Ausgerechnet Eltern von Kindern…

… sollen nach dem Willen der OECD

http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/rente-mit-67-oecd-raet-zu-laengerem-arbeiten/6736198.html

länger arbeiten, um  ihre eigene und die Renten Kinderloser zu sichern. Als ob Eltern durch die Sorge um Ihren Nachwuchs nicht schon mehr als genug für die Sicherung künftiger Renten getan hätten. Nicht im Traum denken die Autoren der neuesten Studie daran, die prekäre finanzielle Situation von vielen Familien der komfortablen Lage Kinderloser anzugleichen. Nicht im Traum fällt der OECD ein, man könnte etwa durch ein Erziehungseinkommen jungen Eltern Mut zu zwei oder mehr Kindern machen. Eine Verbesserung des Familieneinkommens durch Abgabengerechtigkeit oder eine Sicherung des Arbeitsplatzes für junge Eltern wird überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Im Gegenteil! Der Keil, den die OECD zwischen die deutsche Gesellschaft treibt, spaltet diese immer tiefer.

Die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  IM LANDKREIS  RAVENSBURG spricht sich explizit gegen eine  Verlängerung der Lebensarbeitszeit von Eltern aus. Sie will bei der Berechnung der Rentenansprüche von Eltern deren Lebensleistung durch Kindererziehung deutlich berücksichtigt wissen.

i. A. Bärbel Fischer

 

 

„Jedes Alter zählt!“ – wirklich?

Wer kümmert sich um die Alten? lautet die immer wieder aktuelle Frage in Politik und Gesellschaft. Hier „kommt auch zukünftig der Familie eine tragende Rolle zu, die die Bundesregierung stärken will“, heißt die Antwort aus Berlin. (Bundesministerium des Innern: Jedes Alter zählt, S. 28)

Warum finden Politiker eine familiäre Betreuung für Senioren wichtig, für kleine Kinder aber nicht? fragt man sich da. Gerade sie brauchen doch die Familie, weil der Nachwuchs am besten in der Obhut der Eltern gedeiht und Entwicklungsstörungen insbesondere dann auftreten, wenn er zu früh das Nest verlassen muss. Und ausgerechnet diese Menschen sollen später die Angehörigen pflegen, obwohl viele vermutlich mit dem eigenen Leben zu kämpfen haben, weil in den ersten Lebensjahren wichtige „Nährstoffe“ für ein gesundes Aufwachsen fehlten?

Diesen Widerspruch kann nur verstehen, wer die Motive politischer Entscheidungen bedenkt. In der Rangfolge ganz oben steht – wie wir alle wissen – der  Wunsch nach Macht und Einfluss, also nach guten Wahlergebnissen. Was den Nachwuchs glücklich oder unglücklich macht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, denn Kinder haben im Gegensatz zu Senioren kein Wahlrecht und Eltern lassen sich leicht hinters Licht führen, wenn Krippen und Ganztagsbetreuungen als Inbegriffe guter Förderung gelten.

Für ältere Menschen sieht die Sache besser aus. Sie können ihren Wunsch nach familiärer Betreuung in Worte fassen und begründen, was Kinder nicht so gut können – besonders nicht die allerkleinsten. Ihr Ausdrucksmittel sind „nur“ Tränen, die aber gern als Zeichen kleiner Gewöhnungsprobleme gedeutet werden. „Das ist normal und geht bald vorüber“, ist eine typische Floskel der Verharmlosung. Der entscheidende Faktor für die unterschiedliche Bewertung der Fremdbetreuung bei Alt und Jung ist jedoch die Tatsache, dass die wachsende Zahl älterer Menschen großen Einfluss hat auf Wahlen. Darum nehmen Politiker diese Generation ernst und hüten sich davor, deren Leid durch Massenabfertigung beiseite zu schieben. Sie unterstreichen es sogar und empören sich darüber, weil jeder wissen soll, welches politische Lager dafür eintreten wird, dass möglichst viele ältere Menschen in Familien statt Heimen umsorgt werden.

