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Sehr geehrter Herr FDP-Parteichef Christian Lindner,
mit Interesse las ich heute in der Schwäbischen Zeitung, einem in ganz BW gelesenen Blatt, über das FDP-Dreikönigstreffen in Stuttgart. Zum ersten Mal besinnt sich Ihre Partei offensichtlich auf ihre Mitglieder, die das „gemeine Volk“ repräsentieren. Das gemeine Volk, das sind wir, die Familien im Lande, die seit Jahren in allen vergangenen Koalitionen Einbußen an unseren Rechten erleiden mussten. Weil die FDP aber für sich in Anspruch nimmt, für Freiheitsrechte der Bürger zu kämpfen, wendet sich die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT direkt an Sie, als die neue Führung der Freien Demokraten.
Wie Sie, Herr Lindner, wissen spricht unser Grundgesetz den Eltern in Art. 6 GG das Recht und die Pflicht zu, selbst für die Erziehung ihrer Kinder Sorge zu tragen. Es warnt sogar davor, dieses Elternrecht an Dritte (den Staat ) abzutreten. Der Staat habe die Verantwortung der Eltern zu respektieren und sein Möglichstes zu tun, um elterliche Autonomie zu schützen ( BverfG 10. 11. 1998).
Mit dem Elterngeldgesetz von 2007 ist aber ein verfassungswidriges Novum eingetreten, das Eltern in zwei Klassen teilt, weil es nicht die Erziehungsleistung der Eltern honoriert, sondern das vorangegangene Erwerbseinkommen. Damit werden alle Eltern missachtet, die wegen vorhandener Kinder vor der Niederkunft erwerbslos waren, oder in der Ausbildung, oder weil sie ihr Kind länger als ein Jahr selbst betreuen wollen. Hier greift der Staat massiv in die Persönlichkeitsrechte seiner Bürger ein. Nach Artikel 3 GG sind alle Bürger, also auch Eltern gleich zu behandeln.
Durch die massive Krippensubventionierung unter sträflicher Vernachlässigung der Wertschätzung elterlicher Kinderbetreuung entstand eine neuerliche Ungleichbehandlung, weil die Krippenkinder erwerbstätiger Eltern dem Staat ein Zigfaches dessen wert sind, was er für Familienkinder übrig hat ( s. Flyer ) Die einseitige Krippenförderung verstößt gegen das Elternrecht, weil es die Wahlfreiheit der Eltern erheblich beeinflusst zugunsten einer Erwerbstätigkeit beider Eltern. Die Perspektive junger Eltern, mit ihren eigenen Kindern leben zu wollen, lässt sich immer weniger verwirklichen.
Des Weiteren krankt unser Sozialsystem daran, dass Familienarbeit lediglich als Hobby angesehen wird und nicht als gleichwertiger Beitrag zum Generationenvertrag. So zahlt ein Vater von 5 Kindern den gleichen Beitrag an die Sozialsysteme wie ein kinderloser Single ( minus 0,25 % zur Pflegeversicherung ) Das ist , Herr Lindner, UNRECHT! Der finanzielle Aufwand von Eltern für jedes ihrer Kinder beträgt weit mehr als 100 000 Euro! Dazu muss einkalkuliert werden, dass jedes geborene Kind im Laufe seines Lebens an die Solidargemeinschaft das Fünffache dessen zurückgibt, was es einst vom Staat als Transfer erhalten hat.
Mit den Verbrauchssteuern führen insbesondere Familien den Löwenanteil in die Staatskasse, den sich Bürger ohne Erziehungsverantwortung sparen. Je mehr Kinder desto mehr Steuern! Kann das RECHT sein? Bisher galt das Prinzip, dass stärkere Schultern mehr Lasten tragen sollen.
Sehr geehrter Herr Lindner, wir von der ELTERNINITIATIVE wenden uns explizit an die FDP als der Partei, welcher die Freiheitsrechte der Bürger ganz besonders am Herzen liegt. CDU, SPD, GRÜNE, LINKE missachten weiterhin rücksichtslos die Anliegen der Elternschaft, denn dem aktuellen Koalitionsvertrag sind die Forderungen von uns Eltern keine Silbe wert! Wie wäre es, wenn die FDP künftig die Freiheitsrechte von Familien auf ihr Panier schriebe? Wahrscheinlich hätte sie einen enormen Zuwachs an Wählerstimmen zu verbuchen. Inzwischen hat nämlich auch die AfD erkannt, dass Familien zu den Verlierern der Nation verkommen sind, und will ihrerseits für Familienrechte kämpfen.
