Staatsministerium spricht Eltern ihre Kompetenz ab

Das Betreuungsgeld BG diene dazu, „die Bildungsbeteiligung von Kindern zu verringern statt zu erhöhen“, meint das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie Frauen und Senioren Baden-Württemberg. Dass das BG in seiner entwürdigenden Minimalität überhaupt diskussionsfähig ist, bestreitet die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT. Dass aber 60 % aller Eltern abgesprochen wird, ihre Kinder in einem behüteten Elternhaus optimal zu fördern, das grenzt an Hybris staatlicher Reglementierung. Auch weniger bemühte Eltern können immerhin leisten, was Krippen niemals liefern können: Wärme, Geborgenheit, Bindung, Wertschätzung. Neurobiologen, ärztliche Kinderspezialisten und Kinderpsychologen haben längst mit dem Vorurteil aufgeräumt, unter Dreijährige könnten in Krippen „gebildet“ werden.

Euphemistisch verschleiert dient eine derartige Argumentation also dem alleinigen sozialistischen Zweck, Kinder vom Einfluss der Familie zu trennen und mütterliche Arbeitskräfte zu mobilisieren.

http://www.sm.baden-wuerttemberg.de/de/Entschliessungsantrag_gegen_die_Einfuehrung_des_Betreuungsgeldes_im_Bundesrat_geplant/290006.html?referer=82188&template=min_meldung_html&_min=_sm

Kinderreichtum=Familienarmut

Stuttgart.
Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht man die heute vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Zahl der Geburten des Jahres 2011 mit Sorge. 88 800 Kinder kamen in Baden-Württemberg zur Welt. Vor 50 Jahren waren es noch beinahe doppelt so viele. Nach Auffassung des VBE werden Kinder heute nicht nur von vielen Paaren, sondern auch von der Gesellschaft leider mehr als Belastung denn als Bereicherung angesehen.

http://www.vbe-bw.de/wDeutsch/presse/meldungen/2012_08_25.php?navid=24

Sapere aude! – Wage zu denken!

Sehr geehrter Herr Dr. Heiner Geißler,

druckfrisch habe ich Ihr neues Buch, SAPERE AUDE (Wage zu denken!), über Publik Forum signiert (danke!) verschlungen. Auch die Phoenix-Runde vom 26. 08. 12  konnte ich glücklicherweise verfolgen, wo Sie noch einmal verdeutlichten, dass für eine neue Aufklärung die Maxime der Menschenwürde absolute Gültigkeit beansprucht. Alles, was Sie zum Absolutismus des Kapitals, der Ökonomie, einer fundamentalistischen Kirche und des Islamismus schreiben, deckt sich mit meinen Erfahrungen. Alle diese Absolutismen schädigen die Gesellschaft. Die Menschen leiden heute darunter, dass sie nicht ernstgenommen und damit vergessen werden. Aber sie fangen an, sich zu wehren!

Vergessen werden, leider auch in Ihrem Buch, diejenigen, auf deren Leistung sich unsere Gesellschaft hauptsächlich stützt, nämlich die Eltern von Kindern. Familie unter Druck – so könnte man bezeichnen, was Eltern und Kindern seit 1957 widerfährt. Nicht nur finanziell haben sie das Nachsehen  (s. Anhang), sondern auch in der Achtung/Ächtung durch die Gesellschaft. Kindersegen wird heute nur als Kostenfaktor betrachtet, ohne zu realisieren, dass (von der Robert-Bosch-Stiftung 2005 errechnet) von jedem – geborenen – Kind der Volkswirtschaft 77 000 Euro zufließen, von jedem ungeborenen Kind diese Summe allerdings auch fehlt. Es wird auch nicht in Erwägung gezogen, dass etwa 80% der Einnahmen der öffentlichen Hände zu Lasten der Familien erzielt werden, wie der Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert vorrechnet. Aktuell steigen die Strompreise wieder dramatisch. Wo läuft die Waschmaschine, die Spülmaschine täglich? In Familien mit Kindern. Die Mär von den 196 Mrd. Familienförderung ist also bewusste Verschleierung. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie das Thema Semantik in Ihrem Buch zur Sprache bringen. Die Familie ist nach meiner Einschätzung  d e r  Seismograph für die Folgen kapitalistischer, oder vielmehr sozialistischer „Verwertbarkeitsideologie“. War es nicht Immanuel Kant, der sich gegen die Verzweckung des Menschen gewandt hat?

Familien können auch bei mittlerem Einkommen heute von einem Gehalt kaum mehr leben. Die Wirtschaft hat es verstanden, der Politik ihre Forderungen zu diktieren: Mütter in den Erwerb, Kinder in die Ganztagsbetreuung! Das hat mit Wahlfreiheit nichts mehr zu tun, sondern gleicht brutaler Ausbeutung. Freilich gibt es Eltern, die gerne auf diesen hochsubventionierten Betreuungs-Zug aufspringen. Aber eine große Mehrheit, vor allem Eltern mit drei und mehr Kindern fehlt 1. das Geld für die Beiträge, 2.  wollen sie selbst die Verantwortung für ihre Familie tragen, und 3.   wollen sie sich nicht einer staatlichen Doktrin beugen. Sie leisten Widerstand, ganz im Sinne einer Bürgerrechtsbewegung.

