Bravo, Frau Haderthauer!

Die bayrische Familien-und Sozialministerin fasste in ihrer Rede vor dem Bundesrat am 11. Mai 2012 zusammen, was das vereinbarte Betreuungsgeld leisten kann und will, und warum es, auch in seiner beschämenden Geringfügigkeit kommen muss. Hier der vollständige Wortlaut:

http://www.haderthauer-direkt.blogspot.de/

Kinder brauchen Mütter

Hanne Kerstin Götze, die Familienberaterin und Autorin des Buches “Kinder brauchen Mütter” spricht auf mdr-figaro mit Carsten Tesch über die risikoreiche Krippenbetreuung. Frau Götze macht anhand rein biologischer Fakten klar, wie risikoreich sich die staatlich propagierte Krippenbetreuung für unsere Kinder auswirkt, was natürlich der hirngewaschenen Krippeneuphorie zuwiderläuft. 

http://meinfigaro.de/inhalte/58d0187ab90a1095

Eltern brauchen mehr als nur ein Taschengeld

Der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, spricht sich für ein Erziehungsgehalt aus, das tatsächlich echte Wahlfreiheit für Eltern ermöglicht. Das geplante Betreuungsgeld ist nach seiner Ansicht nicht mehr als ein Taschengeld, und daher völlig unzureichend.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/welt/themendestages/themenderzeit/Weitere-Themen-des-Tages-Eltern-brauchen-mehr-als-nur-ein-Taschengeld;art742,3160353

Position der CARITAS hinterfragen

Postwendend kam vom Caritasverband die Begründung für die Pressemitteilung zum Betreuungsgeld ( s. Link ) Alles andere als eine Nachtlektüre!  Eine Einschätzung der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT soll Herrn Dr. Neher unsere Sichtweise der Dinge nahe bringen.

Position Betreuungsgeld

Sehr geehrter Herr Dr. Neher,

besten Dank für Ihre freundliche Antwort auf unser Schreiben vom 14. 05. 2012 und den Anhang zum Betreuungsgeld (BG). Gerne werde ich Ihr Angebot nutzen und Ihnen unsere Ansicht zu diesem Statement erläutern.

Zunächst freut uns Eltern, dass Sie die von den meisten Parteien geforderten Gutscheine ablehnen, weil diese die Erziehungskompetenz bedürftiger und nicht bedürftiger  Eltern generell in Abrede stellen.

Wenn man aber von „Bildungsgutscheinen“ für U3-Kinder spricht, dann schütteln wir nur den Kopf. Denn jeder Kinderarzt sagt Ihnen, dass Kinder in diesem frühen Alter alles andere als Bildung brauchen, sondern Nestwärme und die Präsenz ihrer Bezugsperson    ( Stimme, Geruch, Hautkontakt, steter Blickkontakt, Trost ). In jedem normalen Haushalt findet das Kind genügend Anregungen, sein Interesse zu entfalten. Die 1:1-B i n d u n g  des Elternhauses kann keine Krippe leisten. Also, man sollte nicht familienferne Betreuung schönfärberisch als „frühkindliche Bildung“ verkaufen. Und man sollte umgekehrt den Elternhäusern ihre Bildungskompetenz nicht absprechen. Sie und ich und alle Generationen vor uns sind in Elternhäusern gebildet worden bevor wir in die Schule kamen.

Die CDU-Frauengruppe macht sich ja für drei Gutscheinmodelle stark, welche, anstelle des Betreuungsgelds, die  Alterssicherung  von Müttern stützen sollen. Grundsätzlich ein guter Gedanke, weil das Geld dann wirklich den Frauen zugute kommt. Aber, es geht wohlgemerkt um die Unsumme von 3000.- Euro, die sich am Ende bei der Rente in Centbeträgen auswirkt. Aber die Damen trauen uns Müttern nicht einmal zu, drei Tausender sinnvoll selbst zu verwalten. Wir müssen offenbar an die Hand genommen werden, denn wir haben anscheinend alle unseren Verstand, unser Wissen, unsere Kompetenz im Wochenbett zurück gelassen. So jedenfalls predigen es uns die verknöcherten, kinderlosen Feministinnen ohne Unterlass mit Unterstützung der Parteien und der Medien!

