Lesenswert!

Monatelang wurde davor gewarnt, es gebe nicht genug Krippenplätze. Die Zahl der Plätze wurde dann fast verdreifacht. Jetzt zeigt sich: Das war Hysterie. Was uns nicht daran hindert, noch mehr Geld in die Krippen zu pumpen.

Es gibt zu viele Krippen in Deutschland

Familien wollen Wahlfreiheit! Als größter Lobbyverband für Familien fordert der Deutsche Familienverband die Umsetzung einer echten Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung durch die Einführung eines Betreuungsbudgets in Höhe von 700 Euro.

Nur ein Betreuungsbudget erlaubt Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung

Presseclub spart die entscheidende Frage aus

Sehr geehrter Herr Schönenborn,

immer wieder bin ich beeindruckt, wie souverän Sie den Presseclub moderieren.

Trotzdem habe ich ein grundsätzliches Problem: Warum spart der PresseClub in der Diskussion um die Renten das entscheidende Thema „Nachwuchs“ aus, wohl wissend, dass ohne Kinder kein zukunfssichernder Staat zu machen ist?  Nur in kleinen Einwürfen äußern sich Ihre Journalist_innen dazu, um dann wieder zur Riesterrente o. ä. abzuschweifen. Man scheint sich einig darin zu sein, dass es eben leider an Nachwuchs fehlt, und gibt sich achselzuckend damit ab. Dass unsere Regierungen aber seit Jahrzehnten aus Angst vor Verlust von Wählerstimmen dieses Thema ängstlich umgehen und die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts nach Gleichstellung von Eltern und Kinderlosen  ignorieren, kommt in Ihrem PresseClub leider nie zur Sprache. Mehr Nachwuchs, und damit künftige Beitragszahler *) zu generieren, das ist wohl ein Tabu-Thema, sowohl für unsere Politik als auch für die Medien.

*) Dabei denken künftige Eltern bei ihrem Kinderwunsch daran wirklich zuletzt!

Wie kann man in einer Gesellschaft den Nachwuchs fördern?

Die Rezepte, Herr Schönenborn,  liegen längst auf Halde. Nur – die Politik wagt sich nicht an eine Reform unserer Sozialgesetze, welche die eigentliche Ursache für unseren Kinderschwund sind. 1957 gut gemeint , aber im Endeffekt tödlich für den Nachwuchs, erzeugen sie Kinder- und Altersarmut, anstatt diese zu verhindern. Weshalb sollten sich Paare wohl für Kinder entscheiden, wenn dieser generative Beitrag von Eltern  unserer Gesellschaft null und nichts wert ist? Die Schmähung von Eltern als Schmarotzer und der medial verbreitete, aber längst widerlegte, Geldregen von 200 Mrd. jährlich ( in Wirklichkeit aber kaum 55 Mrd.)  über Familien, tun das Übrige dazu. Verschwiegen wird nämlich ostentativ, dass jedes geborene Kind im Laufe seines Erwerbslebens das Fünffache dessen an die Gesellschaft  zurückgibt, was es einst an Förderung im Jugendalter vom Staat erhielt!

Werter Herr Schönenborn, leider ist der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert, leitender Richter des Hessischen Sozialgerichts Darmstadt, kein Zeitungs-Journalist, obwohl er über die Presse bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat, zuletzt SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann.Verlag München 2013. Glasklar beschreibt er darin, wohin die Reise geht, wenn sich an der Struktur unserer Sozialsysteme nichts ändert. Trotzdem würde ich Ihnen empfehlen, Herrn Dr. Borchert in Ihre Runde einzuladen. Denn er ist weit beschlagener als alle Ihre Journalisten. Zumindest würde ich Ihnen ein informativ-privates Interview mit ihm empfehlen. Er wird Ihnen die Augen öffnen dafür, wie es um unser  inzwischen konterkariertes Sozialsystem bestellt ist.

Mit besten Wünsche grüßt Sie

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Volkskrankheit Kinderarmut

Herrn Caritasdirektor                                                                                                     Wolfgang Tripp                                                                                                                 Diözese Rottenburg-Stuttgart                                                                              Strombergstr. 11

70188 STUTTGART

Betr.: Ihr Interview in der Schwäbischen Zeitung, 16. 11. 2013

Sehr geehrter Herr Tripp!