Als ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT, gegründet eben aus dieser Wut über die Vernachlässigung von Familien,  wenden wir uns an Parteien, PolitikerInnen oder Ministerien, um klar zu machen, dass die skandalös hohe Kinderarmut und der beschämende Kinderschwund in Deutschland damit zu tun haben, dass Familien förmlich ausbluten. Wir haben es geschafft, die Zahl der Geburten von 1965 bis heute von über 1,3 Mill. auf 650 000 Geburten zu halbieren und den Anteil der Kinder in der Sozialhilfe alle 10 Jahre zu verdoppeln, und das bei enorm gestiegener Müttererwerbsquote! Viel zu hohe Belastungen treiben Familien in den Ruin und Paare in den Gebärstreik. Doch die kinderlose Mehrheit unserer Parlamentarier realisiert nicht einmal unseren Aufschrei. Ihr momentan wichtigstes Anliegen ist die Gleichstellung von Homo-Lebensgemeinschaften mit Ehen. Diese fordern ein Ehegattensplitting ohne  irgendeinen generativen Beitrag geleistet zu haben. Dabei wartet seit mehr als 10 Jahren die vom BverfG geforderte Gleichstellung von Eltern mit nachwuchslosen Bürgern auf ihre Umsetzung! Karlsruhe wertete Kindererziehung prinzipiell gleichwertig den monetären Geldbeiträgen zur den Sozialversicherungen. Doch bis heute werden Eltern ungeachtet der Kinderzahl gleich hohe Beiträge abverlangt wie kinderlosen Arbeitnehmern. De facto gibt es bis heute keine Gleichstellung von Familienfrauen mit Erwerbsfrauen, keine Gleichstellung von Eltern mit Singles, keine Wahlfreiheit für Lebensentwürfe von Frauen. Die Frauenpolitik will einfältig  nichts anderes, als sich „modern“ geben und verspricht sich davon Wählerstimmen, da bereits 75% aller deutschen Haushalte derzeit kinderlos sind.

Sehr geehrter Herr Dr. Geißler, ich achte Ihr Engagement für die Würde der Frauen in der Welt außerordentlich. Nur dürfen wir dabei die entwürdigenden Bedingungen für deutsche  Familienfrauen und -männer nicht vergessen.

Herr Dr. Geißler, ob dieser Brief in Ihrem Papierkorb landet oder nicht, alle unsere Nachkommen  haben ein Recht auf eine vitale Perspektive für ihr Leben. Noch nie waren die Aussichten der nachwachsenden Generation so beklemmend düster. In dem Büro meiner Versicherung  prangt groß das Schild: KINDER  HAFTEN  FÜR  IHRE  ELTERN!  Ja, wenn das nur so wäre! Heute haften unsere Kinder für all jene, die sich den erzieherischen und finanziellen Belastungen einer Familie entzogen haben. Dafür werden obendrein die Eltern mit einer wesentlich geringeren Rente bedacht als wenn sie keine Kinder aufgezogen hätten.

Werter Herr Dr. Geißler, diesen Brief werden wir auf unserer Homepage veröffentlichen, ebenso wie Ihre geschätzte Antwort. In der Hoffnung, dass Sie unser Anliegen nicht abtun, sondern es in die Liste des Bürgerbegehrens als öffentliche EMPÖRUNG einordnen, grüße ich Sie

i.A. der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Bärbel Fischer

Bildungsmonitor tendenziös

Verband Familienarbeit e. V.

Pressemeldung

21.08.2012

Bildungsmonitor 2012“

des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist tendenziös

Der „Bildungsmonitor 2012“ wurde von Teilen der Wirtschaft in Auftrag gegeben. Offensichtlich geht es dabei aber weniger um einen objektiven Maßstab für Bildung als um die Verfügbarkeit von potentiellen Arbeitskräften für die Wirtschaft.

Dazu die Vorsitzende des Verbandes Familienarbeit, Gertrud Martin: „Dieser Monitor wertet als ein Kriterium für Bildung zum Beispiel den Umfang des Besuchs von Kinderkrippen und Ganztagsschulen, obwohl deren positiver Effekt auf Bildung gar nicht nachgewiesen ist. So hatte Bayern bei Pisa Spitzenwerte, aber kaum Kinderkrippen und Ganztagsbetreuung. Dagegen war Bremen Schlusslicht bei Pisa, aber Spitzenreiter bei der Ganztagsbetreuung in den alten Bundesländern. Es wird deutlich, dass es hier nur um das Interesse der Wirtschaft geht, möglichst lückenlos das Arbeitskräftepotential der Eltern zu nutzen. Um das zu verdecken, wird einfach der unverfängliche Begriff `Bildung` so umdefiniert, wie es der Wirtschaft kurzfristigen Nutzen bringt und Zusammenhänge behauptet, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Dieser `Monitor` zeigt erneut, dass die einseitige Krippenpolitik der Bundesregierung im Interesse und im Auftrag der Wirtschaft erfolgt. Es wird unterschwellig und in für Eltern herabsetzender Weise der Eindruck vermittelt, als könne Bildung nur außerhalb der Familie entstehen. – So soll die Benachteiligung aller Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen, gerechtfertigt werden.“

Während ein günstiger Bildungseffekt von Krippen für Kleinkinder und von Ganztagsschulen nicht nachgewiesen sei, gebe es aber viele Hinweise darauf, dass die frühe Fremdbetreuung von Kleinkindern das Risiko für spätere soziale Fehlentwicklungen erhöht.

Pressestelle Verband Familienarbeit e.V.