Obiges aber, Herr Dr. Neher, nur am Rande. Was mich an Ihrer Stellungnahme zum BG am meisten ärgert, ist Ihre Auffassung, das BG sei ein ungerechtfertigter Entschädigungsanspruch für nicht genutzte staatliche Leistungen. Von der SPD als Totschlagargument erfunden wird diese Bezeichnung auch durch inflationären Gebrauch  nicht richtiger. Denn 1. kann man Kinderbetreuung nicht mit Museums- oder Theaterbesuchen vergleichen, weil das eine notwendig, das andere nicht notwendig ist,       2. müssen staatliche Leistungen für alle Bürger nutzbar sein. Krippenbetreuung wird aber nur von Kindern erwerbstätiger Eltern genutzt, nicht von Ihnen, nicht von mir, und 3.  müssen die Gebühren annähernd den Aufwand decken. Erwerbstätige Eltern decken mit ihren Gebühren aber maximal 20% der Kosten. Krippen sind also kein Angebot  zur Infrastruktur. Damit ist das besagte SPD-Argument gegen das BG so dämlich wie unbrauchbar.

Im Gegenteil: der Staat subventioniert sehr viel Geld in die externe Kinderbetreuung. Subventionen haben immer eine wirtschaftliche oder gesellschaftliche Steuerungsabsicht. Weil sich der Staat mehr Steuereinnahmen und die Wirtschaft mehr Wachstum wünschen, sollen Mütter so früh wie möglich zurück in den Betrieb (daher auch der Rechtsanspruch auf einen U3-Krippenplatz ab 2013). Aus dieser Tatsache wird heute kein Geheimnis mehr gemacht. Dies widerspricht aber genau dem grundgesetzlichen Verbot, dass der Staat die eine Erziehungsform fördert, die andere nicht. Genau dies geschieht aber, wenn ein Krippenplatz den Steuerzahler 24 000 Euro kostet, die elterliche Betreuung 0 Euro. Hier wird deutlich, wie sehr elterliche Fürsorge missachtet wird.

Zu meinem großen Erstaunen lese ich auf S. 3 : „Die Annahme, erwerbstätige Eltern bedürften  k e i n e r  Anerkennung ihrer Erziehungsleistung ist nicht nur grotesk….“ Wer behauptet denn so etwas? Ist das Polemik? Wir forderten niemals etwas anderes als        G l e i c h b e h a n d l u n g .  Gleichbehandlung hieße etwa: 500.- : 500.-., oder ein Erziehungsgehalt für alle Eltern, das sie nach eigenem Gutdünken für persönliche oder externe Kinderbetreuung verwenden können ( Wo steht denn geschrieben, dass der Steuerzahler die Kinderbetreuung erwerbstätiger Eltern zu finanzieren hat? Warum übernimmt diese Aufgabe nicht die Wirtschaft selbst, die doch den Profit von der Mütterarbeit einsteckt? )

Dass der CVD bedürftigen Eltern mit Hilfsangeboten über staatliche Transfers unter die Arme greifen will, ist eine sehr gute, akzeptable Lösung. Allerdings ist der Staat durch das Grundgesetz dazu sowieso verpflichtet. Einen Sockelbetrag von 300.- bis zum 3. Lj. weiter zu zahlen, ist ebenfalls eine gute Idee, obwohl wir das Elterngeld per se  als verfassungswidrig und als gesellschaftlichen Skandal ablehnen ( einkommensabhängiger Ersatz für entgangene Einkünfte. Dadurch werden Kinder zum Schadensfall für die Karriere degradiert. Die erwerbstätige Mutter erhält vom Steuerzahler 18 000 Euro mehr als die erwerbslose Mutter mehrerer Kinder:  mtl. 1800 Euro / 300 Euro ).

Wir reden hier nicht einem Betreuungsgeld, das noch nicht einmal geregelt ist, das Wort. Uns geht es um G e r e c h t i g k e i t.  Für einige unserer europäischen Nachbarn ist diese Debatte nur noch grotesk und lächerlich. Ohne bürokratische Kopfstände zahlen sie an Familieneltern bis 550 Euro bar bis zum 3. Geburtstag des Kindes. Frankreich bietet Eltern zusätzlich noch ein ganzes Spektrum an  finanzieller Entlastung – und kein Aufschrei der Nation!

