Nahles ignoriert Freiheitsrechte der Eltern

Pressemeldung des Verbandes FAMILIENARBEIT e. V.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kündigte an, die SPD werde eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen, wenn das geplante Betreuungsgeld Gesetz würde (laut „Bild am Sonntag“ vom 04. 11. 2012). Als Begründung führte sie an, der Staat greife mit dem Betreuungsgeld in die Wahlfreiheit der Familien ein, „indem er das Fernbleiben aus der Kita einseitig finanziell belohnt und somit seine gebotene Neutralität verletzt.“

Dazu äußert sich die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e. V., Gertrud Martin: “Wird der verqueren Logik von Frau Nahles gefolgt, dann wäre die staatliche Krippenförderung mit mindestens 1000 € pro Monat und Kind , also mit dem im Vergleich zum Betreuungsgeld etwa siebenfachen Betrag, weit mehr verfassungswidrig, da der Staat die Abgabe eines Kindes in der Krippe einseitig finanziell subventioniert und somit seine gebotene Neutralität verletzt“.

Martin weiter: „Mit ihrer einäugigen Sichtweise zeigt Frau Nahles, dass sie das Recht der Eltern, über die Art der Kindererziehung zu entscheiden, nur dann gelten lässt, wenn sie sich an den ideologischen Vorgaben der SPD orientieren. Damit missachtet sie die Freiheitsrechte der Eltern. Es gibt sogar Stimmen in der SPD, die die Standards der Kinderkrippen herunterfahren wollen, um das SPD-Ziel der `Lufthoheit über den Kinderbetten` nicht zu gefährden.“

Der stellvertretende Vorsitzende und Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Dr. Johannes Resch meint: „Die Äußerung von Frau Nahles dient dem erneuten Schulterschluss von SPD und Wirtschaftslobby, die sich die eine `preiswerte` Verfügbarkeit möglichst aller Eltern und vor allem der Frauen auf dem Erwerbsarbeitsmarkt wünscht. Um die wahren Motive zu vertuschen, wurde besonders von der Wirtschaft und nicht zuletzt auch von SPD-Ideologen die Legende in die Welt gesetzt, Kinderkrippen hätten eine günstige Auswirkung auf die kindliche Entwicklung. Die am Kind orientierte Forschung zeigt dagegen, dass die Bindung zu Bezugspersonen für Kleinkinder (u 3) weit wichtiger ist als `Bildung` im schulischen Sinne. Dafür sind die Voraussetzungen bei den Eltern aber in der Regel weit besser als in einer Krippe.“ „Bildung“ stehe dann im Kindergarten und in der Schule stärker im Vordergrund.

Pressestelle des Verbandes Familienarbeit e. V.


„Christliches“ Frauenbild?

Leserinnenbrief zu „Vorbilder – Elly Heuss-Knapp“   Chrismon, Ausgabe 10 / 2012

Schon die ersten beiden Sätze dieses Beitrags, in denen von Eltern die Rede ist, die „nicht arbeiten“ und davon, dass Frau Heuss-Knapp vermutlich über die „Herdprämie“ gespottet hätte, strotzen vor Häme, vor allem gegenüber Frauen, deren Lebensentwurf Kinder in den Fokus stellt.

Sehr christlich finde ich diesen Ton schon mal nicht! Außerdem wird in der Unter-Überschrift doch festgestellt, dass Frau Heuss-Knapp  sich für „arbeitende Frauen“ einsetzte. Gerade mit der Gründung des  Müttergenesungswerkes hat sie doch unwiderlegbar zu erkennen gegeben, dass sie explizit die Mütter als oft über ihre Kräfte arbeitende Frauen ansah.

Auch wenn die Mütter heute viele (technische) Möglichkeiten haben, sich im Haushalt Erleichterung zu schaffen, so sind sie es doch auch heute noch, die „alles zusammenhalten“. Die verantwortungsbewusste Erziehung von Kindern ist ungleich schwieriger geworden.  Aber im gesellschaftlichen Ansehen liegen die Mütter am Boden.

Warum muss trotzdem immer weiter auf ihnen herumgetrampelt werden?

Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V.                                       Seb.-Kneipp-Str. 110, 78048 VS-Villingen, Tel. 07721 56124

Arroganz oder Heuchelei?