Sollten Sie Zweifel an unserer Argumentation haben, so empfehlen wir Ihnen die Lektüre von „SOZIALSTAATSDÄMMERUNG“, Autor: Dr. Jürgen Borchert, vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht, Darmstadt, Riemann-Verlag München 2013. Eindeutiger lässt sich die Misere deutscher Familien-und Sozialpolitik nicht beschreiben.
Im Auftrag der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT wünsche ich der FDP zu ihrer Regeneration viel Erfolg!
Bärbel Fischer
Sehr geehrter Herr Bundesverfassungsrichter…
Sehr geehrter Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, sehr geehrter Herr Professor Dr. Ferdinand Kirchhof,
als Mitglied der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT verfolgte ich aufmerksam Ihre Rede „Schräglage zulasten der jüngeren Generation vermeiden“ vom 29. November 2013 bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Unserer Initiative geht es ausschließlich um gerechte Strukturen zwischen den Generationen und innerhalb der Generationen.
Darum werde ich mit diesem Schreiben speziell auf Ihre Behauptung eingehen, heute würde in der öffentlichen Diskussion kinderlosen Mitbürgern vorgeworfen, sie erfüllten ihre Aufgabe im Gemeinwesen nicht, weil sie keine Kinder aufziehen. Das wäre dann in der Tat ein Verstoß gegen Art. 2 Abs. 1 GG, der besagt, dass der Staat sich nicht in die individuelle Lebensgestaltung seiner Bürger einmischen darf.
Es geht aber gar nicht darum zu fordern, alle Paare müssten Kinder aufziehen, sondern es geht darum, die KONSEQUENZEN für seinen persönlichen Lebensentwurf zu tragen. Hier ist leider festzustellen, dass Kinderlose sich nicht ausreichend an den Kosten beteiligen, die eine junge Generation beansprucht. Denn heute sind Familien mit Kindern zum Lastesel der Nation geworden, wie Sie unschwer dem Buch des Sozialrichters Dr. Jürgen Borchert SOZIALSTAATSDÄMMERUNG (Riemann Verlag, München 2013 ) entnehmen können. Auch Sie wissen, dass die Kinderarmut / Elternarmut rasant zunimmt, sich seit 1965 sogar versechzehnfacht hat. Bürger ohne Kinder profitieren aber enorm von den Abgaben der Eltern, ohne dass sie dies selbst weder beabsichtigen noch wissen. Denn es ist die Struktur unseres Sozialsystems, die Elternschaft bestraft und Kinderlosigkeit belohnt. Denn je mehr Kinder ein Elternpaar hat, desto mehr Abgaben fließen an den Staat. Es geht allein darum, diese skandalöse „Schräglage“ zu beseitigen, nicht darum, Leuten ihre Kinderlosigkeit vorzuwerfen.
Nicht nur für nachwuchslose Bürger, sondern auch für uns Eltern, Herr Dr. Kirchhof, muss Art. 2 GG Geltung haben. Leider aber sehen wir, dass der Staat uns dieses Recht mehr und mehr einschränkt. Nicht nur, dass unser Sozialsystem sich weigert, unseren generativ-gesellschaftlichen Beitrag als LEISTUNG AUF DIE ZUKUNFT zu würdigen, sondern auch, dass uns weder zeitlich noch finanziell mehr gestattet wird, unsere Kinder SELBST zu erziehen. Krippenbetreuung wird mit mehr als 1000 Euro mtl. bezuschusst, während selbsterziehende Eltern leer ausgehen. Wir sehen darin einen groben Verstoß gegen die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung, die sich schon heute nur sehr betuchte Eltern noch leisten können.
Sehr dankbar registrieren wir, Herr Dr. Kirchhof, dass Sie die Fürsorgepflicht des Staates für Familien so hoch einschätzen. Aber dann ist der Staat auch in der Pflicht, es Paaren überhaupt zu ermöglichen, sich für Kinder zu entscheiden.
Nicht nur Eltern, sondern auch Nichteltern haben eine Verantwortung gegenüber der nachwachsenden Generation, von der sie im Alter zusätzlich profitieren. Daher müssen nicht nur Eltern, sondern auch Nichteltern die Konsequenzen für ihren persönlichen Lebensentwurf tragen.
Dies meint jedenfalls die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT, vertreten durch
Bärbel Fischer
mit freundlichen Grüßen in der Hoffnung auf Ihre geschätzte Antwort.
PS: Ich lege Ihnen die Tabelle des Deutschen Familienverbandes DFV bei, die deutlich nachweist, wie dramatisch Familien mit jedem weiteren (so sehnlichst erwünschten) Kind weiter ins existenzielle MINUS abgleiten.
