen wir Ihnen in zwei Punkten widersprechen. Auch wenn es Eltern gibt, die mit Geld nicht umgehen können, so tut doch die allergrößte Mehrheit ihr Möglichstes, um ihre Kinder zu fördern. Das Betreuungsgeld wurde als Anerkennung für elterliche oder alternative Erziehungsarbeit beschlossen. Daher darf es auch entsprechend verwendet werden. Eltern müssen niemandem darüber Rechenschaft geben, wie sie das Geld verwenden, genauso wenig wie die Eltern von Krippenkindern nachweisen müssen, wie sie das ihnen im Geldbeutel verbliebene Geld verwenden. Denn bei einem Eigenbeitrag von 300 Euro muss der Steuerzahler 900 Euro für jeden Krippenplatz berappen, 900 Euro, die der Staat den erwerbstätigen Eltern  b e l ä s s t.  Mit 900 Euro kann man sechsmal soviel Schnaps oder Zigaretten kaufen wie mit 150 Euro. Hat irgendjemand schon einmal den Nachweis über die Verwendung von 900 Euro Krippenzuschuss gefordert? Weshalb haut man immer auf selbst betreuende Eltern ein und verschweigt den sechsmal höheren Zuschuss, den Eltern von Krippenkindern erhalten? Mit Gleichbehandlung hat dies nichts zu tun, sondern mit staatlicher Lenkung zugunsten des Arbeitsmarktes, den junge Mütter billig füllen sollen.

Ebenso diffamiert man Migranteneltern, wenn man ihnen summa summarum unterstellt, sie seien bildungsunwillig. Migrantenmütter jedoch wissen immerhin noch, dass ihre Kleinsten in die Arme der Mama gehören. Und – ganz wichtig – sie wissen, dass jedem Erdenbürger das kulturelle Menschenrecht auf die eigene Muttersprache zusteht ( Konvention zur kulturellen Vielfalt / UNESCO ). Trotz des Beitritts zur Konvention am 1. 2. 2007 durch den Bundestag scheint man dies in Deutschland bereits wieder vergessen zu haben. Nimmt man den Kindern das Menschenrecht auf ihre Muttersprache, macht man sich strafbar! Die deutsche Sprache zu erlernen hat, wissenschaftlich ebenfalls erwiesen,  Zeit bis zum Kindergarten. Hier allerdings könnte weit mehr getan werden, wenn man nicht an den Erzieher_innen knausern würde. Daran zeigt sich nämlich, wie viel das pausenlose Geschrei nach „frühkindlicher Bildung“ wert ist, nämlich nichts.

Wie Sie dem Briefkopf entnehmen will die ELTERNINITIATIVE FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT die Öffentlichkeit aufklären über die reale Ungleichbehandlung der Elternschaft. Seit Renate Schmidt,  SPD, und Ursula v. d. Leyen, CDU, gibt es erwünschte Eltern und unerwünschte. Erwünscht und üppig bezuschusst werden Eltern, die beide voll erwerbstätig sind, unerwünscht und als faul gelten jene Eltern, die sich selbst rund um die Uhr um ihre Kinder kümmern. Ihre Arbeit gilt dem Staat null und nichts, was sich an der kümmerlichen Rente zeigt. Unerwünscht sind auch die „faulen“ Migrantenmütter, die, so wird schamlos verbreitet, ihre Kinder von jeglicher Bildung fernhalten. Deswegen haben die Grünen ja den Begriff „Fernhalteprämie“ erfunden!

Uns von der ELTERNINITIATIVE geht es um Gleichbehandlung  a l l e r  Eltern. Sollten Sie über einen Internetanschluss verfügen, so bietet unsere Seite ein reiches Angebot von Informationen zu diesem Themenbereich.

Damit grüßen wir Sie voller Hochachtung

i. A. Bärbel Fischer

Sehr geehrter Herr Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt,

Ihr Ansinnen, die Elternzeit von 36 auf 12 Monate zu kürzen zeugt von einem beängstigenden Desinteresse für die Biologie der Spezies MENSCH. Wie alle Säuger ist das Menschenkind auf die intime Fürsorge seiner Mutter angewiesen, solange es sich nicht selbst ernähren kann. In zahllosen Untersuchungen der Humanforschung nachgewiesen, fehlt einem Primaten die elementare Basis  für ein gelingendes Leben, wenn er um die primären personalen und emotionalen Voraussetzungen für sein Aufwachsen betrogen wurde. Mit anderen Worten: eine stabile und belastbare junge  Arbeitnehmerschaft werden Sie nur bekommen, wenn deren biologischer Reifeplan in den ersten Kinderjahren befriedigend absolviert wurde.

