Haus-und Familienfrauen sind heute in Schweden ausgestorben, denn sie sind ein Luxusobjekt geworden. Wer kann es sich schon leisten, auf ein Einkommen zu verzichten? Schweden – ein leuchtendes Vorbild? Auch hierzulande wird mit der Lohnschraube und mit unsozialen Gesetzen Familienpolitik gemacht.
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/die_letzten_ihrer_art_1.9386421.html
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Bühne frei!
Kritische Leserbriefe zum Thema FAMILIENGERECHTIGKEIT aus der Feder von Bärbel Fischer sind bei der Schwäbischen Zeitung künftig unerwünscht
1. weil der Redaktion das Thema ausgelutscht erscheint, Kommentare daher überflüssig
2. weil andere Themen den beschränkten Platz brauchen
3. weil die Autorin den Platz offenbar längst überstrapaziert hat
Leserbriefe spiegeln die Meinung der Leser wieder. Diese äußern oftmals Zustimmung und Lob für guten Journalismus. Notwendig werden Leserbriefe jedoch, wenn die Berichterstattung ohne gründliche Recherche, undifferenziert, kritiklos und sachlich falsch daherkommt, oder wenn sie sich über wichtige Ereignisse ausschweigt. Dann drängt sich schnell der Verdacht auf, mit der Unabhängigkeit des Blattes sei es nicht mehr weit her. Die Leserschaft fühlt sich manipuliert.
Dabei sind kritische Kommentare für eine gute Zeitung ein willkommenes Korrektiv. Gute Zeitungen wünschen sich sogar eine aufmerksame und engagierte Leserschaft und stellen ihr einen entsprechend großzügigen Raum zur Verfügung.
Persönlich danke ich allen Mitlesern für viele aufschlussreiche Gespräche, für Bestätigung und Ermutigung. Ich hoffe sehr, dass immer mehr von ihnen bereit sind, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu nutzen. Also, Bühne frei für alle, denen unsere zukunftsblinde Familien- und Sozialpolitik ans Mark geht. Schweigen wäre Gift.
Bärbel Fischer
357 Euro Rente für eine fünffache Mutter
Nicht die Lebensleistung zählt – Minirente für eine fünffache Mutter ( Schwäbische Zeitung 04. 02. 2011 )
Man kann den Konstanzer Sozialrichtern nicht einmal am Zeug flicken für das brutale Urteil gegen die Klage der fünffachen Mutter, die von 357 Euro Rente leben soll, während ihre fünf Kinder üppige Beiträge abführen, von denen alle anderen, nur die Mutter selbst nichts abbekommt. Das Gericht hat exakt nach der Gesetzeslage geurteilt. Der Skandal dabei ist unser Rentengesetz selbst. 1957 warf Adenauer das Konzept des Sozialwissenschaftlers Wilfrid Schreiber in den Papierkorb, das vorsah, nicht nur die Kosten für die alten Menschen in der Umlage zu berücksichtigen, sondern auch jene Kosten, die für die Kindererziehung entstehen. Also eine generationen-gerechte Lösung. Diese hätte zur Folge gehabt, dass Eltern bei der Kindererziehung entlastet und im Alter ebenso gut versorgt gewesen wären wie Leute ohne Kinder. Doch seit 1957 kommen lediglich Alterskosten in die Umlage, die Kinderkosten müssen die Eltern allein schultern. Für Beiträge in die eigene Alterssicherung blieb und bleibt da nichts übrig. Aber es zählen eben nur Beiträge! Altersarmut von Eltern ist also zwangsläufig die Folge eines Generationenvertrags, der in Wahrheit gar keiner ist. Der Leser solcher Nachrichten begreift schnell: Verzicht auf Kinder rettet die Rente. Fragt noch jemand, weshalb wir vor dem demografischen SuperGau stehen?