Leider tritt erst in vielen Jahren offen zutage, wie sich eine fremdbetreute Kindheit auf die jungen Menschen auswirkt – ob sie als Erwachsene überhaupt bereit sind und fähig, die politisch geplante „tragende Rolle“ in der Pflege ihrer Eltern oder Großeltern zu übernehmen. Dann erst wird feststehen, welche Auswirkungen die leichtsinnige Trennung von der Familie – besonders die von der Mutter – sowohl auf die menschliche Verbundenheit hat als auch auf die psychische und physische Stabilität.

Wie Warner in der Wüste erscheinen da jene Stimmen, die mit guten Gründen erhebliche Zweifel an einer zu frühen oder zu langen institutionellen Betreuung anmelden. Diese werden jedoch regelmäßig ignoriert, verhöhnt und verspottet. Was aus scheinbar kundigem Mund kommt, ist übermächtig – besonders dann, wenn alle ins gleiche Horn stoßen. Jeder rechnet sich auf dem Rücken der Kinder Vorteile aus und weiß, wie er sie als Gewinn für Mutter und Kind vermarktet.

Viele glauben naiv die neue Lehre und präsentieren sich stolz als Anhänger der Krippen- oder Ganztagsbetreuung. Wer zeigen möchte, dass er fortschrittlich denkt und ein moderner Mensch ist, reißt am besten noch Witze über „mittelalterliche“ Vorstellungen von Erziehung und Familie. Dieses Ritual gehört fast schon zum guten Ton, wenn man zum Kreis derer zählen will, die anerkannt werden, weil sie nicht hinter der Zeit stehen geblieben sind.

Wer weiß, vielleicht werden sie eines Tages wünschen, sie hätten es getan.

Ursula Prasuhn

Experten im Bundestag zu Fragen der Familiengerechtigkeit

DEUTSCHER FAMILIENVERBAND

G E R E C H T I G K E I T    F  Ü R     F A M I L I  E N

– nachhaltig und zukunftsorientiert –

Vieles ist derzeit im Umbruch. Eine Demografiestrategie, die Pflegeversicherungsreform, das Lebensleistungsanerkennungsgesetz stehen ins Haus. Neue Leistungen sollen einer steigenden Altersarmut vorbeugen, die Situation Pflegebedürftiger soll verbessert werden.

Der Deutsche Familienverband tritt seit vielen Jahren für eine gerechte und nachhaltige Familienpolitik ein. Gemeinsam mit allen Politikerinnen und Politikern, mit Vertreterinnen und Vertretern aller gesellschaftlich relevanten Gruppen suchen wir nach neuen Wegen in der Familienpolitik, die zukunftsorientiert sein muss und nicht die nachwachsende Generation überfordern darf.

Diese Veranstaltung wollen wir als Auftakt nehmen für weitere Diskussionen, für die Entwicklung von Alternativen und Strategien zur Umsetzung einer nachhaltigen Familienpolitik.

Mittwoch, 09.05.2012

14:00-18:00 Uhr

Sitzungssaal der CDU/CSU-Fraktion Deutscher Bundestag

14:00 Eintreffen im Saal

14:15 Begrüßung Dr. Klaus Zeh

14:25 Familiengerechtigkeit Prof. Dr. Anne Lenze

– Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts

14:45 Das Beitragskinderurteil 2001 Prof. Dr. Martin Schulte

Auswirkungen auf die Sozialversicherungen

15:05 Familienförderung? DFV

Der kleine Unterschied zwischen Brutto-Netto

15:20 Demografiereserve Marco Wanderwitz, MdB

Notwendigkeit und Anforderungen

15:30 Diskussion Moderation Robin Alexander, Die WELT

Podium

  • Dr. Jürgen Borchert
  • Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdB (angefragt)
  • Daniela Ludwig, MdB

Nachfragen an Referenten, Öffnung der Diskussion ins Auditorium

17:00 Ausklang mit offenen Gesprächen

18:00 Ende der Veranstaltung

 

 

Robin Alexander, Redakteur bei DIE WELT und WELT am SONNTAG,

bei Rowohlt erschienen: „Familie für Einsteiger- ein Überlebenshandbuch“

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdB,

Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Demografischer Wandelder SPD-Fraktion

Dr. Jürgen Borchert,

Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgencht,

Politikberater

Prof. Dr. Anne Lenze,

Professorin für Familien-, Jugendhilfe- und Sozialrecht an der Hochschule Darmstadt

Daniela Ludwig, MdB, Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion

im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung

Prof. Dr. Martin Schulte, Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der TU Dresden

Marco Wanderwitz, MdB Vorsitzender der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Dr. Klaus Zeh, Präsident des Deutschen Familienverbandes

Anmeldung

Eine Teilnahme ist wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Bundestag nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Sie erhalten eine Bestätigung per Email. In dieser wird der Gebäudeeingang mitgeteilt.

