Wo bleibt eine mutterfreundliche Familienpolitik?

Zu DDR-Zeiten wurde die dortige Kinderkollektiv-Paxis von BRD-Seite heftig kritisiert. Damals glaubte man hierzulande noch an die Bedeutung einer beständigen Bezugsperson, der Mutter, die Zuwendung, Zärtlichkeit und Zuverlässigkeit vermitteln sollte, damit das Kind später einmal zu Mitmenschlichkeit und sozialer Verantwortung fähig sei. Heute will man, unter die Sache verharmlosenden Begriffen wie „Kleinkindbetreuung“, „Kinderkrippen“ und „Kindertagesstätten“ Kinderkollektive für viel Geld einführen, statt eine viel billigere mutterfreundliche Familienpolitik zu praktizieren.
Nun aber wird nicht nur ein bis dahin allgemein akzeptiertes Menschenbild aufgegeben, sondern es werden auch, unter dem Vorwand, eine bessere Bildung der Kinder erzielen zu können, langjährige Forschungen und Untersuchungen der Hirnwissenschaft und der wissenschaftlichen Pädagogik in den Wind geschlagen. Bestätigen doch die Ergebnisse dieser Wissenschaften, dass die Entwicklung des menschlichen Gehirns in den ersten drei Lebensjahren durch die, von der Mutter erfahrene Geborgenheit und vermittelte seelische Sicherheit entscheidend geprägt wird, so dass das Kind sich später auf den Schulstoff konzentrieren, diesen aufnehmen und verarbeiten kann. Ebenso heben diese Forschungen hervor, dass durch tägliche Trennung von der Mutter Ängste, Unruhe und Stress bei den Kindern entstehen, welche keine optimalen L.eistungsvoraussetzungen für später darstellen.
Obwohl alle diese Fakten in den Ministerien hinreichend bekannt sein dürften, setzt man sich stolz darüber hinweg und preist den Eltern das staatlich gelenkte Kinderkollektiv an. Warum wohl? Welchen Zielen soll der Mensch untergeordnet werden?
Hans-Josef und Ingrid Peters, Tuttlingen
Kommentar @ Peters
Bis vor Kurzem traute man sich noch nicht,  mit der sozialistischen Parole: „Frauen an die Werkbänke!“ unverhohlen die Mütter aus den Kinderzimmern in die Betriebe zu jagen. Heute jedoch lässt man ungeniert die Katze aus dem Sack. Familienpolitik, Arbeitsmarkt und Wirtschaftsverbände fordern vereint im Wirtschaftswachstumschor die so genannte „stille Reserve“ der untätigen !!! Mütter auf, sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Man droht mit Verarmung und Verlust von Rentenansprüchen (was Müttern ja auch tatsächlich droht, obwohl fürsorgliche Politik dieses verhindern könnte, wenn sie Art. 6 GG ernst nähme!). Kurz: die Wirtschaft braucht billige Arbeitskräfte. Je mehr Bewerber  auf dem Markt sind, desto leichter lassen sich die Löhne drücken. Eines der Ziele heißt also: Gewinnmaximierung. Man verspricht den Müttern nicht etwa höheren Lohn dafür, dass sie Erwerbs-und Familienarbeit vereinbaren müssen. Nein, Frauen werden wie Sklaven ausgebeutet. Um das Wohl der Kinder geht es schon überhaupt nicht. Kinder sind ein Störfaktor im Arbeitsprozess. Sie müssen daher in Tagesstätten  „entsorgt“ werden.

Ein zweites Ziel ist die Schaffung eines „Neuen Gendermenschen“, der sich geschlechtsneutral, staatsgläubig und unkritisch in alles fügt, was von oben angeordnet wird (s. 40 Jahre  DDR). Familie ist sozusagen der Feind dieser Ideologie, daher muss ihr Einfluss weitestgehend beschränkt werden.