Aber Ihre Pläne schädigen nicht nur die Jugend als die künftige Arbeitnehmerschaft, sondern auch die derzeitigen Arbeitnehmer_innen. Was glauben Sie, geht in einer Mutter vor, die ihr Baby, kaum lächelt es sie an, für viele Stunden außerhäuslicher Tätigkeit  täglich vermisst – rein biologisch? Eine Mutter wird, und auch das ist wissenschaftlich erwiesen, depressiv oder anfällig vor Schmerz um ihr verlassenes Kind. Sie wird immer wieder ausfallen, wenn nicht gar schwer erkranken, wie wir das in den skandinavischen Ländern immer häufiger sehen.

Und drittens, Herr Dr. Hundt, wird Ihr Hamsterradplan zu weiterer Reduzierung der Geburten in Deutschland führen. Denn welches Paar wird Lust auf ein Kind haben, wenn es dies nur für wenige Monate in eigenen Armen halten darf? Deutschland schafft sich ab!

Nun ist Ihnen vermutlich sowohl die Psyche der Babys, noch die Gesundheit der Mütter oder die Nachwuchsmisere völlig egal, solange Sie Ihre Lebensleistung darin sehen, den Arbeitsmarkt billig aufzufüllen. Die Folgen Ihrer Politik werden allerdings erst so richtig destruktiv durchschlagen, wenn Sie dereinst Ihren Sessel geräumt haben.

Diese Warnung, Herr Dr. Hundt, ist von der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  durchaus gut gemeint.

Ob wir Sie zu dazu bewegen können, Ihre Pläne zu revidieren? Das wünschen sich jedenfalls alle mit uns verbundenen Eltern von Kindern, für die ich Sie freundlich grüße

i. A. Bärbel Fischer

@ CARITAS, Stuttgart / Freiburg

Sehr geehrter Herr Prälat Tripp,

besten Dank für Ihr Schreiben, auf das ich seit Anfang September warte.

Leider beruhigt mich Ihre Darstellung nicht, wenn Sie schreiben, dass sich die Caritas für die Beibehaltung des Landeserziehungsgeldes (LEG) durch die grün-rote Landesregierung einsetzt. Denn es war niemand anderes als die Caritas, die zu meinem Entsetzen bereits im Juni 2005 von der damaligen Landesregierung gefordert hatte, das LEG abzuschaffen und statt dessen die Gelder in Krippen zu investieren (s. Anhang)

Auch die Forderung der Caritas,  a l l e n  Eltern von 1 – 3-jährigen Kindern ein Betreuungsgeld von 300 Euro zu zahlen, ändert nichts an der Tatsache, dass es in unserem  Land bevorzugte Eltern  und benachteiligte Eltern gibt, Eltern, die sich erwünscht verhalten, indem sie beiderseits erwerbstätig sind, und solche, die sich unerwünscht verhalten, weil sie ihre Kinder selber betreuen wollen.  Es bleibt nach wie vor eine Differenz von 1200 Euro pro Kind/Monat. Dass die Millionärsgattin in den Genuss  von 1200 Euro Krippenzuschuss kommt, erscheint Linken, SPD und Grünen merkwürdigerweise höchst korrekt,  ein Betreuungsgeld  von 150 Euro für eine erwerbslose Mutter gilt ihnen jedoch als suspekt und daher abzulehnen. Hierüber bricht im reichsten Land Euroas ein widerliches Gezänk aus. Ich sende Ihnen eine Aufstellung, aus der ersichtlich wird, dass Eltern von 3 Kindern um ca. 100 000 Euro betrogen werden, wenn sie ihre Kinder selbst betreuen, im Vergleich zu Eltern von 3  Kindern, die diese in einer Krippe betreuen lassen (s. Anhang)

Von Gerechtigkeit und Gleichbehandlung also keine Spur.

