BARILLA positioniert sich

Es kommt heute nicht so oft vor, dass sich Wirtschaftsunternehmen eindeutig auf die Seite der traditionellen Familie ( Vater, Mutter, Kinder) stellen. Die italienische Unternehmersfamilie BARILLA  (Teigwaren) aber  will sich dem indifferenten  mainstream nicht beugen, und empfiehlt allen Homo-Paaren, auf ein anderes Fabrikat auszuweichen, falls sie Probleme mit diesem Familienbild  haben.  Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Aussage der schwulen Konsumentengruppe, dass in Italien die Schwulen generell zu den „Bessergestellten“ gehören, „weil sie keine Kinder haben.“                       ( Schwäbische Zeitung, 28. 09. 2013 / WIRTSCHAFT ) Damit unterscheiden sie sich nicht von den deutschen Schwulen. Denn auch in Deutschland bringen es Kinderlose merklich weiter als Eltern mit Kindern. An dieser Stelle könnten die Parteien in Regierung oder Opposition endlich einmal stutzig werden! Aber nein, es herrscht bleiernes Schweigen!

Aufruf: Kaufen Sie jetzt BARILLA-Nudeln auf Vorrat oder zum Verschenken! Viele Bürger sind bereits aktiv. Zivilcourage muss belohnt werden!

 

 

PROGRAMM SWR 2 WISSEN – DONNERSTAG, 3. OKTOBER, 8:30-9:00 UHR

                                                      Aula:

POPULÄRE IRRTÜMER ZUR DEMOGRAFIE

Warum Deutschland seinen Kinderschwund nicht stoppt

Von Kostas Petropulos

Der anhaltende Nachwuchsmangel lässt die Bevölkerung immer schneller altern und in absehbarer  Zeit auch kräftig schrumpfen. Das hat Folgen für die Gesellschaft, den Sozialstaat und die Wirtschaft.  Trotzdem stößt die Forderung nach einer grundlegenden, familienorientierten Neuausrichtung des  Gemeinwesens weiterhin auf taube Ohren. Stattdessen pflegt das Land kollektiv die Hoffnung, den  sogenannten demografischen Wandel gestalten zu können. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um  populäre Irrtümer, denen die Politik, die Medien, die Bevölkerung und die tonangebenden Experten  anhängen. Welche Mythen das sind, erläutert Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Büros für  Familienfragen und soziale Sicherheit.

 PROGRAMM SWR2 WISSEN DONNERSTAG, 3. OKTOBER, 8:30-9:00 UHR 

 

 

Wir brauchen keine Wirrköpfe

Die falschen Strategien, Themen, Plakate und die falschen Gesichter machen die Grünen für ihr jämmerliches Abschneiden bei der Bundestagswahl verantwortlich. Ihr Ziel, die Gesellschaft grundlegend zu verändern, stellen sie jedoch noch immer nicht auf den Prüfstand. Da können die JUNGEN GRÜNEN auf ihrem Dresdener Bundeskongress 2013  unwidersprochen unter dem Deckmantel „Bildung“ Geschlechtervielfalt fordern, indem künftig in amtlichen Dokumenten ein drittes Geschlecht möglich sein soll ( homo-, bi-, trans- oder x-sexuell)  Ein Herzensanliegen ist den jungen Grünen auch die Abschaffung des Artikels 6 GG, nach welchem seit eh und je Ehe und Familie wegen ihrer gesellschaftserhaltenden Funktion unter dem besonderen Schutz des Staates stehen. Zitat: „Der Schutz der Ehe  darf nicht länger im Grundgesetz verankert sein. Wir wollen die Ehe als staatliche Institution abschaffen“. Aber für die Homo-Ehe wird trotzdem gekämpft!

Dass genau solche widerlichen Pläne die Bürgerschaft davon abhalten, ihr Kreuz bei den Grünen zu machen, haben die blinden Parteistrategen bis heute nicht realisiert. Wir brauchen umweltbewusste Grüne und keine Wirrköpfe!

Bärbel Fischer

Drei Koteletts für eine Sau

Johannes Röser, der Chefredakteur von CHRIST  IN  DER  GEGENWART,  verfasste ein gelungenes Resümee von Jürgen Borchert´s Buch: „Sozialstaatsdämmerung“ und macht seiner Leserschaft Lust, das Werk selbst zu lesen. Allerdings braucht der Leser starke Nerven, wenn er in die Abgründe unseres Sozialsystems blickt.

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=3894832

Eltern und Großeltern als Schmarotzer?

