Ehrlich gesagt, Herr Özdemir

Ehrlich gesagt, Herr Özdemir, meine Frau und ich waren entsetzt über Ihr mikro-demokratisches Verständnis, das Sie der Öffentlichkeit bei „hart aber fair“ zumuteten. Ein Politiker, der nicht begreift

  • dass nach Art. 3 GG alle Eltern gleich viel wert sind ( und nicht nur 1 Zehntel )
  • dass nach Art. 6 GG die Eltern zuvorderst das Recht auf Erziehung ihrer Kinder haben, und nicht die Kita
  • dass 2/3 aller Eltern in Deutschland durch Krippenausbaugesetz von der Förderung ausgeschlossen sind
  • dass nicht alle Elternhäuser so funktionieren, wie sich ein Grüner das wünscht, sondern viel bunter
  • dass demnach auch bunte Lösungen gefördert werden müssen ( Haderthauer, Kelle)
  • dass nicht die Minderheit unfähiger Eltern die Mehrheit hochfähiger Eltern dominieren darf, dieser Politiker hat uns nichts mehr zu sagen.
Nicht nur als Politiker, sondern auch Erzieher sind Sie uns suspekt geworden. Ihnen würden wir unsere Kinder nicht anvertrauen wollen, denn Sie neigen zu Abwertungen (z.B. Herdprämie) und zu Fanatismus (ins Wort fallen).

Wenn das, was Sie uns letzten Montag boten, grüne Politik sein soll, dann werden wir nie wieder GRÜN wählen. Darauf können Sie sich verlassen.

In diesem Sinne grüßen wir Sie sehr nachdenklich

N.N. (Namen dem Webmaster bekannt)

Sehr geehrter Herr Plasberg,

mein Name wird Ihnen bekannt sein. Ich bin die Frau, die am Ende Ihrer Sendung den abwertenden Begriff HERDPRÄMIE als Wertsiegel „verteidigt“ hat: „Eigener Herd ist Goldes wert.“ Danke für die Veröffentlichung!


Leider aber muss ich Ihnen im Rückblick auf Ihre Sendung unsachliche Arbeit vorwerfen, denn bereits bei der Vorankündigung sprechen Sie von Eltern, die verzweifelt sind, weil sie keinen Krippenplatz bekommen. Andererseits gibt es aber genauso viele Mütter, die verzweifelt sind, weil sie ihr Kind „abgeben“ müssen, weil sie das Geld brauchen, um über die Runden zu kommen. Viel lieber würden sie ihr Kind selbst betreuen, statt an der ALDI-Kasse zu sitzen. Von einer solchen Mutter hatten Sie keinen Einspieler vorgesehen, was ich hart und unfair fand. Allerdings wäre dieser Frau auch mit 150 Euro nicht geholfen, wohl aber mit 1000 Euro (= Krippenkosten).


Zum anderen, Herr Plasberg, fragten Sie in Ihrer Ankündigung, warum der Staat die Kindererziehung zuhause mit Geld „be-lohnt“ . Nun, von Lohn kann ja wohl kaum die Rede sein, denn für täglich 12 Stunden Arbeit an 30 Tagen kommen Sie bei 125 Euro auf einen Stundenlohn von knapp 35 Cent, was ich Ihnen im Forum vorab bereits vorgerechnet habe. Kein Wort davon in Ihrer Sendung. Es kann sich also nur um ein Anerkennungsgeld handeln, wie es in unseren fortschrittlicheren Nachbarländern gezahlt wird, die übrigens häusliche Erziehung nicht schlecht reden, wie das bei uns hämisch geschieht.


Auch fehlte der Hinweis auf das Abstimmungsergebnis 84 % : 16 % zugunsten der familiären Betreuung von U3-Kindern.


Zuletzt fand ich auch Ihre Bank nicht paritätisch besetzt mit 2 Pro- zu 3 Kontrakandidaten. Dies alles zusammen erweckt unter den Zuschauern schon den anrüchigen Eindruck, dass hier Meinung gemacht wird.