Das Positionspapier, das Sie mir beilegten, kenne ich aus dem Internet.  Genau auf dieses Papier bezog sich ja mein Protest und die Rückgabe meiner Ehrennadeln.

Meines Erachtens kann Gerechtigkeit und Gleichbehandlung nur hergestellt werden, wenn  dem Staat  a l l e  Eltern und alle Kinder  g l e i c h  wert sind. Eltern wollen  weder „Förderung“ noch Besserstellung, sondern lediglich Gleichstellung, auch in den Sozialgesetzen. Daher muss es um eine grundsätzliche  Korrektur des sog. Generationenvertrags gehen, der bis dato Eltern mit Kindern extrem benachteiligt, weil Familienväter gleich hohe Sozialabgaben zu entrichten haben wie kinderlose Arbeitnehmer (s. Anhang). Dem Gesetzgeber ist es nämlich bis zum heutigen Tage  völlig egal, wie viele Mäuler ein Arbeitnehmer zu stopfen hat. Er zahlt gleich viel in die Sozialkasse wie jene, die lediglich ihr eigenes Süppchen kochen.

Inzwischen sind in Deutschland  75% aller Haushalte kinderlos. Würden die Sozialabgaben vom NETTO berechnet statt vom BRUTTO, d. h. die Kinderzahl würde berücksichtigt, so hätten Eltern mit einem Durchschnittseinkommen pro Kind und Monat etwa 250 Euro mehr zur Verfügung. Dann müssten nur noch die Ärmsten gefördert werden, und der Staat würde endlich die Arbeit der Eltern für die kommende Generation gesetzlich anerkennen und wertschätzen. Warum sollen gerade Eltern doppelt bluten: einmal durch die Erziehung und die Lebenskosten der Kinder und zusätzlich noch durch unverminderte Sozialabgaben? Hier sehe ich  übrigens die entscheidende Ursache für die deutsche Kinderlosigkeit. Es kommt eben darauf an, ob eine Gesellschaft ihren Nachwuchs als Kostenfaktor betrachtet oder als Investition in die Zukunft. In Frankreich zieht man den Hut vor Eltern, in Deutschland gelten sie als Schmarotzer.

Sehr geehrter Herr Prälat Tripp, verständlicherweise mögen einem kinderlosen Kleriker solche Einwände fremd und kaum nachvollziehbar erscheinen. Für Eltern aber kommt es auf jeden Cent an, vor allem, wenn sie FAMILIE leben wollen, ohne ihre Kinder „out-zu-sourcen .

(…)

Herr Tripp, glauben Sie mir, ich bin keine notorische Nörglerin, wie ich vielleicht auf Sie wirke. Es geht mir nicht darum, zu stänkern. Es geht mir aber darum, dass es Eltern möglich gemacht wird, ihre Familie in ihrem Sinn selbst zu gestalten. Ich sehe es an meinen Kindern, wie schwer sie es haben, sich zu rechtfertigen, wenn sie  ihre Kinder selbst betreuen wollen, weil sie dem Lärm, der Kollektivierung, der Reglementierung staatlicher Krippen misstrauen.

Was heute über die familienferne Kindererziehung den Eltern weggenommen wird, ist niemals wieder zurück zu gewinnen. Die Gefahr einer Indoktrinierung nach dem Muster der DDR ist groß. Auch der demokratische Schaden wird erheblich sein, denn Demokratie lebt von Pluralität ( die Gleichschaltung vergangener Systeme bezweckte den hörigen Untertan). Der Schaden an Elternkompetenz wird niemals zu beheben sein, denn Eltern müssen, oft notgedrungen, ihre Verantwortung an der Tür zur Kinderkrippe abgeben.

Werter Herr Tripp, bei meinem Protest ging es mir darum, dass sich die Caritas aktiv in das politische Geschehen einmischt, anstatt abzunicken, was linke Kräfte uns diktieren. Bitte werfen Sie dieses Schreiben nicht einfach in den Papierkorb! Es wird im Laufe der Jahre verfehlter Familienpolitik zu einem Dokument dafür werden, dass die Bevölkerung sich gewehrt hat gegen  inhumane und undemokratische  Strukturen staatlicher Einmischung in private Angelegenheiten, die dem Artikel 3 GG (Gleichbehandlung) und Artikel 6 GG (Zuständigkeit der Eltern für die Erziehung ihrer Kinder) zuwiderlaufen. Daher bitte ich Sie, in Ihrem Ressort alles zu tun, die Unbarmherzigkeit unserer Sozialordnung im Bereich Familie anzugehen und beenden zu helfen.

