Konzerne haben ein wirtschaftliches Interesse an früher Fremdbetreuung

Die Psychologin Antje Kräuter deckt auf, wie die Pharma- und Medienkonzerne von der frühen Trennung von Mutter und Kind profitieren und hohe Gewinne einfahren. 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitstreiter, Sympathisanten und Freunde,
durch einen Artikel im „Fluter“- einem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung- gewann ich die niederschmetternde Erkenntnis, dass hinter der enormen Medienkampagne für eine angebliche Bildungsmöglichkeit der Babys und Kleinstkinder in der Krippe (entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, diese findet man auf unserer Seite www.frühe-kindheit.net, darunter Fachliches, darunter
Betreuung, darunter Krippe und Stress von Dr. Böhm ) Konzerne wie Bertelsmann stecken, sogar der Klett-Verlag und andere unterhalten über Tochterfirmen Kitas, Krippen und Ganztagsschulen. Hier bieten sich ihnen auf Grund des grandiosen und nicht zu verantwortenden Krippenausbaus (ohne ausreichende liebevolle Betreuer und mit dem hohen Risiko für die Grundgesundheit der nächsten Generationen) enorme Gewinne für diese Medienkonzerne über Bildungsangebote und Ausbildungsmaterialien
für unzählige Bildungsträger und Universitätslehrgänge.

Der Schlag gegen die Mütter und Ihre Kinder ist komplett möglich, da sich diese Fremdbetreuungsideologie mit den gesellschafltichen Bedingungen der Billiglöhne (v.a. im Osten) und der finanziellen Not der Familien deckt. Sie deckt sich sogar mit den Idealen der Opposition- die, die sonst den kapitalistischen Markt hinsichtlich seiner sozialen Verträglichkeit kontrollieren könnten und die Bildungskonzerne stoppen würden,
hängen der Ideologie des Sozialismus, der werktätigen Frau an mit ihrer angeblichen Befreiung aus den häuslichen Fesseln  ( sie sind jedoch nicht befreit, sie haben ja doch die Hauptlast von Kind und Beruf zu tragen! Dazu ihr schlechtes Gewissen als Mutter und die Krankheiten und Störungen ihrer Kinder).

Und sie fallen auf den fruchtbaren Boden der meisten erwachsenen Bürger Ostdeutschlands, die selbst so groß geworden sind bzw. die selbst ihre Kinder in Krippen gegeben haben. Sollten diese Menschen wirklich bereit sein, ihr Leben oder das ihrer Kinder als früh verunsichert wahrzunehmen?

Somit haben die Medienkonzerne genauso freie Fahrt, wie die Pharmaindustrie, die für die ständig steigende Zahl psychisch kranker Menschen und Kinder ihre Pillen anbieten: Antidepressiva und Ritalin gegen ADHS. Dass mindestens 30 bis 40 % aller Europäer psychisch krank sind, was ständig publiziert wird, macht keinen Politiker stutzig. Kinder leiden an Ängsten, Depressionen, somatoformen Störungen und u.a. auch an Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörung, alles möglicherweise Folgen ihrer Verunsicherung durch Trennung von ihren und durch psychische Probleme ihrer Bezugspersonen. Diese Folgestörungen von Bindungsunsicherheiten haben sie
erworben, beispielsweise durch Muttermangel (meist im Osten) und Muttervergiftung (meist im Westen) nach dem Psychoanalytiker Maatz ( siehe auch: Der Lilith-Komplex ).

Die Ideologie gegen Kinder entstand im Nationalsozialismus, die Kampagnen gegen das „Verwöhnen“ und die Erziehung zu Härte vor allem durch die NS-Ärztin Haarer. Nun haben wir die dritte Diktatur: Nach Faschismus und DDR-Diktatur nun die Wirtschaftsdiktatur. In allen drei Diktaturen richtet(e) man sich vehement gegen die Mutter-Kind-Bindung. (Man könnte sich zusätzlich auch noch fragen, ob diese Störung der Mutter-Kind-Bindung beabsichtig ist: alle konsumorientierten Industrien würden von kranken und süchtigen Menschen profitieren, diese streben nach materiellen Befriedigungen, da ihnen die Befriedigung durch Urvertrauen und Liebe vorenthalten wird.)

