Kinderrechte sollen in die Landesverfassung BW

Schwäbische Zeitung, Wir im Süden, 7. Februar 2014

Kinderrechte sollen in die Landesverfassung  BW

Sehr geehrte Frau Sozialministerin Katrin Altpeter!

Kinderrechte in die Landesverfassung! Das klingt wunderbar, gerade wo es Kinder in unserem Land besonders schwer haben. Denn sie geraten wegen der hohen Sozialabgaben, die ihre Eltern leisten müssen, zunehmend in Armut. Zudem müssen sie viele Stunden am Tag außerhalb des Elternhauses zubringen, weil ihre Eltern sich tagsüber nicht mehr um sie kümmern können, sondern ausschließlich um ihren Erwerb. Was liegt da näher, als „vorrangige Bedeutung für die Interessen der Kinder“ und die „Unterstützung durch den Staat“ zu fordern?

Leider haben diese, durch den Kinderschutzbund erhobenen Forderungen einen fundamentalen Fehler, denn sie übertragen elterliche Verantwortung auf den Staat, obwohl das Grundgesetz aus bitteren historischen Erfahrungen den Erziehungsauftrag unmissverständlich und eindeutig den Eltern zuweist ( Art. 6 GG ). Dieser Artikel schließt ein, dass Eltern ihre Kinder vor ungewollten Einflüssen schützen müssen.

  • „Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten zur bestmöglichen Entfaltung seiner Persönlichkeit.“ Ich frage: Wer bestimmt, wie die “bestmögliche Entfaltung” aussieht, die Eltern oder die jeweilige Landesregierung?
  • „Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in Angelegenheiten, die es betreffen. Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung in angemessener Weise zu berücksichtigen.“ Ich frage: Wer entscheidet über die „angemessene Weise“, die Eltern oder die jeweilige Landesregierung?
  • „Die staatliche Gemeinschaft achtet, schützt und fördert die Rechte des Kindes. Sie unterstützt die Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag.“ Ich frage: Was versteht die jeweilige Landesregierung unter “Unterstützung”? Die meisten  Eltern wollen gar nicht unterstützt werden!
  • „Dem Kindeswohl kommt bei allem staatlichen Handeln, das die Rechte und Interessen von Kindern berührt, vorrangige Bedeutung zu.“ Ich frage: Wer definiert das “Kindeswohl”? Ist das Sache der Eltern, oder bestimmt die jeweilige Landesregierung, was allen Kindern zum Wohl zu gereichen hat?

Sehr geehrte Frau Altpeter, alle diese Forderungen sind bereits mit Artikel 6 GG abgedeckt und daher überflüssig.  Einmal in der Landesverfassung festgeschrieben, öffnen solchermaßen  dehnbare Forderungen parteipolitischer Beeinflussung der Kinder, durch Regierungen jedweder Couleur, ganz legal Tür und Tor. Diese Festschreibung würde bedeuten, dass jede Regierung die Macht bekäme, ihre schwarz-rot-grün-gelb-braunen Zugriffe auf Schulen, Kindergärten und Tagesstätten zu legalisieren. Böse Zungen behaupten sogar, dass die geplante Verfassungserweiterung genau diesem Zweck dienen soll!  Frau Honecker lässt grüßen!

Anstatt manipulierbare „Kinderrechte“ in die Landesverfassung aufzunehmen, bittet die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT Sie als Sozialministerin, dafür zu sorgen, dass die sozialpolitischen Ursachen von Kinder-und Familienarmut beseitigt werden. Der Zwang zur Erwerbsarbeit beider Eltern ist die unerträgliche Ursache von Verlassenheitsängsten bei Kindern. Wenn schon „Unterstützung“, dann bitte durch eine Politik, die Eltern nicht mehr schröpft als Nichteltern. Um Kindern zu helfen, muss man die Eltern stärken, ihnen die nötige Zeit und die nötigen Mittel belassen, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können. 