Herr Dr. Neher, wenn die Kirchen nun auch noch mit den Wölfen heulen, verraten sie doch ihr eigenes Ethos. Nach unserem Verständnis müssten sie Sand im Räderwerk der Entfamilisierung sein und der ökonomischen „Verwertbarkeit“ von Eltern und Kindern Widerstand entgegensetzen.

Denn: Wer organisiert in den Gemeinden Familiengottesdienste, wer bevölkert den Kirchenchor, wer kümmert sich um die Nachbarn, wer bereitet Erstkommunikanten und Firmlinge auf ihr Sakrament vor? Alles durchweg ganz oder teilweise erwerbslose Mütter / Väter! Die Gemeinden leben von  p r ä s e n t e n  Eltern, die noch Kraft für Ehrenämter aufbringen.

Und noch eines: Fast jede Frau will wieder zurück in ihren Beruf,  z u v o r  aber will sie nicht nur Mutter werden, sondern für einige Jahre ohne finanzielle Benachteiligung auch Mutter sein. Sie will ihre Familie selber organisieren und nicht unter der Knute des Arbeitsmarktes funktionieren müssen. Sklaverei haben wir emanzipierten Mütter nicht verdient!

Damit grüße ich Sie im Namen der mit uns verbundenen Eltern in der Hoffnung, dass ich Ihnen unsere Sicht auf die unsägliche BG-Debatte vermitteln konnte.

i. A. Bärbel Fischer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hans im Glück?

Im Märchen tauscht Hans mehrmals seinen mühsam erworbenen, wertvollen Besitz gegen einen minderwertigen ein und freut sich jedes Mal  über seinen gelungenen Deal. Der Goldklumpen – Lohn für sieben Jahre Arbeit – ist ihm zu schwer, das Pferd zu wild, die Kuh zu bockig, das Schwein nicht ganz geheuer, die Gans gibt er für einen Wetzstein, und der fällt in den Brunnen.  Am Ende steht Hans mit leeren Händen da und ist glücklich, von seinem Ballast befreit worden zu sein. Nun könnte diese Mär ohne Weiteres  als Loblied auf die Genügsamkeit gesungen werden, wären da nicht die  Gewinner, die sich hämisch ob ihres geschickten Handels ins Fäustchen lachen, haben sie doch kräftig Profit gemacht mit der Naivität des einfältigen Burschen.

Dieses Märchen kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn es darum geht, wie wir leichtfertig unser wertvollstes Gut verschleudern, nämlich unseren Nachwuchs. Wir tauschen die Zeit mit unseren Kleinsten gegen die Zeit im Betrieb ein. Wir geben unsere Babys aus den Armen und legen sie fremden Leuten in den Schoß. Wir kümmern uns um die Zukunft des Betriebs, aber für die Zukunft der Familie fehlt uns die Kraft. Wir tauschen wertvolles Gold gegen einen Stein. Sind wir am Ende so glücklich wie Hans?  Haben wir Ballast abgelegt, oder haben wir zuletzt alles verloren, was uns lieb und teuer war?

Wer seine Kinder als Ballast empfindet, der kann heute beliebig tauschen. Wer sich am Ende glücklicher fühlt, Eltern oder Kinder oder keiner, das mag dahingestellt sein.

Eins aber steht fest. Bei dem Deal gibt es Profiteure und Verlierer. Die Profiteure, also Politik und Wirtschaft, wollen uns weismachen, dass der Kuhhandel „Familie gegen Betrieb“ nur zu unserem Vorteil ausgeht. Schließlich tauscht man ja, allenthalben belächelt und verhöhnt, unbezahlten, also „wertlosen!“ Dienst an der nächsten Generation gegen einen profitablen Job, der Karriere und Anerkennung verheißt. Abhängigkeit von Mann und Kind  wird in emanzipierte Unabhängigkeit umgetauscht. Auf den ersten Blick ein gutes Geschäft! Auf den zweiten Blick aber sind wir die Verlierer, wenn uns von der Familie nichts mehr übrig bleibt als ein paar Schlafplätze und zwei Wochen Familienurlaub auf Teneriffa.