Bärbel Fischer
"Kinder haben die Leute immer",
meinte Konrad Adenauer, als er 1957 den Plan von Wilfried Schreiber ( 1904 – 1975 ) , Gelehrter der Sozialpolitik, verwarf. Dieser sah ein Drei-Generationen-Modell für die soziale Absicherung der Bevölkerung vor: Kindheit und Jugend, Arbeitsalter, Lebensabend, also eine dynamische Rente für Kinder und Jugendliche einerseits und eine dynamische Altersrente andererseits. Nach dem Schreiber-Konzept wäre die Altersrente niedriger ausgefallen, was die Finanzierung der Kindheits- und Jugendrente ermöglicht hätte. Adenauer beschränkte sich auf die Altersrente und hielt eine Jugendrente für überflüssig. Oswald von Nell-Breuning, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, war über Jahrzehnte hinweg einer der schärfsten Kritiker der Rentenreform Adenauers, aber gleichzeitig ein Befürworter des Schreiber-Konzepts. Die Folgen des amputierten Generationenvertrags ließen nicht lange auf sich warten: kinderreiche Familien waren und sind bis heute die Verlierer. Die Rentnergeneration, vor allem die kinderlose, gewinnt auf Kosten von jungen Eltern. Nur, die Rentner selbst sind für dieses Ungleichgewicht gar nicht verantwortlich. Heute scheint eine Reform im Sinne Wilfried Schreibers nicht mehr durchsetzbar. Zu weit sind die Abgeordneten von den Erkenntnissen Schreibers entfernt.
Frauenpolitik- tendenziös und ideologisch
Die 36jährige Birgit Kelle, verheiratet und Mutter von vier Kindern, setzt sich seit mehreren Jahren für Familien ein und schaltet sich regelmäßig in Debatten ein, in denen es um die Stellung der Frau im 21. Jahrhundert geht. 2005 bis 2008 war sie Herausgeberin der christlichen Monatszeitung VERS1. Heute ist sie die Vorsitzende des Vereins Frau 2000plus e.V. und Member of the Board der New Women for Europe (NWFE), ein Dachverband für Frauen- und Familienverbände aus ganz Europa mit Beraterstatus am Europäischen Parlament. Die in Siebenbürgen (Rumänien) geborene Journalistin, die seit 1984 in Deutschland lebt, spricht mit BlaueNarzisse.de über die Frauenquote sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
BlaueNarzisse.de: Wie bewerten Sie es, dass der maßgebliche Anstoß zur derzeitigen Diskussion um die Frauenquote ausgerechnet von einer CDU-Ministerin, nämlich Frau von der Leyen, kam?
Birgit Kelle: Der Vorschlag hätte auch von Claudia Roth kommen können oder von Renate Schmidt. Ehrlich gesagt, verwundert es mich aber nicht besonders, dass der Vorstoß ausgerechnet von Frau von der Leyen stammt. Schon während ihrer Zeit als Familienministerin hat sie sich massiv dafür eingesetzt, dass Frauen so schnell wie möglich nach der Babypause in den Beruf zurückkehren und – nach ihrem eigenen Beispiel – stetig Karriere machen und die Kinder fremdbetreuen lassen sollen. Das mag für sie persönlich ein erstrebenswerter Lebensentwurf sein, er ist aber nicht die Lösung für unser Land.
Vor allem aber geht er an den Wünschen zahlreicher Frauen völlig vorbei. Jetzt geht es ihr offenbar nicht schnell genug, deswegen vergreift sie sich auch am Ressort ihrer Kollegin Schröder. Dass außerdem ausgerechnet eine CDU-Politikerin den Vorstoß macht, zeigt vor allem eines: Die CDU hat gar keine eigene Frauen- oder Familiepolitik mehr. Sie versucht sich jetzt an den politischen Zielen, die die Grünen und die SPD schon lange verfolgen. Frauen- und Familienpolitik ist damit völlig austauschbar, profil- und alternativlos geworden in unserem Land.
Was sagt diese Debatte über den Umgang mit Frauen im Berufsleben aus?