 

Bildungsmonitor 2012 verspricht Milliardengewinne

Auf WELT-online belegt der Bildungsmonitor 2012, welche Bundesländer in Bezug auf die Rentabilität der investierten Bildungskosten am besten oder weniger gut abschneiden.

Bildungsmonitor 2012 Absolventen bringen Wirtschaft 9 Milliarden Euro – Nachrichten Wirtschaft – WELT ONLINE

Dazu eine Einschätzung der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT:

Der Bildungsmonitor 2012 liest sich wie die Rentabilitätsaufstellung eines Betriebs für Mastviehhaltung. Jeder Cent, der investiert wird, muss sich mehrfach in barer Münze auszahlen. Die Tiere werden im Stall mit Kraftfutter schnell auf Gewicht gebracht, Auslauf im Freien entfällt, da unrentabel. Ziel ist die schnellstmögliche Schlachtung. Genauso sollen junge Leute „ausgeschlachtet“ werden: familienferne Betreuung in der Kinderkrippe (beide Eltern in den Erwerb), Ganztagsschule, G8, Abitur light (möglichst viele Studenten an die Hochschulen), Turbo-MINT-Studium mit Bachelor und Master. In den Betrieben werden die Absolventen dann erst einmal gemolken indem sie jahrelang unbezahlte Praktika abliefern dürfen.

Wir sehen: Es spielt für die Wirtschaft überhaupt keine Rolle, ob es sich um Vieh oder um junge Menschen handelt. Das System wird hochgejubelt, denn es winken ja offensichtlich utopische Milliardengewinne. Für wen?

Von Geisteswissenschaften verspricht man sich jedoch nicht viel, sie werden gar nicht vom Bildungsmonitor erfasst. Noch in den Siebzigern und Achtzigern galt Bildung als breite humanistische Allgemeinbildung, die Zusammenhänge unter den einzelnen Wissenschaften herstellt. Unter Bildung versteht die Wirtschaft heute lediglich, was Profit verspricht, möglichst hoch, möglichst schnell, möglichst spezialisiert, möglichst kostengünstig.  Ergo: Der Bildungsmonitor misst nicht Bildung, sondern Rentabilität.

Daher empfehlen wir, den so genannten Bildungsmonitor unter dem treffenderen Namen „Verwertbarkeitsmonitor“ einzuordnen.

i. A. Bärbel Fischer

Opfer statt Wahlgeschenke: Bevölkerungsexperte Prof. Dr. Herwig Birg im Interview

… „Sinnvolle Maßnahmen (für einen politischen Strategiewechsel zugunsten der Familien) gibt es zu Hauf, aber es mangelt am politischen Willen, sie umzusetzen, weil die Menschen es den Politikern bei der jeweils nächsten Wahl nicht danken, sondern sie dafür bestrafen würden. Das ist ähnlich wie jetzt in der Finanzkrise, die ja auch unter anderem eine Folge der demographischen Krise ist, weil beispielsweise das demographisch verursachte Defizit der gesetzlichen Rentenversicherung durch steuerfinanzierte Zuschüsse in Höhe von jährlich 70 Milliarden Euro ausgeglichen werden muß – das ergibt in nur drei Jahren eine Summe, die dem von Deutschland übernommenen Anteil am Euro-Rettungsschirm entspricht. Die öffentliche Überschuldung ist dadurch entstanden, dass Politiker, um Wählerwünsche zu befriedigen, Schulden angehäuft haben. Eine Politik zugunsten der Familien würde aber erst einmal Opfer von der Bevölkerung verlangen und nicht Wahlgeschenke verteilen. Deshalb ist es zwar nachvollziehbar, dass Politiker so handeln, aber es ist schlicht unverantwortlich. Wenn man schon sein Leben der Politik widmet, dann sollte man nicht nur die Vorteile dieses Berufes im Auge haben, sondern sich auch der damit verbundenen Verantwortung stellen, selbst wenn man weiß, dass man dafür abgewählt werden kann. Eine Abwahl ist leider sehr wahrscheinlich, weil die Wähler nicht genügend aufgeklärt sind, um die Bedeutung der demographischen Themen einzuordnen. Warum die Wähler nicht genügend aufgeklärt sind, liegt allerdings wieder in erster Linie am mangelnden politischen Willen, die Bevölkerung über demographische Sachverhalte zu informieren. Statt die Bürger aufzuklären, werden sie sogar getäuscht. So ist z.B. im aktuellen Demographiebericht der Bundesregierung zu lesen: „Die Alterung und der Rückgang der Bevölkerung haben weitaus mehr Chancen als Risiken.“ Welche Chancen entstehen denn aus dem dauernden Rückgang der Geburtenzahlen und der ständigen Schließung von Schulen? In keinem Wahlkampf spielte bisher die Demographie auch nur die geringste Rolle. Es ist wirklich verheerend, dass in unserer Demokratie die Existenz der Gesellschaft als Ganzes kein Thema ist.“

Das ganze Interview unter: http://www.kinderreichefamilien.de/interview-mit-prof-dr-herwig-birg/articles/prof-dr-herwig-birg-familienpolitik-ist-wirtschaftspolitik.html

Magere frauenpolitische Bilanz

Bei FOCUS online vom 22. 07. 2012 beklagt Frau MdB Elisabeth Winkelmeier-Becker CDU die „magere frauenpolitische Bilanz“ dieser Legislaturperiode. Sie  will daher, vorbei am Ministerium Schröder, die Frauen aus anderen Fraktionen für eine gemeinsame Aktion zur Erreichung einer gesetzlich festgeschriebenen Frauenquote starten.