Und die Ideologie der „guten Bildung in Krippen“ findet auch ihren Nährboden in den Menschen selbst, die auch an den Störungen infolge Geburtserschwernissen (Kaiserschnitt, Frühgeburten) und eigenen traumatischen Kindheitserlebnissen leiden: ihnen fällt es nicht leicht, in einer isolierten Kleinfamilie den ganzen Tag für ein Baby
da zu sein, was zugegebenermaßen auch biologisch ( aus der Menschheitsgeschichte heraus erklärt) nicht von der Natur vorgesehen ist: „Um ein Kind groß zu ziehen, bedarf es eines ganzen Dorfs“- afrikanisches Sprichwort. Wenn dann der Ausweg noch in ein glorreiches Licht getaucht wird:“frühe Bildung in Krippen ist
gut“- dann atmen sie auf. Ihnen sollten wir helfen, vielleicht in neuen Projekten des Zusammenlebens in sozialen Gemeinschaften. Die Stillgruppen sind der beste Start dafür.

Wir sollten immer wieder und an jeder Stelle dazu beitragen, auf die enormen Risiken der frühen Fremdbetreuung hinzuweisen. Ich wünsche dazu viel Kraft und Entschlossenheit!
Und ich bin auch dankbar für Rückmeldungen und einen fruchtbaren Dialog.

Ihre/Eure Antje Kräuter
Dipl.Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin für Erwachsene
Traumapsychotherapeutin
Elternberaterin von 0 bis 3
Stillberaterin AFS

antje.kraeuter@t-online.de

 

3 Gedanken zu „Konzerne haben ein wirtschaftliches Interesse an früher Fremdbetreuung

  1. Danke für diese Recherche!!!! Dieser Artikel hilft mir sehr bei der Verarbeitung meiner Vergangenheit. Ich bin selbst ein DDR Kind, welches mit 6Monaten in die Krippe gesteckt wurde weil Meine Mutter arbeiten gehen musste. Ich wurde nicht gestillt und wenn ich schrie, wurde ich ins Nebenzimmer geschoben und die Tür wurde zugemacht weil meine Eltern Schlafen mussten/wollten.
    Ich leide unter der Borderline-Persönlichkeitsstörung, die heftigste Auswirkungen auf mein komplettes Leben haben. Ständiger Jobwechsel, keine Funktionierende Partnerschaft, kaum Freunde und nur Verurteilungen und Vorwürfe, weil ich meine Tochter „zu weich“ erziehe, weil ich zu sensibel bin und „das Gras wachsen höre“, weil ich sie von Anfang an im Elternbett habe schlafen lassen ( somit war es für sie und mich einfach umso weniger Stress).
    Ich habe es durchgesetzt und ich bin stolz auf mich, auch wenn ich mich ständig kritisieren lassen muss.
    Am schlimmsten sind für mich Sätze wie: Krippe hat dir auch nicht geschadet oder ein Klaps auf den Hinterkopf sowie „Schreien lassen“hat noch niemandem geschadet. Und wie es mir (und Millionen von Kindern) geschadet hat. Schade ist, dass ich damit völlig allein da stehe mit meiner Meinung. Keiner will was davon hören,dass es falsch sein könnte, sein Kind zu früh in den Kindergarten oder die Krippe zu tun, dass es schaden könnte. Die wenigsten machen sich die Mühe und hinterfragen das System oder hören einfach auf ihr Bauchgefühl, anstatt sich mit schlechtem Gewissen anzupassen.
    Für die meisten ist es in Ordnung so wie es ist……
    Ich als Einzelner kann nicht viel ausrichten gegen die Missstände, so gerne ich auch möchte. Deshalb habe ich diesen Artikel bei Facebook gepostet mit der Bitte, den Artikel zu teilen und genau durchzulesen.
    Jetzt kann ich nur hoffen, dass es ein paar Schlaue Menschen gibt, die es tun und nach dem Lesen umdenken!!!
    Ich würde mich gern für die Projekte mit engagieren, auch aus der Ferne! Denn ich bin absolut überzeugt davon, dass es ein grosser Schritt richtung Menschlichkeit ist.