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Lesen oder hören Sie die ganze Rede:
http://www.kas.de/wf/de/33.36198/
Wenn Sie wüssten, Frau Schwesig,
mit welchen Schwierigkeiten mehr als 3 000 000 Frauen in Deutschland jeden Tag zu kämpfen haben, während Sie sich für eine Frauenquote für maximal 500 Damen stark machen, um diese als Quotenfrauen in die DAX-Vorstandsgremien zu lancieren, ich glaube, Sie könnten nicht mehr schlafen.
Ist die Frauenquote wirklich Ihr Aushängeschild? Reicht Ihnen dieser Coup für Ihre persönliche politische Erfolgsbilanz im Hinblick auf Ihre künftigen Ambitionen? Sind Ihnen die restlichen Frauen schnuppe, auch wenn gerade wir es sind, die den Karren der Gesellschaft durch unseren Einsatz fast alleine ziehen? Denn das, was Ihre Quotenfrauen leisten, das leisten wir Mütter Tag für Tag und Nacht für Nacht zigtausendfach, allerdings ohne Vergütung! Wir hätten auch gerne mal eine Anerkennung dafür, dass wir in jahrelangem Einsatz der Gesellschaft junge Leute zur Verfügung stellen, die den Gesellschaftsvertrag erfüllen helfen.
Sie können doch nicht wegen 500 Damen völlig aus dem Blick verlieren,
- dass eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch zeitlich versetzt möglich sein muss, damit wir uns so um unseren Nachwuchs so kümmern können, wie er es verdient. Eine gleichzeitige Vereinbarkeit raubt uns Frauen den letzten Nerv.
- dass Müttern schon allein durch ihren erzieherischen Einsatz eine angemessene Rentenanwartschaft zusteht. Denn ohne unsere Kinder klappt das ganze Rentensystem irgendwann zusammen. Und was ist mit den Vätern, die sich in die Kindererziehung einbringen? Auch sie erleiden Abschläge in ihrer Rente.
- dass uns Frauen der Wiedereinstieg in unseren erlernten Beruf so schwer gemacht wird, wenn wir zugunsten eines gesunden Nachwuchses ein paar Jahre auf Erwerbsarbeit verzichtet haben. Wir haben uns doch durch die Familienarbeit um die Gesellschaft verdient gemacht! Warum rutschen wir dann ins berufliche Abseits, so als müssten wir bestraft werden?
- dass in Deutschland die Familie marktkompatibel funktionieren muss, anstatt dass die Politik den Arbeitsmarkt familienkompatibel gestaltet.
Dies alles, Frau Schwesig, ist politisch unbeackertes Brachland, das zu bestellen Sie und Ihre Kollegen sich schlicht weigern.
Mein Hauptproblem aber, Frau Schwesig, ist, dass ich bei allem guten Willen nicht begreife, dass gerade die SPD sich um solche LUXUS-Angelegenheiten wie eine Frauenquote kümmert, anstatt sich Sorgen um die riesige Mehrheit von uns Frauen / Müttern im Lande zu machen. Was ist denn mit der SPD passiert? Ich kenne diese Partei nicht mehr wieder! Hat sich das wohlbestallte Berliner SPD-Personal völlig den Wirtschaftsparteien unterworfen?
Schon allein aus diesem Grund, Frau Schwesig, lehne ich die künftige große Koalition kategorisch ab. Meine Sympathien für unsere Arbeiterpartei sind inzwischen auf NULL angekommen.
Tut mir leid!
Und so grüße ich Sie kopfschüttelnd, aber mit der gebotenen Freundlichkeit
Bärbel Fischer
für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Presseclub spart die entscheidende Frage aus
Sehr geehrter Herr Schönenborn,
immer wieder bin ich beeindruckt, wie souverän Sie den Presseclub moderieren.
Trotzdem habe ich ein grundsätzliches Problem: Warum spart der PresseClub in der Diskussion um die Renten das entscheidende Thema „Nachwuchs“ aus, wohl wissend, dass ohne Kinder kein zukunfssichernder Staat zu machen ist? Nur in kleinen Einwürfen äußern sich Ihre Journalist_innen dazu, um dann wieder zur Riesterrente o. ä. abzuschweifen. Man scheint sich einig darin zu sein, dass es eben leider an Nachwuchs fehlt, und gibt sich achselzuckend damit ab. Dass unsere Regierungen aber seit Jahrzehnten aus Angst vor Verlust von Wählerstimmen dieses Thema ängstlich umgehen und die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts nach Gleichstellung von Eltern und Kinderlosen ignorieren, kommt in Ihrem PresseClub leider nie zur Sprache. Mehr Nachwuchs, und damit künftige Beitragszahler *) zu generieren, das ist wohl ein Tabu-Thema, sowohl für unsere Politik als auch für die Medien.