Das Tragische an diesem Vergleich ist, dass die meisten Frauen diesen Deal nicht leichtfertig, sondern schweren Herzens eingehen. Sie werden dazu genötigt meist aus finanziellen Gründen. Politik und Medien tragen, blind einer feministischen Gleichstellungs-Ideologie folgend, das Ihre zur gesellschaftlichen Verdummung bei.

Doch einen Profiteur dürfen wir nicht vergessen. Er versteckt sich nämlich  listig hinter Parolen wie: „frühkindliche Bildung“, „Chancengleichheit“  oder: „Wir lassen kein Kind zurück!“ ( Hannelore Kraft, SPD ). Diese Parolen dienen zu nichts anderem, als dazu, unsere Kinder von der Wiege bis zum Abitur unter den Einfluss staatlicher Doktrin zu zwingen. So lassen sie sich am besten manipulieren, ob in weltanschaulicher, gesellschaftlicher oder sexueller Hinsicht. Am Ende zählt der kollektivierte Einheitsbürger ohne Substanz, der alles abnickt, alles schluckt, bis er daran erstickt.                          Hans im Glück oder Hans im Unglück?

Bärbel Fischer

CARITAS plädiert für Krippen

 Der DCV lehnt die aktuellen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes ab. „Ein Betreuungsgeld, das nur bezahlt wird, wenn auf öffentliche Kinderbetreuung verzichtet wird, ist ungerecht und unterstützt die Wahlfreiheit von Eltern nicht“, macht Caritas-Präsident Peter Neher angesichts der aktuellen Stunde heute im Bund deutlich.

…Viel wichtiger als endlose Debatten zur Einführung einer familienpolitisch zweifelhaften Leistung ist die Konzentration auf den Ausbau der Betreuung für unter 3jährigen”, fordert Neher. So zeichne sich ab, dass das Ziel eines flächendeckenden Angebots entsprechender Plätze bis zum Sommer 2013 nicht überall erreicht wird. “Wer Wahlfreiheit für Familien will, muss auch Betreuungsplätze anbieten.”

http://www.caritas.de/fuerprofis/presse/pressemeldungen/geplantesbetreuungsgeldsozialungerecht

Antwort der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Sehr geehrter Herr Neher!

In völliger Verkennung tatsächlicher Wahlfreiheit für Eltern fordern Sie im Namen der Caritas externe U 3-Kleinkindbetreuung, obwohl Sie wissen, dass die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit eine stabile Mutter/Vater-Kind-Bindung ist. Diese kann nicht in einer Krippe bei wechselndem Personal inmitten einer schreienden Säuglingsgruppe und unter Gleichaltrigen wachsen, wie Ihnen jeder Psychologiestudent im 5. Semester erklärt.  Wer schon an einem Heim für Erziehungshilfe tätig war, der kennt die Tragödien zu früh getrennter Kinder. Fast jedes Kind erlebt die frühe Trennung von der Mutter als Abschiebung, Unwertsein, Vernachlässigung und tiefe Kränkung und speichert im Gehirn dieses Erlebnis als Trauma. In der Folge wird sich das Kind ein Leben lang Opfer suchen, die die Rache für die frühkindliche Missachtung abbekommen.

Meine Frage: Müssen Kinder zuerst geschädigt werden, um  hinterher in CARITAS-Kinderheimen wieder aufgefangen zu werden?

Wahlfreiheit für Familienfrauen ist erst dann erreicht, wenn sie gegenüber Erwerbsfrauen keine finanziellen und gesellschaftlichen Nachteile erleiden müssen, wie es derzeit leider die Regel ist. Erst, wenn Familienarbeit und Erwerbsarbeit gleichrangig behandelt werden, wie es das BVerfG vor Jahren schon gefordert hat, ist Wahlfreiheit erreicht. Dafür, Herr Neher, sollte sich die Caritas einsetzen und sich nicht mit Peanuts abgeben. Dass über ein so lächerlich geringes Betreuungsgeld für die verantwortungsvolle und anstrengende Fürsorge um das Kleinkind, überhaupt gestritten wird, spottet jeglichem  Gerechtigkeitsempfinden.