Interessiert las ich heute das Interview, das Sie der Schwäbischen Zeitung zur Kinderarmut in der Region gaben. Wie schnell vor allem Alleinerziehende *) in die Armut, und damit in eine Elendsspirale rutschen, das muss uns allen sehr zu denken geben.

Noch erschreckender finden wir von der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT im Landkreis Ravensburg, dass in Baden Württemberg jedes 15. Kind von Armut bedroht ist. In anderen Bundesländern sieht es noch schlimmer aus, und in manchen Stadtteilen der Großstädte gibt es Quoten von fast 50%. Bundesweit ist jedes 5. Kind armutsgefährdet, so das Statistische Bundesamt. Obwohl sich seit 1965 bis 2012 die Zahl der Geburten von 1,3 Millionen auf rund 650 000  halbiert, und der Reichtum in Deutschland sich seit damals ver-zigfacht hat, darben 2,5 Millionen Kinder hierzulande Tag für Tag.

Herr Tripp, es handelt sich hier eindeutig um ein politisches Problem, das durch alle Anstrengungen der CARITAS nicht behoben werden kann. Daher wundert uns sehr, dass die CARITAS nicht schon längst auf die Barrikaden gegangen ist, um unsere Politiker wachzurütteln. Denn der Skandal unseres armutsfördernden Sozialsystems stinkt zum Himmel! Der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert,  leitender Richter am Hessischen Landessozialgericht Darmstadt, hat in seinem, im Mai 2013 erschienenen Buch SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann-Verlag München, Klartext gesprochen. Eine glasklare Analyse! Dass materielle Armut ganz schnell zur Bildungsarmut wird, das haben Sie, Herr Tripp, ja eindrücklich beschrieben. Borchert: “Das ist nicht nur eine Schande, sondern Zukunftsvernichtung!“

Es lässt sich unschwer feststellen, dass unser System Armut erzeugt, anstatt sie zu beheben. Das liegt vor allem daran, dass Eltern die gleiche Abgabenlast in die Systeme zu zahlen haben wie Singles, so als hätten sie keine Kinder zu versorgen. Außerdem zahlen die Eltern ein Vielfaches an Verbrauchssteuern, die sich erspart, wer keine Kinder zu versorgen hat. Es kann doch nicht sein, dass die jungen Familien als Melkkuh der Nation herhalten müssen!

Dabei gibt es mehr als ein Konzept, wie GERECHTIGKEIT unter den Generationen wieder hergestellt werden kann. Nur für alle diese Vorschläge ist unsere Politik blind und taub. Im Vierjahresrhythmus kümmern sich unsere gewählten Regierungen darum, wie Wählerstimmen erhalten oder dazu gewonnen werden können. Pflege, Fürsorge und Investitionen für die nachwachsende Generation scheinen nicht in ihr blutleeres Konzept zu passen. An der Einsicht, dass junge Pflanzen nährstoffreiche Böden brauchen, damit die Ernte gesichert ist, fehlt es in Deutschland fundamental.

*) Sie vergaßen zu erwähnen, dass ganz normale Familien mit ein oder zwei erwerbstätigen Eltern und mehr als 2 Kindern auch schon gefährlich nahe ans Prekariat geraten, denn, so der Deutsche Famiienverband e. V., bei einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro landet die fünfköpfige Familie trotz Kindergeld mit einem Betrag von 3 427.- unter ihrem Existenzminimum, während bei gleichem Einkommen das kinderlose Ehepaar im Jahr über 5 977.- frei verfügen kann. Kinderlose Singles leben noch üppiger. Eltern mit mehr als drei Kindern verlieren noch mehr an ihrer existenziellen Basis. http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/Horizontaler_Vergleich_2013.pdf )

Werter Herr Caritasdirektor, diese Bilanz muss Ihnen doch mehr als zu denken geben! Vielleicht versteht sich die CARITAS  lediglich als Notarzt. Aber ohne eine effektive Verkehrs-und Gesundheitspolitik sind auch unsere Notärzte überfordert. Die Unfälle und die Kollapse würden die Kapazität der Ärzte weit übersteigen.