*) Dabei denken künftige Eltern bei ihrem Kinderwunsch daran wirklich zuletzt!
Wie kann man in einer Gesellschaft den Nachwuchs fördern?
Die Rezepte, Herr Schönenborn, liegen längst auf Halde. Nur – die Politik wagt sich nicht an eine Reform unserer Sozialgesetze, welche die eigentliche Ursache für unseren Kinderschwund sind. 1957 gut gemeint , aber im Endeffekt tödlich für den Nachwuchs, erzeugen sie Kinder- und Altersarmut, anstatt diese zu verhindern. Weshalb sollten sich Paare wohl für Kinder entscheiden, wenn dieser generative Beitrag von Eltern unserer Gesellschaft null und nichts wert ist? Die Schmähung von Eltern als Schmarotzer und der medial verbreitete, aber längst widerlegte, Geldregen von 200 Mrd. jährlich ( in Wirklichkeit aber kaum 55 Mrd.) über Familien, tun das Übrige dazu. Verschwiegen wird nämlich ostentativ, dass jedes geborene Kind im Laufe seines Erwerbslebens das Fünffache dessen an die Gesellschaft zurückgibt, was es einst an Förderung im Jugendalter vom Staat erhielt!
Werter Herr Schönenborn, leider ist der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert, leitender Richter des Hessischen Sozialgerichts Darmstadt, kein Zeitungs-Journalist, obwohl er über die Presse bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat, zuletzt SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann.Verlag München 2013. Glasklar beschreibt er darin, wohin die Reise geht, wenn sich an der Struktur unserer Sozialsysteme nichts ändert. Trotzdem würde ich Ihnen empfehlen, Herrn Dr. Borchert in Ihre Runde einzuladen. Denn er ist weit beschlagener als alle Ihre Journalisten. Zumindest würde ich Ihnen ein informativ-privates Interview mit ihm empfehlen. Er wird Ihnen die Augen öffnen dafür, wie es um unser inzwischen konterkariertes Sozialsystem bestellt ist.
Mit besten Wünsche grüßt Sie
Bärbel Fischer
ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Volkskrankheit Kinderarmut
Herrn Caritasdirektor Wolfgang Tripp Diözese Rottenburg-Stuttgart Strombergstr. 11
70188 STUTTGART
Betr.: Ihr Interview in der Schwäbischen Zeitung, 16. 11. 2013
Sehr geehrter Herr Tripp!
Interessiert las ich heute das Interview, das Sie der Schwäbischen Zeitung zur Kinderarmut in der Region gaben. Wie schnell vor allem Alleinerziehende *) in die Armut, und damit in eine Elendsspirale rutschen, das muss uns allen sehr zu denken geben.
Noch erschreckender finden wir von der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT im Landkreis Ravensburg, dass in Baden Württemberg jedes 15. Kind von Armut bedroht ist. In anderen Bundesländern sieht es noch schlimmer aus, und in manchen Stadtteilen der Großstädte gibt es Quoten von fast 50%. Bundesweit ist jedes 5. Kind armutsgefährdet, so das Statistische Bundesamt. Obwohl sich seit 1965 bis 2012 die Zahl der Geburten von 1,3 Millionen auf rund 650 000 halbiert, und der Reichtum in Deutschland sich seit damals ver-zigfacht hat, darben 2,5 Millionen Kinder hierzulande Tag für Tag.
Herr Tripp, es handelt sich hier eindeutig um ein politisches Problem, das durch alle Anstrengungen der CARITAS nicht behoben werden kann. Daher wundert uns sehr, dass die CARITAS nicht schon längst auf die Barrikaden gegangen ist, um unsere Politiker wachzurütteln. Denn der Skandal unseres armutsfördernden Sozialsystems stinkt zum Himmel! Der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert, leitender Richter am Hessischen Landessozialgericht Darmstadt, hat in seinem, im Mai 2013 erschienenen Buch SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann-Verlag München, Klartext gesprochen. Eine glasklare Analyse! Dass materielle Armut ganz schnell zur Bildungsarmut wird, das haben Sie, Herr Tripp, ja eindrücklich beschrieben. Borchert: “Das ist nicht nur eine Schande, sondern Zukunftsvernichtung!“
Es lässt sich unschwer feststellen, dass unser System Armut erzeugt, anstatt sie zu beheben. Das liegt vor allem daran, dass Eltern die gleiche Abgabenlast in die Systeme zu zahlen haben wie Singles, so als hätten sie keine Kinder zu versorgen. Außerdem zahlen die Eltern ein Vielfaches an Verbrauchssteuern, die sich erspart, wer keine Kinder zu versorgen hat. Es kann doch nicht sein, dass die jungen Familien als Melkkuh der Nation herhalten müssen!