Der Feminismus predigt uns ja schon seit Jahrzehnten, dass wir Frauen Opfer sind. Diese Opferrolle soll jetzt auch in der Wirtschaft gesetzlich verankert werden. Ohne Zweifel haben es Frauen manchmal schwer gegen eine männliche Übermacht. Es gibt allerdings auch keinen Grund – gerade im Sinne der Gleichstellung – ihnen einen bequemeren Weg in die Chefetagen zu ebnen als ihren männlichen Mitkonkurrenten. Es wird sicher seine Zeit brauchen, bis wir Frauen auch in der Wirtschaft besser vertreten sind. Ich glaube jedoch an die Fähigkeiten und die Durchsetzungskraft der jungen intelligenten und gut ausgebildeten Frauen von heute. Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland wird selbst unwilligen Vorgesetzten – und dass die meisten unwillig sind, würde ich als böswillige Unterstellung deklarieren – bald kaum etwas anderes übrig bleiben, als Frauen einzustellen.
Was man bei all der Quote nicht vergessen darf: Es gibt Branchen, da gibt es kaum Frauen. Es ist nicht einzusehen, dass ein Unternehmen, in dessen Belegschaft nur fünf Prozent Frauen sind den Vorstand mit 50 Prozent weiblichem Anteil besetzen soll. Und was tun wir mit Branchen, in die Frauen gar nicht wollen? Zwingen wir dort Frauen hin? Oder suchen wir uns nur die Sahnehäubchen aus?
Die ehemalige Chefredakteurin der taz, Bascha Mika, wirft den Frauen in einem in wenigen Tagen erscheinenden Buch Feigheit vor. Sie hätten nicht genug Mut für eine steile Karriere. Stattdessen würden sie sich mit der Rolle als Mutter vor schwierigeren Aufgaben flüchten. Was sagen Sie als vierfache Mutter zu diesem Vorwurf?
Hier gibt es zwei Aspekte zu beachten: Erstens, der Vorwurf, ein Verzicht auf Karriere sei gleichstehend mit Feigheit. Zweitens, die an den Haaren herbeigezogene These, dass Kindererziehung einfach sei. So etwas kann sich nur eine kinderlose Frau ausdenken, fürchte ich. Zunächst bleibt festzuhalten, dass der Verzicht auf berufliche Karriere eine persönliche Entscheidung ist für jeden Menschen, in welcher Art er glücklich werden will. Das gilt für Frauen und Männer. Wenn ich als Mutter oder als Hausfrau oder Angestellte mit geregelten Arbeitszeiten glücklich bin und es mir leisten kann, warum nicht?
Wer ist denn die moralische Instanz, die mir vorschreiben will, welche Art von Leben das richtige ist und vor allem was ich als Frau machen darf, machen soll oder erreichen muss? Ich habe das Recht, nur Mutter zu sein, ich habe auch das Recht faul zu sein und unfähig und bequem und all das, was Frau Mika pauschal um sich wirft. Ich habe auch das Recht mutlos zu sein. Das Problem von Frau Mika und zahlreichen Alt-Feministinnen ist doch, dass sie sich ein glückliches Leben jenseits ihres eigenen Lebensentwurfes gar nicht vorstellen können und dann auf sehr intolerante Art und Weise ihre Artgenossinnen verurteilen, weil sie ihrem Beispiel nicht folgen wollen.
Als vierfache Mutter kann ich zu dem Gedanken, dass ich mich ins Muttersein geflüchtet haben soll, weil ich Anstrengung und schwierigen Aufgaben aus dem Weg gehe, nur sagen: Ich muss mal ab und zu ins Büro, um mich wieder zu erholen. Es spricht von Unwissenheit um den Alltag und die Sorgen von Eltern.
Glauben Sie, dass für die Masse der Frauen – Ausnahmen immer ausgenommen – ein glückliches Leben mit der Doppelbelastung Familie und Beruf möglich ist? Oder führt das, wie etwa Eva Herman vor einigen Jahren ausgeführt hat, zwangsläufig dazu, dass der Beruf das Familienglück allein aufgrund der zeitlichen Belastung schmälert?