So bitten wir, als eine Vereinigung besorgter Eltern, Sie inständig, sich nicht nur um Notfälle zu kümmern, sondern wirklich einmal aktiv zu werden, um die Missstände deutscher Sozialpolitik aufzuklären und anzugehen.

Dabei geht es nicht nur um das Wohlergehen der Kinder, sondern auch um das Ansehen eines der reichsten Länder der Welt. Wir mästen unsere Bankkonten und setzen unseren Kindern einen billigen Fraß vor, damit sie nicht sofort verhungern.

Damit, sehr geehrter Herr Tripp, grüßen wir Eltern Sie in der Hoffnung, dass auch die CARITAS sich nicht weiter an Symptomen abarbeitet, sondern sich politisch vernehmbar mit der Diagnose der Volkskrankheit KINDERARMUT beschäftigt.

Für die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Bärbel Fischer

Dieser Brief ging mit gleicher Post zur Information an 42 Bürgermeister des Landkreises Ravensburg, und an den Caritasverband Deutschland.

 

 

Familienpolitik auf dem Holzweg

Verband Familienarbeit e.V.

Pressemeldung             14.11.2013

 Statistik zeigt: Familienpolitik auf dem Holzweg

Zu den aktuellen Zahlen der Bevölkerungsentwicklung (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. Nov.) und den zähen Verhandlungen der Arbeitsgruppe Familie zur Bildung einer rot-schwarzen Koalition nimmt Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., Stellung:

„Die Statistik zur Bevölkerungsentwicklung zeigt immer eindeutiger, dass die Strategie von ‚Vereinbarkeit von Familie und Beruf‘, millionenschwer forciert über Elterngeldgesetz und Krippenausbau, familienpolitisch ein Blindgänger ist. Das Elterngeldgesetz fördert vorrangig erste und dann sehr oft einzige Kinder der Bestverdiener. Der Ausbau der Betreuungsinfrastruktur gibt Eltern, die es so wollen oder aus wirtschaftlicher Not nicht anders können, die Möglichkeit, ihre Kinder wegzugeben, um erwerbstätig zu sein. Für Eltern, die mehrere Kinder selbst erziehen wollen, interessiert sich niemand. Dieser Wunsch gilt als ‚überholt‘. Ein einseitig geprägter Feminismus bewertet Kinder als Klotz am Bein der Mütter.

Wenn nun klar ist, dass in jeder kommenden Folgegeneration ein Drittel der Kinder und damit auch ein Drittel der gebärfähigen Frauen fehlt, liegt es auf der Hand, dass es mit der Krippenförderung allein nicht getan ist. Entscheidender ist es, den Eltern, die gerne mehrere Kinder aufziehen möchten, das auch zu ermöglichen. Ihre Leistung für die Gesellschaft ist endlich anzuerkennen und wie eine Erwerbsarbeit direkt zu honorieren, um den notwendigen wirtschaftlichen Freiraum zu schaffen, den junge Familien brauchen. Die ewige Angst der Politik, Eltern würden die Honorierung missbrauchen, ist absurd. Überall gibt es schwarze Schafe, die mit ihrem Einkommen nicht vernünftig umgehen. Das kann aber niemals Maßstab für alle Eltern sein. Bei Gefährdung des Kindeswohls ist nach dem Grundgesetz ohnehin das Wächteramt des Staates gefordert.“

Kinder sind unsere Zukunft. Sie brauchen Zeit und Zuwendung zuallererst durch ihre Eltern. Das ist leider inzwischen zu einer Worthülse geworden.

Martin weiter: „In Wirklichkeit wird die Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft ausgerechnet durch das Elterngeldgesetz auf die Spitze getrieben. Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit zugunsten ihrer Kinder einschränken, werden bei einem weiteren Kind mit einem Minimum an Elterngeld bestraft. Deutlicher kann die Geringschätzung der Erziehungsaufgabe kaum zum Ausdruck gebracht werden. Die Koalitionäre, die jetzt wieder meinen, das Betreuungsgeld, das ein erster Einstieg in die Honorierung der elterlichen Erziehungsarbeit sein könnte, in Frage stellen zu müssen, seien gewarnt.