Dabei gibt es mehr als ein Konzept, wie GERECHTIGKEIT unter den Generationen wieder hergestellt werden kann. Nur für alle diese Vorschläge ist unsere Politik blind und taub. Im Vierjahresrhythmus kümmern sich unsere gewählten Regierungen darum, wie Wählerstimmen erhalten oder dazu gewonnen werden können. Pflege, Fürsorge und Investitionen für die nachwachsende Generation scheinen nicht in ihr blutleeres Konzept zu passen. An der Einsicht, dass junge Pflanzen nährstoffreiche Böden brauchen, damit die Ernte gesichert ist, fehlt es in Deutschland fundamental.
*) Sie vergaßen zu erwähnen, dass ganz normale Familien mit ein oder zwei erwerbstätigen Eltern und mehr als 2 Kindern auch schon gefährlich nahe ans Prekariat geraten, denn, so der Deutsche Famiienverband e. V., bei einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro landet die fünfköpfige Familie trotz Kindergeld mit einem Betrag von 3 427.- unter ihrem Existenzminimum, während bei gleichem Einkommen das kinderlose Ehepaar im Jahr über 5 977.- frei verfügen kann. Kinderlose Singles leben noch üppiger. Eltern mit mehr als drei Kindern verlieren noch mehr an ihrer existenziellen Basis. http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/Horizontaler_Vergleich_2013.pdf )
Werter Herr Caritasdirektor, diese Bilanz muss Ihnen doch mehr als zu denken geben! Vielleicht versteht sich die CARITAS lediglich als Notarzt. Aber ohne eine effektive Verkehrs-und Gesundheitspolitik sind auch unsere Notärzte überfordert. Die Unfälle und die Kollapse würden die Kapazität der Ärzte weit übersteigen.
So bitten wir, als eine Vereinigung besorgter Eltern, Sie inständig, sich nicht nur um Notfälle zu kümmern, sondern wirklich einmal aktiv zu werden, um die Missstände deutscher Sozialpolitik aufzuklären und anzugehen.
Dabei geht es nicht nur um das Wohlergehen der Kinder, sondern auch um das Ansehen eines der reichsten Länder der Welt. Wir mästen unsere Bankkonten und setzen unseren Kindern einen billigen Fraß vor, damit sie nicht sofort verhungern.
Damit, sehr geehrter Herr Tripp, grüßen wir Eltern Sie in der Hoffnung, dass auch die CARITAS sich nicht weiter an Symptomen abarbeitet, sondern sich politisch vernehmbar mit der Diagnose der Volkskrankheit KINDERARMUT beschäftigt.
Für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Bärbel Fischer
Dieser Brief ging mit gleicher Post zur Information an 42 Bürgermeister des Landkreises Ravensburg, und an den Caritasverband Deutschland.
Kinderschwund toppen statt stoppen!
Vorsicht: Satire!
Deutschland ist in vielerlei Hinsicht Spitze. So auch im Geburtenschwund, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes erneut verraten. Europarekord, bravo! Doch auch dieser lässt sich auf Vorstoß von BW und NRW im Bundesrat mit Sicherheit noch toppen, indem die „Pille danach“ künftig rezeptfrei zu haben sein soll, griffbereit sozusagen. (Was sagt dazu der grüne Christ Winfried Kretschmann?) Aber es gibt noch genügend andere Vorschläge, den Kinderschwund zu unterbieten, als da wären die ideologie-triefenden Rezepte der linksorientierten Parteien, die in der gängigen Familie ihr Feindbild Nr. 1 ausmachen.
- Zunächst gehören demnach Kindergeld und Freibetrag eingefroren,
- das Ehegattensplitting,
- die beitragslose (?) Mitversicherung von Kindern
- und das Betreuungsgeld abgeschafft und
- eine höhere Mütterrente als unbezahlbar verteufelt.
Denn wer als junge Frau schon weiß, dass sich Kindererziehung in jungen Jahren mit extrem knapper Kasse, und im Alter überdies mit bitterer Armut rächt, der hat kaum noch eine Wahl. Kluge Akademikerinnen kapieren das am schnellsten.