Es wäre also naiv zu glauben, Familienpolitik heute sei eine Politik für Eltern und Kinder. Nein! Seit Renate Schmidt und Ursula von der Leyen sind diese Zeiten endgültig vorbei! Wer sich schlau machen möchte über familiengerechte Politik klicke auf: 
http://www.ödp.de/programm/themen/familie-jugend-soziales/
Bärbel Fischer

Zur Serie der Schwäbischen Zeitung: Beruf & Familie

In der Schwäbischen Zeitung erscheint derzeit eine vierteilige Serie zum Thema: „Beruf & Familie“. Hier geht es darum, wie freie Arbeitsplätze mit  Frauen-/ Mütterarbeit besetzt werden können, falls die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Die Frage ist, wie Familien umstrukturiert werden müssen, damit sie in den Rahmen wirtschaftlicher Interessen passen. Laut schreit ja der  Chor der Wirtschaftsverbände zugunsten  staatlich-kollektiver Kinderbetreuung.
Dabei verliert die Wirtschaft völlig aus den Augen, dass auch in 20 Jahren kompetente, belastbare und kreative junge Arbeitskräfte gebraucht werden, die den Ansprüchen der Arbeitswelt von morgen genügen müssen. Dass die vorzeitige Trennung von der leiblichen Mutter als ein  schweres Trauma erlebt wird, und daher große Risiken bezüglich der Selbstwertentwicklung, der psychischen Stabilität, der Kreativität und des Intellekts für das Kind birgt, ist vonseiten neuro-biologischer Hirnforschung mittlerweile eindeutig belegt. Die kurzsichtige Wirtschaft gibt jedoch ihrer eigenen Ressource nicht einmal die Mindestzeit von drei Jahren, eine gesunde Entwicklung zugunsten einer personalen Bindung zu durchlaufen. Man könnte vonseiten der Wirtschaft ebenso gut verlangen, dass eine Schwangerschaft künftig nur 30 Wochen, statt 40 zu dauern habe. Die Schäden für eine gesunde Entwicklung wären vergleichbar. Fehler, die wir heute machen, wirken morgen.

 

Die Wirtschaft hat sich auf die Arbeitskraft von jungen Frauen eingeschossen. Nicht im Traum denkt sie daran, langfristig die Defizite bei männlichen Schülern und Studenten beseitigen zu wollen. Die lässt man einfach links liegen. Ebenso werden ältere, erfahrene Arbeitskräfte entsorgt. Sie sind teurer als junge.Nein, Frauen müssen her, egal ob sie für kleine Kinder zu sorgen haben oder nicht.  Diese sind bereits ausgebildet und sofort zu günstigen Konditionen greifbar. Also sollen die Medien im Tross von Frau Allmendinger der Wirtschaft gefälligst den Steigbügel halten und entsprechende Beiträge abliefern. Kein Wort davon, dass es auch heute noch Eltern gibt, die aus Verantwortung für ihre Kinder den Erwerbsberuf  für einige Jahre auf Eis legen, damit ihre Kinder die notwendige Präsenz und Begleitung ihrer Eltern erfahren dürfen.Freilich, Politik, Wirtschaft und Medien können, wie bisher, alle die längst bekannten Risiken  verschweigen oder ignorieren. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass heute  mit vereinten Kräften am Ast der Wirtschaft von morgen gesägt wird. Denn auch in 20 Jahren wird die Wirtschaft auf die Kompetenzen der jungen Menschen angewiesen sein. Wir brauchen nur einmal die Wirtschaftsleistung der Ost- und der Südwestländer zu vergleichen. Wo im Süden vor 30 Jahren Kinder zuhause individuell betreut und gefördert wurden leisten die jungen Leute heute weitaus mehr als die im Osten. Auch das wird verschwiegen.Kurz zusammengefasst: Eine Wirtschaft, die zu kurzsichtig ist, um ihrem Nachwuchs die nötige Zeit zu gesunder Entwicklung zu gönnen, verdient es nicht, von den Medien gestützt zu werden.

Bärbel Fischer

Kommentar zur Unicef-Studie

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer Unicef – Untersuchung zur Selbsteinschätzung deutscher Kinder zu ihrer Situation lautet eines der Ergebnisse:  „Für die Selbstachtung und das Selbstvertrauen der Kinder ist es von zentraler Bedeutung, dass ihre Eltern den Lebensunterhalt selbst bestreiten können.“