 

Bundesvorstand
Vorsitzende Gertrud Martin, Tel.: 07721/56124, E-Mail: bundesvorstand@dhg-vffm.de
Stellv. Vorsitzende Dr. Johannes Resch, Tel.: 06349/963855, E-Mail: Johannes.Resch@t-online.de

Birgit Kelle, E-Mail: bkelle@dhg-vffm.deSchatzmeisterinUlrike Rau, Tel.: 07563/2637, E-Mail: ulrike-rau@t-online.deBeisitzerinWiltraud Beckenbach, Tel.: 06356/963445, E-Mail: w.beckenbach@gmx.deBeisitzerKarl Simpfendörfer, E-Mail: ksimpfendoerfer@dhg-vffm.deBeisitzerinSilke Bürger-Kühn, Tel.: 0718164596, E-Mail: sbuergerkuehn@dhg-vffm.deBeisitzerinUte Steinheber, Tel.: 07051/4810, E-mail: ute.steinheber@web.deGeschäftsstelleGudrun Nack, Tel.: 0761/4002056, E-Mail: geschaeftsstelle@dhg-vffm.de, Vaubanallee 4, 79100 FreiburgPressestelleE-Mail: vffm.presse@t-online.deInternethttp://familienarbeit-heute.deBankverbindungVolksbank Villingen eG, BLZ 69490000, Konto Nr. 25410904

Familienpolitik: Ausbeutung statt Nachhaltigkeit?

Stefan Fuchs, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Demokratie, Allgemeinwohl und Familie e. V. IDAF, zeigt die fatalen Irrtümer auf, die sich die deutsche Familienpolitik leistet. Nachhaltigkeit ? Fehlanzeige!

http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2013/11/10/artikel/familienpolitik-ausbeutung-statt-nachhaltigkeit.html

Kinderschwund toppen statt stoppen!

Vorsicht: Satire!

Deutschland ist in vielerlei Hinsicht Spitze. So auch im Geburtenschwund, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes erneut verraten. Europarekord, bravo! Doch auch dieser lässt sich auf Vorstoß von BW und NRW im Bundesrat mit Sicherheit noch toppen, indem die „Pille danach“ künftig rezeptfrei zu haben sein soll, griffbereit sozusagen. (Was sagt dazu der grüne Christ Winfried Kretschmann?) Aber es gibt noch genügend andere Vorschläge, den Kinderschwund zu unterbieten, als da wären die ideologie-triefenden Rezepte der linksorientierten Parteien, die in der gängigen Familie ihr Feindbild Nr. 1 ausmachen.

  • Zunächst gehören demnach Kindergeld und Freibetrag eingefroren,
  • das Ehegattensplitting,
  • die beitragslose (?) Mitversicherung von Kindern
  • und das Betreuungsgeld abgeschafft und
  • eine höhere Mütterrente als unbezahlbar verteufelt.

Denn wer als junge Frau schon weiß, dass sich Kindererziehung in jungen Jahren mit extrem knapper Kasse, und im Alter überdies mit bitterer Armut rächt, der hat kaum noch eine Wahl. Kluge Akademikerinnen kapieren das am schnellsten.

Außerdem könnte man die immateriellen Schwundschrauben durchaus noch weiter anziehen. Hier sind besonders Medien und Wirtschaftsinstitute gefragt:

  • Familien permanent als die Schmarotzer der Nation zu verunglimpfen, dürfte weder Journalisten noch Ökonomen schwerfallen, auch wenn die Fakten genau das Gegenteil beweisen.
  • Praktikabel ist auch, „wissenschaftliche“ Gutachten über die „Rentabilität“ familienpolitischer Leistungen durch Wirtschaftsinstitute erstellen zu lassen. Auch wenn die Ergebnisse wissenschaftlich unhaltbar sind und den Steuerzahler zweistellige Millionenbeträge kosten, mit ihnen lässt sich –  unter Vermeidung professioneller Methoden – fabelhaft nachweisen, dass Familiengerechtigkeit  blanker Unsinn ist.
  • Als sehr effektiv hat sich auch das mediale Totschweigen der „Rendite“ erwiesen, die jedes einzelne geborene und ausgebildete Kind in seiner Erwerbskarriere für die Gesellschaft erwirtschaftet. Sie macht nämlich den fünffachen Betrag dessen aus, was der Staat in den jungen Menschen einst  investiert hat. Dass Eltern den Löwenanteil der ihnen gewährten “Leistungen” paradoxerweise aus eigener Tasche bezahlen ( Steuern, Abgaben, Verbrauchssteuern ), darf natürlich weder evaluiert werden, noch in die Öffentlichkeit dringen.
  • Aus dem Rechtsanspruch auf elternferne Ganztagsbetreuung von 1-14-jährigen Kindern muss dringend eine Pflicht werden, damit Eltern so ungestört erwerbstätig sein können, als hätten sie keine Kinder.
  • Und natürlich gehört  Artikel 6 ( Schutz von Ehe und Familie ) schnellst möglich aus dem Grundgesetz zugunsten alternativer Lebensmodelle gestrichen.
  • Am allerwichtigsten aber wird sein, dass alle künftigen Regierungen, egal welcher Couleur, sich weiterhin weigern, die familienbezogenen Urteile des Bundesverfassungsgerichtes seit 1992 umzusetzen. Denn sonst würde der finanzielle Aufwand von Eltern für ihre Kinder auch auf diejenigen umgelegt, die keinen Nachwuchs groß ziehen – anstatt umgekehrt!

Hat es Deutschland geschafft, die Geburtenzahl seit 1965 von 1,3 Millionen auf 650 000 zu halbieren, so könnten die oben genannten Maßnahmen durchaus geeignet sein, diese auf ein Drittel oder besser auf ein Viertel zu senken. Denn schließlich befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden zur Weltmeisterschaft in der Disziplin NO KIDS.

Bärbel Fischer

für die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

info@familiengerechtigkeit-rv.de

Hameln ist heute und überall!

Fahren Sie auch manchmal  mit stark gedrosseltem Tempo durch Spielstraßen? Wir wollen ja Rücksicht nehmen auf spielende Kinder. Doch wo sind sie? Keine Kreidemalerei auf der Fahrbahn, kein rollender Ball, kein Dreirad, kein Puppenwagen, kein einziges Kind weit und breit! Die Straßen, die Spielplätze, die Häuser – alle leer – ganztags! Da fallen mir die leeren Häuser der Stadt Hameln ein, von denen das  Rattenfängermärchen erzählt.

Der Gaukler hatte die Bürger mit dem Zauberton seiner Flöte von der schrecklichen  Rattenplage befreit. Endlich!

Jetzt kann man in der Stadt wieder ungestört seinen Geschäften nachgehen, jetzt klingelt endlich wieder Geld in der Kasse, jetzt kann der Markt wieder florieren! Business must go! Nur keine Zeit verplempern mit Kinderkram bei Heim und Herd! Time is money!

Vergessen sind Achtung und Redlichkeit, Handschlag und Ehrenwort. Ohne den versprochenen Lohn für seinen Dienst, nicht einmal mit einem Mindestlohn muss der Rattenfänger wieder abziehen.

Doch die Rache lässt nicht lange auf sich warten.Von ihren rastlosen Eltern gänzlich unbemerkt lockt der Scharlatan die Kinder mit seinen süßen Melodien auf den Marktplatz, um sie in einen Zauberberg zu entführen. Zu spät bemerken die geschäftigen Hamelner, dass all ihr Treiben keinen Sinn macht, wenn die Kinder fehlen. Keine Kinder – keine Zukunft! Verzweifelt sitzen sie da mit vollen Taschen in leeren Stuben und lauschen den leisen Liedern und dem Kinderlachen, das aus unerreichbarer Ferne zu ihnen dringt.

Hameln ist hier und heute! Hameln ist überall!