In diesem Sinne grüße ich Sie freundlich und dankbar dafür, dass Sie mir doch noch geantwortet haben.

Bärbel Fischer

 

Klagewelle befürchtet

Abgelehnter Leserbrief zum Artikel: „In Deutschland fehlen noch 220 000 Kitaplätze“,  Schwäbische Zeitung, 07. 11. 2012

Eine Klagewelle vonseiten der Eltern gegen die Kommunen wird befürchtet, weil diese den bis  August 2013 geforderten Krippen-Ausbau nicht bewältigt haben. Das dürfte spannend werden, denn die Gerichte können nur diejenigen belangen, die gegen das Recht verstoßen. Wenn das Tagesbetreuungsausbaugesetz ( TAG 11. 11. 2007 ) aber selbst gegen gültiges Recht, also wider die Artikel 3 GG ( Gleichbehandlung aller Bürger) und Art. 6 GG ( Recht und Pflicht der Eltern auf Betreuung ihrer Kinder) verstößt, dann entfällt die irrige Annahme, der Staat habe seine „Kernaufgabe“ vernachlässigt. Kinderbetreuung ist  n i c h t  die  Kernaufgabe des Staates, er kann sie höchstens fördern, mehr nicht.

Dabei muss erstens aber gewährleistet sein, dass  a l l e  Eltern und ihre jeweiligen  Betreuungsalternativen gleichbehandelt werden. Genau gegen diese Gleichbehandlung verstößt das TAG durch achtfache Bezuschussung (gegenüber dem beschlossenen Betreuungsgeld von 100 / 150 Euro) von Krippenplätzen in unerträglichem Maße.

Zweitens: Nicht umsonst, nämlich aus berechtigter Furcht vor staatlicher Indoktrinierung, übergaben die Väter des Grundgesetzes ausschließlich den Eltern, und nicht dem Staat, diese Verantwortung. Allein elterliche Zuständigkeit garantiert die notwendige Pluralität einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft.

Meines Wissens ist das Grundgesetz bis heute nicht außer Kraft gesetzt worden, wenn auch ein deutlicher grün-roter Trend zu erkennen ist, die gesellschaftlichen Lebensräume mehr und mehr zu verstaatlichen, was gemeinhin Sozialismus genannt wird.

Für die Elterninitiative für Familiengerechtigkeit im Lkw. Ravensburg

i. A. Bärbel Fischer

Arroganz oder Heuchelei?

Zu den Kommentaren in Print- und TV-Medien zur Koalitionsvereinbarung      vom 4. November 2012

Dass eine Koalition scheinbar Unvereinbares vereinbaren muss, das ist doch klar. Egal, wie bunt eine solche gestrickt ist, es wird geschachert, weil es ohne Kompromiss nicht geht. In der Folge werden logischerweise die Ergebnisse durch die ebenso bunte Opposition als „Wahlgeschenke“ und „Kuhhandel“ verschrien – alles ganz normal! Denn man will sich ja vor der nächsten Wahl selbst profilieren, und sei es nur durch Spott. Sitzt nach der Wahl die Opposition auf den Regierungsbänken, dann wiederholt sich das Spielchen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Demokratisch oder nur schäbig?

Was aber an an Menschenverachtung grenzt ist die überhebliche polit-mediale Einbildung, es ginge gar nicht um Menschen und ihre Nöte, sondern ausschließlich darum, wie in Berlin eine Hand die andere wäscht.

Wer gut verdient, privatversichert und von Praxisgebühr befreit ist, der kann sich leicht über deren Abschaffung  mokieren. Wer ohne Unterhalts-und Bildungskosten für Kinder sein Leben genießt, der kann sich leicht über ein Betreuungsgeld aufregen, sei es auch noch so geringfügig. Wer seine Altersversorgung dank Besserstellung in trockenen Tüchern hat, der hat leicht spotten.