Sehr geehrter Herr Plasberg, Ganztagsbetreuung für die Kleinsten wirkt wie eine Heimunterbringung. Wer Jahrzehnte an einem Heim gearbeitet hat kennt die Schäden, die Fremdbetreuung anrichtet, zur Genüge. Für so manches Heimkind gibt es leider keine andere Lösung. Aber die Kita-Manie im OECD-Land wird schlimme Folgen haben. Darum kämpfen wir für Kinder und nicht für Arbeitsplätze.


Wenn Sie wissen wollen, was die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LKR. RAVENSBURG zu der Haltung der Frauenunion in Sachen Betreuungsgeld meint, dann sehen Sie sich bitte unser Internetportal an: www.familiengerechtigkeit-rv.de


Wir müssen uns die Frage stellen: Wo verbringe ich mehr Tageszeit, bei meinem Kind oder im Betrieb? Brauche ich mehr Geld oder mehr Kind? Braucht mein Kind mehr Fremdpersonal oder mehr Eltern? Die Antwort weiß wieder die Weisheit: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“


Seien Sie und Frau Büscher freundlich gegrüßt

i. A. Bärbel Fischer


Sehr geehrter Herr Özdemir,

da haben Sie sich und den Grünen bei Plasberg gestern aber einen Bärendienst erwiesen! Hart war die Diskussion, aber nicht fair, schon deshalb, weil sie unparitätisch besetzt war. Obwohl in der Minderheit haben Frau Haderthauer und Frau Kelle sachlich argumentiert, was man speziell von Ihnen nicht behaupten kann.

Wir misstrauen Ihrer fanatisch vorgetragenen Überzeugung, dass die optimalste Betreuung nur und ausschließlich die familienferne Krippe bieten kann. Wer drei Jahrzehnte mit psychisch und sozial geschädigten Heimkindern gearbeitet hat weiß, was kollektive Betreuung anrichtet. Die Wut, die ihnen ihre „Abschiebehaft“ macht, blockiert ihr Denken, weil ihre Emotionen verwirrt oder vernachlässigt sind. Daher sind die Kinder unkonzentriert, wenig ausdauernd, extrem reizbar , z. T. sogar hospitalisiert, etc. Als Erzieher kennen Sie ja diese Problematik. Die Hirnforschung zeigt ganz eindeutig, dass eine individuelle Betreuung dem Kind nützt, die kollektive aber meist schadet. Ganztagsbetreuung bedeutet annähernd Heimsituation.

Als Grüner kämpfen Sie doch gegen die qualvolle Massentierhaltung. Zurecht! Der Massenmenschhaltung aber stimmen Sie paradoxerweise zu, obwohl diese nicht weniger schmerzhaft ist. Massenhaltung von Kindern erzeugt den Massenmenschen, der andere denken lässt, der alles abnickt, der unkritisch dem mainstream folgt, sich unauffällig verhält und schluckt, was ihm vorgesetzt wird und brav mit dem Strom schwimmt. Wollen Sie wirklich den Mitläufer?

Schockiert aber hat uns besonders, einen Politiker erleben zu müssen, der offenbar noch nie etwas von freier Entscheidung, Gleichheitsanspruch (Art. 3 GG ) und Wahlfreiheit gehört hat. Wie konnten Sie Frau Haderthauer und Frau Kelle widersprechen, die nichts anderes wollen, als dass sich Mütter/Väter frei für die ihnen gemäße Betreuung entscheiden können. Dass sie dafür in gleicher Weise ausgestattet werden müssen wie Krippeneltern, das versteht sich in einem demokratischen System von selbst. Dass sich Vollzeiteltern mit einem Zehntel der Krippenzuwendung zufrieden geben, was einem Stundenlohn von knapp 35 Cent entspricht, ist sowieso unbegreiflich. Kein Elternpaar wird sich wegen dieser „Belohnung“ für ein Kind entscheiden. Viel besser wäre es, der Staat würde sich gar nicht in die Familien einmischen. Mit seinem Krippenangebot und dem künftigen Rechtsanspruch hat er sich inzwischen gewaltsamen Zutritt in die Privatsphäre der Bürger verschafft.