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-30-2012-cdu-politikerin-beklagt-magere-bilanz-in-der-frauenpolitik_aid_785410.html

Mit folgendem  Schreiben wendet sich die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT im LKR. Ravensburg an die CDU-Politikerin:

Sehr geehrte Frau Winkelmeier-Becker,

Sie beklagen im FOCUS vom 22. 07. 2012  die „magere frauenpolitische Bilanz“ dieser Legislatuperiode. Da stimme ich Ihnen voll zu. Die Bilanz ist sogar sehr, sehr mager. Das liegt aber an dem Focus der CDU- Themen. Um genauer zu sein: Für die CDU-Frauen gibt es nur ein einziges Thema, mit dem sie punkten wollen, die Quote. Sollte die Frauenquote  sich gesetzlich durchsetzen lassen, haben es etwa 300 Frauen leichter, in die Vorstände und auf die Chefsessel zu kommen. Die restlichen 30 Millionen Frauen schauen weiterhin  in die Röhre. Ist es das, was Sie Ihr „frauenpolitisches Image“ nennen? Sieht so Ihr erstrebtes  Profil aus?

Wie wäre es denn mit Themen wie: Erschöpfte Mütter in der Vereinbarkeitsfalle – Mütter im Burn out – Mehrkinderfamilien benachteiligt beim Elterngeld – Geburtenschwund, na und? – Familienarbeit, ein Nullsummenjob? – Vier Kinder großgezogen, Rente reicht nur zur Miete  – Deutsches Sozialgesetz beutet Familien aus – etc. …

Als Gremium, das vorgibt, sich speziell um die Lebensleistung von Frauen zu sorgen, hätten Sie also ein reiches Betätigungsfeld. Hier könnten Sie sich gerade beim weiblichen Fußvolk hohe Anerkennung verschaffen. Oder versprechen Sie sich davon kein Profil? Ist Ihnen ein schwarz-gelb-grün-rotes Quotenmäntelchen lieber als gute Politik, die Frauen und speziell Müttern, und damit den Familien das Leben erleichtert?

Werte Frau Winkelmeier-Becker, nie war die CDU frauen- und mütterfeindlicher als in dieser Legislaturperiode. Wir fühlen uns als billiger  „Wertstoff“ für wirtschaftliche  Gewinnmaximierung missbraucht. Allein zu diesem Zweck sollen wir unsere Kinder anderen Frauen in die Arme legen! Wissen Sie was? Die Paare lassen sich das nicht mehr gefallen. Sie treten in den Zeugungsstreik.

Basteln Sie getrost weiter an Ihrem Quoten-Image, der Geburtenschwund wird es Ihnen danken, denn der entpuppt sich als eine wirklich tödlich- magere Bilanz.

i. A. Bärbel Fischer

 

 

Rettungsschirm für Familien!


Pressemeldung

01. August 2012

Verband Familienarbeit e. V. fordert „Rettungsschirm“ für Familien

Elterngeldgesetz diskriminiert Mehr-Kind-Familien und junge Eltern

 

Das seit 2007 geltende Elterngeldgesetz wurde von der damaligen schwarz-roten Regierung damit begründet, „auf die Tatsache zu reagieren, dass Männer und Frauen sich immer später und seltener für Kinder entscheiden“ (Bundestagsdrucksache 16/1889, S. 15).

Tatsächlich hat die Bundesregierung durch die Einführung der „Entgeltersatzfunktion“ das Gegenteil bewirkt. Sie hat zwei Gruppen von Eltern geschaffen: Die Minderheit gut verdienender Eltern mit erstem Kind wird privilegiert und erhält bis zu 1800 € Elterngeld pro Monat. Junge noch in Ausbildung befindliche Eltern und Eltern, die vor einer Geburt bereits vorhandene Kinder betreuten und deshalb weniger Einkommen hatten, werden meist mit 300 € abgespeist. Sie erhalten nur die Hälfte im Vergleich zum früheren Erziehungsgeld. – Der Effekt: Für junge Eltern ist das Gesetz ein starker Anreiz, eine Geburt aufzuschieben, bis ein höherer Verdienst erzielt wird – bei Akademikerinnen manchmal bis zum St. Nimmerleinstag. Wer den Wunsch nach mehreren Kindern verwirklicht, wird systematisch mit einem Nachteil von insgesamt bis zu 18 000 € bestraft.

Dazu Dr. Johannes Resch, Stellvertretender Vorsitzender des Verbands Familienarbeit e. V.: „Entgegen der vorgeblichen Absicht der früheren Bundesregierung wirkt das Elterngeld durch Benachteiligung von jungen Eltern und Mehr-Kind-Familien als Geburtenbremse. Die weiter sinkenden Geburtenzahlen belegen das.“

Dr. Resch weiter: „Mit dem Elterngeldgesetz wurde die gezielte Diskriminierung von Mehr-Kind-Eltern fortgesetzt, die bereits 1957 durch die Rentenreform Adenauers eingeleitet wurde. So müssen seitdem z. B. die Kinder aus einer Familie mit vier Kindern später vier Renten finanzieren (inzwischen wegen des Geburtenrückgangs sogar noch mehr). Die eigenen Eltern haben dagegen wegen der unterbewerteten Erziehungszeiten in der Regel sogar weniger Ansprüche als andere. Kinder wurden – wirtschaftlich gesehen – zur `Fehlinvestition`. Eine zunehmende Verarmung der Familien war und ist die Folge.“