Im Auftrag der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT, die  Hunderte von Kindern und ihre Eltern vertritt, fordere ich Sie auf, von Ihrem oben erwähnten Plan abzulassen, damit sich die schrecklichen Fehler vergangener Epochen nicht wiederholen.

Mit der Bitte um eine Antwort grüße ich Sie in diesem Anliegen stellvertretend

Bärbel Fischer

P.S. Dieses Schreiben wird im Internet verbreitet, um zu dokumentieren, dass die Bevölkerung durchaus wachsam die Pläne der Landesregierung verfolgt und nicht einfach „mitläuft“.

 

 

KONTRASTE ohne Kontrast

An die KONTRASTE-Redaktion des rbb ( Radio Berlin-Brandenburg)

Sehr geehrte Damen und Herren,

soeben habe ich mir Ihre KONTRASTE-Sendung zur Reform des baden-württembergischen Lehrplans angesehen. Was ich befürchtet hatte, ist eingetreten. Sie hatten zwar eine sachlich-faire Sendung versprochen, aber die Tendenz Ihres Vorhabens war kontrastlos eindeutig.
Meine Kritik:
  • Ihre Recherche bezog sich verdächtigerweise bewusst nur auf eine einzige                ( unbegründete ) Befürchtung, nämlich dass Homosexualität „ansteckend“ sei. Mit solchen naiven Befürchtungen lässt sich natürlich famos Stimmung machen und wesentliche Fragestellungen vermeiden.
  •  Zuerst hätte die grundlegende Frage erörtert werden müssen, ob staatliche Bildungseinrichtungen über ihren Bildungsauftrag  hinaus überhaupt einen Erziehungsauftrag haben. Denn das Grundgesetz überantwortet diesen den Eltern. Nicht umsonst quält Eltern die Sorge, dass ihr verbrieftes Elternrecht auf Erziehung durch den Staat weggeplant wird (s. meine ausführliche E-Mail an Sie und Ihr Team )
  • Nicht zur Sprache kam die Tatsache, dass es bei der Lehrplanreform nicht um Sexualkunde geht, sondern um die LSBTTI – Streuung über 12 Schuljahre, alle Fächer und durch wechselnde Lehrkräfte, so dass SchülerInnen permanent mit dieser Thematik konfrontiert werden, was ja von den Reformern im Sinne einer Dauerpräsenz  auch so beabsichtigt ist.
  • Vermieden wurde auch die psychologische Frage, ob denn der Dauerbeschuss mit LSBTTI in den Schülern vor lauter Überdruss nicht erst eine Aversion gegen diese Minderheit züchtet.
  • Sie machten sich auch nicht die Mühe, Lehrkräfte zu befragen, warum diese nicht gewillt sind, die geplante Dauerpräsenz mitzutragen.
  • Gezeigt wurden Klassen mit älteren Schülern. Aber die Reform umfasst ja SchülerInnen ab Klasse 1. Viele Eltern sehen darin eine Zumutung und Überforderung ihrer Kinder.
  • Auch kann ich als Lehrerin beim besten Willen keinen Zuwachs an Bildung darin erkennen, dass die Klassen über  Handhabung und Funktion von  Kondomen aufgeklärt werden. Das ist doch kalter Kaffee – blablabla! Gibt es keine bewegenderen Themen?
  • Es soll ja Kinder geben, die noch ein natürliches Schamgefühl haben und Intimes nicht in der Klasse breitgetreten wissen wollen.  Von  den Bildungsplanern und dem rbb wird aber so getan, als gebe es solche Kinder gar nicht. Man schlägt alle Schüler über den gleichen  LSBTTI-Leisten. Basta! Überdies werden sie und ihre Eltern als dümmlich und hinterwäldlerisch dargestellt. Feingefühl, Achtsamkeit und Respekt lässt der Lehrplan völlig vermissen, was durchaus als Diskriminierung gelten kann.
  • Schließlich bleibt noch die Frage, warum denn in den Schulen die Werte:  Liebe, Treue, Verbundenheit, Ehe und Familie nicht auch Gegenstand der Wissensvermittlung sind. Schließlich sieht sich Deutschland doch als WERTE-Republik!  Oder geht es bei der „neuen Bildung“ lediglich um Praktiken, Verhütung, Unverbindlichkeit und deren bedingungslose Akzeptanz?