  2. Ich möchte Ihnen die heutige TV-Sendung “ Hart aber fair – passen Job und Familie wirklich zusammen?“ empfehlen. ARD, 21 Uhr!
    Wegen zweier Gäste, insbesondere Maria Steuer, könnte ich mir vorstellen, dass auch die Krippensituation in der DDR angesprochen wird.

  3. Ein wesentlicher Aspekt fehlt noch, der weit über die Medien- und Pharmabranche hinaus geht. Alle Konzerne aller Industrien und Branchen haben ein enormes Interesse daran, Lohnkosten zu senken. Dies geschieht in einem Wettbewerbssystem automatisch, wenn genügend neue Arbeitskräfte am Markt um eine begrenzte Zahl von Jobs konkurrieren. Unter dem Vorwand, die Eigenständigkeit von Frauen zu erhöhen, wenn sie viel und frühzeitig arbeiten gehen, wird versucht, das Angebot von Arbeitskräften zu erhöhen, um so weiter die Löhne zu senken.

    Gerade die Bertelsmann-Stiftung ist ein Vehikel, das eine breite neoliberale Agenda verfolgt und diese als gemeinnützige Arbeit tarnt. Die Bertelsmann-Stiftung ist der PR- und Lobby-Arm des Bertelsmann-Konzerns. Die mit Abstand größte Bertelsmann-Tochter ist der Dienstleister Arvato, der mehr Mitarbeiter beschäftigt als anderen Bertelsmann-Töchter (z.B. RTL-Gruppe oder Gruner und Jahr) zusammen. Natürlich möchte Bertelsmann dort die Lohnkosten senken und befürwortet so alle politischen Maßnahmen, die einer Erhöhung des Angebotes von Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt dienen.

    So möchte Bertelmann den Arbeitsmarkt nicht nur mit Müttern fluten, die dafür ihre Kinder ganztags abgeben, sondern auch mit Einwanderern (https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2014/november/sozialstaat-profitiert-von-zuwanderung/) und Rentnern, die bis ins hohe Alter arbeiten sollen (https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/wirtschaftliche-dynamik-und-beschaeftigung/projektnachrichten/flexi-rente/). Damit schlägt Bertelsmann in die gleiche Kerbe wie andere neoliberale Lobbyorganisationen, wir die „Initiative neue soziale Marktwirtschaft“, die das gleiche Maßnahmenpaket befürwortet. Auch die INSM, getragen von der Metall- und Elektroindustrie, befürwortet den Betreuungsausbau (http://www.insm.de/insm/Publikationen/positionen/familie-und-beruf.html), die Einwanderung von Fachkräften (http://www.insm.de/insm/Publikationen/positionen/zuwanderung.html) und längere („flexiblere“) Arbeitszeiten für Rentner (http://www.insm.de/insm/Publikationen/positionen/rente.html).

    So sind Mütter nur eine von mehreren Personengruppen, die auf den Arbeitsmarkt geworfen werden sollen, damit das so entstehende Überangebot an Arbeitskräften zu allgemeinen Senkungen der Lohnkosten aller Branchen und Industrien führt. Es werden also nicht nur verstörte Kinder als zukünftige willige Konsumenten erzeugt, sondern – viel wichtiger in einem auf Quartalszahlen ausgerichteten Turbokapitalismus – auch Mütter als gegenwärtige billige Produzenten.

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