3 Gedanken zu „Von wegen Vereinbarkeit

  1. Danke, Frau Fischer, für den Hinweis auf diesen wirklich lesenswerten Artikel von Norbert Blüm.
    Ich habe ihn von der ersten bis zur letzten Zeile verschlungen, und die zahlreichen Kommentare zeigen, dass auch viele andere ihn bemerkenswert finden.
    Folgender Abschnitt hat mich besonders bewegt:

    „Die Erwerbsgesellschaft ist imperialistisch und schickt sich an, die Familie zu erobern. Mit dem Programm Kinderhort, Kindertagesstätte, Kindergarten, Ganztagsschule, Ferienbetreuung ist die Kindheit nahezu vollkommen verstaatlicht. Nur noch die Schlafzeit ist fest in Händen der Familie. Wahrscheinlich kommt der aufgeregte Eifer der Schulreformen erst dann zur Ruhe, wenn das ganze Leben – von der Wiege bis zur Rente – in ein staatliches Rundum-Internat gezwängt ist.“

    Ein solches Rundum-Internat bedeutet nicht nur für junge Menschen, sondern auch für Erwachsene, in der Abhängigkeit und unter der Meinungshoheit des Staates zu leben, der die Familien schwächt, weil diese erfahrungsgemäß besonders immun sind gegen Fremdbestimmung nach sozialistischem Muster.
    In Familien tauscht man noch vertrauensvoll Gedanken aus und bestätigt sich gegenseitig in der selbst bestimmten Form der Lebensführung, die der Einzelne ohne diese Rückenstärkung kaum aufrecht erhalten könnte – vor allem dann nicht, wenn er von Kindesbeinen an rund um die Uhr mit einer gezielten Meinung berieselt wird.
    Familien erobern – wie Norbert Blüm das nennt – bedeutet letztlich, Vereinzelung und Vereinsamung schaffen – also jene Voraussetzungen, die es dem staatlichen Willen in einer demokratischen Rechtsordnung leicht machen, die Zustimmung der Bürger zu erhalten.
    Aber, wie gesagt, dieser Teil von Norbert Blüms Artikel hat mich persönlich besonders beschäftigt.
    Ich kann jedem nur empfehlen, seinen vollständigen Artikel zu lesen.

  2. Liebe Frau Prasuhn, ich kann Ihnen nur zustimmen. Die Kommentare habe ich auch gelesen. Am Besten hat mir folgender gefallen:

    Nur das dümmste Schwein wählt seinen Schlachter selbst
    Wäre die Unterordnung der Familie unter die Wirtschaft eine Notwendigkeit, könnte man ja noch verstehen, warum die Gesellschaft in weiten Teilen diese Entwicklung protestlos mitmacht. All die hier wunderbar pointiert dargestellten Perversionen der „modernen Familie“ nehmen wir aber auch noch laut jubelnd und danach strebend auf uns.
    Verblüffend, wie die Demontage und gesellschaftliche Ächtung der „Hausfrau“ als vermeintlicher „Sieg“ des Feminismus doch nichts mehr ist, als eine kollektive Gehirnwäsche zuungunsten des Individuums.
    Der Feminismus hat Mann und Frau gleich gemacht: gleich blöd!

  3. Den Worten meiner beiden Vorkommentatorinnen schließe ich mich voll an.
    Es ist wirklich nicht zu fassen, wie gläubig und kritiklos viele Menschen der verbreiteten Meinung vom Wohlwollen des Staates hinterherlaufen und kaum versuchen, die Dinge zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen.
    Die Familienpolitik ist bestes Beispiel. Hier wird die staatliche Rundum-Betreuung fast einhellig begrüßt, ohne dass man sich mal informiert, welche Auswirkungen das auf die Familien, die Kinder und damit die Zukunft unserer Gesellschaft hat.
    Man ist fast geneigt, seine Wut weniger auf die Politik als auf „das dumme Wahlvolk“ zu richten, das Parteien wie der SPD oder den GRÜNEN gedankenlos auf den Leim geht, nur weil deren verlogene Werbesprüche sich so schön anhören. Die CDU spielt allerdings keine viel bessere Rolle und übt sich mehr im Reinwaschen der Hände als im Beziehen klarer Positionen.
    Wenn viele Bürger nicht endlich aufwachen und sich darauf besinnen, dass ihr Hirn zum Gebrauch da ist, werden wir unversehens in einer Gesellschaft aufwachen, in der uns noch Hören und Sehen vergeht.
    Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, denn falsche Weichenstellungen sind nur schwer zu korrigieren. Und fast täglich kommen neue hinzu.

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