Grundsätzlich glaube ich, dass es möglich ist, ich versuche auch gerade mein Glück dabei. Es bleibt aber, wie der Name schon sagt, zumindest für einige Jahre eine Doppel-Belastung, denn Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit und das nicht zwischen 18 und 20 Uhr, wenn alle von der Kita wieder zu Hause sind und ermattet vom Tag. Sie brauchen einen gerade in den ersten Jahren rund um die Uhr. Mein Beruf ist mir wichtig, ich brauche ihn gerade auch als Ausgleich für die Familienarbeit und die Mühen und die Anstrengungen, die mir dadurch entstehen, nehme ich gerne in Kauf. Ich will mich nicht entscheiden müssen, ob ich nur das eine oder nur das andere nehme. Ich glaube, dass das den meisten Frauen so geht. Die meisten Frauen sind aber im Konflikt, weil sie die Doppel-Belastung nicht reibungslos schaffen. Sie sind ausgezehrt, haben ständig das Gefühl, alles nur halb und nichts richtig zu machen.
Von diesem Anspruch müssen wir runter. Es reicht aus, wenn eine Frau für ein paar Jahre sich nur den Kindern widmen darf. Sie tut dann schon genug für die Kinder und die Gesellschaft und ihre Daseinsberechtigung. Aber heute bekommt man ja als Frau immer gesagt, dass man alle Rollen mit links und gleichzeitig zu schaffen hat. Von den Männern verlangen wir das nicht.
Was könnten Politik und Wirtschaft für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unternehmen? Welche Modelle schweben Ihnen vor?
Wir sollten nicht so tun, als wäre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur eine Frage von Kindergartenplätzen. Ich plädiere dafür, die Erziehungsleistung, die wir ja brauchen, um unsere Kinder groß zu bekommen, endlich finanziell anzuerkennen – egal wo sie geleistet wird. Es ist nicht einzusehen, warum der Staat nur staatliche Erziehung finanziell fördert und die Erziehungsleistung der Eltern gerne kostenlos in Anspruch nimmt. Wenn ich als Erzieherin arbeite, bin ich gesellschaftlich anerkannt und bezahlt. Wenn ich als Tagesmutter arbeite, bin ich gesellschaftlich anerkannt und bezahlt. Wenn ich einfach nur meine eigenen vier anstatt vier fremde Kinder großziehe, bekomme ich kein Geld und bin für die meisten nur ein Heimchen am Herd. Wenn ich einen Kita-Platz in Anspruch nehme, subventioniert das der Staat, wenn ich Mittagessen in der Offenen Ganztagsschule in Anspruch nehme, subventioniert das der Staat. Wenn ich selbst auf meine Kinder aufpasse und selbst koche und einkaufe, muss ich alles selbst bezahlen und mit meinen Steuergelder bezahle ich den Kitaplatz und das Mittagessen der anderen auch noch mit.
Wir beuten die Familienfrauen und Männer auf diese Weise aus und tun dann auch noch so, als sei das jetzt die moderne Familie. Das müssen wir ändern. Wir müssen es Frauen leichter machen, eine Auszeit auch für viele Jahre für die Familie zu nehmen und es ihnen nicht anschließend als Manko anrechnen, sondern als gewonnene Erfahrung. Wir brauchen diese Eltern und vor allem die Frauen, die viel Zeit investieren in die Erziehung ihrer Kinder, die wertvolle ehrenamtliche Arbeit leisten an Schulen, in Kirchen oder in der Nachbarschaft. Die Frauen, ohne die unsere Gesellschaft in vielen Bereichen zusammenbrechen würde und die nichts mehr wollen, als ab und zu ein bisschen Anerkennung.
Diesen Frauen sollten wir dankbar sein und sie nicht verhöhnen. Diese Frauen dürfen nicht – wie durch das neue Unterhaltsrecht geschehen – finanziell auf die Straße gesetzt werden, weil sie sich auf ihre Ehe verlassen haben. Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir den Menschen vorschreiben dürfen, wie sie leben sollen. Jede Familie hat das Recht sich selbst auszusuchen, wie sie sich familiäre und gewerbliche Arbeit aufteilt unter den Partnern. Es geht den Staat nichts an, wer bei uns den Müll rausbringt und wer Karriere macht.
Frau Kelle, vielen Dank für das Gespräch!