Fairer Journalismus, meine Damen und Herren, sieht anders aus. Alle o.g. Fragen kamen in Ihrer Sendung nicht zur Sprache. Von Sachlichkeit und Ausgewogenheit keine Rede! Vielmehr darf man diese Sendung ablegen unter Stimmungsmache, Beeinflussung und absoluter Identifikation mit staatlichen Interessen ( Political Correctness). Ich hatte immer gehofft, die KONTRASTE- Sendung würde auch und gerade staatliche Vorhaben hinterfragen, emotionale Gewalt an Kindern aufdecken und Verfassungsrechte schützen    ( Art. 6 GG).

Schade!  Fehlanzeige auf der ganzen Linie!

Daher war Ihre freundliche Anfrage an unsere Elterninitiative leider nur ein leeres Versprechen, was ich sehr bedaure.                                                                                   Ich grüße Sie enttäuscht
Bärbel Fischer
ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Video: Wie Familien übers Ohr gehauen werden

Zur jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung, die sich mit der Benachteiligung der Familien aufgrund unseres Rentenrechts beschäftigt, gibt es einen kurzen sehr informativen Film ( 3 einhalb Minuten ), dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist ( Bild und Ton ).

Der Link hierzu: http://www.youtube.com/watch?v=h5d6GeUT_TM

Liebe Leser unserer Seite, bitte leiten Sie diese Information  in Ihren Verteilern weiter!

Folge 2 stellt einen Lösungsvorschlag vor: http://www.youtube.com/watch?v=-ufFmALwdJI

Freundliche Grüße                                                                                                          Bärbel Fischer

Werterepublik Deutschland?

In seinem Artikel: „Was ist der Wertrepublik die Ehe wert?“ fragt der Autor Johannes Röser, Chefredakteur der Wochenzeitung CHRIST  IN  DER  GEGENWART ( CIG 4 / 2014 )  hypothetisch nach den Auswirkungen alternativer Leitziele für einen werte-orientierten künftigen Lehrplan: 

Stellen wir uns nur einmal vor, im Bildungsplan-Entwurf würde zum Beispiel unter dem Punkt „Berufliche Orientierung“ formuliert:„Zusätzlich zu berücksichtigen unter dem Gesichtspunkt der Förderung von Ehe und Familie: Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der eigenen Sehnsucht nach stabilen, treuen partnerschaft­lichen Beziehungen und den heutigen Schwierigkeiten, diese zu leben, auseinander, mit dem Ziel, in der Berufsfindung auch Fragen der Familiengründung zu bedenken …“Oder bei  „nachhaltiger Entwicklung“: „Schülerinnen und Schüler kennen treue eheliche Beziehungen und reflektieren deren Bedeutung für Staat und Gesellschaft in einer mobilen, globalen Welt.“

Oder bei „Medienbildung“: „Schülerinnen und Schüler nehmen die Dauer-Präsentation kaputter Ehe- und Familienverhältnisse in Fernsehen, Film und sonstigen Medien als Verletzung der Menschenrechte wahr und erkennen, dass der Einsatz für ein gelingendes Ehe- und Familienleben auch in digitalen Medien ein wesentlicher Bestandteil von Zivilcourage in einer pluralen Gesellschaft ist.“

Solche Bildungsplan-Vorschläge sind vermutlich unvorstellbar. Ein Aufschrei kollektiver – medialer – Entrüstung ginge durch das Land. Unvorstellbar? Denken wir nochmal darüber nach.

