am Dienstag, 09. April 2013
Einladung
am Dienstag, 09. April 2013
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Vielleicht lag es am streitbaren Sozialrichter Jürgen Borchert als Mitdiskutanten. Er spricht von „Transferausbeutung der Familien“ und davon, dass Familienpolitik vor allem aus ökonomischen Gründen zwingend notwendig sei. Eine Gesellschaft, die zu wenig Kinder in die Welt setze, gefährde nicht nur alle Sozialsysteme, sondern ihren Wohlstand. Nicht nur die Finanzierung der Renten, der Kranken- und Pflegeversicherung hänge von der Zahl künftiger Erwerbstätiger ab. Auch kapitalgedeckte Versicherungen beruhten auf der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft.
Siegfried Stresing fordert „keine Almosen vom Staat, sondern Gerechtigkeit“. Eine Gesellschaft, die meine, sich der finanziellen Last des Kindererziehens entziehen zu können, ignoriere alle Zusammenhänge eines Staatswesens.
Borchert erklärt das so: Primär werde das Erwirtschaftete über Löhne und Gehälter verteilt. Da frage niemand, wie viele Münder ein Erwerbstätiger versorge. Dem Staat obliege, das über Steuern und Abgaben auszugleichen. Doch die Politik versage kläglich. Das Ergebnis rechnet Stresing vor: Einer Familie mit zwei Kindern fehlten bei 30 000 Euro Bruttogehalt im Jahr nach Abzug des Existenzminimums an frei verfügbarem Einkommen 3427 Euro, einem Ledigen blieben 11 169 Euro. Hinzu kommt: Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern, büßen das im Alter durch eine geringere Rente. Kein Thema für die Politik? Sie ereifern sich lieber über Homo-Ehe und Betreuungsgeld, beklagen die Familienexperten.
Was nichts kostet ist nichts wert – die alte Volksweisheit wird nirgendwo stringenter umgesetzt, als in der Rentenpolitik. Wie lange wollen gerade Mütter sich das noch bieten lassen?
http://www.atkearney361grad.de/2013/03/25/meine-kinder-deine-rente/
Der Familienbund der Katholiken, Diözesanverband Freiburg, lädt seit Monaten ein zu einer „Fachtagung zur Beitragsgerechtigkeit für Familien in der gesetzlichen Pflege-, Renten- und Krankenversicherung“ am 23. März in Mannheim. „Trotz vielfältiger Bemühungen der Bundesgeschäftsstellen des Familienbundes der Katholiken und des Deutschen Familienverbandes sieht sich bis heute niemand aus den Parteien in der Lage, die heißen Themen der Fachtagung mit uns zu diskutieren“, schreibt der zuständige Referent, Georg Zimmermann.
Die selbe Erfahrung im Miniformat musste der ÖDP- Kreisverband Württembergisches Allgäu zusammen mit der „Elterninitiative für Familiengerechtigkeit“ am 8. März d. J. machen, als zu dem Vortrag „Familie unter Druck“ von Michael Bloch ( Familie ist Zukunft ) nur ein einziger FDP- Kommunalpolitiker kam. Trotz wiederholter Einladung von Politikern des Land-/ Kreistages, von Kreisverbänden aller Parteien, trotz persönlicher Anschreiben der kommunalen Gemeinderäte, Kirchengemeinderäte, Kolping-Aktiven, trotz mehrfacher Hinweise in der Regionalzeitung und in den Info-Blättern der umliegenden Gemeinden und in den Internet-Veranstaltungskalendern, trotz Verteilen von Handzetteln auf dem Markt – es kamen nur 20 Besucher, hauptsächlich Frauen und Mütter.
Was lernen wir?
Zeichen der Zeit?
i. A. der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT Bärbel Fischer
Bitte beachten Sie die Petition zur Gleichberechtigung von Müttern, die vor 1992 Kinder geboren haben, die unter folgendem Link erreichbar ist:
Bei diesen älteren Müttern wird bisher nur ein Erziehungsjahr pro Kind bei der Rente anerkannt. Auch drei Erziehungsjahre für jüngere Mütter sind noch keine angemessene Anerkennung der Erziehungsleistung. Ein Elternteil müsste bei drei Erziehungsjahren 15 Kinder erziehen, um den Rentenanspruch eines „Eckrentners“ (45 Erwerbsjahre mit Durchschnittsverdienst) zu erreichen.