Zu den Kommentaren in Print- und TV-Medien zur Koalitionsvereinbarung      vom 4. November 2012

Dass eine Koalition scheinbar Unvereinbares vereinbaren muss, das ist doch klar. Egal, wie bunt eine solche gestrickt ist, es wird geschachert, weil es ohne Kompromiss nicht geht. In der Folge werden logischerweise die Ergebnisse durch die ebenso bunte Opposition als „Wahlgeschenke“ und „Kuhhandel“ verschrien – alles ganz normal! Denn man will sich ja vor der nächsten Wahl selbst profilieren, und sei es nur durch Spott. Sitzt nach der Wahl die Opposition auf den Regierungsbänken, dann wiederholt sich das Spielchen, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Demokratisch oder nur schäbig?

Was aber an an Menschenverachtung grenzt ist die überhebliche polit-mediale Einbildung, es ginge gar nicht um Menschen und ihre Nöte, sondern ausschließlich darum, wie in Berlin eine Hand die andere wäscht.

Wer gut verdient, privatversichert und von Praxisgebühr befreit ist, der kann sich leicht über deren Abschaffung  mokieren. Wer ohne Unterhalts-und Bildungskosten für Kinder sein Leben genießt, der kann sich leicht über ein Betreuungsgeld aufregen, sei es auch noch so geringfügig. Wer seine Altersversorgung dank Besserstellung in trockenen Tüchern hat, der hat leicht spotten.

Dass aber für chronisch Kranke, Alte und Familien mit mehreren Kindern schon die geringste Erleichterung in die Waagschale fällt, auf diese Idee kommt dann weder das abgehobene Medienpersonal, noch die, durch Steuergelder gut situierte Opposition.      Da wird dann jeder Cent als üppige „Vergeudung von Steuergeld“ gebrandmarkt.

Arroganz oder Heuchelei oder beides? Am Ende ist auch das egal!

Bärbel Fischer

 

 

Zitate zur strukturellen Rücksichtslosigkeit gegenüber Familien

Zitat

Altersarmut, Pflegenotstand, Rentenfiasko sind die Themen dieser Tage in allen Medien. Die eigentliche Ursache des Dilemmas wird aber verschwiegen, nämlich, dass unser so genannter Generationenvertrag Eltern und ihre Kinder strukturell benachteiligt, weil ihm ein Standbein fehlt, nämlich die Nachwuchsrente. Seit 1957 müssen Eltern über ihre Beiträge die Altgewordenen stützen und gleichzeitig den Lebensunterhalt für ihren Nachwuchs stemmen. Der „Lohn“ !  dafür zeigt sich in einer wesentlich geringeren Rente als Kinderlose sich durch den Wegfall von Familienzeit und Kindesunterhalt  sichern können. Hier liegt also ein schwerwiegender, struktureller Denkfehler vor, den Dr. Johannes Resch anhand einiger Zitate von Sozialexperten aufzeigt.

Aus „Vom Generationenvertrag zum Generationenbetrug“) www.johannes-resch.de

„Wenn die Kinderlosen und die Kinderarmen ihr Dasein, insbesondere ihre Versorgung im Alter, auf anderer Leute Kinder aufbauen, dann bilden Familienlastenausgleich und Altersversorgung eine Einheit; eine sinnvolle Regelung ist nur möglich, wenn man beides zusammen anfasst.“    

Oswald von Nell-Breuning, 1957 ; Sozialwissenschaftler (aus „Soziale Sicherheit?“ S. 35)

„ In der Tat hat der Gesetzgeber bei der 1957 in Kraft getretenen Rentenreform diesen Zusammenhang zwischen Familienlastenausgleich und Altersversorgung  völlig übersehen und außer acht gelassen, wie er überhaupt die Sachproblematik einer sozialen Rentenversicherung verkannt hat.“

Oswald von Nell-Breuning 1978 (aus „Soziale Sicherheit?“ S. 76)

„Diejenigen, die Beiträge zahlen, empfangen ja nicht ihre Beiträge zurück, wenn sie alt geworden sind. Durch die Beiträge haben sie nicht die Rente erdient, sondern durch sie haben sie erstattet, was die Generation zuvor ihnen gegeben hat. Damit sind sie quitt.    Die Rente, die sie selbst beziehen wollen, die erdienen sie sich durch die Aufzucht des Nachwuchses. Wer dazu nichts beiträgt, ist in einem ungeheuren Manko.“

Oswald von Nell-Breuning 1980 (auf dem Seniorenkongress der CDU)

„Im Bewusstsein der Öffentlichkeit wird die vom Bundesverfassungsgericht in mehreren Urteilen festgestellte grundgesetzwidrige Ausbeutung von Menschen mit Kindern zugunsten der Kinderlosen von drittrangigen Thesen verdrängt, vor allem durch die ständig wiederholte unbelegte These, dass die Geburtenrate im internationalen Vergleich um so höher sei, je höher die Frauenerwerbsquote ist.“ 