Bei einem Eziehungsgehalt nach ÖDP-Konzept für alle Eltern je nach Kinderzahl hätten wir diese unsäglichen Diskussionen nicht und könnten uns frei entscheiden, wie wir unsere Kinder betreuen. Und wir könnten unser fröhlich-quirliges Familienleben täglich genießen.

Ja, Herr Özdemir, schade für die Grünen, die in dieser Sendung einen Haufen an Symphatien eingebüßt haben ( Das Votum im Forum fiel zu 84 % für die mütterliche Betreuung aus ). Die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT wird diesen Brief an Sie ins Internet stellen. Grün zu wählen wird für Eltern immer problematischer, das haben wir gestern leider zur Kenntnis nehmen müssen.

Damit grüße ich Sie kopfschüttelnd im Auftrag der vielen mit uns verbundenen Eltern hochachtungsvoll

Bärbel Fischer


Sehr geehrter Herr Maywald,

was ich gestern in der Phönix-Runde Ihren Äußerungen als Sprecher der DEUTSCHEN LIGA FÜR DAS KIND entnehmen musste, verschlug mir die Sprache. ich hatte angenommen, dass eine Liga, die sich das Wohl der Kinder auf die Fahnen schreibt, sowohl das Kindeswohl als auch das Wohl der Eltern im Auge hat. Aber da habe ich mich wohl sehr getäuscht.

Ich frage mich, warum ein Fachmann wie Sie

  • wider besseres Wissen die einseitige staatliche Förderung der Krippenbetreuung verteidigt und andererseits die häusliche Betreuung für nicht förderungswürdig erachtet.

  • Wider besseres Wissen verbreiten Sie, dass Elternhäuser die schlechtere Alternative für die Kinderbetreuung sind. Dabei blenden Sie aus, dass unsere Kinder sich gerade und nur im Elternhaus ihre emotionale Basis erwerben, auf welcher Interesse, Kreativität, Ausdauer, Begeisterung, Eifer und Disziplin wachsen. Fehlt diese Basis, so sind alle späteren Bildungsprogramme nutzlos.

  • Wider besseres Wissen verbreiten Sie, das Betreuungsgeld sei sozial ungerecht, obwohl die Krippeneltern das 10-fache an Förderung bekommen wie Hauseltern, die auf ein Einkommen verzichten. Krippeneltern bekommen diese Subvention bar, denn den Löwenanteil für die Krippenbetreuung zahlt der Steuerzahler. Folglich bleiben den Eltern nach Abzug der Selbstbeteiligung mindestens 700 Euro als Ersparnis bar, und nicht als Gutschein, im Geldbeutel zurück. Niemand fordert Rechenschaft für die Verwendung dieser staatlichen Belohnung. Bevormundet werden nur Hauseltern, egal, welcher Schicht sie sich zurechnen.

  • Wider besseres Wissen verbreiten Sie, Mütter wünschten sich zulasten der Kinder eine frühzeitige Berufstätigkeit, obwohl Ihnen bekannt ist, dass Mütter viel lieber ihren Säugling oder ihr Kleinkind selbst betreuen würden, hätten sie nur ein ausreichendes finanzielles Auskommen, z. B. 1000 Euro monatlich wie das staatliche Krippensponsering.

  • Wider besseres Wissen verbreiten Sie, das Betreuungsgeld sei volkswirtschaftlich unsinnig. Sie kennen die Zahlen der Mütter/Väter, die wegen Überlastung durch Familie und Job krankheitshalber ausscheiden. Ist das ein volkswirtschaftlicher Gewinn? Auch Mütter, die dem Stress standhalten, stehen tagtäglich vor der Entscheidung: Kind oder Karriere? Entscheiden sie sich für das Kind/ die Kinder, dann bleiben sie auf der unteren Sprosse der Karriereleiter. Entscheiden sie sich für die Karriere, dann müssen es die Kinder büßen, weil die Eltern abwesend sind und als Ansprechpartner für die Notlagen der Kinder unerreichbar sind.