Gleichstellung hat Folgen
Zum Gleichstellungsgutachten: Neue Wege – gleiche Chancen
Die Sachverständigen bemängeln in ihrem Gutachten „Neue Wege – gleiche Chancen“ Karrierehindernisse wie: geschlechtsspezifische Berufswünsche junger Frauen, Unterbrechungen der Erwerbsbiografie wegen Geburten, Kindererziehung und Pflege, falsche Anreize durch Ehegattensplitting, Minijobs und die beitragsfreie Mitversicherung. All diese Mängel gelte es zu beheben, damit Frauen einer ununterbrochenen Vollzeitbschäftigung nachgehen können, sich ihre Karrierechancen nicht verbauen und im Alter versorgt sind. Kinder bedeuten ja heute schon kein Karrierehindernis mehr, denn der massive Ausbau von Krippen ist beschlossene Sache. Doch diese „neuen Wege“ sind gar nicht neu, sondern in Wahrheit sogar uralt. Schon Marx und Engels führten die Gesellschaft auf diesen „neuen Wegen“ ins sozialistische Chaos. Michail Gorbatschow formulierte in seinem Buch Perestroika angesichts von 40 Millionen Alkoholikern, von einem durch Gewalt, Terror und Kriminalität heimgesuchten und zerfallenen Land : „Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher – in unserer Moral, der Kultur und der Produktion – zum großen Teil durch die Lockerung familiärer Bindungen und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen“.
"Gleichstellung" – bloße Ideologie!
„Gleichstellung“ ist von vornherein der falsche Ansatz.
Tatsache ist, dass wir alle im Alter auf die nachwachsende Generation angewiesen sein werden, die die Renten für uns erwirtschaftet und uns pflegt.
Und damit sich ein Volk zahlenmäßig gleichbleibend fortpflanzt, sind im Schnitt drei Kinder pro Familie erforderlich (zwei als Nachkommen der Eltern plus eines zum Ausgleich für Kinderlose).
Doch dieses Erziehen von drei Kindern ist so viel Arbeit, dass an der arbeitsteiligen Familie (Vater verdient das Geld und Mutter erzieht die Kinder) kein Weg vorbei führt: nur diese arbeitsteilige Familie ist in der Lage, eine ausreichende Zahl von Kindern aufzuziehen, die uns später im Alter versorgen.
Allein von daher muss diese Familienform gefördert werden, damit wir im Alter versorgt sind!
Die „Gleichstellung“ dagegen ist reine Ideologie, führt zu noch weniger Kindern und damit zu nie gekannter Altersarmut sowie zum Aussterben unseres Volkes. Sarrazin formulierte es treffend: „Deutschland schafft sich ab.“
Michael Bloch, Bad Kreuznach
Frauen an die Spitze – wenn sie wollen
Dorothea Siems von WELTonline plädiert dafür, es Frauen selbst zu überlassen, ob und wie hoch sie die Karriereleiter mit oder ohne Kind erklimmen wollen. Frauen, deren Lebensentwurf an erster Stelle Familie und Kinder vorsieht, geraten immer mehr unter den gesellschaftlichen Druck, ihre Familie hintanzustellen und eiligst an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin!
Sehr geehrte Frau Bundesministerin für Familienfragen!
Frau v. d. Leyen gab 2008 der Fraunhofer-Gesellschaft den Auftrag, den IST- und SOLL- Zustand für die Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf festzustellen. Das Gleichstellungsgutachten ( GG ) vom 25. 01. 2011, erstellt von einer Sachverständigenkommission, trägt den Titel: NEUE WEGE – GLEICHE CHANCEN.
Die Kommission geht davon aus, dass Frauen in ihrer Karriere behindert werden durch Baby-und Erziehungszeiten, durch Rollenklischees, durch falsche Subventionen. Im Leitbild zum GG singen die GutachterInnen zwar das Hohe Lied von der Pluralität und vom Respekt vor der Wahl der Lebensform, beklagen aber gleichzeitig, dass vor allem Frauen, aber auch Männer „die falschen Entscheidungen“ träfen, z. B. ihre Priorität auf Familie und Kinder zu setzen.