Der Verband Familienarbeit e. V. stellt fest: Während das Bundesverfassungsgericht in bisherigen Urteilen diese Diskriminierung von Mehr-Kind-Familien scharf kritisiert hat (BVerfGEen 6,55; 82, 60; 87, 1; 99, 216; 103, 242 u. a.), wurden aktuelle Verfassungsbeschwerden gegen das Elterngeldgesetz von einer Kammer des Gerichts (eine Richterin, zwei Richter) `nicht zur Entscheidung angenommen`. Damit wird den Eltern der Schutz verweigert, der ihnen nach Art. 6 GG zusteht. – Aber auch der in Art.3 GG geforderte Gleichbehandlungsgrundsatz wird verletzt, wenn Wohlhabende höhere steuerfinanzierte Leistungen erhalten als weniger Wohlhabende (wie junge Eltern und Mehr-Kind-Familien). Ein solches Gesetz ist bisher einmalig im deutschen Sozialrecht und müsste schon deshalb einer gründlichen verfassungsrechtlichen Prüfung unterzogen werden.

Dr. Resch: „Damit stimmt selbst eine Kammer des Bundesverfassungsgerichts der `Ausschlachtung der Familie` durch Wirtschaft und Krippenbetreiber zu. Der Wirtschaft geht es um das Arbeitskräftepotential der Eltern, das sie zur Lohnsenkung und Profitmaximierung nutzen will. Die Letzteren, darunter sogar kirchliche Einrichtungen wie Diakonie und Caritas, wollen an der Auslagerung von Familienaufgaben verdienen. Sie fordern sogar das zur Stabilisierung der Familien vorgesehene, aber für diesen Zweck viel zu geringe Betreuungsgeld zusätzlich für die von ihnen betriebenen Krippen und werden dabei auch noch von Führungskadern der Evangelischen Kirche unterstützt. – An Kindeswohl und Elternrechte scheint niemand mehr zu denken.“

Auf diesem Hintergrund sei eine Wende zur Wiederherstellung der Lebensfähigkeit der Familien nur zu erwarten, wenn sich die Eltern selbst organisieren und einen „Rettungsschirm für Familien“ fordern. Nach Überzeugung des Verbands Familienarbeit e. V. ist die Abwertung der elterlichen Erziehungsarbeit schon so weit fortgeschritten, dass nur noch eine direkte Bezahlung der Kindererziehung die Familie als Lebensform wieder stabilisieren könne. Die Bezahlung der Erziehungsarbeit dürfe sich aber nicht auf die Betreuung in Kinderkrippen beschränken, sondern habe die freie Entscheidung der Eltern über die Art der Kinderbetreuung zu achten. Resch abschließend: „Ein solcher `Rettungsschirm` für Familien wäre zugleich ein `Rettungsschirm` für den Fortbestand unseres gesetzlichen Alterssicherungssystems, der sich samt Krankenversorgung und Pflege im Alter ausschließlich auf die nachfolgende Generation und damit ausschließlich auf die Erziehung von Kindern stützt, während die aktuellen Sozialabgaben lediglich der Versorgung der heutigen Rentner dienen.“

Pressestelle des Verbandes Familienarbeit e. V.

Um Verbreitung wird gebeten!
 
 
 

Konzerne haben ein wirtschaftliches Interesse an früher Fremdbetreuung

Die Psychologin Antje Kräuter deckt auf, wie die Pharma- und Medienkonzerne von der frühen Trennung von Mutter und Kind profitieren und hohe Gewinne einfahren. 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiter, Sympathisanten und Freunde,
durch einen Artikel im „Fluter“- einem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung- gewann ich die niederschmetternde Erkenntnis, dass hinter der enormen Medienkampagne für eine angebliche Bildungsmöglichkeit der Babys und Kleinstkinder in der Krippe (entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, diese findet man auf unserer Seite www.frühe-kindheit.net, darunter Fachliches, darunter
Betreuung, darunter Krippe und Stress von Dr. Böhm ) Konzerne wie Bertelsmann stecken, sogar der Klett-Verlag und andere unterhalten über Tochterfirmen Kitas, Krippen und Ganztagsschulen. Hier bieten sich ihnen auf Grund des grandiosen und nicht zu verantwortenden Krippenausbaus (ohne ausreichende liebevolle Betreuer und mit dem hohen Risiko für die Grundgesundheit der nächsten Generationen) enorme Gewinne für diese Medienkonzerne über Bildungsangebote und Ausbildungsmaterialien
für unzählige Bildungsträger und Universitätslehrgänge.

Der Schlag gegen die Mütter und Ihre Kinder ist komplett möglich, da sich diese Fremdbetreuungsideologie mit den gesellschafltichen Bedingungen der Billiglöhne (v.a. im Osten) und der finanziellen Not der Familien deckt. Sie deckt sich sogar mit den Idealen der Opposition- die, die sonst den kapitalistischen Markt hinsichtlich seiner sozialen Verträglichkeit kontrollieren könnten und die Bildungskonzerne stoppen würden,
hängen der Ideologie des Sozialismus, der werktätigen Frau an mit ihrer angeblichen Befreiung aus den häuslichen Fesseln  ( sie sind jedoch nicht befreit, sie haben ja doch die Hauptlast von Kind und Beruf zu tragen! Dazu ihr schlechtes Gewissen als Mutter und die Krankheiten und Störungen ihrer Kinder).

