"Kinder haben die Leute immer",

meinte Konrad Adenauer, als er 1957 den Plan von Wilfried Schreiber ( 1904 – 1975 ) , Gelehrter der Sozialpolitik, verwarf. Dieser sah ein Drei-Generationen-Modell für die soziale Absicherung der Bevölkerung vor: Kindheit und Jugend, Arbeitsalter, Lebensabend, also eine dynamische Rente für Kinder und Jugendliche einerseits und eine dynamische Altersrente andererseits. Nach dem Schreiber-Konzept wäre die Altersrente niedriger ausgefallen, was die Finanzierung der Kindheits- und Jugendrente ermöglicht hätte. Adenauer beschränkte sich auf die Altersrente und hielt eine Jugendrente für überflüssig. Oswald von Nell-Breuning, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, war über Jahrzehnte hinweg einer der schärfsten Kritiker der Rentenreform Adenauers, aber gleichzeitig ein Befürworter des Schreiber-Konzepts. Die Folgen des amputierten Generationenvertrags ließen nicht lange auf sich warten: kinderreiche Familien waren und sind bis heute die Verlierer. Die Rentnergeneration, vor allem die kinderlose, gewinnt auf Kosten von jungen Eltern. Nur, die Rentner selbst sind für dieses Ungleichgewicht gar nicht verantwortlich. Heute scheint eine Reform im Sinne Wilfried Schreibers nicht mehr durchsetzbar. Zu weit sind die Abgeordneten von den Erkenntnissen Schreibers entfernt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfrid_Schreiber

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