Fazit: Die Liga könnte sich beispielsweise aus der ideologischen Fessel befreien und vielfältige Familienformen unterstützen. Da sie das aber nicht tut, vermuten wir, die Liga ist zum verlängerten Arm der familienfeindlichen Bundespolitik verkommen. Vielleicht werden Sie sogar von der Bundesregierung gesponsert, um deren Interesse an billiger Frauenarbeit zu transportieren. Das Vehikel dazu heißt dann: familienferne Betreuung.

Unsere ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT war bereits drauf und dran, Ihrem Verband beizutreten, wovon wir nun erschrocken Abstand nehmen. Wir fragen uns:

Ist die „Deutsche Liga für das Kind“ nun

  • eine verkappte Liga für Müttererwerbsarbeit?
  • eine Liga gegen elterliche Verantwortung?
  • ein Verband zur Durchsetzung sozialistischer Paradigmen?
  • ein Verein zur Diskriminierung von Familienmüttern?
  • ein Vehikel für Genderideologie?
  • ein gieriger Wolf im Schafspelz?

Sehr geehrter Herr Maywald, es stört uns ganz gewaltig, dass die LIGA im Vergleich zu früher inzwischen ihr Fähnchen in den Wind gehängt hat. Aus der Liga für das Kind ist eine Liga gegen Familien geworden – eine ganz unheilvolle Entwicklung im Sinne des mainstreams. Die Geschichte nach dem Zusammenbruch unserer Sozialsysteme wird uns recht geben. Sie aber werden sich für Ihren Schwenk künftig verantworten müssen.

Diesen Brief, Herr Maywald, werden wir auf unserer Homepage:

https://www.familiengerechtigkeit-rv.de/meinungen/meinungen.php

veröffentlichen. Es interessiert die Öffentlichkeit schon, wie Familien heutzutage zu den Lasteseln der Nation degradiert werden, und wie die ehemals elternfreundliche Liga nach und nach zu einer elternfeindlichen Organisation verkommen ist.

Für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LANDKREIS RAVENSBURG

Bärbel Fischer

Fehlanreize und Irrwege

zu: „Stuttgart trägt Berliner Pläne nicht mit“ Schwäbische Zeitung 08. 11. 2011

Da in BW nur in 31,7 % aller Haushalte überhaupt noch Kinder leben, kann der hitzige Widerstand unserer SPD-Sozialministerin Katrin Altpeter gegen das geplante Betreuungsgeld nicht mit Finanzierungsbedenken erklärt werden. Es sind ideologische Gründe, die Frau Altpeter zu der Überzeugung bringen, „ das Betreuungsgeld sei bildungs- und frauenpolitisch ein Irrweg.“ Um solche Behauptungen aufzustellen muss man sich zuerst einmal anmaßen, für alle Frauen im Land zu sprechen und dabei diejenigen zu missachten, die eben andere als grün-rot-linke Vorstellungen von Familie haben. Zum anderen muss man sich allen Erkenntnissen der Bildungsforschung verschließen, die einer individuellen Fürsorge mit personaler Bindung immer den Vorzug vor einer kollektiven Betreuung geben.


Die Sozialministerin behauptet auch, dass ein Betreuungsgeld „Fehlanreize“ setzt. Als selbst ernannte Frauensprecherin gibt sie vor, was erwünscht und was unerwünscht ist, und das hat dann für alle Familien im Lande zu gelten. Nach SPD-Denkmustern ist es ein Fehler, Kleinkinder zuhause individuell zu betreuen, ihnen Zeit und Sicherheit zu schenken, ihnen die stundenlange Abwesenheit der Eltern zu ersparen. Die Kita-Einheitsbetreuung zugunsten elterlicher Erwerbstätigkeit dagegen ist politisch höchst erwünscht. Folglich darf die familienferne Kinderbetreuung üppig bezuschusst werden, die häusliche aber keinesfalls. Denn sonst könnten Mütter ja noch auf die Idee kommen, ihr Kind in den eigenen Armen behalten zu wollen!