Aus der miesen Situation heraus, in der sich Mehrkinderfamilien heute befinden, entstand vor drei Jahren im Landkreis Ravensburg unsere ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  mit ihrer Internetseite: www.familiengerechtigkeit-rv.de. Hier kann die Bevölkerung täglich lesen, wie übel Wirtschaft, Politik und Medien den Familien mitspielen, wie sie gedemütigt und missachtet werden. Kindermangel in Deutschland ist hausgemacht und die Folge dieser Geringschätzung.

Sehr geehrter Herr Neher, ich bin völlig schockiert über Ihr unverständliches Plädoyer zugunsten der Krippenbetreuung.  In Anbetracht des Sinneswandels bei der Caritas  überlege ich mir inzwischen, ob ich meine CARITAS-Auszeichnung zurückgebe. Auch werde ich meine Spenden an die Caritas einstellen, für deren Projekte ich mich jahrzehntelang eingesetzt habe.

Bitter enttäuscht grüßt Sie

i. A. Bärbel Fischer

Lesben und Schwule in der GEW

Die deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW veröffentlichte im April 2012 eine Untersuchung, inwieweit Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen,Trans* und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern Einzug gehalten hat, bzw. wie die Schulbücher dahingehend überarbeitet werden müssen, dass sie den Gender-Maximen genügen.

Eine gleichstellungsorientierte Analyse mit einer Materialsammlung für die Unterrichtspraxis 

http://www.gew.de/Binaries/Binary88533/120423_Schulbuchanalyse_web.pdf

Ev. Diakonie delegiert ihren Auftrag

Mit folgendem Schreiben wandte sich die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT an die Diakonie der Evangelischen Kirche:

Sehr geehrte Damen und Herren der DIAKONIE,

im Auftrag der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT teile ich Ihnen das Entsetzen der hier vereinigten Elternschaft über die Meldung mit, wie die DIAKONIE und der Präses der Evangelischen Kirche, Dr. Nikolaus Schneider, die so wichtige Familienarbeit selbsterziehender Eltern gegenüber staatlicher Betreuung missachtet. Bewusst oder aus selbstverschuldeter Unkenntnis wirft die DIAKONIE Kindergarten und Krippe in einen Topf und beruft sich mit ihrer Empfehlung auch noch auf jene Eltern, die ihre Kinder tatsächlich vernachlässigen. Wir hätten erwartet, dass die DIAKONIE, wie es bisher zumindest üblich war, den Elternhäusern in schwierigen Verhältnissen Ihre gezielte Hilfe und Begleitung anbietet. Statt dessen übertragen Sie dieses Amt künftig an staatliche Kinderbetreuungseinrichtungen. Damit sind zwar den Eltern ihre Kinder genommen, ihnen selbst aber nicht geholfen. Gerade die DIAKONIE müsste sich engagiert dafür einsetzen, dass sich Babies während der ersten drei Jahre in aller Ruhe an Mutter/Vater binden können, um Lebenssicherheit und Selbstbewusstsein zu schöpfen. Denn aus Ihren Kinderheimen wissen Sie ja selbst, welchen Schaden frühe Vernachlässigung und mangelnde Bindung bei Kindern hinterlässt. Professor Dr. Joachim Baur von der Uni Freiburg hat nachgewiesen, dass Trennung/ Abschiebung im kindlichen Gehirn das Schmerzzentrum erregt und Wut und Aggression auslöst, die häufig ein Leben lang bei Unbeteiligten abreagiert werden.

Unsere Ansicht ist, dass Kinder unter drei Jahren am besten zuhause betreut werden und erst bei gelungener Bindung frei werden für weitergehende soziale Kontakte mit Gleichaltrigen im Kindergarten. Daher sollte alles getan werden, um Eltern, die Hilfe brauchen, bei ihrer häuslichen Betreuung zu unterstützen.

Vergessen Sie bitte nicht, dass die allermeisten Kinder unter der Obhut liebender und fürsorglicher Eltern aufwachsen, denen aber von unserer Gesellschaft heute nur Schmähung und Abwertung entgegengebracht wird. Mit dem Ruf nach der Krippe verkennt sie generell die aufopfernde Leistung von Vätern und Müttern. Als polit-mediales Ideal wird Propaganda gemacht für vollerwerbstätige Eltern , die Kinder haben sollen, als hätten sie keine.