Den ganzen Artikel lesen Sie Über folgenden Link:

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=4007272

 

Kretschmann soll die Kinder in Ruhe lassen

 „Dieser Bildungsplan, der vervollständigt und 2015 Realität an baden-württembergischen Schulen werden soll, sollte zur Pflichtlektüre aller Bundesbürger werden. Das wäre der einfachste Weg, diesem gequirlten und extrem aufgeblasen daher kommenden intellektualisierenden und gleichzeitig mies formulierten Quatsch nachhaltig zu entlarven. Als das, was er ist, nämlich eine bildungsfeindliche Indoktrinierungsplattform gegen Kinder und junge Menschen“, meint die Kolumnistin der „Wirtschaftswoche“ Bettina Röhl :

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-winfried-kretschmann-und-der-bildungsplan-2015-seite-all/9391974-all.html

 

Schöne neue LSBTTI-Welt!

Leserbrief an PUBLIK  FORUM

Zu „Homophobie in den Kirchen“ PF 2/2014

Versuchen Sie mal, das Vorhaben der BW-Landesregierung abseits des Homophobievorwurfs aus folgender Perspektive zu betrachten:

Lebkuchen und Schokoladennikoläuse ab September, Lichterglanz an Weihnachtsbäumen ab Mitte November, Dauerberieselung mit „Stille Nacht“ in Kaufhäusern drei Adventswochen lang. Und an Weihnachten ? Die Luft ist raus, Überdruss, Erschöpfung. Wo sind Vorfreude, banges Warten auf den Heiligen Abend, Heimlichkeit, Weihnachtsliederschauder, wohliger Tannen-und Kerzenduft geblieben? Wir haben den Kindern ihre großen Gefühle gestohlen, Weihnachten entzaubert, Weihnachtsbräuche kommerzialisiert durch Dauerbeleuchtung, Dauerberieselung, Dauerflitter.

Wohin wird die zwölfjährige LSBTTI-Dauerberieselung in baden-württembergischen Schulen führen? Die „Akzeptanz der Vielfalt“ soll ja nicht per zeitlich begrenzten Unterricht erreicht werden, sondern durch permanente, fächerübergreifende  Beschäftigung mit Sexualität über zwölf Schuljahre vom Milchzahn bis zum Bartwuchs,  jederzeit und überall bis zum Erbrechen, und unausweichlich! Das nennt sich blumig Leitprinzip.

Erwachsen geworden wird es den jungen Menschen so gehen wie mit Weihnachten, nur wird der emotionale Verlust weit dramatischer sein: die schönste Sache der Welt wird ihnen zum Hals heraus hängen und sie dauernd an Schule und diverse Lehrer erinnern. Sexualität – ausgelutscht, öde, abgedroschen, banal – einfach nur zum Gähnen!

Schöne neue LSBTTI-Welt! Wollen wir unsere Kinder weiter ent-emotionalisieren?

Übrigens, haben Sie in der ganzen Debatte auch nur einmal das Wort LIEBE vernommen? Nein? Ich auch nicht.

Bärbel Fischer

 

Murks

In dem Kommentarblog im Anschluss an die Stellungnahme zur Lehrplanreform in BW von Frau Christa Meves ( Psychologin und Autorin vieler Bücher ) auf http://www.freiewelt.net/bei-risiken-und-nebenwirkungen-fragen-sie-bitte-10021685/  antwortet Herr Dr. Gerd Brosowski  erfrischend sachlich, im Gegensatz zu vielen hässlichen Pamphleten. Er nennt das ganze Vorhaben handwerklichen MURKS.

Bei all den heftigen Diskussionen um die Absicht der baden-württembergischen Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in die Lehrpläne hineinzuschreiben, übersieht man leicht den groben handwerklichen Fehler, welchen die schwäbischen Lehrplantüftler sich geleistet haben und der schon auf den ersten Blick zu bemerken ist. Lassen wir einmal die Überlegung beiseite, ob der Erziehungsauftrag der Schule so weit geht, dass überhaupt eine Sexualerziehung statt einer schlichten Sexualkunde ohne einen expliziten gesetzlichen Auftrag erlaubt ist; bleiben wir nur beim Handwerklichen.