Bitte teilen Sie uns Ihre Teilnahme verbindlich bis spätestens 30.04.2012 per Email mit.

post@deutscher-familienverband.de

 

 

Lesenswert!

Dorothea Siems  kritisiert das Vorhaben von Kristina Schröder, das Betreuungsgeld  an Arztbesuche zu koppeln. Damit stünden alle Eltern unter Generalverdacht.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106186725/Ministerin-stellt-Eltern-unter-Generalverdacht.html

Der Sozialrichter Jürgen Borchert spricht in einem Interview in der Mainpost über die Ungerechtigkeit in der Familienpolitik.

http://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/-Sozialsysteme-auf-Sand-gebaut;art9517,6733145

Der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung mahnt eine neue Kultur der Familienfreundlichkeit an und hält den Grünen ihr Bundesprogramm von 1980 vor die Augen, in dem die häusliche Erziehung hochgeschätzt und ein Erziehungsgehalt gefordert wird.

http://www.fuldainfo.de/index.php?area=1&p=news&newsid=20340

 

143 mal danke für Ihre Zustimmung !

zu unserem Vorschlag, Familien gemäß den Vorgaben unserer Verfassung zu behandeln. Unsere Forderungen decken sich mit jenen des Deutschen Familienverbandes ( Dr. Albin Nees ) Der von der Bundesregierung  angeregte „Dialog für Deutschland“, auch Zukunftsdialog genannt, ist seit heute beendet. Im Juni soll ein Buch dazu erscheinen, und im Herbst gibt es einen Abschlussbericht. Ob und wie die Vorschläge von uns Bürgern die Regierung beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Enttäuscht wären wir schon, sollte diese Aktion lediglich eine Alibiveranstaltung zu mehr Bürgernähe gewesen sein.

Bärbel Fischer

PIRATEN familienfreundlich positioniert

Was ihnen niemand zugetraut hätte, haben die Piraten in ihr Positionspapier aufgenommen: eine geschlechterneutrale Gleichbehandlung, die Gleichbehandlung aller häuslich begleitenden Tätigkeiten, die Gleichbehandlung von häuslicher Begleitung und Beruf, die Gleichberechtigung der beruflichen Erwerbstätigkeit mit dem Beruf Assistent/in für Kinderbetreuung bzw. Pflege von Hilfsbedürftigen, etc.

https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/2472.html

Dies entspricht in weiten Teilen den familienpolitischen Forderungen der Ökologisch Demokratischen Partei Deutschlands ÖDP : 

http://www.ödp.de/programm/themen/familie-jugend-soziales/

der Familienpartei: 

http://www.familien-partei.de/

oder den Anliegen des Verbands der Familienfrauen und – männer vffm:

http://www.dhg-vffm.de/p/modules/news/

Sollten sich die WählerInnen also bei der nächsten Bundestagswahl an Sachthemen wie Familien- und Generationengerechtigkeit orientieren, so wäre die Piratenpartei neben ÖDP und Familienpartei eine durchaus attraktive Alternative zu SPD, Grünen, Linke, FDP und neuerdings auch der CDU. Vor allem die Frauengruppe der CDU verrent sich blindwütig in eine Position, die wahltaktisch das AUS der CDU bedeuten könnte, vor lauter Inszenierung eines „modernen“, d. h. arbeitsmarktaffinen Familienbildes, das sich an einem maskulinen Feminismus orientiert, den nicht einmal die berufstätigen Frauen im Lande wollen.

 

Wachstumsdebatte: Deutschland wächst mit seinen Kindern

Die Zukunft der Sozialsysteme hängt nicht an der abstrakten Wirtschaftsleistung, sondern vor allem an den Kindern: ein Plädoyer gegen den blinden Ökonomismus. Dies vertritt der ehemalige Verfassungsrichter PAUL KIRCHHOF in seinem FAZ-Beitrag.