Geiz ist geil!

Deutschland, das reichste Euroland geizt bei Bildung und Erziehung. Kein Geld! – so jammern Länder und Kommunen. Wo ist es denn geblieben, das Geld für Schulen, Hochschulen, Unis, Kindergärten? Ach ja, die Banken mussten doch gerettet werden! Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros, weist in der ZEIT-Reihe "Das demographische Experiment" auf die gesellschaftspolitischen Fehlentscheidungen und Winkelzüge hin, die alle darauf hinauslaufen: Bei der Bildung nur Masse statt Klasse!

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2010-11/demografie-investition-kinder?page=2

"Was schert uns die Basis?!"

Frau Birgit Kelle, Vorsitzende der europäischen Frauenvereinigung „Frau 2000 plus“ stellte – schon 2006 – an die Bundeskanzlerin Angela Merkel direkt die entscheidende Frage, warum staatlicherseits Erziehungsleistung und Wertevermittlung von Müttern in der eigenen Familie unberücksichtigt bleiben, die familien-ferne Erziehung aber von Seiten des Staates gewünscht und daher über die Krippenfinanzierung hoch subventioniert wird. Trotz viel Applaus ist die Meinung der Basis offensichtlich nicht ausschlaggebend für den Kurs der Parteispitze.

Auch vier Jahre später gilt das Gesagte nach wie vor uns ist aktueller denn je, sieht man sich die Debatten zu Kitapflicht, Frauenquoten und „Herdprämien“ an.
Frage: Wollen wir diese Partei tatsächlich wieder wählen oder müssen wir Prioritäten setzen und unser Kreuz endlich einer familienfreundlichen Partei geben?

Tipp

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
sollte Ihnen in diesen dunklen Tagen der Lesestoff einmal ausgehen, so empfehlen wir Ihnen, in der Rubrik STUDIEN zu stöbern. Hier finden Sie zum Thema Familiengerechtigkeit ausführliche Analysen, die der Sache auf den Grund gehen. Die professionellen Autoren sind allesamt höchst sachverständig. Bitte empfehlen Sie unsere web-Seite weiter!
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Fischer

Die Guten ziehen wieder den Kürzeren

Frau Birgit Kelle, Vorsitzende der Europäischen Frauenvereinigung Frau 2000 plus, äußert sich zu den Forderungen aus den Reihen der Grünen und der SPD nach den Pisa-Ergebnissen jetzt verpflichtend die Ganztagsschule einzuführen.

 


Kaum dass die neue Pisa-Studie erschienen, melden sich sofort reflexartig die üblichen Bedenkenträger mit den immer gleichen vermeintlichen Lösungen: Mehr Staat. Mehr Ganztagsschule. Und natürlich verpflichtend für Alle.

Als ob es tatsächlich etwas bringt, wenn die Kinder fortan noch mehr Stunden in der Schule sitzen. Denn machen wir uns nichts vor: Betreuung in der Schule ist ja nicht gleich Bildung. Ich kenne zahlreiche Kinder, die erst Hausaufgaben machen, wenn sie dann um 16.30 Uhr aus der OGS nach Hause kommen. Denn dort ist es ihnen zu laut, sie können sich nicht konzentrieren. Der Tag endet für diese Kinder sehr spät, sie haben keine Zeit für Verabredungen und die Schularbeiten sind erst vor dem Abendessen fertig. Das ist also die Lösung? Niemand traut sich offenbar mal zu benennen, wo genau die Unterschiede liegen, wenn manche Kinder sich gut entwickeln und  andere schlechter.

Dabei ist es ganz einfach, denn ein paar Studien gibt es ja schon. Bescheinigt auch von der OECD, die im Ergebnis jährlich immer wieder neu bemängelt, dass in keinem anderen Land die soziale Herkunft derart entscheidend ist für den Erfolg von Schülern und Studenten wie in Deutschland. Und wenn man sich dann ansieht, wer denn die guten Schüler sind, dann sind es eben diejenigen, die von zu Hause am meisten Unterstützung bekommen. Und damit meine ich nicht Geld. Sondern Leistungswillen. Lernbereitschaft. Gewissenhaftigkeit. Anstrengung. Auch Analphabeten können Akademiker großziehen. Es ist eine Frage der Einstellung zu Bildung und Leistung und meistens nicht eine Frage des Geldbeutels. Das vermittelt keine Schule. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Das ist Sache der Eltern.

Und was ist also die Reaktion der Politik? Alle Schüler sollen mehr dem Einfluss des Elternhauses entzogen werden, damit sich der Staat in den Schulen mehr um alle kümmert. Hallo? Das mag für diejenigen funktionieren, die zu Hause keine Unterstützung bekommen. Aber im Umkehrschluss bedeutet es auch: Alle diejenigen, die bislang sehr gut sind, werden zwangsläufig herunter gestuft. Denn der Weg, der für sie bislang erfolgreich war, soll ihnen de facto durch flächendeckende Ganztagsschulen genommen und dem niedrigeren Niveau der anderen angeglichen werden. Wieder mal ein Gießkannenprinzip. Individuelle Förderung bleibt da eine leere Hülse. Übrigens auch eine inzwischen erschreckend normale Reaktion in unserem Land. Wenn das Leistungsniveau sinkt, werden die Ansprüche eben nach unten korrigiert. Damit wird jeder Leistungswille im Keim erstickt. Wir beschäftigen uns nicht mehr damit, wie die Guten vorankommen, sondern wie wir es den weniger Guten möglichst nicht so schwer machen. Und sie sollen um Himmels willen nicht merken, dass sie gerade den Anschluss verpassen. Sitzenbleiben abschaffen. Noten abschaffen. Leistungsniveau senken, Kopfnoten wieder abschaffen, wie es gerade in NRW passiert. Einheitsschule einführen. Schule als fröhliches Happening mit Wohlfühlgarantie. Phrasenhaft erscheinen da Politiker-Statements wie „Wir wollen kein Kind auf der Strecke lassen“. Ja sicher, aber müssen denn alle im gleichen Zug sitzen? Oder darf es für einige auch der ICE sein?