Außerdem könnte man die immateriellen Schwundschrauben durchaus noch weiter anziehen. Hier sind besonders Medien und Wirtschaftsinstitute gefragt:
- Familien permanent als die Schmarotzer der Nation zu verunglimpfen, dürfte weder Journalisten noch Ökonomen schwerfallen, auch wenn die Fakten genau das Gegenteil beweisen.
- Praktikabel ist auch, „wissenschaftliche“ Gutachten über die „Rentabilität“ familienpolitischer Leistungen durch Wirtschaftsinstitute erstellen zu lassen. Auch wenn die Ergebnisse wissenschaftlich unhaltbar sind und den Steuerzahler zweistellige Millionenbeträge kosten, mit ihnen lässt sich – unter Vermeidung professioneller Methoden – fabelhaft nachweisen, dass Familiengerechtigkeit blanker Unsinn ist.
- Als sehr effektiv hat sich auch das mediale Totschweigen der „Rendite“ erwiesen, die jedes einzelne geborene und ausgebildete Kind in seiner Erwerbskarriere für die Gesellschaft erwirtschaftet. Sie macht nämlich den fünffachen Betrag dessen aus, was der Staat in den jungen Menschen einst investiert hat. Dass Eltern den Löwenanteil der ihnen gewährten “Leistungen” paradoxerweise aus eigener Tasche bezahlen ( Steuern, Abgaben, Verbrauchssteuern ), darf natürlich weder evaluiert werden, noch in die Öffentlichkeit dringen.
- Aus dem Rechtsanspruch auf elternferne Ganztagsbetreuung von 1-14-jährigen Kindern muss dringend eine Pflicht werden, damit Eltern so ungestört erwerbstätig sein können, als hätten sie keine Kinder.
- Und natürlich gehört Artikel 6 ( Schutz von Ehe und Familie ) schnellst möglich aus dem Grundgesetz zugunsten alternativer Lebensmodelle gestrichen.
- Am allerwichtigsten aber wird sein, dass alle künftigen Regierungen, egal welcher Couleur, sich weiterhin weigern, die familienbezogenen Urteile des Bundesverfassungsgerichtes seit 1992 umzusetzen. Denn sonst würde der finanzielle Aufwand von Eltern für ihre Kinder auch auf diejenigen umgelegt, die keinen Nachwuchs groß ziehen – anstatt umgekehrt!
Hat es Deutschland geschafft, die Geburtenzahl seit 1965 von 1,3 Millionen auf 650 000 zu halbieren, so könnten die oben genannten Maßnahmen durchaus geeignet sein, diese auf ein Drittel oder besser auf ein Viertel zu senken. Denn schließlich befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden zur Weltmeisterschaft in der Disziplin NO KIDS.
Bärbel Fischer
für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
info@familiengerechtigkeit-rv.de
Hameln ist heute und überall!
Fahren Sie auch manchmal mit stark gedrosseltem Tempo durch Spielstraßen? Wir wollen ja Rücksicht nehmen auf spielende Kinder. Doch wo sind sie? Keine Kreidemalerei auf der Fahrbahn, kein rollender Ball, kein Dreirad, kein Puppenwagen, kein einziges Kind weit und breit! Die Straßen, die Spielplätze, die Häuser – alle leer – ganztags! Da fallen mir die leeren Häuser der Stadt Hameln ein, von denen das Rattenfängermärchen erzählt.
Der Gaukler hatte die Bürger mit dem Zauberton seiner Flöte von der schrecklichen Rattenplage befreit. Endlich!
Jetzt kann man in der Stadt wieder ungestört seinen Geschäften nachgehen, jetzt klingelt endlich wieder Geld in der Kasse, jetzt kann der Markt wieder florieren! Business must go! Nur keine Zeit verplempern mit Kinderkram bei Heim und Herd! Time is money!
Vergessen sind Achtung und Redlichkeit, Handschlag und Ehrenwort. Ohne den versprochenen Lohn für seinen Dienst, nicht einmal mit einem Mindestlohn muss der Rattenfänger wieder abziehen.
Doch die Rache lässt nicht lange auf sich warten.Von ihren rastlosen Eltern gänzlich unbemerkt lockt der Scharlatan die Kinder mit seinen süßen Melodien auf den Marktplatz, um sie in einen Zauberberg zu entführen. Zu spät bemerken die geschäftigen Hamelner, dass all ihr Treiben keinen Sinn macht, wenn die Kinder fehlen. Keine Kinder – keine Zukunft! Verzweifelt sitzen sie da mit vollen Taschen in leeren Stuben und lauschen den leisen Liedern und dem Kinderlachen, das aus unerreichbarer Ferne zu ihnen dringt.