Bärbel Fischer

 

Eine Schande für die Sozialpolitik

Leserbrief an die Schwäbische Zeitung zum Beitrag vom 30. 10. 2013: „Mütterrente könnte Sozialkasse teuer zu stehen kommen“

Bereits 1992 forderte das Bundesverfassungsgericht unmissverständlich „eine familienorientierte Gestaltung der  Sozialpolitik im Hinblick auf die leistungsbegründende und angemessene Berücksichtigung der Kindererziehung“ in der gesetzlichen Rentenversicherung. Denn es sei eine Benachteiligung der Familien, „wenn die Kindererziehung (…)  mit Einbußen bei der späteren Rente bezahlt wird , obwohl  Kinder die Voraussetzung dafür sind, dass die Rentenversicherung überlebt. 21 Jahre ist dieses Urteil alt. Umgesetzt? Keineswegs! Bis heute haben unsere Regierungen sich dieser Maßgabe verweigert und noch nicht einmal erreicht, dass Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben, gleich viel Rente erhalten wie Frauen, die später entbunden haben. Eine Schande! Eltern fragen zu Recht: Soll unser Rentensystem kollabieren? Das wäre eine Katastrophe besonders für diejenigen, die sich auf den Nachwuchs derer verlassen, die heute überhaupt noch bereit sind, Kinder aufzuziehen.

Joachim Heumos, Wangen

Ist die fast sträfliche Mütterrente wirklich zu teuer?

Leserbrief an die Schwäbische Zeitung zum Beitrag vom 30. 10. 2013: „Mütterrente könnte Sozialkasse teuer zu stehen kommen“
Schon allein der Untertitel verrät die Irreführung. Als ob die Leistung unserer Mütter lediglich ein teurer Kostenfaktor  für die Rentenkasse wäre! Was sich nämlich Arbeitnehmer durch Erwerbsarbeit an Ansprüchen auf Versorgung im Alter erwerben, kann nur durch real geborenen und erzogenen Nachwuchs eingelöst werden. Ohne ausreichenden Nachwuchs bleiben Ansprüche  eben nur Ansprüche ohne Garantie auf Einlösung. Im Klartext: Wer glaubt, sich mit seinen Einzahlungen in eine gesetzliche oder private Rentenkasse ein sorgloses Alter absichern zu können, vergisst, dass Geldscheine nicht füttern und nicht trösten können. Denn hinter den Ansprüchen müssen von Müttern geborene, mitfühlende, liebevolle, gut  ausgebildete Menschen stehen. Wo diese nicht gezeugt, geboren und von Müttern mitmenschlich erzogen wurden, laufen die Ansprüche alter Menschen unweigerlich ins Leere. Betreuung, Empathie, Zeit für gebrechliche Menschen –  Fehlanzeige!
Ich frage: Ist die fast sträflich minimale Mütterrente wirklich zu teuer?
Annedore Schmid, Friedrichshafen

Pflegestation FAMILIE

Iris Emmelmann, Deutscher Familienverband e. V.,  widmet sich dem Thema PFLEGE  DURCH  FAMILIENANGEHÖRIGE. Welchen Unterschied macht es, ob Eltern Kinder aufgezogen haben oder ob sie keine Kinderkosten zu stemmen hatten?

Dazu drei Zitate von Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert, Landessozialgericht Hessen:

„Es ist ein auffallender Widerspruch der Rechtsordnung, dass die nur der Bemessung nach Leistungsfähigkeit verpflichtete Einkommensteuer das Existenzminimum schont, hingegen die dem Solidarprinzip verpflichteten Solidarsysteme dies nicht tun; sie belasten vom ersten verdienten Euro an.“

„Bei Familien kumulieren und kulminieren die Verteilungsfehler des Systems, die alle Arbeitnehmer in der unteren Hälfte treffen – je schwächer, umso brutaler.“

„Ausgerechnet hinter der ehrwürdigen Fassade unserer ‚Solidarsysteme‘ findet eine Umverteilung von unten nach oben, von Jung zu Alt und von Familien zu Kinderlosen statt, die auf breiter Front Armut und Unterversorgung hervorruft und insbesondere für die doppelte Kinderarmut ursächlich ist.“

http://www.deutscher-familienverband.de/index.php?option=com_content&view=article&id=207:die-pflegestation-familie&catid=19:familienpolitik