Und sie fallen auf den fruchtbaren Boden der meisten erwachsenen Bürger Ostdeutschlands, die selbst so groß geworden sind bzw. die selbst ihre Kinder in Krippen gegeben haben. Sollten diese Menschen wirklich bereit sein, ihr Leben oder das ihrer Kinder als früh verunsichert wahrzunehmen?

Somit haben die Medienkonzerne genauso freie Fahrt, wie die Pharmaindustrie, die für die ständig steigende Zahl psychisch kranker Menschen und Kinder ihre Pillen anbieten: Antidepressiva und Ritalin gegen ADHS. Dass mindestens 30 bis 40 % aller Europäer psychisch krank sind, was ständig publiziert wird, macht keinen Politiker stutzig. Kinder leiden an Ängsten, Depressionen, somatoformen Störungen und u.a. auch an Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörung, alles möglicherweise Folgen ihrer Verunsicherung durch Trennung von ihren und durch psychische Probleme ihrer Bezugspersonen. Diese Folgestörungen von Bindungsunsicherheiten haben sie
erworben, beispielsweise durch Muttermangel (meist im Osten) und Muttervergiftung (meist im Westen) nach dem Psychoanalytiker Maatz ( siehe auch: Der Lilith-Komplex ).

Die Ideologie gegen Kinder entstand im Nationalsozialismus, die Kampagnen gegen das „Verwöhnen“ und die Erziehung zu Härte vor allem durch die NS-Ärztin Haarer. Nun haben wir die dritte Diktatur: Nach Faschismus und DDR-Diktatur nun die Wirtschaftsdiktatur. In allen drei Diktaturen richtet(e) man sich vehement gegen die Mutter-Kind-Bindung. (Man könnte sich zusätzlich auch noch fragen, ob diese Störung der Mutter-Kind-Bindung beabsichtig ist: alle konsumorientierten Industrien würden von kranken und süchtigen Menschen profitieren, diese streben nach materiellen Befriedigungen, da ihnen die Befriedigung durch Urvertrauen und Liebe vorenthalten wird.)

Und die Ideologie der „guten Bildung in Krippen“ findet auch ihren Nährboden in den Menschen selbst, die auch an den Störungen infolge Geburtserschwernissen (Kaiserschnitt, Frühgeburten) und eigenen traumatischen Kindheitserlebnissen leiden: ihnen fällt es nicht leicht, in einer isolierten Kleinfamilie den ganzen Tag für ein Baby
da zu sein, was zugegebenermaßen auch biologisch ( aus der Menschheitsgeschichte heraus erklärt) nicht von der Natur vorgesehen ist: „Um ein Kind groß zu ziehen, bedarf es eines ganzen Dorfs“- afrikanisches Sprichwort. Wenn dann der Ausweg noch in ein glorreiches Licht getaucht wird:“frühe Bildung in Krippen ist
gut“- dann atmen sie auf. Ihnen sollten wir helfen, vielleicht in neuen Projekten des Zusammenlebens in sozialen Gemeinschaften. Die Stillgruppen sind der beste Start dafür.

Wir sollten immer wieder und an jeder Stelle dazu beitragen, auf die enormen Risiken der frühen Fremdbetreuung hinzuweisen. Ich wünsche dazu viel Kraft und Entschlossenheit!
Und ich bin auch dankbar für Rückmeldungen und einen fruchtbaren Dialog.

Ihre/Eure Antje Kräuter
Dipl.Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene
Traumapsychotherapeutin
Elternberaterin von 0 bis 3
Stillberaterin AFS

antje.kraeuter@t-online.de

 

Ein ordnungspolitischer Irrweg?

LESERBRIEF  AN  DEN  DEUTSCHEN  FAMILIENVERBAND

Ob man nun für oder gegen das Betreuungsgeld ist, der Beitrag von Renate Schmidt „Ein ordnungspolitischer Irrweg“ ( DFV Familie 4/12 ) schreit förmlich nach einer Erwiderung. Vorweg: Unsere einzige Übereinstimmung mit den Äußerungen der SPD-Politikerin: Ein Betreuungsgeld von 100/150 € kann niemals als Wertschätzung der Leistung von Familien gelten, weil es lächerlich gering und völlig unzureichend ist. Die Begründungen aber, die Frau Schmidt in o.g. Artikel anführt, können keinesfalls unwidersprochen hingenommen werden.