Jede Familie muss aber, ohne Bevormundung und vom Grundgesetz, Artikel 6 gedeckt, die gleiche Chance bekommen, selbst zu entscheiden, wie sie sich organisiert. Um eine echte Wahlfreiheit zu garantieren wäre ein Betreuungsgeld in Höhe der staatlichen Krippensubvention nötig. Das Verhältnis 1000 Euro : 150 Euro bewegt sich jedoch von vornherein jenseits jeder ernstzunehmenden Diskussion.

Bärbel Fischer


Protest muss lautstark aus den Rathäusern kommen

Die Grunderwerbssteuer wird in Baden Württemberg um 1,5 % auf dann 5% angehoben. Die Mehreinnahmen sollen in die Kleinkindbetreuung fließen. Der richtige Weg? Die Bürgermeister von Amtzell und Kißlegg bezweifeln das.

zu: „Gemeinden sind skeptisch“, Schwäbische Zeitung, GEMEINDEN 29. 10. 2011

Die Bautätigkeit im Ländle blüht sichtbar. Da landet die grün-rote Landesregierung einen Coup, die Erhöhung der Grunderwerbssteuer von 3,5% auf 5% . Sie verspricht sich bis zu 375 Millionen Euro Mehreinnahmen zur Finanzierung des Krippenausbaus. Bauherren ohne Kinder können diese Mehrkosten ja noch stemmen. Aber Eltern, die durch den Unterhalt ihrer Kinder bereits am finanziellen Limit sind, müssen sich ihr Eigenheim wohl endgültig abschminken. Die Belastung durch Kredite wüchse der Familie über den Kopf. Also bleibt sie weiterhin in der engen Mietwohnung. Paare lassen von ihrem Kinderwunsch ab, weil ein Eigenheim nun unerschwinglich wird. Erfreulicherweise sehen das die Bürgermeister Moll und Krattenmacher ganz realistisch.


Dabei ließe sich eine Lösung finden, die dem Prädikat „Kinderland Baden-Württemberg“ gerecht wird. Die Grunderwerbssteuer sollte nämlich „abgekindert“ werden können. Beispiel: Bauherren ohne Kinder zahlen 6%, mit dem ersten und jedem weiteren Kind vermindert sich die Steuerlast um 20%, sodass Familien mit 5 Kindern ganz von der Grunderwerbssteuer befreit wären. Schließlich hat der Staat von 5 Kindern später auch den 5-fachen Nutzen. Angesichts der vielen Bauherren ohne Nachwuchs bliebe diese Lösung kostenneutral. Auch wäre kein besonders schwieriger bürokratischer Aufwand nötig, und das Land hätte für mehr Familiengerechtigkeit gesorgt.


Der Protest gegen familienfeindliche Beschlüsse der Landesregierung muss aus den Rathäusern kommen, und zwar lautstark und massiv!


Bärbel Fischer

Eltern brauchen mehr Zeit – na so was!

Der achte Familienbericht der Bundesregierung kommt zu einem höchst „erstaunlichen“ Ergebnis: Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie. Ach, wer hätte das gedacht?! Frau Schröder leitet zudem daraus ab, auf Geld legten Familien weniger Wert. In den Ohren von Vätern und Müttern klingt solche Rede wie Hohn. Als ob nicht eines vom anderen abhinge! War es nicht gerade die Strategie einer Frau v.d. Leyen, durch Streichungen bei der Kindergelddauer, dem Wegfall der Eigenheimzulage und dem Ersatz des Erziehungsgeldes durch das fragwürdige Elterngeld, das Budget von Familien derart zu verknappen, dass Müttern heute gar nichts anderes übrig bleibt, als dazu zu verdienen? Wer weniger Geld hat, hat folglich auch weniger Zeit für seine Kinder. Umgekehrt: würden Familien pro Kind 1000 Euro ( wie die staatliche Krippenförderung ) in die Haushaltskasse bekommen, dann hätten Mütter /Väter Zeit genug für ihre Kinder. Auch die ministerialen Tricksereien mit flexibleren Arbeitszeiten ändern an der Dauer der Abwesenheit der Eltern nichts.