Es ist für uns unverständlich, dass die DIAKONIE so leichtfertig Ihre ureigenste Aufgabe auf öffentliche Einrichtungen abwälzt und Ihren christlichen Auftrag neuerdings selbst geringschätzt.

Wir wollen die DIAKONIE daher auffordern, sich wieder hilfsbedürftigen Eltern und Familien zuzuwenden, anstatt in den Chor der Wirtschaftsverbände einzustimmen mit dem fragwürdigen Ruf nach einer sog. „frühkindlichen Bildung“, der eine verlogene Umschreibung ist für die Bindung elterlicher Arbeitskraft an die Betriebe.

So verbleiben wir mit der Empfehlung, sich auf unserem Internetportal über die miese Situation heutiger Eltern zu informieren und sich mit entsprechendem Engagement dafür einzusetzen, dass Familienarbeit wieder die Wertschätzung erhält, die sie durch alle Generationen auszeichnete.

Mit freundlichem Gruß                                                                                                                  i. A. Bärbel Fischer

Diakonie diffamiert Eltern

Verband Familienarbeit
Pressemeldung

07. Mai 2012

Anlässlich der Jahreshauptversammlung des „Verbands der Familienfrauen und -männer e.V. (vffm)“ am 05. 05. 2012, wurde eine Namensänderung beschlossen zu „Verband Familienarbeit e.V.“ Zugleich wurde einstimmig folgende Resolution verabschiedet:

Diakonie diffamiert die Eltern

In einer Pressemeldung vom 27. 4. 2012 nimmt die Diakonie der Evangelischen Kirchen in Deutschland die geplante Anrechnung des Betreuungsgeldes bei Sozialleistungen zum Vorwand, es abzulehnen. Die Bildungschancen für die unter 3-jährigen Kinder seien in einer Krippe besser gegeben als bei den Eltern. Das ist schon angesichts der selbst im 8. Familienbericht beschriebenen qualitativen Mängel in den meisten Krippen eine abwegige Behauptung. Dazu kommt, dass in diesem Alter die Bindung zu mindestens einer festen Bezugsperson wichtiger ist als Bildung, denn eine gelungene Bindung ist Voraussetzung für das spätere Neugierverhalten und den Lernwillen des Kindes und damit für Bildung. Schließlich unterstellt diese Behauptung aber auch in unverschämter Weise, Eltern vernachlässigten generell ihre Kinder.

Zur scheinbaren Rechtfertigung beruft sich die Diakonie auf den `Kinderreport 2012` des Deutschen Kinderhilfswerks, der zur Auffassung kommt, dass die Mitbestimmung von Kindern in `Kitas` (Kinderkonferenzen, Kinderräte, Kinderparlamente) einen positiven Einfluss auf die Kinder habe. Damit können aber am ehesten Kindergärten, also Kinder über 3 Jahren, gemeint sein, die gar nicht Gegenstand der Diskussion um das Betreuungsgeld sind.

Die in der Bezeichnung `Kita` begriffliche Vermischung von Kinderkrippe und Kindergarten wird hier offensichtlich gezielt eingesetzt, um die Öffentlichkeit und die Eltern irreführend zu informieren und die Aussage des Kinderreports zu missbrauchen.

Wenn die Diakonie die Anrechnung des Betreuungsgeldes bei Sozialleistungen für falsch hält, sollte sie dessen Nichtanrechnung fordern, um einen Beitrag zum Abbau der Familienarmut zu leisten, statt es insgesamt abzulehnen. – Statt dessen wird der Ausbau von Krippen gefordert, die monatlich mindestens 1000 € pro Platz kosten, während den Eltern für die Betreuung ihrer Kinder nicht mal 150 € gegönnt werden. Damit lässt die Diakonie erkennen, dass sie in erster Linie an die Interessen der in ihren Einrichtungen Beschäftigten denkt, nicht dagegen an das Kindeswohl und die berechtigten Interessen von Eltern.“