„Akzeptanz“ ist eine Einstellung, eine Gesinnung. Muss denn daran erinnert werden, dass Gesinnungen vorgetäuscht werden können? Dass es folglich unmöglich ist, herauszufinden, ob eine bestimmte Gesinnung vorliegt oder nicht? Ja, dass es moralisch verwerflich ist, auch nur zu versuchen, dies herauszufinden?                                       Lehrer als Gesinnungsschnüffler?

Erziehungsziele müssen unmissverständlich als Merkmale beobachtbaren Verhaltens formuliert werden; es darf nicht einmal der Eindruck entstehen, als ginge es darum, dem Schüler bestimmte Gesinnungen aufzudrängen. Wie etwa, um ein Beispiel zu nennen, soll herausgefunden werden, ob ein Schüler “Sensibilität für Stereotype” entwickelt hat? Ist eine solche Sensibilität ein objektiv beobachtbares Verhaltensmerkmal? Oder läuft es nicht vielmehr darauf hinaus, per inquisitorischem Herumschnüffeln in der Gedankenwelt des jungen Menschen diesem eine bestimmtes vorfabriziertes Urteil unterzuschieben?

Was ein Mensch sagt, schreibt, tut: Darauf kommt es an und nicht darauf, was ihm gerade durch den Kopf gehen mag. Verehrte Lehrplanfabrikanten: Sie haben Murks gemacht. Und jetzt bitte alle mitsingen: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten…“ Und dann das ganze fabrizierte Zeugs einstampfen und lange, lange den Mund halten.

Ein Hinweis zum Trost: Als Lehrplan ist das Geschreibsel ungeeignet, aber es gibt eine vorzügliche Grundlage für ein Kabarett ab. Man stelle sich etwa die Szene vor, in der eine vierzigjährige Lehrerin, Mutter zweier Kinder, vor einem Haufen feixender Fünfzehnjähriger oder vor streng blickenden Kopftuchmädchen versucht, in einem Tafelbild einen Überblick zu den unterschiedlichsten sexuellen Beziehungen und Praktiken zu geben.               Vielfalt? Unheilige Einfalt!

Rentendiskussion weiter im patriarchalen Denken gefangen

Pressemeldung,  30.01.2014, Verband Familienarbeit e.V.

Rentendiskussion weiter im patriarchalen Denken gefangen

Wer sind die Gewinner und Verlierer der schwarz-roten Rentenpolitik? – So wurde in den Tagesthemen der ARD am 29.1 gefragt. Als Gewinner wurden die Rentner und als Verlierer die Jungen ausgemacht. Das mag zwar richtig sein, lenkt aber vom Kern des Problems ab.

Der stellv. Vorsitzende des Verbands Familienarbeit, Dr. Johannes Resch, meint dazu: „Der Konstruktionsfehler unseres Rentenrechts liegt darin, dass die Renten der Erwerbstätigen allein von ihren Sozialabgaben abgeleitet werden, obwohl diese nur das Alter der vorangegangenen Generation finanzieren. Die eigenen Renten einer Generation werden dagegen ausschließlich von deren Kindern bezahlt und deshalb ausschließlich durch Kindererziehung erarbeitet, die aber zu keinem angemessenen Rentenanspruch führt.

Eltern, die diese Leistung erbringen, erhalten sogar meist weniger Rente als die, die keine Kinderkosten hatten und sich nur in geringem Umfang über ihre Steuern daran beteiligt haben. Der neue geringe Zuschlag für ältere Mütter wird in den Medien als Belastung der Jungen hingestellt. Die weit höhere Belastung der Jungen durch die meist hohen Ansprüche kinderloser Rentner/innen werden dagegen verschwiegen.