Herwig Birg, bis 2004 Direktor des Inst. für Bevölkerungsforschung und Sozialp., Univ. Bielefeld (Aus „Grundkurs Demographie“, 5. Lektion, FAZ.NET 2005)

„Der Unterhalt der alten Generation ist zu fast 100% kollektiviert, derjenige der nachwachsenden Generation dagegen nur zu etwa 25%. Dieses Ungleichgewicht schlägt sich auch in der demographischen Entwicklung nieder, und diese verschärft ihrerseits die Finanzierungsprobleme des Sozialsektors.“ …                                                             „Unsere Gesellschaft polarisiert sich in Familien (mit überwiegend zwei und mehr Kindern) und kinderlosen Lebensformen – eine neue gravierende Form sozialer Ungerechtigkeit tut sich auf.“

Franz-Xaver Kaufmann, bis 1997 Prof. für Sozialpolitik und Soziologie: „Herausforderungen des Sozialstaats“, S. 78, 80

„Diese strukturelle Rücksichtslosigkeit in unserer Gesellschaft begründet soziale Problemlagen von Familien, die nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen, sondern auch mit Rücksicht auf ihre nachteiligen Folgen für die Humanvermögensbildung eine Herausforderung für die Politik darstellen.“

Familienbericht für die Bundesregierung (1994). S. 20

 

Sehr geehrter Herr Beckmann!

Sehr geehrter Herr Beckmann,

aufmerksam verfolgte ich am vergangenen Donnerstag Ihre Sendung: Woher kommt das Böse? Dieses Thema interessiert mich sehr, weil ich 30  von 45 Dienstjahren sog. erziehungsschwierige, früher „verhaltensgestörte“ Kinder unterrichtete. Einige dieser Kinder hatten bereits mit 14 Jahren eine kriminelle Karriere hinter sich.

Als Ergebnis Ihrer Sendung könnte man vielleicht festhalten, dass es das durch gesellschaftlichen Druck ausgelöste Böse gibt, das durch eine entsprechende Therapie beeinflusst werden kann, und andererseits das kaum therapierbare immanent Böse im Menschen.

Hier sind wir bereits bei meiner Kritik. Denn leider hatten Sie den bedeutenden Neurobiologen Prof. Joachim Bauer von der Uni Freiburg nicht eingeladen, der zu einem ganz anderen Ergebnis kommt. Er weist in seinem Buch SCHMERZGRENZE ( Blessing 2011) nach, dass erst frühe  Ausgrenzung, Vernachlässigung und Demütigung in unserem Gehirn wie bei einer Schmerzerfahrung Aggression auslöst. Auch lernen wir, dass es einen geschichtlichen Hintergrund gibt, warum im Laufe des zivilisatorischen Menschheitsprozesses zu einer dramatischen Zunahme zwischenmenschlicher Gewalt kommen musste. Bauer wehrt sich, wissenschaftlich untermauert, gegen Freuds These vom Aggressionstrieb, also gegen die Immanenz des Bösen im Menschen. Vielmehr muss in der Konsequenz seiner Forschung das große Ziel sein, jungen Menschen Erfahrungen des Unwertseins, der Vernachlässigung und der Missachtung zu ersparen. Diese Gefühle entwickeln Kinder, wenn sie keine emotional zugewandte, und vor allem keine präsente Bindungsperson vorfinden, wenn sie von einem Arm in den anderen wandern, wenn sie keine Zeit bekommen, sich festzumachen, wenn Stimme, Geruch, Geschmack und Blick der Mutter immer wieder verloren gehen. Die Folge ist eine völlige Verunsicherung und Traumatisierung des Kleinkindes.

Von daher müssen wir, wollen wir vermeiden, dass Kinder aus dem Gleis geworfen werden, alles dafür tun, dass ihnen wenigstens drei Jahre ununterbrochene, opferbereite  Präsenz von Mutter / Vater zugestanden werden. Unsere Politik, den Forderungen der Wirtschaft hörig, will aber Mütter wenige Monate nach der Niederkunft wieder im Betrieb sehen. Nun passiert genau das, was Schmerz/Aggression im Kind auslöst: abgeschoben, missachtet, ausgegrenzt  zu werden. In dem Krippenparadies der früheren DDR sprießen Erziehungsheime wie Pilze aus dem Boden. Was sagt uns das?