Dass aber für chronisch Kranke, Alte und Familien mit mehreren Kindern schon die geringste Erleichterung in die Waagschale fällt, auf diese Idee kommt dann weder das abgehobene Medienpersonal, noch die, durch Steuergelder gut situierte Opposition.      Da wird dann jeder Cent als üppige „Vergeudung von Steuergeld“ gebrandmarkt.

Arroganz oder Heuchelei oder beides? Am Ende ist auch das egal!

Bärbel Fischer

 

 

Sehr geehrter Herr Beckmann!

Sehr geehrter Herr Beckmann,

aufmerksam verfolgte ich am vergangenen Donnerstag Ihre Sendung: Woher kommt das Böse? Dieses Thema interessiert mich sehr, weil ich 30  von 45 Dienstjahren sog. erziehungsschwierige, früher „verhaltensgestörte“ Kinder unterrichtete. Einige dieser Kinder hatten bereits mit 14 Jahren eine kriminelle Karriere hinter sich.

Als Ergebnis Ihrer Sendung könnte man vielleicht festhalten, dass es das durch gesellschaftlichen Druck ausgelöste Böse gibt, das durch eine entsprechende Therapie beeinflusst werden kann, und andererseits das kaum therapierbare immanent Böse im Menschen.

Hier sind wir bereits bei meiner Kritik. Denn leider hatten Sie den bedeutenden Neurobiologen Prof. Joachim Bauer von der Uni Freiburg nicht eingeladen, der zu einem ganz anderen Ergebnis kommt. Er weist in seinem Buch SCHMERZGRENZE ( Blessing 2011) nach, dass erst frühe  Ausgrenzung, Vernachlässigung und Demütigung in unserem Gehirn wie bei einer Schmerzerfahrung Aggression auslöst. Auch lernen wir, dass es einen geschichtlichen Hintergrund gibt, warum im Laufe des zivilisatorischen Menschheitsprozesses zu einer dramatischen Zunahme zwischenmenschlicher Gewalt kommen musste. Bauer wehrt sich, wissenschaftlich untermauert, gegen Freuds These vom Aggressionstrieb, also gegen die Immanenz des Bösen im Menschen. Vielmehr muss in der Konsequenz seiner Forschung das große Ziel sein, jungen Menschen Erfahrungen des Unwertseins, der Vernachlässigung und der Missachtung zu ersparen. Diese Gefühle entwickeln Kinder, wenn sie keine emotional zugewandte, und vor allem keine präsente Bindungsperson vorfinden, wenn sie von einem Arm in den anderen wandern, wenn sie keine Zeit bekommen, sich festzumachen, wenn Stimme, Geruch, Geschmack und Blick der Mutter immer wieder verloren gehen. Die Folge ist eine völlige Verunsicherung und Traumatisierung des Kleinkindes.

Von daher müssen wir, wollen wir vermeiden, dass Kinder aus dem Gleis geworfen werden, alles dafür tun, dass ihnen wenigstens drei Jahre ununterbrochene, opferbereite  Präsenz von Mutter / Vater zugestanden werden. Unsere Politik, den Forderungen der Wirtschaft hörig, will aber Mütter wenige Monate nach der Niederkunft wieder im Betrieb sehen. Nun passiert genau das, was Schmerz/Aggression im Kind auslöst: abgeschoben, missachtet, ausgegrenzt  zu werden. In dem Krippenparadies der früheren DDR sprießen Erziehungsheime wie Pilze aus dem Boden. Was sagt uns das?

Sehr geehrter Herr Beckmann, wetten, dass Sie bei dem Wort „Opferbereitschaft“ zusammengezuckt sind? Dieses Wort fehlt im politischen und medialen Vokabular von 2012, ja es disqualifiziert den Moderator sogar. Mit „Opferbereitschaft“  lassen sich Wahlen nicht gewinnen.

Und doch sage ich Ihnen: Wenn uns egal ist, dass unser Nachwuchs emotional verarmt, dass die Gewaltbereitschaft und das Suchtverhalten unserer Jugendlichen ( sie suchen nach Wärme und Geborgenheit) zunehmen, dann stecken wir weiterhin  unsere Kleinsten in Fremdbetreuung. Ob es billiger wird? Wohl kaum. Ein Betreuungsplatz im Heim (Personalschlüssel fast 1:1) kostet heute den Steuerzahler ca. 4500 Euro.