  • „Die Nichtinanspruchnahme einer (notwendigen) staatlichen Institution kann niemals eine finanzielle Leistung begründen“ Hier wird bewusst populistisch argumentiert, denn übertragen auf das zitierte Verkehrsmittel-Beispiel hieße das: der Busverkehr darf hoch subventioniert werden, der Straßenbahnverkehr aber mit o,oo Cent. Um an sein Ziel zu kommen heißt die Frage doch nicht: Busfahren oder zuhause bleiben, sondern: Busfahren oder Tramfahren? Beides muss dem Bürger freigestellt, und beides muss in gleicher Höhe subventioniert sein. In unserem Kontext heißt daher die Frage nicht: Kindererziehung ja oder nein, sondern Kindererziehung innerfamiliär oder außerfamiliär? Es geht überhaupt nicht um Nutzung oder Nichtnutzung, sondern um die verfassungsmäßige Gleichbehandlung verschiedener Betreuungsformen. Ein verfassungsgemäßer Ausgleich ist erst erreicht, wenn alle Formen der Betreuung in der gleichen Höhe subventioniert oder aber keinerlei Subventionen für Kinderbetreuung gezahlt werden. Die Subventionierung des Krippenausbaues mit 1500 € pro Krippenplatz und Monat stellt daher eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung verschiedener Betreuungsformen dar.
  • „.. die Betreuung in der Kinderkrippe, mit ausgebildetem Personal, von den Eltern mit nicht wenig Gebühren bezahlt, führt zum Verlust des Betreuungsgeldes“.  Wer versteht diese Logik? Sollen etwa Eltern einen hoch subventionierten Krippenplatz buchen und zusätzlich noch Betreuungsgeld kassieren? Zudem weiß auch Frau Schmidt, wie schlecht es um die  Professionalität und Qualität deutscher Krippen bestellt ist. Die Pläne ihrer Nachfolgerin,  heute Arbeitsministerin, arbeitslose Schleckerfrauen im Schnellverfahren als Erzieherinnen einzusetzen spricht eine deutliche Sprache, wie viel  dem Staat qualitative Kinderbetreuung und die andauernd beschworene „frühkindliche Bildung“ wert ist. Weshalb hat man nicht zu Kanzler Schröders Zeiten sofort damit begonnen, junge Leute auszubilden? Nein – so viel Engagement durfte man nicht erwarten. Nun sind die überfüllten Krippen mehrheitlich zu Verwahranstalten verkommen. Der Ruf nach Fachkräften verhallt solange, bis eine gerechte Bezahlung dieses verantwortlichen Dienstes gewährleistet ist.
  • „Zudem wird das Zuhause-bei-den-Kindern-bleiben durch steuerliche Erleichterungen (Ehegattensplitting), kostenlose Krankenversicherung der nicht erwerbstätigen Ehefrau anerkannt, oder sagen wir lieber berücksichtigt“. Hier haben wir es mit einer bewusst gewählten Verdummung der Bevölkerung zu tun. Zum einen wird das Ehegattensplitting  allen verheirateten Paaren unabhängig von eigenem Nachwuchs gewährt. Daher kann diese Leistung nicht als steuerliche Erleichterung für Eltern gelten. Zum anderen: Auch Frau Schmidt weiß, dass das Brutto-Einkommen eines Familienvaters sich sofort in die Anzahl seiner Familienmitglieder teilt. Verdient er  brutto 4000.- Euro, so hat bei einer fünfköpfigen Familie jedes Familienmitglied Anspruch auf  lediglich 800 Euro/ Monat. Würde der Vater wie ein Single sein Einkommen für sich allein beanspruchen und seine Familien darben lassen, so würde er strafrechtlich verfolgt! Also versichert sich auch die erwerbslose Ehefrau über ihr “Einkommen“ von 800 Euro selbst, wie jedes der drei Kinder auch, und sind somit mitnichten beitragsfrei mitversichert. Trotzdem wird die Lüge von der beitragsfreien Mitversicherung von Ehefrau und Kindern permanent weiter verbreitet. Dies ist Frau Schmidt sehr wohl bekannt. Ohne Skrupel aber  verwendet sie dieses Scheinargument für ihre zweifelhafte Rechtfertigung.
  • Als absolut unangemessen werten wir die Behauptung von Frau Schmidt, Eltern würden die 100 /150 Euro lieber in Unterhaltungselektronik oder Alkohol umsetzen, anstatt diese ihren Kindern zugute kommen zu lassen. Auch wenn es Eltern gibt, denen ihre Kinder schnurzegal sind, die Mehrheit wünscht sich eine gerechte, der Kinderzahl entsprechend verminderte Abgabenlast und keine Almosen!  In unserer Mitgliedschaft haben wir sehr viele Akademiker, die auf ein Einkommen zugunsten Ihrer Kinder verzichten, damit diese geborgen und stabil aufwachsen können. Die Frage bleibt: Legt der Staat überhaupt Wert auf eine wohlerzogene, disziplinierte und kulturell gebildete Jugend ?
  • Dass die OECD  natürlich Fremdbetreuung favorisiert, das verwundert niemanden, geht es ihr doch ausschließlich um Vollbeschäftigung  und Wachstum. Nicht das Kindeswohl hat Priorität, sondern das Wirtschaftswachstum. Dass die meisten Eltern bisher auch ohne Betreuungsgeld ausgekommen sind, ist doch kein Argument gegen diese Leistung! Man kann sich mit Obst oder ohne Obst ernähren. Die Frage ist, ob man sich das Obst noch leisten kann. Es geht doch um gerechte Gleichbehandlung! Dass Kleinkinder von einer außerfamiliären Betreuung profitieren, das ist aus ärztlicher und psychologischer Sicht wissenschaftlich bereits mehrfach widerlegt worden. Auch behauptet Frau Schmidt fälschlich, Thüringen wolle sein Erziehungsgeld ( Betreuungsgeld ) wieder abschaffen. Auf Anfrage beim Sozialministerium Thüringen  bestehen  keine derartigen Überlegungen.
  • Zum Thema Wahlfreiheit: Solange Eltern  finanziell benachteiligt werden, wenn sie ihre Kinder selbst betreuen, solange ist weder Wahlfreiheit noch Gleichstellung gegeben. Subventionen haben immer  Lenkungsfunktion. Die Krippenmilliarden werden nur  gewährt, damit Eltern möglichst frühzeitig und möglichst ganztägig dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen. Der Hintergrund ist der demographische, strukturell aber selbst verschuldete Fachkräftemangel in Deutschland, sowie unsere Staatsverschuldung von 2 Billionen. Die Babies sollen nun dafür bezahlen. Man lässt sie zu Tausenden vergeblich nach ihrer Mama schreien. In ständiger Rechtsprechung verweist das Verfassungsgericht auf das natürliche Recht der elterlichen Erziehung und deren Förderung in der jeweils gewählten Form durch den Gesetzgeber. Es führt weiter aus, dass sich der Staat einer „Bewirtschaftung des Begabungspotentials“ zu enthalten hat (vgl. BVerfGE 34, 165 <184>).Und wenn die Eltern sich für die Betreuung durch die Nachbarin entscheiden, hat das der Staat zu akzeptieren. Keinesfalls kann die Betreuungsinfrastruktur als öffentliches Gut gelten, eher „als ein öffentliches Übel, das niemanden besser-, einige aber schlechter stellt“, wie der Ökonom Christian Müller darlegt.
  • „In den allermeisten Familien müssen heute meist beide Eltern erwerbstätig sein, damit es langt…!“ Dass sich eine Politikerin nicht schämt, diesen Satz zu Papier zu bringen. Genau hier liegt doch das Problem. Warum müssen eigentlich Eltern, als diejenigen, die sich zwar freudig, aber unter großen finanziellen Opfern  für ihren Nachwuchs krumm legen, aus materieller Not zusätzlich noch einem Erwerbsberuf nachgehen? Damit wird den Familien auch das noch gestohlen, wovon sie leben, nämlich von der verlässlichen Präsenz der Eltern.  Dass man den Familien gegenüber Kinderlosen viel zu hohe Abgaben abverlangt ( Sozialabgaben vom Brutto, mehrfache Unterhaltskosten, Verbrauchssteuern pro Kind mtl. ca. 220.-) hat bisher noch keinen Politiker ernsthaft interessiert. Wie kann es denn sein, dass den Eltern von drei Kindern bei einem Jahreseinkommen von 30 000 € über 19 000 € an frei verfügbarem Einkommen gegenüber dem kinderlosen Arbeitnehmer fehlen? ( plus 11 179.- hier/ minus 8028.- dort)  Damit wird die Familie monatlich um 669.- € betrogen (s. Horizontaler Vergleich des frei verfügbaren Einkommens nach Familiengröße, DFV-Familie 1/2012 ) Hier hat die SPD samt den anderen Parteien komplett versagt, weil ihnen das Auskommen von Familien mit mehreren Kindern völlig egal ist. Längst hätten SPD, CDU, FDP Gelegenheit gehabt, Recht zu schaffen, aber es geht hier ja nur um „Gedöns“ ( Gerhard Schröder )! Wäre es nicht die vordringlichste Aufgabe der Politik, die grundgesetzlich garantierte materielle Basis für Familien mit mehreren Kindern endlich einzufordern?  Anstatt das Übel an der Wurzel zu packen werden Kleinstkinder brutal von den Eltern getrennt und in Kitas ausgelagert.
  • Das geplante Betreuungsgeld besser in die Qualifizierung der Kitas zu stecken oder das Elterngeld 18 Monate lang zu zahlen, entbehrt wiederum jeglicher rechtlichen Basis. Denn genau die Eltern, die ihre Kinder lieber selbst betreuen, müssen dann steuerlich für die Krippenplätze und das Elterngeld derjenigen aufkommen, die über zwei Einkommen verfügen und zusätzlich noch die Kinderbetreuung hoch subventioniert bekommen. Für Mütter von mehr als einem Kind hat Vater Staat sowieso nur den Mindestbetrag von 300 Euro Elterngeld vorgesehen, wenn sie nicht oder nur teilweise erwerbstätig sein konnten. Schon bei 12-monatigem Bezug beläuft sich die Diskrepanz zwischen der gut verdienenden und der erwerbslosen Mutter auf 18 000 €, bei 18-monatigem Bezug bereits auf  27 000 € ! Junge Paare hören die Botschaft sehr wohl: Mehr als ein Kind  – unerwünscht und unerschwinglich!

