Sehr geehrter Herr Plasberg,

mein Name wird Ihnen bekannt sein. Ich bin die Frau, die am Ende Ihrer Sendung den abwertenden Begriff HERDPRÄMIE als Wertsiegel „verteidigt“ hat: „Eigener Herd ist Goldes wert.“ Danke für die Veröffentlichung!


Leider aber muss ich Ihnen im Rückblick auf Ihre Sendung unsachliche Arbeit vorwerfen, denn bereits bei der Vorankündigung sprechen Sie von Eltern, die verzweifelt sind, weil sie keinen Krippenplatz bekommen. Andererseits gibt es aber genauso viele Mütter, die verzweifelt sind, weil sie ihr Kind „abgeben“ müssen, weil sie das Geld brauchen, um über die Runden zu kommen. Viel lieber würden sie ihr Kind selbst betreuen, statt an der ALDI-Kasse zu sitzen. Von einer solchen Mutter hatten Sie keinen Einspieler vorgesehen, was ich hart und unfair fand. Allerdings wäre dieser Frau auch mit 150 Euro nicht geholfen, wohl aber mit 1000 Euro (= Krippenkosten).


Zum anderen, Herr Plasberg, fragten Sie in Ihrer Ankündigung, warum der Staat die Kindererziehung zuhause mit Geld „be-lohnt“ . Nun, von Lohn kann ja wohl kaum die Rede sein, denn für täglich 12 Stunden Arbeit an 30 Tagen kommen Sie bei 125 Euro auf einen Stundenlohn von knapp 35 Cent, was ich Ihnen im Forum vorab bereits vorgerechnet habe. Kein Wort davon in Ihrer Sendung. Es kann sich also nur um ein Anerkennungsgeld handeln, wie es in unseren fortschrittlicheren Nachbarländern gezahlt wird, die übrigens häusliche Erziehung nicht schlecht reden, wie das bei uns hämisch geschieht.


Auch fehlte der Hinweis auf das Abstimmungsergebnis 84 % : 16 % zugunsten der familiären Betreuung von U3-Kindern.


Zuletzt fand ich auch Ihre Bank nicht paritätisch besetzt mit 2 Pro- zu 3 Kontrakandidaten. Dies alles zusammen erweckt unter den Zuschauern schon den anrüchigen Eindruck, dass hier Meinung gemacht wird.


Sehr geehrter Herr Plasberg, Ganztagsbetreuung für die Kleinsten wirkt wie eine Heimunterbringung. Wer Jahrzehnte an einem Heim gearbeitet hat kennt die Schäden, die Fremdbetreuung anrichtet, zur Genüge. Für so manches Heimkind gibt es leider keine andere Lösung. Aber die Kita-Manie im OECD-Land wird schlimme Folgen haben. Darum kämpfen wir für Kinder und nicht für Arbeitsplätze.


Wenn Sie wissen wollen, was die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LKR. RAVENSBURG zu der Haltung der Frauenunion in Sachen Betreuungsgeld meint, dann sehen Sie sich bitte unser Internetportal an: www.familiengerechtigkeit-rv.de


Wir müssen uns die Frage stellen: Wo verbringe ich mehr Tageszeit, bei meinem Kind oder im Betrieb? Brauche ich mehr Geld oder mehr Kind? Braucht mein Kind mehr Fremdpersonal oder mehr Eltern? Die Antwort weiß wieder die Weisheit: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“


Seien Sie und Frau Büscher freundlich gegrüßt

i. A. Bärbel Fischer


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