Beklagt wird, dass junge Leute noch immer und beharrlich ihre Berufswahl geschlechtsspezifisch treffen.
Galaxien fern liegt der Kommission der Gedanke, Frauen könnten in ihrer Berufswahl und mit ihrer Lebensplanung glücklich sein. Was sie völlig ausblendet: Die meisten jungen Frauen sind klug genug zu wissen, was sie wollen: Freude an der Arbeit, interessante Themen, Umgang mit Menschen, feste Arbeitszeiten, Zeit für Beziehung, Zeit für Familie etc. Frauen wissen auch was sie nicht wollen: flexible und mobile Arbeitsplätze, Überstunden, Strapazen, Hektik, unvorhergesehene Termine, ständige Verfügbarkeit. Das sind die Kriterien, nach denen junge Frauen ihren Beruf wählen. Sie richten sich doch nicht nach Gleichstellungskriterien von Gender-Ideologen! Und sie lassen sich auch nicht ständig vorwerfen, einen Frauenberuf statt eines Männerberufs gewählt zu haben. Hier werden Frauen als dümmlich, karrierevergessen und hausbacken dargestellt. Eine solche Einschätzung widerspricht der selbst verordneten Achtung vor den Lebensentwürfen von Frauen.
Beklagt wird auch, dass das „ geschlechter-stereotyp geprägte Frauen- und Familienbild“ weibliche Erwerbseinstiege und Karrierechancen erschwerten.
Dass Frauenberufe hierzulande schlecht bezahlt sind und geringe Aufstiegschancen bieten, scheint für die Sachverständigen schicksalhaft und alternativlos zu sein. Niemand kommt auf die Idee, an dieser Stelle einmal aufzuräumen und anstelle eines Gleichstellungsgesetzes ein Gleichwertigkeitsgesetz zu planen. Statt dessen schlägt die Kommission vor, Ehegattensplitting, Teilzeit- und Minijobs und die Abgabenpraxis zum Abschuss freizugeben.
Trotz Kinderkrippen, Elterngeld, Ganztagsschulen sind nach Ansicht der Kommission immer noch viel zu wenig Frauen in den obersten Chefetagen zu finden. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Mütter lieben ihre Kinder und wollen ihnen ihre ungeteilte Zeit schenken. Schlicht: Sie sind Mutter geworden und wollen für einige Jahre ihren Kindern auch Mutter sein. Nur, für diese Binsenweisheit hat die Kommission keine Antenne. Kinder sind in ihren Augen zwar eine, für die Alterssicherung notwendige, aber lästige Beeinträchtigung für die Karriere, aber der Nachwuchs kann heute ja durchaus wegorganisiert werden. Kindliche Ansprüche auf Zärtlichkeit und Zuwendung? Ach! Das sind für die Kommission Relikte aus uralten Zeiten, wo Eltern noch Rollen übernahmen, um das Familienleben reibungsarm zu gestalten. Im GG-Deutsch heißt das „Re-Traditionalisierung der familiären Arrangements, mit der Folge, dass Frauen beruflich zurückstecken, und dabei die Möglichkeiten, eigenes Einkommen zu erzielen, einbüßen.“ Eigenes Einkommen einbüßen, das sieht die Kommission richtig, ist gegen jedes demokratische Recht, und dürfte von Rechts wegen gar nicht sein. Dazu müssten aber die Gutachter fordern, Familienfrauen ein Erziehungsgehalt zu bezahlen, und nicht nur eine Betreuungsgeld von lächerlichen 150.- Euro.
Hier darf auch einmal festgestellt werden, dass das Leitbild der Kommission sich zu 100% an erwerbstätigen Frauen und Männern orientiert und Familien mit mehreren Kindern völlig außer Acht lässt, obwohl Mütter als geniale Managerinnen jahrein jahraus full-time tätig sind. Haben diese Frauen für die Gleichstellungsfrage keinen Stellenwert? Nein, offensichtlich nicht. Das ist auch nicht verwunderlich: In der Berechnung der Sozialabgaben spielen Kinder keine merkliche Rolle. Und weil FamilienSorgeFrauen für ihre Arbeit bislang kein Gehalt bekommen, zählen sie auch nicht. Sie werden schlicht vergessen. Ihre Kinder jedoch spielen erst dann wieder eine Rolle für die Gesellschaft, wenn sie selbst erwachsen und Beitragszahler geworden sind. Schließlich müssen ja auch jene Rentner versorgt werden, die sich zeitlebens Kinderkosten erspart haben.
