Entlasten statt bestrafen

Familien entlasten, statt Kinderlose belasten und das als Beitrag zur Systemerhaltung „verkaufen“ – ein Beitrag also, von dem auch Kinderlose profitieren. So könnte man versöhnen statt spalten und die Gerechtigkeitslücke schließen.

von Jürgen Liminski

http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M50eaaa83e03.0.html

Erst informieren, dann korrigieren!

Die Einteilung der  Bürger in Menschen mit und Menschen ohne Kinder sei nicht zielführend, meint die Kanzlerin und unterbindet eiligst die Diskussion um ein gerechtes Alterssicherungssystem. Nicht die jungen aufmüpfigen CDU-Abgeordneten, sondern unser Gesetzgeber selbst sortiert seit fast 60 Jahren ungerührt und gegen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts Eltern in die Schublade „Verlierer“ und Kinderlose in die „Gewinner“- Schublade.

Um keinen Zwist aufkommen zu lassen: Menschen ohne Nachwuchs können selbst gar nichts dafür, dass sie von dem Fehlkonstrukt Generationenvertrag profitieren. Das Gesetz sieht nämlich vor, dass über die Umlage Kinderlosen die gleichen Rentenansprüche zustehen wie Eltern, auch wenn sie niemals Kinderkosten zu tragen hatten. Meist fallen die Renten Kinderloser sogar höher aus, weil sie ununterbrochen erwerbstätig sein konnten, im Gegensatz zu Müttern oder Vätern. Bis auf 0,25%  bei der Pflegeversicherung zahlen sie nicht einen Cent mehr an Sozialabgaben als Eltern von Kindern. Was Eltern für ihre, also  u n s e r e   Kinder leisten interessiert unseren Gesetzgeber einfach nicht. So kam es zu einer skandalösen Schlechterstellung der Familien mit der logischen Folge, dass  sich in den letzten 50 Jahren die Geburtenzahlen halbierten. Wer will sich schon wegen Kindern ruinieren?

Längst ist absehbar, wohin die Reise geht, wenn nur noch in 28% aller Haushalte Kinder aufwachsen. Doch die Politiker trauen sich nicht an eine Korrektur. Zu lange haben sie dem Volk die wahren Zusammenhänge von Geben und Nehmen verschwiegen. Völlig blauäugig holen wir den Kindern die Butter vom Brot und den Eltern das Geld aus der Tasche.

Das muss aber so nicht bleiben. Zuerst informieren, dann korrigieren im Vertrauen auf die Einsicht demokratischer Bürger.

Bärbel Fischer

Koalition aus Ignoranz und Egoismus

Deutschland braucht mehr Kinder, ansonsten werden unsere sozialen Sicherungssysteme kollabieren. Doch eine Große Koalition aus Ignoranz und Egoismus ignoriert die Fakten – dabei ist klar: Wer keine Kinder hat, muss auf andere Weise seinen Beitrag leisten, meint der Erziehungswissenschaftler Dr. Albert Wunsch.

http://www.theeuropean.de/albert-wunsch/10045-belastung-kinderlosigkeit

Chance: Beteiligen wir uns am Zukunftsdialog!

Wie sieht Deutschland in fünf bis zehn Jahren aus? Wie wollen wir gegen Ende des Jahrzehnts leben? Diese Frage diskutiert die Bundeskanzlerin seit Frühjahr 2011 mit über 120 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis unter der Überschrift „Menschlich und erfolgreich. Dialog über Deutschlands Zukunft“.

Drei große Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt:

1. Wie wollen wir zusammenleben? 
2. Wovon wollen wir leben? 
3. Wie wollen wir lernen?

Die Kanzlerin will aber nicht nur mit Wissenschaftlern und Praktikern über Deutschlands Zukunft sprechen, sondern auch die Ideen der Bürgerinnen und Bürger und der Zivilgesellschaft kennenlernen und diskutieren. Deshalb wird dem Dialog mit den Experten ein Bürgerdialog zur Seite gestellt.

https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/00-Homepage/homepage_node.html#section-3

Unverständlich und zynisch

nennt Robin Alexander in WELTonline die Aufforderung der Kanzlerin, nicht zwischen  Menschen mit Kindern und Menschen ohne Kinder zu unterscheiden und die Debatte zu beenden. Ob die Kanzlerin sich ihr Wählerklientel nicht vergraulen will, oder ob sie bloß „beratungsresistent“  ist was den sog. Generationenvertrag betrifft, sei dahingestellt. In jedem Fall scheint sie das Thema nicht sonderlich zu interessieren.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13872202/Warum-ist-die-Demografiereserve-ein-Skandal.html

Viele Kinder – wenig Geld

Kinder- und Familienarmut haben trotz Aufschwung in den letzten 10 Jahren zugenommen, wie eine Armutsstudie zeigt. Das Armutsrisiko in Haushalten mit mehreren Kindern hat sich seit 1998 nahezu verdoppelt, bei 4 und mehr Kindern von 20,6 % auf 36,0 %.

http://www.zeit.de/2010/08/Kinderarmut

Deutlich wird das auch anhand dieser Tabelle vom DFV:

http://www.deutscher-familienverband.de/uploads/media/Horizontaler_Vergleich_30Tsd.pdf

Dazu von Dorothea Siems auf WELTonline eine Recherche:

http://www.welt.de/wirtschaft/article13875628/Windeln-Geige-Laptop-Was-Kinder-wirklich-kosten.html 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Problem ist unser Sozialsystem

Umlagefinanzierung und Arbeitsmarktstruktur machen Kinderlose zu Profiteuren. Doch das Grundgesetz verlangt die Förderung der Familien, kommentiert Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros.

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2012-02/familienpolitik-abgabe-kinderlose