Diesen Aspekt möchte ich hinterfragen. Richtig ist: Kinder und ihre Eltern wünschen sich  eine autarke Familie. Dass aber Familien  gar nicht autark werden können, ist unseren Adenauer´schen Sozialgesetzen von 1957 zu verdanken, die zwar den alternden Menschen mit und ohne Nachwuchs über die Umlage alimentieren, nicht aber den heranwachsenden Menschen. Dies führt dazu, dass den Eltern die Hauptlast an Kinderkosten bleibt, wobei ihnen obendrein gleich hohe Sozialabgaben abverlangt werden wie kinderlosen Arbeitnehmern. Mithin zahlen Eltern mehr als den doppelten Beitrag ins Sozialsystem. Anstatt dass Kinderlose ab 40 ihr Alter privat absichern, lassen sie sich von denen verhalten, die bereits den Nachwuchs „gestemmt“ haben. Wenn man also den Familien die Butter vom Brot nimmt und denen aufs Brot schmiert, die für den Nachwuchs nichts geleistet haben, dann darf man sich nicht darüber beklagen, dass Eltern und Kinder irgendwann vom Sozialtopf abhängig werden. 

Noch ein Einwand: Die große Mehrheit der Eltern will ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Niedriglöhner suchen sich noch eine zweite und dritte Arbeitsstelle, Mütter gehen auf eine Putzstelle, nur um ihren Kindern Teilhabe zu ermöglichen. Die Frage ist nur: kann der Lebensunterhalt einer Familie nur mit Erwerbsarbeit bestritten werden? Woher nehmen Staat und Politik das Recht zu bestimmen, dass Familienarbeit wertlos zu sein hat?   Zwei, drei und mehr Kinder groß zu  ziehen bedeutet einen hohen Vorschuss, den Familien für die Gesellschaft leisten, der ihnen aber nicht zurückerstattet wird. Würde Familienarbeit entsprechend bewertet  und bezahlt, würden die meisten Familien vor dem Prekariat bewahrt. 

Doch unsere Politik missachtet die vitalen Ansprüche von Familien und treibt sie so in Abhängigkeit. Es ist ihr mittlerweile auch egal, wenn junge Leute sich gegen Nachwuchs entscheiden. Man findet sich mit dem so genannten „demographischen Wandel“ ab. Wer die Alterslasten der kommenden Jahre tragen soll, das weiß sie bis heute nicht. Kopf in den Sand! Nach uns die Sintflut! 

Sehr geehrter Herr Bertram, Untersuchungen sind gut und sinnvoll, wenn politisch die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. Da fehlt es in Deutschland leider am politischen Willen und an einer langfristigen Perspektive über die nächste Wahl hinaus.

In der öffentlichen Diskussion um benachteiligte Kinder wird bislang häufig argumentiert, Kindergärten und Schule müssten das „Versagen der Eltern“ kompensieren. Diese Einrichtungen müssen alles tun, um benachteiligte Kinder besser zu unterstützen. Doch keine Institution kann die besondere Rolle der Eltern ersetzen.“

Mit diesem Satz bekennen Sie sich dazu, dass frühkindliche Bindung an eine familiäre Pflegeperson von ausschlaggebender Bedeutung für eine selbstbewusste und kreative Entwicklung ist. Unter den oben beschriebenen Verhältnissen haben aber viele Mütter heute keine Wahl mehr, ihren Kindern die notwendige und fördernde Zeit und Präsenz zu schenken – ein Teufelskreis!

Bärbel Fischer

Lust auf Harakiri? Die SPD macht´s möglich!

 

Laut Parteitagsbeschluss will die SPD u. a. das Ehegattensplitting ersatzlos streichen. Dieses Vorhaben schmückt sie mit dem gewinnendenTitel: Familienland Deutschland! Was dahinter steckt, verrät eine einfache Rechnung.


Auf die Frage: „Wie hoch ist der Betrag, den ein Arbeitnehmer mit drei Kindern nach der Streichung des Ehegattensplittings zusätzlich an Steuern aufbringen muss, wenn er mtl. 3000 Euro brutto verdient und die Frau nicht erwerbstätig ist?“
hier die Antwort:
Nach dem Wegfall des Ehegattensplittings wird der Vater / die Mutter von Kindern wie ein Single besteuert. Zum Vergleich:
Mit Splitting:  
Jahresbruttoeinkommen ca. 35 000 Euro  
Lohnsteuern: 4 108 Euro 
Soli : 225
Summe jährlich:  4 333 Euro 
Summe monatlich: 361 Euro
Ohne Splitting:
Jahresbruttoeinkommen ca. 35 000 Euro
Lohnsteuern: 7 293 Euro
Soli: 400 Euro
Summe jährlich:  7 693 Euro
Summe monatlich: 641 Euro
Differenz jährlich:  3 360 Euro
Differenz monatlich: 280 Euro

Die Streichung des Ehegattensplittings bewirkt quasi eine Verdopplung der steuerlichen Belastung für alle, die bereit sind, unter Verzicht auf ein Einkommen, Kinder groß zu ziehen oder die alten Eltern zu pflegen und in der Familie präsent zu sein.