Birgit Kelle

 

Deutschland stirbt aus

Einen kritischen Blick auf die ineffektive deutsche Familienpolitik angesichts rückläufiger Geburtenzahlen wirft FAZ.NET und stellt einen Mangel an Mut zum Kind fest. “ Immer mehr Politik, immer weniger Kinder“ und „Männer als Problem“ resümiert der Autor Jan Grossarth. Auch er verkennt das eigentliche Problem für den Kinderschwund, nämlich das Umlageverfahren, das seit 1956 für die Rentenpolitik maßgeblich Kinderlose bevorzugt und Eltern bestraft.

Die im Dunkeln sieht man nicht

Familien mit selbst erziehenden Eltern werden von unserer Familienpolitik nach wie vor übergangen. Sie werden schlicht nicht mehr wahrgenommen. Stefan Fuchs zeigt auf, dass für unsere Regierung weiterhin das Doppelkarrierepaar im Focus bleibt und entsprechend hoch subventioniert wird.

http://www.freiewelt.net/blog-2571/kein-weg-aus-dem-familienpolitischen-dunkel.html

Vom Leben mit der Nachwuchslücke

Der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, bezweifelt, dass der Geburtenrückgang zur Vollbeschäftigung führt. Denn wenn die Gesellschaft kleiner und älter wird, wird auch das Wirtschaftswachstum dauerhaft sinken.

Deutschland sieht ganz schön alt aus!

Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Nr.429 vom 22.11.2010

Demografischer Wandel führt zu 50% mehr Pflegebedürftigen im Jahr 2030

Wie Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, kann durch den absehbaren demografischen Wandel in Deutschland die Zahl der Pflege bedürftigen von 2,2 Millionen im Jahr 2007 auf 2,9 Millionen im Jahr 2020 und etwa 3,4 Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Die Zunahme bis zum Jahr 2020 dürfte somit 29% und bis 2030 rund 50% betragen. In einer langfristigen Betrachtung bis zum Jahr 2050 ergibt sich eine Verdopplung der Zahl der Pflegebedürftigen auf dann 4,5 Millionen. Ursache für diese Zunahme ist die steigende Zahl älterer Menschen. Nach den Ergebnissen der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung wird die Zahl der 80-Jährigen und Älteren bis 2030 von 4,1 Millionen (2009) auf voraussichtlich 6,4 Millionen ansteigen. 2050 könnte diese Altersgruppe 10,2 Millionen Personen umfassen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in diesem Alter würde dabei von 1,2 Millionen auf rund 2,2 Millionen im Jahr 2030 zunehmen (2050: 3,5 Millionen). Die veränderte Altersstruktur dürfte bei insgesamt sinkender Bevölkerungszahl zukünftig auch zu einem deutlich höheren Anteil älterer Pflegebedürftiger führen: Während im Jahr 2007 etwa 54% der gesamten Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter waren, können es im Jahr 2030 rund 65% und 2050 etwa 78% sein. In der hier zugrundeliegenden Basisvariante der Modellrechnung ist unterstellt, dass die altersspezifischen Pflegequoten in der Zukunft identisch mit denen von heute sind. Geht man hingegen davon aus, dass sich das Pflegerisiko entsprechend der steigenden Lebenserwartung in ein höheres Alter verschiebt, würde die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen in diesem Modell etwas weniger stark auf 3,0 Millionen im Jahr 2030 ansteigen (2050: 3,8 Millionen). Die modellmäßig berechneten Ergebnisse sind keine Prognosen, sondern zeigen lediglich, welche Folgen sich allein durch die demografische Entwicklung für die Zahl an Pflegebedürftigen ergeben können. Grundlagen dieser Modellrechnungen sind aus der gegenwärtigen Situation und den bestehenden institutionellen Rahmenbedingungen abgeleitete Annahmen zur Pflegebedürftigkeit nach Alter und Geschlecht sowie die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung nach der Variante zur Untergrenze der „mittleren“ Bevölkerung. Weitere Ergebnisse – bis zum Jahr 2030 auch nach Bundesländern – können der Veröffentlichung „Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 2: Auswirkungen auf Krankenhausbehandlungen und Pflegebedürftige im Bund und in den Ländern“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder entnommen werden. Die Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung sind ebenfalls verfügbar. Weitere Auskünfte gibt: Zweigstelle Bonn, Heiko Pfaff, Telefon: +49 611 75 8106,

Abfuhr!

Wer noch gehofft hatte, die Bundesregierung würde die soziale Notlage zur Kenntnis nehmen, in die Familien immer weiter gedrängt werden, wer noch geglaubt hatte, unser Sozialsystem ließe sich so reformieren, dass die skandalöse Ungleichbehandlung von Familien beseitigt wird, der sieht sich jetzt eines Schlimmeren belehrt. Familienministerin Dr. Kristina Schröder schenkt klaren Wein ein. Die Wähler wissen nun, woran sie sind.

http://www.abgeordneten-check.de/antworten/view/47/277.html