Hameln ist hier und heute! Hameln ist überall!
Bärbel Fischer
Nachhilfe für den ARD-Presseclub
Sehr geehrte Damen und Herren vom heutigen Presseclub, sehr geehrte Frau Weidenfeld, sehr geehrte Frau Vates, sehr geehrter Herr Schönenborn, sehr geehrter Herr Hickel, sehr geehrter Herr Alexander!
Der Presseclub beschäftigte sich heute mit der Bezahlbarkeit der Wahlversprechen von CDU/CSU und SPD. In Ihrer Diskussion hatten Sie auffallend wenig zur heißen Generationenproblematik und deren erforderlichen Prioritäten zu sagen.
Warum täuschen Sie Ihr Publikum wider besseres Wissen über die Verwendung der Rentenbeiträge, indem Sie die Rentenkasse irreführend als eine „Versicherung“ bezeichnen? Versicherungen können nur Schadensfälle absichern. Das Alter ist aber kein Schaden, sondern der Normalfall, und kann daher gar nicht abgesichert werden. Daher werden die Beiträge der Arbeitnehmer vom 1. November 2013 nicht für ihre eigene Altersabsicherung verwendet, sondern am 1. November 2013 komplett an die heutigen Rentner weitergegeben, und zwar an alle alten Menschen, ob sie zum Nachwuchs des Gemeinwesens beigetragen haben oder nicht. Für die Zukunft der Erwerbsgeneration wird also kein Cent zurück gelegt. Im Klartext: Die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer sind keine Rücklage für das eigene Alter, sondern symbolisieren lediglich einen „Anspruch auf Altersversorgung“, den einzulösen aber davon abhängt, ob es künftig genug junge Leute gibt, die in die Rentenkasse einzahlen und bereit sind, alte Menschen zu versorgen. Fehlen die jungen Leute, so bleibt der Anspruch lediglich ein Anspruch, nicht mehr und nicht weniger!
Früher war das anders: Kinder sorgten sich aus Dankbarkeit für erhaltene Fürsorge in Kindheit und Jugend mit entsprechender Alimentation und Pflege bei Ihren alten Eltern, so dass diese einen umsorgten Ruhestand genießen konnten. Wer schicksalhaft keine Kinder hatte, der musste sein Alter selbst absichern. Das konnte er/sie auch, denn die Kosten, die Kinder nun einmal verursachen, sparte der/die Kinderlose in seine Altersabsicherung.
Seit 1957 allerdings müssen Kinder über ihre Beiträge a l l e Alten alimentieren und zähneknirschend zusehen, dass ihre eigenen Mütter, wegen ihrer „unterbrochenen Erwerbsbiografie“ mit wenigen Almosen abgespeist werden oder sogar in Armut fallen. Nach dieser Logik ist es ein vermeidbares Missgeschick Kinder zu tragen, zu gebären, sie groß zu ziehen und sie ins Leben zu begleiten, ein Missgeschick, das die Erwerbsbiografie von Frauen unterbricht, also schädigt. Offenbar dienen Frauen dem Gemeinwesen erst, wenn sie un-unterbrochen dem Wirtschaftsstandort Deutschland zur Verfügung stehen. Kinder werden zu einem Hindernis für die Karriere. Daher müssen sie über Jahre weitestgehend eliminiert werden. Eine selbstmörderische Täuschung!
Auch will ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren, darauf aufmerksam machen, dass bis zum heutigen Tag der Beitrag zu den Sozialversicherungen von jedem Arbeitnehmer in gleicher Höhe abgezogen wird, egal, wie viele Mäuler dieser zu stopfen hat. Wer jährlich 30 000 Euro brutto verdient, zahlt 3 875.- in die Krankenkasse, 5670.- in die Rentenkasse, 900.- in die Arbeitslosenversicherung, 484.- in die Pflegeversicherung. Summe 10 929.-, ob er nur eines oder sechs Kinder zu versorgen hat. Ein Skandal, der zur Verarmung von Familien ganz wesentlich beiträgt. Wie sonst erklärte sich wohl der Umstand, dass ein kinderloses Ehepaar bei 30 000.- brutto jährlich über ein frei verfügbares Einkommen von 5 977.- verfügt, ein Vater von 3 Kindern trotz Kindergeld jedoch mit einem Fehlbetrag von 3 427.- ins existenzielle Minus rutscht? Die Differenz beträgt immerhin 9404.- jährlich! http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/Horizontaler_Vergleich_2013.pdf )
Im Übrigen hat die Bertelsmannstiftung durch Prof. Frank Niehaus im März 2013 errechnet, dass Familien mit beitragsfreien Kindern zugunsten der Krankenkosten von gebrechlichen Menschen die GKV sogar stützen, und nicht belasten, wie gemeinhin völlig falsch verbreitet wird: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-31409C40-37193168/bst/ xcms_bst_dms_37769__2.pdf
Alle diese Tatsachen werden von den Medien, einschließlich des ARD – PRESSECLUBS stur ignoriert.