Die Mehrbelastung ohne Splitting steigt mit höherem Einkommen enorm an und trifft daher vor allem Familien mit einem Gutverdiener, bei dem es sich die Frau bisher „leisten“ konnte, nicht berufstätig zu sein und mehrere Kinder zu erziehen. Auch hier ein Zahlenbeispiel: bei einem Bruttojahreseinkommen von 50.000 Euro (z. B. ein Gymnasiallehrer) steigt die monatliche Steuerbelastung um über 800 (in Worten: achthundert) Euro an. 
Gerade die Mehrkindfamilie aus der gehobenen Mittelschicht bringt doch den gut erzogenen und sozial intakten Nachwuchs hervor und ist daher schon aus demografischen Gründen unverzichtbar.

Das eigentlich Bösartige ist, dass gezielt nur die Ehepaare zur Kasse gebeten werden sollen, bei denen ein Partner nicht oder geringfügig berufstätig ist. Für die ganzen kinderlosen Doppelverdiener mit ähnlichen Einkommen (2 Ärzte, 2 Anwälte, 2 Lehrer…) ändert sich hingegen nichts. Dabei müssten speziell diese Gruppen stärker zur Kasse gebeten werden, wenn der Staat Geld braucht, denn die könnten es sich leisten. Aber nein, sie werden verschont, weil ihr Lebensmodell das „moderne“ ist.


Im Rentenkonzept von Wilfried Schreiber aus dem Jahr 1955 war übrigens vorgesehen, dass speziell Kinderlose und Doppelverdiener über eine sog. „Kinderrente“ an der Finanzierung von Familien mit Kindern beteiligt werden, um den demografischen Niedergang zu vermeiden. Schreiber hatte noch Vernunft und Weitblick – heute dagegen regiert nur blanke Ideologie, die unser Land in den Untergang treibt.
Was lernen wir? Die SPD setzt auf Singles. Eheleute passen nicht in ihr sozialistisches Weltbild, erst recht keine Ehepaare mit mehreren Kindern aus der Mittelschicht. Denn die sollen nach SPD-Geschmack am meisten bluten. Zweck der Übung: Mütter raus aus den Kinderzimmern und rein in den Betrieb! 
Was lernen wir noch? SPD zu wählen ist Harakiri.


Unterschrift


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Dieser Beitrag eignet sich ebenfalls für eine E-Mail an die SPD-Vorstände Steinbrück, Gabriel, Nahles, Steinmeier. Kontakt über 

Fragwürdiges KITA-Ranking

zu: Bei der Kleinkindbetreuung klaffen die Angebote  auseinander
hier: Heidelberg ist manch ländlicher Gemeinde um Jahre voraus
Schwäbische Zeitung: WIR  IM  SÜDEN, 07. 12. 2011
Veröffentlichung abgelehnt
Heidelberg gilt der Schwäbischen Zeitung offenbar als Vorzeigekommune wegen ihres üppigen Angebots an Krippenplätzen. Das lässt vermuten, dass ein Großteil von Heidelbergs Müttern in Arbeitsverhältnissen steht, was  zumindest Wirtschaft und Arbeitsmarkt erfreut. Ob das allerdings die außer Haus untergebrachten Kinder freut, ist eine andere Frage. Aus deren Perspektive gälten vermutlich die Kommunen Waldshut, Göppingen, Schwäbisch Hall und Biberach als Favoriten, denn hier dürfen die Krabbelkinder zum größten Teil noch von ihrer Mama persönlich umsorgt und gefördert werden. Noch sind die  Kinder zu klein, um dies als ein kostbares Geschenk zu schätzen, das leider viele Eltern heute wegen zu geringer Einkünfte ihrem Nachwuchs nicht mehr machen können. Insofern ist es alles andere als ein Gütezeichen, wenn Kommunen wie Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg oder Freiburg Kitaplätze für rund 30% der Kinder vorhalten (müssen). Vielmehr weist dieser Umstand darauf hin, dass es um das Auskommen der Familien in großen Städten schlecht bestellt ist. Ist Heidelberg den ländlichen Gemeinden wirklich „um Jahre voraus“, oder  ist es nicht eher umgekehrt?
Bärbel Fischer
Leutkirch – Stadt

Falsche Signale?