In diesem Sinne, Herr Beckmann, wäre eine Horizonterweiterung im Sinne von Joachim Bauer durchaus diskutabel. Vielleicht gibt es in Ihrem Angebot die Gelegenheit, den Wissenschaftler zu Wort kommen zu lassen.

Dies wünscht sich mit besten Grüßen

Bärbel Fischer, www.familiengerechtigkeit-rv.de

 

„Wir brauchen eine Kindergartenpflicht“ ( Heinz Buschkowsky )

Das Interview der Schwäbischen Zeitung mit dem Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky ( 13. 10. 2012 ) zeigt kontrastreich, wohin die Reise mit Peer Steinbrück und seinem künftigen Berliner Berater Buschkowsky gehen soll, nämlich in eine totale staatliche Kinder-und Jugendkollektivierung.
Die misslungene Integration in Berlin scheint Buschkowsky vordergründig Recht zu geben. Wozu  aber gibt es ein deutsches Strafrecht? Dieses gilt auch für Migranten, sobald sie unsere Gesetze übertreten. Deswegen müssen wir nicht der gesamten Nation staatliche Einheitserziehung  nach DDR-Muster verordnen. Mag sein, dass der überforderte Bürgermeister vor lauter Berliner Bäumen den deutschen Wald nicht mehr sieht. Berlin ist eben nicht Deutschland. In vielen Teilen des Landes funktioniert Integration nämlich  bestens und in gutem völkerverbindenden und ökumenischen Einvernehmen. Hier denkt niemand an Kasernierung, sondern man setzt auf Gemeinsinn, Toleranz und eine weltoffene Ökumene.
Seit 1945 betrachten wir elterliche Verantwortung und die Weitergabe persönlicher, kultureller, religiöser und ethischer Werte durch die Eltern an die nachwachsende Generation als ein hohes demokratisches Gut. Dieses wird zerplatzen wie eine Seifenblase, wenn der rot-grüne Traum von Kindergartenpflicht ( wenig später dann Krippenpflicht für Ein-bis Dreijährige! ) und verpflichtender Ganztagsschule realisiert werden sollte.
Bärbel Fischer

Hurra, wir vergreisen!

Locker flockig berichtet die Schwäbische Zeitung am 5. Oktober 2012 über den Demografiegipfel der Bundesregierung, den die Kanzlerin in heiterer Stimmung mit einer launigen Rede beendete. Offenbar gibt es nach all den Schreckensszenarien der Experten aus Bund, Ländern, Kommunen, Verbänden Arbeitgebern und Gewerkschaften keinen Grund, die Angelegenheit mit dem nötigen Ernst zu betrachten. Vergeblich suchte man in den Zeitungsberichten nach Vorschlägen, wie eine Notbremse für den Geburtenschwund – Hauptursache der Überalterung  –  effektiv gezogen werden könnte.

Seit vielen Jahren mahnen Juristen, Sozialwissenschaftler, Demografieexperten und selbst das Bundesverfassungsgericht eine Korrektur des bestehenden Generationenvertrages an, die als überfällige gesellschaftliche wie gesetzliche Anerkennung der Erziehungsleistung von Eltern den Gebärstreik junger Paare beenden könnte. Um diese Reform jedoch wahltaktisch zu vermeiden, erfinden unsere Regierungen immer neue unwirksame „Wohltaten“ wie Elterngeld oder Krippensubventionen. „Kinder haben, als hätte man keine“ – dieses Modell kann nicht funktionieren, das sieht inzwischen selbst das Familienministerium ein.

Anstatt aber Gerechtigkeit für Familien zu schaffen, findet man sich heute achselzuckend mit der Vergreisung in Deutschland ab und sucht sogar nach positiven Effekten des Jugendschwundes. Statt „Defizitorientierung“ sei  „Ressourcenorientierung“ angesagt ( OB Wolfgang Schuster, Stuttgart ), wobei der Begriff „Ressource“ sich nicht etwa, wie naheliegend, auf Nachwuchs bezieht, sondern die Ausbeutung der Kräfte von Müttern, Migranten und jungen Alten meint. Über „Ressourcenorientierung durch Nachwuchs“ denkt keiner mehr nach. Weder in Talkshows noch in den Printmedien kommt dieser Aspekt zur Sprache. In weitem Bogen umgeht man dieses Tabuthema. Wer zeigt schon gerne mit dem Finger auf sich selbst?