Um so ungerechter ist es, ältere Mütter mit einem Erziehungsjahr abzuspeisen.
Alle Eltern, junge wie alte, haben nur eine Chance, kinderfreundlichere Verhältnisse zu erreichen, wenn sie sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, wie das in jüngster Vergangenheit immer wieder geschehen ist, z. B. indem das „Betreuungsgeld“ für junge Eltern in Konkurrenz zum Rentenanspruch für ältere Mütter gesetzt wurde.
Sicher ist es falsch, die Rentenausgaben immer weiter zu erhöhen. Schließlich müssen sie von der jungen Generation bezahlt werden. Es ist aber falsch, ausgerechnet bei den Müttern zu sparen, die die heutigen Renten überhaupt erst möglich gemacht haben. Die drei Erziehungsjahre sind schon dadurch zu finanziern, indem die jährliche allgemeine Rentenanpassung für ein oder zweiJahre ausgesetzt wird. Nicht die Renten an sich sind zu niedrig, sondern ganz speziell die Renten von Müttern mehrerer Kinder. Das wirkt sich bei den älteren Müttern besonders stark aus, da bei ihnen nur ein Erziehungsjahr pro Kind angerechnet wird.
Ich würde mich freuen, wenn Sie den Link einfach kopieren und beliebig weiterleiten.
Bärbel Fischer
Die Vereinigung CHRISTEN IN DER WIRTSCHAFT veröffentlichte unter ihrer Sparte „Faktor C“ einen Beitrag des Leiters des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, über die fünf größten Irrtümern zur Demographie.
http://www.ciw.de/fileadmin/Downloads/PDF/Faktor_C/CIW_FaktorC_2013_01_webartikel.pdf
Herr Seiters will „Nägel mit Köpfen“ machen, zu deutsch, er will alles tun, was dem DRK Kohle einbringt: den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für alle Kinder bis zu 12 Jahren gesetzlich verankern, das Betreuungsgeld wieder kassieren und vaterlosen Kindern auch noch die Mama wegnehmen. Das rechnet sich für das DRK, und nur darauf kommt es an! Aus Kindern Kapital schlagen. Da spielen doch Werte wie Elternliebe, Verlässlichkeit, Bindung gar keine Rolle mehr. Weg mit Störfaktoren für reibungslose Arbeitsprozesse! Die Herren Hundt, Driftmann und Seiters akzeptieren Kinder allenfalls noch als künftige Sozialbeitragszahler oder als Wasch-und Fütterungspersonal für greise Manager.
Wie dem DRK beträchtliche Gewinne durch langjährige Kinderbetreuung winken, so rechnet sich für die Kanzlerin der geplante Anspruch auf einen Vollerwerbsplatz für Mütter. „Familie und Beruf in Einklang bringen“ heißt die „gewinnende“ Devise – eine schöne Umschreibung für das, was sich nicht in Einklang bringen lässt, solange Mütter sich nicht zweiteilen können. Die kinderlose Angela Merkel vergisst, dass Kinder jenseits von drei Jahren auch noch Anspruch auf elterliche Fürsorge und Präsenz haben. Die Parole lautet: Kinder weg organisieren und Vollzeit in den Betrieb! „Wer sind Sie?“ fragen die Kinder, wenn sie abends eingesammelt werden, ihre Eltern, oder : „Sie kommen mir irgendwie bekannt vor!“
Spaß beiseite!
Dass Müttern von mehreren Kindern während der Familienphase eine berufliche Teilzeitarbeit nebenher gar nicht möglich ist, das wird geflissentlich unterschlagen. Und wenn diese Mütter nach Jahren dann eine ebenbürtige Teilzeitstelle suchen, weil sie tagsüber nicht ganz aus dem Blickfeld ihrer Kinder verschwinden wollen, dann gibt es keine Teilzeit-, sondern nur noch Vollzeitstellen!