 

Sehr geehrter Herr Sommer,
in mehreren Talk-Sendungen konnte ich Sie als einen Mann erleben, der sich für die vernachlässigte Bevölkerungsschicht einsetzt. Zu dieser Schicht müssen wir 2011 leider auch Familien zählen, die unter großen finanziellen Opfern mehrere Kinder groß ziehen. Sie wissen selbst, dass Familien trotz ihrer Erziehungsleistung gleich hohe Sozialabgaben zu leisten haben wie Kinderlose, egal wie viele Mäuler von einem Lohn zu stopfen sind. Sie wissen auch, dass sich solche Familien immer mehr der Armutsgrenze nähern.
Paradoxerweise übernehmen Sie  als Gewerkschaftsführer jedoch 1:1 die Ansicht der Arbeitgeber ( hier Präsident Hundt ) und behaupten, das Betreuungsgeld (von lächerlichen 125 Euro) für Hausmütter ( dieses Wort traut man sich heute ja kaum mehr  zu verwenden) sei „ein Signal in die falsche Richtung.“ 
Ich frage Sie: Was ist denn das richtige Signal? Offenbar ein Familienleben ohne elterliche Präsenz, ohne elterliches Vorbild, ohne Nestwärme, ohne Stabilität. Ist das abendliche Zusammentreffen von erschöpften Eltern und müden  Kindern das, was Sie sich unter der „richtigen Richtung“ vorstellen? Wo bleiben Gespräch, gegenseitige Anteilnahme, der Familientisch, die Zugehörigkeit? 
Und was ist das falsche Signal? In Ihren Augen doch wohl Eltern, die ihren Kindern die nötige Präsenz bieten, die ihren Kindern den täglichen Trennungsstress ersparen wollen, die einer liebevoll zubereiteten Mahlzeit und dem gemeinsamen Essen den Vorzug vor der Kantinenabspeisung geben, die zuhören, trösten und raten zur rechten Zeit, nicht erst Stunden später.
Werter Herr Sommer, ich weiß, ich weiß, für Sie sind Vollbeschäftigung, Prosperität, Wirtschaftswachstum die  Maxime Ihres Handelns. Trotzdem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die heutigen Kinder die Arbeitnehmer von morgen sind. Sollten Sie sich vielleicht doch einmal bei den Humanwissenschaften darüber informieren, welch verheerende Wirkung zu frühe Fremdbetreuung auf Kinder hat, dann würden Sie vielleicht Mütter heute ermuntern, sich wenigstens die ersten drei Jahre voll und ganz ihren Kindern zu widmen. Vielleicht würden Sie sogar das Betreuungsgeld auf Höhe der staatlichen Krippensubventionierung (ca. 1000 Euro) hieven wollen. Denn es kommt tatsächlich auf die Basiskompetenz an, die sich Kinder im Elternhaus durch eine individuelle und  personale Betreuung erwerben: Interesse, Kreativität, Ausdauer, Begeisterung, Eifer und Disziplin. Kollektive Betreuung kann niemals den emotionalen Nährboden einer Eltern-Kind-Bindung schaffen. 
Jedes Tierkind im Zoo hat das Recht auf seine Mutter bis zur natürlichen Ablösung. Warum nicht jedes Menschenkind? Warum verweigern Politik und Arbeitsmarkt unseren Kindern ihren Anspruch auf mütterliche Geborgenheit bis zur natürlichen Ablösung, obwohl Artikel 6 unseres Grundgesetzes dieses Recht ausdrücklich feststellt? Setzen wir unsere Prioritäten auf materiellen Gewinn oder auf das Kindeswohl, auf wirtschaftliches oder auf humanes Wachstum, auf Versorgung unserer Kinder oder auf deren Entsorgung? 
Lassen Sie mich schließen mit einer Menschenweisheit: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“
Damit grüße ich Sie sehr freundlich im Auftrag der 
ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LANDKREIS RAVENSBURG 
Bärbel Fischer

Jetzt mitreden

Sollen Kleinkinder in Krippen betreut werden – oder besser von Eltern?