Die Flinte liegt  längst im Korn. Doch die Vergreisung mit all ihren Folgen wird sich solange fortsetzen, wie Elternleistung politisch und medial ignoriert und diffamiert wird.

i. A. der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT im Lkr. Ravensburg

Bärbel Fischer

 

Ehrennadeln heute wertlos!

An den CARITASVERBAND Diözesangeschäftsstelle, Strombergstr.1, 70188 Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Laufe meiner Tätigkeit ( 01. 01. 1973 – 31. 08. 1999 ) als Lehrerin an der Heimsonderschule für Erziehungshilfe am Kinderheim St. Anna in Leutkirch hatte ich über den Stiftungsvorstand vom CARITASVERBAND  zweimal eine silberne Ehrennadel für meinen  langjährigen  Einsatz überreicht bekommen. Meine  Arbeit mit Heimkindern hat mir zu der Gewissheit verholfen, dass nichts so bedeutend für eine sicher gebundene und ungestörte Entwicklung  einer stabilen Persönlichkeit ist wie ein fürsorgendes Elternhaus, das dem Kind Geborgenheit, Sicherheit und  Nähe durch verlässliche Präsenz schenkt.

Dass es heute vielen Eltern gar nicht mehr möglich ist, ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Erziehung und Pflege ihrer Kinder ( Art. 6 GG ) wahrzunehmen, liegt an der immer prekärer werdenden finanziellen Lage von immer mehr Familien in Deutschland, welche junge Mütter wenige Monate nach der Geburt zurück in den Betrieb zwingt. Damit bleibt vielen Müttern gar keine andere Wahl, als ihr Kind in die Krippe zu geben.  Eine vorzeitige und stundenlange Trennung ist für Mutter und Kind erwiesenermaßen mit heftigem psychischen Stress verbunden und führt häufig zur Traumatisierung der Kinder und zum Burn-out der Mütter.

Selbstverständlich soll jede Familie ihre Kinderbetreuung nach ihren eigenen Bedürfnissen frei wählen können. Aber einer großen Zahl von Eltern wird diese Wahl zunehmend erschwert: friss oder stirb! Anstatt einer Politik der Defamilisierung entgegen zu treten, reiht sich die CARITAS nun auch noch in den Chor derer ein, die ein Betreuungsgeld für Eltern ablehnen, wenn diese ihr Kind selbst betreuen wollen ( PM 10. 05. 2012). Auch wenn ich das Betreuungsgeld in der geplanten Fassung wegen seiner skandalösen Unzulänglichkeit ablehne, bedaure ich, dass die CARITAS mit ihrer offiziellen Deklaration jenen 60 % der Eltern in den Rücken fällt, die täglich neu ihre mühe- und liebevolle Familienarbeit leisten. Nach meiner Ansicht sollte die CARITAS ihren Einfluss geltend machen, um den Eltern  ihr ureigenstes Recht nachteilsfrei zu erhalten. Ebenso müsste sie sich auf politischer Ebene für eine gleichwertige Anerkennung von Familienarbeit und eine humane und  gerechtere Familien- und Beschäftigungspolitik einsetzen. Familienpolitik ist nach meiner Einschätzung inzwischen zu einer stupiden Vereinbarkeitspolitik verkommen, weil die Gesellschaft, also auch die CARITAS, den gesellschaftlichen Wert einer gesunden Familie aus dem Blick verloren hat. Anstatt daran zu arbeiten, dass Heime überflüssig werden, indem man Familien professionell stützt, werden heute in großem Stil Heimkinder in Krippen  gezüchtet.

Mein Einsatz galt immer dem Wohl der Kinder. Empört über den Wertewandel der CARITAS, m. E.   zum Schaden von Kindern und Eltern, bedeutet mir Ihre Auszeichnung nichts mehr. Daher gebe ich heute meine Ehrennadeln an die CARITAS zurück.

Nach lebenslanger Treue zur CARITAS  grüße ich Sie tief enttäuscht

Bärbel Fischer