Sehr geehrter Herr Beckmann, wetten, dass Sie bei dem Wort „Opferbereitschaft“ zusammengezuckt sind? Dieses Wort fehlt im politischen und medialen Vokabular von 2012, ja es disqualifiziert den Moderator sogar. Mit „Opferbereitschaft“  lassen sich Wahlen nicht gewinnen.

Und doch sage ich Ihnen: Wenn uns egal ist, dass unser Nachwuchs emotional verarmt, dass die Gewaltbereitschaft und das Suchtverhalten unserer Jugendlichen ( sie suchen nach Wärme und Geborgenheit) zunehmen, dann stecken wir weiterhin  unsere Kleinsten in Fremdbetreuung. Ob es billiger wird? Wohl kaum. Ein Betreuungsplatz im Heim (Personalschlüssel fast 1:1) kostet heute den Steuerzahler ca. 4500 Euro.

In diesem Sinne, Herr Beckmann, wäre eine Horizonterweiterung im Sinne von Joachim Bauer durchaus diskutabel. Vielleicht gibt es in Ihrem Angebot die Gelegenheit, den Wissenschaftler zu Wort kommen zu lassen.

Dies wünscht sich mit besten Grüßen

Bärbel Fischer, www.familiengerechtigkeit-rv.de

 

Zeit für einen neuen Feminismus

Die Journalistin und vierfache Mutter Birgit Kelle sieht im herkömmlichen Feminismus den Zwang, männliche Wege und Muster zu kopieren. Auf der Strecke bleiben Frauen, die ihr spezifisch weibliches Potential als Familienmutter in die Gesellschaft einbringen wollen. Sie werden politisch zurückgelassen, gedemütigt und ausgenutzt. Daher plädiert Frau Kelle für einen „Neuen Feminismus“, der alle Lebenswege von Frauen würdigt.

Der Artikel erschien am 15. 09. 2012 in DIE  TAGESPOST. Lesenswert!

Zeit für einen neuen Feminismus

Rettet das System

Der Leiter des Heidelberger Familienbüros, Kostas Petropulos, meldet sich im Berliner Tagesspiegel mit einem Gastbeitrag zu Wort. „Statt all der familienpolitischen Milchmädchenrechnungen: Kinderlose sollen weniger Rente bekommen, Eltern dafür mehr!“ ist das Fazit seiner Erläuterungen.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/gastbeitrag-rettet-das-system/7267296.html

Hofberichterstattung statt Kontrolle

Dr. Johannes Resch stellt beim Vergleich der ersten 8 Familienberichte fest, dass seit 2006 die Funktion der Familienberichte als ursprüngliches Kontrollinstrument für Regierungshandeln zur Hofberichterstattung verkommen ist. Kontrolle ist out, es lebe der Applaus!

Fh 8. Familienbericht G

„Wir brauchen eine Kindergartenpflicht“ ( Heinz Buschkowsky )

Das Interview der Schwäbischen Zeitung mit dem Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky ( 13. 10. 2012 ) zeigt kontrastreich, wohin die Reise mit Peer Steinbrück und seinem künftigen Berliner Berater Buschkowsky gehen soll, nämlich in eine totale staatliche Kinder-und Jugendkollektivierung.
Die misslungene Integration in Berlin scheint Buschkowsky vordergründig Recht zu geben. Wozu  aber gibt es ein deutsches Strafrecht? Dieses gilt auch für Migranten, sobald sie unsere Gesetze übertreten. Deswegen müssen wir nicht der gesamten Nation staatliche Einheitserziehung  nach DDR-Muster verordnen. Mag sein, dass der überforderte Bürgermeister vor lauter Berliner Bäumen den deutschen Wald nicht mehr sieht. Berlin ist eben nicht Deutschland. In vielen Teilen des Landes funktioniert Integration nämlich  bestens und in gutem völkerverbindenden und ökumenischen Einvernehmen. Hier denkt niemand an Kasernierung, sondern man setzt auf Gemeinsinn, Toleranz und eine weltoffene Ökumene.
Seit 1945 betrachten wir elterliche Verantwortung und die Weitergabe persönlicher, kultureller, religiöser und ethischer Werte durch die Eltern an die nachwachsende Generation als ein hohes demokratisches Gut. Dieses wird zerplatzen wie eine Seifenblase, wenn der rot-grüne Traum von Kindergartenpflicht ( wenig später dann Krippenpflicht für Ein-bis Dreijährige! ) und verpflichtender Ganztagsschule realisiert werden sollte.
Bärbel Fischer