Schön, dass in der Schwäbischen Zeitung endlich die lang ersehnte Frage nach dem Kindeswohl und den Folgen der Fremdbetreuung für Kleinkinder gestellt wird. 
Die Debatte dreht sich ja leider fast ausschließlich um den Fachkräftemangel und darum, wie die Mütter ihre Kinder unterbringen. Die Arbeitswelt gehört so gestaltet, dass junge Fachkräfte nachwachsen und nicht wegen der schlechten Bedingungen scharenweise auswandern. Anstatt ältere, erfahrene Fachkräfte weiter zu beschäftigen, lechzt der Markt nach billiger Frauenarbeit. Das hat zur Folge, dass die Löhne niedrig gehalten werden können.  Auf Kosten von Familien erwirtschaften Staat und Wirtschaft horrende Gewinne.
Anstatt diese Zustände zu beseitigen, beseitigt man die Kinder, möglichst früh, möglichst ganztags, möglichst mehrjährig. Wie es den Kindern dabei geht, fragt niemand. Doch es wäre ein Leichtes, auf die Verträglichkeitsfrage Antworten von der Hirn- und Bindungsforschung, der Verhaltensforschung oder der Psychologie zu bekommen – wenn man sich dieser Frage nur stellen wollte. 
Hier nur so viel:
Regelmäßige stundenlange Trennungen von den primären Bezugspersonen erzeugen chronischen Stress und wirken durch veränderte Cortisol-Tagesprofile hemmend auf die in dieser Phase intensiv ablaufende Hirnentwicklung (vor allem rechte Hemisphäre) ein. Als Folge büßt die Gefühls- und Emotionsregulation an Positivität, „Pufferwirkung“ und Flexibilität ein. 
Die betroffenen Kinder (basierend auf ihren genetisch angelegten Persönlichkeitsprofilen) werden aggressiver, rastloser, unkonzentrierter, ungeduldiger, desorganisierter und zuweilen auch prinzipienstarrer. Das ist inzwischen bis zum Alter von 15 Jahren belegt, weswegen Entwicklungspsychologen von einer lebenslangen Wesensveränderung ausgehen. Diese Auswirkungen betreffen nachweisbar bis zu 90% aller Kinder in Krippen

Sind das die Arbeitnehmer, die wir uns für die Zukunft wünschen?  (Der Prozess ist schon im Gange, das ist der Grund für die steigenden Burnout- und Depressionsfallzahlen).

Die genannten Zusammenhänge werden aus fragwürdigen Gründen (Wirtschaftsinteressen vor Steuergerechtigkeit für Familien, Feminismus vor Kindeswohl) ignoriert und schlimmer: geleugnet.


Bärbel Fischer

Protest muss lautstark aus den Rathäusern kommen

Die Grunderwerbssteuer wird in Baden Württemberg um 1,5 % auf dann 5% angehoben. Die Mehreinnahmen sollen in die Kleinkindbetreuung fließen. Der richtige Weg? Die Bürgermeister von Amtzell und Kißlegg bezweifeln das.

zu: „Gemeinden sind skeptisch“, Schwäbische Zeitung, GEMEINDEN 29. 10. 2011

Die Bautätigkeit im Ländle blüht sichtbar. Da landet die grün-rote Landesregierung einen Coup, die Erhöhung der Grunderwerbssteuer von 3,5% auf 5% . Sie verspricht sich bis zu 375 Millionen Euro Mehreinnahmen zur Finanzierung des Krippenausbaus. Bauherren ohne Kinder können diese Mehrkosten ja noch stemmen. Aber Eltern, die durch den Unterhalt ihrer Kinder bereits am finanziellen Limit sind, müssen sich ihr Eigenheim wohl endgültig abschminken. Die Belastung durch Kredite wüchse der Familie über den Kopf. Also bleibt sie weiterhin in der engen Mietwohnung. Paare lassen von ihrem Kinderwunsch ab, weil ein Eigenheim nun unerschwinglich wird. Erfreulicherweise sehen das die Bürgermeister Moll und Krattenmacher ganz realistisch.


Dabei ließe sich eine Lösung finden, die dem Prädikat „Kinderland Baden-Württemberg“ gerecht wird. Die Grunderwerbssteuer sollte nämlich „abgekindert“ werden können. Beispiel: Bauherren ohne Kinder zahlen 6%, mit dem ersten und jedem weiteren Kind vermindert sich die Steuerlast um 20%, sodass Familien mit 5 Kindern ganz von der Grunderwerbssteuer befreit wären. Schließlich hat der Staat von 5 Kindern später auch den 5-fachen Nutzen. Angesichts der vielen Bauherren ohne Nachwuchs bliebe diese Lösung kostenneutral. Auch wäre kein besonders schwieriger bürokratischer Aufwand nötig, und das Land hätte für mehr Familiengerechtigkeit gesorgt.