Benachteiligt sind immer die, die Kinder hatten oder haben. Hier liegt auch der wichtigste Grund für die zunehmende Familienarmut. Die Überforderung der Jungen ist erst eine Folge davon, dass kinderlose Bürger/innen zwar von der Sorge für Kinder freigestellt werden aber die erwachsen gewordenen Kindern sie im Alter trotzdem versorgen müssen.

Der ideologische Hintergrund für unser fehlkonstruiertes Sozialsystem liegt in einem tiefverwurzelten patriarchalischen Denken in Form einer Überbewertung der früher meist von Männern geleisteten Erwerbsarbeit und Unterbewertung der von Frauen geleisteten Erziehungsarbeit. – Da immer mehr Frauen kinderlos bleiben und die Väter die Last der Mütter mittragen müssen, ist aus der Frauen- längst eine Elterndiskriminierung geworden.

Eine Korrektur der schon seit der Rentenreform 1957 bestehenden Schieflage ist nur dadurch erreichbar, dass die Erziehungsarbeit der Erwerbsarbeit auch finanziell gleichgestellt wird, da diese Leistung heute – im Gegensatz zu früher – nicht nur der sozialen Sicherheit der Eltern dient, sondern der Gesamtgesellschaft.“

Im Auftrag des Verbandes Familienarbeit e.V.

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender
www.familienarbeit-heute.de
www.johannes-resch.de

Eben mal empören!

Leserbrief zum Leitartikel:  Schwäbische Zeitung , 29. 01. 2014

Eben mal empören

Sehr geehrter Herr Redakteur,

nein, von Markus Lanz wird Deutschlands Zukunft nicht abhängen, wohl aber davon, wie die Schulbehörde mit Kindern und ihren Eltern künftig umgehen will. Es ist schon bedenklich, wie leichtfertig das Elternrecht übergegangen wird, das „Eltern zuvörderst Erziehung und Pflege ( d.h. Schutz vor ungewollter Beeinflussung etc.)“ nach Art. 6,2 GG zuspricht, und nicht dem Staat! Und dies aus Gründen bekannter Erfahrungen aus der Nazivergangenheit.

Es gibt noch eine andere Perspektive, aus der Ihre Vermutung harmlos wirkt:

Das eigentliche Problem ist nicht der Sexualunterricht selbst, sondern die geplante permanente 12-jährige LSBTTI- Dauerberieselung in Sachen Sexualität über Kinder und Jugendliche, vom Milchzahn bis zum Bartwuchs hinweg, blumig „Leitprinzip“ genannt. Sachinformationen zu LSBTTI kann sich jeder Viertklässler aus dem Internet holen. Aber um Sachwissen geht es den Reformern gar nicht. Ihr Ziel ist: Sexualität in all ihren Varianten soll eine immerwährende gesellschaftliche ( und mediale) Präsenz bekommen.

Doof sind die so genannten Reformer nicht. Sie nutzen klug die psychologischen Mechanismen zur Gesellschaftsveränderung und bedienen sich dabei unserer wehrlosen Kinder. Und genau das ist perfide und inakzeptabel. Gehirnwäsche funktioniert wie Werbung: Dauerdosierung in kleinen Gaben, tägliche Konfrontation mit sexuellen Variablen, damit letztlich die Minderheit als Norm begriffen wird.

Wenn sie erwachsen sind, hängt unseren Schülern die schönste Sache der Welt endgültig zum Hals heraus:  abgedroschen, ausgelutscht, banal, öde – einfach nur zum Gähnen!

Noch eine kleine Bemerkung: Haben Sie in dieser Debatte auch nur ein einziges Mal das Wort LIEBE gehört oder gelesen? Nein? Ich auch nicht!

Damit grüßt Sie freundlich und nachdenklich

Bärbel Fischer

PS: 50 000 Unterschriften kamen übrigens nicht „eben mal“ per Klick, sondern wurden handschriftlich, mühsam in der Freizeit an Ständen und bei Elternabenden auf Fragebögen gesammelt. Auch als Journalist sollte man die Empörung der Bevölkerung ernstnehmen und nicht kleinreden.