Doch um das Wohl von Kindern und Eltern geht es schon längst nicht mehr. Unsere Politik setzt andere Prioritäten. Die massenhaften, aus Steuergeldern finanzierten Krippenplätze ermöglichen der Wirtschaft, immer mehr Frauen und junge Leute zu Dumpinglöhnen zu beschäftigen. So kommt man der Niedriglohngesellschaft rapide näher. Krippenausbau ist somit das ideale Werkzeug, um dieses Planziel zu erreichen. Riecht das nicht verdächtig nach Sozialismus und DDR?

Bärbel Fischer

zu: Krippe: Kindergarten öffnet die Türen, Schwäbische Zeitung 19. 10. 2011

Der Tag der Offenen Tür der neu eingerichteten Kinderkrippe im Kindergarten St. Maria, Isny, steht bevor, und die freundlichen neuen Räume können demnächst besichtigt werden. Die interessierten Besucher werden sich aber fragen: Kann es wirklich sein, dass für zehn Kinder zwischen einem und drei Jahren nur zwei Erzieherinnen vorgesehen sind?

Der offizielle, europaweit geltende, und von Kinderärzten geforderte Betreuungsschlüssel sieht vor, dass eine Betreuerin höchstens für 2 Babys unter einem Jahr eingesetzt werden darf (Zwillingsbetreuung). Für Ein- bis Zweijährige sollten es maximal drei, für Zwei- bis Dreijährige maximal vier Kinder je Betreuerin sein. Demnach müssten in Isny wenigstens drei oder vier Betreuerinnen angestellt werden. Und was ist, wenn eine der beiden Erzieherinnen erkrankt, auf Fortbildung oder im Elterngespräch ist? Allein zehn Kindern die Windeln zu wechseln bedeutet einen täglichen Zeitaufwand von mindestens einer Stunde, in welcher die andere Kraft zehn schreiende Kleinkinder allein zu versorgen hat. Eine unzumutbare psychische Stressbelastung für Kinder und Erzieherin. Bleibt also die Frage: Wollen wir unsere Kinder wirklich einer solchen Belastung aussetzen? Leider kommt für viele Mütter aus finanziellen Erwägungen gar keine andere Lösung in Frage. Sie dürfen also nur zwischen zwei Übeln wählen. Und das macht Mütter fertig.

Nun sieht jeder ein: Kommunen wie Kirchengemeinden sind mit zusätzlichen Stellen weit überfordert. Sie können einfach nicht mehr Stellen bezahlen. Hier gehört eine politische Lösung her. Und die muss von den Rathäusern eingefordert werden.
Bärbel Fischer

TV-Tipp: Frauen auf dem Vormarsch

Die Journalistin Birgit Kelle ist Vorsitzende des Vereins „Frau 2000plus“, der sich für eine „neue Kultur der Frauen“ einsetzt. Denn der Feminismus alten Schlages habe den Frauen von heute nichts mehr zu sagen. Es sei „Zeit für einen neuen Feminismus“, der es den Frauen erleichtere, ihren Wunsch nach Familie zu verwirklichen. Die Frauenquote hält die berufstätige vierfache Mutter für ebenso verfehlt wie die aktuelle Familienpolitik. Anstatt Frauen einzureden, sie müssten den Spagat zwischen Karriere und Kindern schaffen, sollten sie in ihrer Mutterrolle gestärkt werden. „Frauen müssen auch eine längere Auszeit für die Familie nehmen dürfen, ohne dass man es ihnen als Manko anrechnet.“

http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2011/1030/uebersicht.jsp