Der Protest gegen familienfeindliche Beschlüsse der Landesregierung muss aus den Rathäusern kommen, und zwar lautstark und massiv!


Bärbel Fischer

Eltern brauchen mehr Zeit – na so was!

Der achte Familienbericht der Bundesregierung kommt zu einem höchst „erstaunlichen“ Ergebnis: Eltern wünschen sich mehr Zeit für die Familie. Ach, wer hätte das gedacht?! Frau Schröder leitet zudem daraus ab, auf Geld legten Familien weniger Wert. In den Ohren von Vätern und Müttern klingt solche Rede wie Hohn. Als ob nicht eines vom anderen abhinge! War es nicht gerade die Strategie einer Frau v.d. Leyen, durch Streichungen bei der Kindergelddauer, dem Wegfall der Eigenheimzulage und dem Ersatz des Erziehungsgeldes durch das fragwürdige Elterngeld, das Budget von Familien derart zu verknappen, dass Müttern heute gar nichts anderes übrig bleibt, als dazu zu verdienen? Wer weniger Geld hat, hat folglich auch weniger Zeit für seine Kinder. Umgekehrt: würden Familien pro Kind 1000 Euro ( wie die staatliche Krippenförderung ) in die Haushaltskasse bekommen, dann hätten Mütter /Väter Zeit genug für ihre Kinder. Auch die ministerialen Tricksereien mit flexibleren Arbeitszeiten ändern an der Dauer der Abwesenheit der Eltern nichts.

Doch um das Wohl von Kindern und Eltern geht es schon längst nicht mehr. Unsere Politik setzt andere Prioritäten. Die massenhaften, aus Steuergeldern finanzierten Krippenplätze ermöglichen der Wirtschaft, immer mehr Frauen und junge Leute zu Dumpinglöhnen zu beschäftigen. So kommt man der Niedriglohngesellschaft rapide näher. Krippenausbau ist somit das ideale Werkzeug, um dieses Planziel zu erreichen. Riecht das nicht verdächtig nach Sozialismus und DDR?

Bärbel Fischer

zu: Krippe: Kindergarten öffnet die Türen, Schwäbische Zeitung 19. 10. 2011

Der Tag der Offenen Tür der neu eingerichteten Kinderkrippe im Kindergarten St. Maria, Isny, steht bevor, und die freundlichen neuen Räume können demnächst besichtigt werden. Die interessierten Besucher werden sich aber fragen: Kann es wirklich sein, dass für zehn Kinder zwischen einem und drei Jahren nur zwei Erzieherinnen vorgesehen sind?

Der offizielle, europaweit geltende, und von Kinderärzten geforderte Betreuungsschlüssel sieht vor, dass eine Betreuerin höchstens für 2 Babys unter einem Jahr eingesetzt werden darf (Zwillingsbetreuung). Für Ein- bis Zweijährige sollten es maximal drei, für Zwei- bis Dreijährige maximal vier Kinder je Betreuerin sein. Demnach müssten in Isny wenigstens drei oder vier Betreuerinnen angestellt werden. Und was ist, wenn eine der beiden Erzieherinnen erkrankt, auf Fortbildung oder im Elterngespräch ist? Allein zehn Kindern die Windeln zu wechseln bedeutet einen täglichen Zeitaufwand von mindestens einer Stunde, in welcher die andere Kraft zehn schreiende Kleinkinder allein zu versorgen hat. Eine unzumutbare psychische Stressbelastung für Kinder und Erzieherin. Bleibt also die Frage: Wollen wir unsere Kinder wirklich einer solchen Belastung aussetzen? Leider kommt für viele Mütter aus finanziellen Erwägungen gar keine andere Lösung in Frage. Sie dürfen also nur zwischen zwei Übeln wählen. Und das macht Mütter fertig.

Nun sieht jeder ein: Kommunen wie Kirchengemeinden sind mit zusätzlichen Stellen weit überfordert. Sie können einfach nicht mehr Stellen bezahlen. Hier gehört eine politische Lösung her. Und die muss von den Rathäusern eingefordert werden.
Bärbel Fischer