Außerdem fehlt im GG ein Rat der Kommission, nach dem Frauen nach der Familiensorgezeit Karrierechancen in Aussicht gestellt werden. Nach heutiger Berechnung bleiben den Frauen und Müttern dann immer noch 20 bis 30 Jahre, um Frauenkarriere zu machen. Aber die Weichen dafür müssen heute gestellt werden. Eine lohnende Aufgabe für eine Frauenministerin, der das materielle und psychische Wohlergehen von Familien und Kindern am Herzen liegen müsste.
Mit freundlichem Gruß
Bärbel Fischer
zum Gleichstellungsgutachten, 26. 01. 2011
In ihrem Gleichstellungsgutachten NEUE WEGE – GLEICHE CHANCEN geht es der Kommission ausschließlich darum, Erwerbsarbeit von Frauen und Männern gleichzustellen. Beklagt wird
1. dass Frauenarbeit schlechter bezahlt wird ( Das ist kein Schicksal. Ein entsprechendes Gesetz könnte Recht schaffen.)
2. dass auch lebenslang kinderlose Frauen schlechter bezahlt werden, nur weil sie als Frauen auch potentielle Mütter sind ( Müttern bleibt noch viel weniger im Geldbeutel.)
3. dass „falsche gesetzliche Anreize, d. h.falsche Subventionen“ ( Minijobs, Ehegattensplitting und die Mitversicherung in der Krankenkasse ) den Weg zur Chancengleichheit, d. h. zu einer ausreichenden eigenen Existenzsicherung verbauen. ( Im Klartext: Frauen sollen vollerwerbstätig sein, damit sie nicht in Altersarmut landen. Denn nach unserer Gesetzeslage erwirbt eine Mutter durch Erziehungsleistung keinen Versorgungsanspruch)
4. dass Erwerbsunterbrechungen ( z. B. durch Geburten ) und Teilzeitphasen ( z. B. wegen Kindererziehung ) „Narben“ in weiblichen Erwerbsverläufen hinterließen, die sich in verminderten Einkommens-und Karrierechancen niederschlagen. ( Narben bekommen Mütter durch unsere kalten Sozialgesetze, die den gesellschaftlichen Wert von Kindererziehung und Familienarbeit ignorieren.)
5. dass die meisten Mädchen noch immer lieber weiblich geprägte Berufe wählen, weil sie in einem traditionellen Rollenmuster gefangen seien ( Als ob junge Frauen nicht selber besser wüssten, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Sie lassen sich nicht von irgendwelchen Gender-Ideologen vorschreiben, welchen Beruf sie anstreben sollen.)
Diese „desaströsen“ Mängel gelte es zu beheben, so die Kommission.
Die desaströse Folge: Frauen werden nur noch als Erwerbstätige wahrgenommen, nicht mehr als Familienfrauen. Frauen werden gezwungen, entweder kinderlos zu bleiben oder ihr Kind frühzeitig außer Haus zu schaffen.
Mütterbonus – abgeschafft!
Wahlfreiheit – Fehlanzeige!
Kinder – entsorgt!
Diese Vorhaben sind keine neuen Wege, sondern nach feministischem und sozialistischem Muster lange vorbereitet und genau so beabsichtigt.
Dahinter steht folgende Ideologie ( Gender-Mainstreaming ):
Frauen und Männer sind gleich.
Kinder sind Verfügungsmasse.
Die Wirtschaft braucht alle Arbeitskräfte.
Nur so können die Löhne niedrig gehalten werden.
Fazit für Familien mit Kindern: BEKANNTE WEGE – KEINE CHANCE
Bärbel Fischer