Das Almosen Betreuungsgeld könnte man sich locker schenken, wenn endlich die Vielfachbelastung von Eltern per Gesetzesreform beendet würde. Doch daran denken weder Regierungsparteien noch oppositionelle grüne, rote oder dunkelrote Parteien. An der mehrfach staatlich verordneten Mehrbelastung lässt sich ablesen, welch geringen Stellenwert Familien gegenüber Vollerwerbstätigen einnehmen. Das ist das Werk aller unserer Regierungen seit Kanzler Schröder. Ihre fatale Rechnung ist leider aufgegangen, ohne dass sich die Verantwortlichen den „Erfolg“ auf ihr Butterbrot streichen dürften. Denn wenn man Familien zuerst aushungert, dann wundert es doch nicht, dass sie eiligst zum Futternapf Erwerbsarbeit laufen und nach einem Krippenplatz schreien.  Ein Ruhmesblatt ist dieser Run keinesfalls, eher ein Armutszeugnis und der Beweis, dass Familien in Deutschland zu einem Störfaktor verkommen sind. Diese Tatsache mit populistischen Argumenten zu verdrehen oder zu beschönigen ist inzwischen gängige Praxis  der Parteienpolitik geworden.

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  im Lkr. Ravensburg

i. A. Bärbel Fischer