Presseleute interessieren sich viel zu selten dafür, weshalb gerade Familien die am meisten geschröpfte Bevölkerungsgruppe in Deutschland sind. Deswegen empfehlen wir Ihnen die Lektüre: „SOZIALSTAATS-DÄMMERUNG ( Riemann-Verlag München 2013 ), geschrieben von dem Vorsitzenden des Hessischen Sozialgerichts Dr. Jürgen Borchert. Sein Statement gipfelt in dem Satz: „Der Staat klaut den Familien die Sau vom Hof und gibt ihnen in Spendermanier zwei Koteletts zurück“. Alle seine Vorwürfe an unser praktiziertes Sozialgesetz konnten und können weder von Politikern oder Juristen noch von Medien widerlegt werden, weil sie einfach glasklar belegen, dass unser Sozialgesetz, anstatt die Familien zu schützen, diese ins Elend treibt.
Woher also soll eine stabile nächste Generation kommen, wenn potentielle Eltern sich auf allen Ebenen missachtet und benachteiligt sehen? ( Die so genannte Aufstockung der Mütterrente ist ebenfalls eine Augenwischerei, weil den älteren Müttern schließlich 3 Rentenpunkte zustehen und nicht bloß zwei, also zusätzlich 56 Euro statt nur 28.-!)
Meine Damen und Herren vom Presseclub, für Ihre künftige Arbeit bitten wir Sie um mehr Orientierung an Fakten, damit die Bevölkerung endlich reinen Wein eingeschenkt bekommt.
- Weder weiß die Bürgerschaft, dass das so genannte Kindergeld größtenteils die Rückerstattung derjenigen Steuern sind, die zu Unrecht auf das Kinderexistenzminimum abgeführt wurden,
- noch weiß die Bevölkerung, dass die Beitragsfreiheit der GKV für Kinder kein Geschenk darstellt, sondern dass die Beiträge der Eltern im Gegenteil gerade den gebrechlichen alten Menschen nützen.
- Auch weiß die Bevölkerung nicht, dass unser Sozialsystem ausgerechnet Familien im Würgegriff hat, obwohl es unabdingbar auf deren Nachwuchs angewiesen ist.
Dies zu kommunizieren wäre die Aufgabe der Medien, anstatt sich hinter den Verschleierungen der Politik zu verstecken. Noch immer gehen wir davon aus, dass die Medien eine Wächteraufgabe haben. Insofern hoffen wir als Eltern, dass Sie sich künftig Ihrer Verantwortung stellen.
Mit freundlichem Gruß für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Bärbel Fischer
Siehe auch:
http://www.freiewelt.net/wenn-tochter-ihren-muttern-hohere-renten-verweigern-10015149/
Christlich-Sozial-Liberale Diskriminierung!
„Mütterrente könnte Sozialkassen teuer zu stehen kommen“, so titelt die Schwäbische Zeitung heute.
Dazu ein Leserbrief:
Die Koalitionäre fragen sich, ob die „teure Mütterrente“ aus der Steuer- oder der Rentenkasse finanziert werden soll. Dabei wird tunlichst verschwiegen, dass den Müttern, die vor 1992 entbunden haben, nicht nur ein weiterer Rentenpunkt zusteht, sondern deren zwei! Selbst wenn für diese Mütter 6,5 Milliarden vorgesehen sind, so sind sie noch immer benachteiligt. Wer füllt denn heute die Rentenkasse? Es sind mehrheitlich die Arbeitnehmer/innen, die vor 1992 geboren, und von ihren Müttern, meist unter Verzicht auf eigenes Einkommen, großgezogen wurden. Selbst nach der vorgesehenen Erhöhung fehlen damit einer Mutter von vier Kindern noch immer jährlich 1344 Euro, während ihr Nachwuchs ( ausgehend von 30 000.- Jahresbrutto ) 11 340 Euro in die Rentenkasse spült. Diese nackten Zahlen verdeutlichen die mangelnde Wertschätzung der Mütter in unserem Land, sowie die Versäumnisse vergangener Regierungen, die ihre Politik doch so gerne als „christlich“ oder/ und „sozial“ preisen.
Bärbel Fischer