Bravo!
Aber der wahlkampfgerecht inszenierte Familiengipfel hat doch immerhin ein Ergebnis erzielt: man will mehr für berufstätige Eltern tun. Nein, nicht für a l l e Eltern will man mehr tun, sondern nur für die, die pro Kind und Jahr sowieso schon mehr als 14 000 € staatlichen Krippenzuschuss bekommen.
Nachwort
Herr Seiters, Ihre verletzende Erklärung sagt uns Profi-Eltern: Keinen roten Heller mehr in Ihre Sammelbüchsen oder auf DRK- Konten!
Für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT i. A. Bärbel Fischer
Je mehr Kinder, desto mehr Rente
„Unser derzeitiges Rentensystem ist auf Selbstzerstörung programmiert und eine Einladung zur Kinderlosigkeit…“ sagt der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos.
http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/je-mehr-kinder-desto-mehr-rente.html
und
Pressemeldung Verband Familienarbeit e. V. 11.03.2013
Zynismus gegenüber Eltern als Konsequenz des Armutsberichts
Im Rahmen der öffentlichen Präsentation des 4. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung verstieg sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen zu der Behauptung: „Die beste Armutsprävention ist Arbeit!“
Dazu die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., Gertrud Martin: „Die Arbeitsministerin dokumentiert mit dieser zynischen Aussage ihre Geringschätzung der elterlichen Erziehungsarbeit. Kinderreiche Eltern und Alleinerziehende arbeiten in der Regel in und außer Haus mehr als andere und sind trotzdem am häufigsten arm. Mit der Weigerung, die Familienarbeit als gleichwertige und zu honorierende Leistung anzuerkennen, untergräbt sie ihr eigenes Konzept der „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, das nur funktionieren kann, wenn beide Arbeitsbereiche sich auch finanziell ergänzen. Arbeit ist Arbeit, hier wie dort!“
Martin erläutert näher: „ Mit der durch Adenauer 1957 eingeführten Rentenreform wurde der seit Adam und Eva geltende Anspruch, im Alter von den nachwachsenden Kindern versorgt zu werden, von der Erziehungsleistung abgekoppelt und an Erwerbsarbeit gebunden. Seither sind die erwerbsfähig gewordenen Kinder vorzugsweise denen zur Alterssicherung verpflichtet, die selbst keine Kinder aufgezogen und deshalb keine Lücken in ihrer Erwerbsbiographie haben. Die erziehenden Eltern werden gnadenhalber mit Minirenten abgespeist. Sie sind es aber, die das ganze System am Laufen halten, denn die bei Erwerbsarbeit eingezahlten Rentenbeiträge werden nicht angespart, sondern sofort an die aktuellen Rentner/innen ausbezahlt.“
55 Jahre habe dieses einseitige Umlagesystem auf Kosten der Eltern funktioniert. Aber heute verstünden immer mehr junge Leute, dass es für sie kontraproduktiv ist, Kinder aufzuziehen, weil es sich mit dem eingesparten Geld und der Rente, die von anderen erarbeitet wird, besser leben lässt. Kinderfreie trügen durch ihre Steuern zwar einen Teil der Kinderkosten. Der Löwenanteil bleibe aber bei den Eltern hängen. Zusammen mit ihrer eingeschränkten Erwerbsmöglichkeit seien Kinder so zum Armutsrisiko Nr. 1 geworden. Es sei, als wenn Eltern stetig auf ein Sparbuch einzahlten, von dem andere später abheben. Auch die mantrahaft zitierte „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ behebe den Schiefstand nicht. Kinder würden von den meisten Eltern nicht geboren, um sie alsbald wieder wegzuorganisieren. Vereinbarkeit und Wahlfreiheit entstehe erst, wenn Familien- und Erwerbsarbeit gleichermaßen honoriert würden. Allein so könne auch die Gleichberechtigung der Geschlechter verwirklicht werden.
Pressestelle des Verbandes Familienarbeit e. V.