Ein Umdenken in der Politik ist der Wunsch vieler, vieler Bürger in Deutschland. Daher haben besonnene Menschen gut gemeint das GENERATIONEN-MANIFEST auf den Weg gebracht. Mehr als 75 000 Unterzeichner hat es bisher gefunden. Aber von realen Fakten unbeleckt wird in These 10 behauptet, Eltern und Großeltern lebten „auf Kosten“ der künftigen Generation! Eine Frechheit! 

http://www.generationenmanifest.de/manifest/

Sehr geehrte Urheber des Generationenmanifests,

ich könnte Hunderte von Eltern zu einer Unterschriften-Schneeballaktion animieren, wäre nicht die These 10, die einfach ein Schlag ins Gesicht derer ist, die die Generationen überhaupt erst generieren, nämlich Eltern und Großeltern! Denn Eltern und Großeltern leben  n i c h t  auf Kosten ihrer Kinder, sondern sie wenden außer Fürsorge, Zeit und Zuwendung pro Kind mindestens 100 000 Euro aus eigener Tasche ( also über staatliche Transfers hinaus) auf. Dafür legen sich 80% aller Eltern krumm!  Außerdem wird jedes geborene Kind im Laufe seines Lebens 70 000 Euro an den Staat zurück geben (ifo) 

Dagegen können sich Bürger, die sich gegen Kinder entscheiden, pro nicht geborenem Nachkommen diese Summe auf die hohe Kante legen. Ihre, von Kindern  a n d e r e r  Leute erarbeitete Rente fällt  wesentlich höher aus als die Rente von Eltern. Auch fehlen den künftigen Generationen die  70 000 Euro pro ungeborenem Kind, und es fehlen die künftigen Mütter und Väter, die für ausreichenden Nachwuchs zum Erhalt unserer Gesellschaft  gebraucht würden. Solches Verhalten ist  n i c h t  generationengerecht!

Tatsächlich aber darf in einer Demokratie jeder selbst bestimmen, ob er Kinder erziehen will. Aber er sollte dann konsequenterweise g e n e r a t i o n e n g e r e c h t  auch entsprechend Verantwortung übernehmen!

Ihre These 10 ist also grundfalsch! 

Sie müsste lauten:                                                                                                               Der Beitrag, den Eltern zum Erhalt der Generationen durch die Erziehung ihrer Kinder leisten, wird privatisiert. Der E r t r a g  aus Kindererziehung kommt aber besonders den kinderlosen Bürgern zugute. Daher wird Elternschaft mehr und mehr zum Armutsrisiko, was am schwindenden Nachwuchs sichtbar wird.

Lesen Sie doch einmal das kürzlich erschienene Buch von Dr. Jürgen Borchert, Sozialrichter in Darmstadt: „Sozialstaatsdämmerung“ ( Riemann-Verlag 2013 ). Das wird Ihnen die Augen öffnen! Hier wird aufgeräumt mit falschen Zahlen, Fehlinformationen und Elternbashing!

Solange Sie These 10 nicht korrigieren, werde ich keine potentiellen Unterzeichner anschreiben, auch wenn ich die anderen Thesen unterschreibe. Bei These 8 hätte ich allerdings gerne gewusst, was Sie sich unter einer „radikalen Veränderung der Bildung“ vorstellen.

Mit freundlichem Gruß

Bärbel Fischer

www.rettet-die-familie.de

Wie die Medien Wahlen beeinflussen

Von der Schwäbischen Zeitung abgelehnter Leserbrief zum Ausgang der Bayernwahl und zur bevorstehenden Bundestagswahl:

Noch vor keiner Wahl stach der Einfluss der Medien so sehr ins Auge wie vor dieser Bayern-und der Bundestagswahl. Völlig undemokratisch wurden die so genannten kleinen Parteien ins Nirwana geschwiegen. Als ob die 10 % der Bevölkerung, die mit der abgelieferten Politik nicht einig sind, überhaupt nicht existierten.

Des Weiteren fällt auf, dass medial für den Stimmenverlust der Grünen in Bayern lediglich die grünen Steuerpläne und der lächerliche Vegi-Day (Familien mit Kindern kommen sowieso nur auf eine oder zwei Fleischmahlzeiten in der Woche! ) ins Feld geführt werden. Nicht thematisiert wird aber der gesellschaftliche Wandel, den sich die Grünen auf ihre Fahne geschrieben haben. Das grüne Vorhaben, Ehegattensplitting und Betreuungsgeld abzuschaffen, was Familien mit Kindern schwer trifft, der gesellschaftliche Umbruch, den die Grünen mit der „Homo-Ehe“ signalisiert haben, der ideologische Zwang, Kleinstkinder aus den Armen ihrer Eltern in öffentliche Krippenbetreuung zu zerren und die nivellierende Trendwende in der Schulpolitik wird von den Medien für den Stimmenverlust der Grünen pikanterweise überhaupt nicht in Betracht gezogen. Für die Bevölkerung aber sind genau diese gesellschaftsverachtenden Vorhaben der wahre Abschreckungsfaktor. Und die Moderatoren und Journalisten schweigen dazu – penetrant!

Der Wähler sieht darin die stillschweigende Übereinkunft zwischen Politik und Medien, einen menschenverachtenden gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Wenn sich aber die Medien mit der Politik gleichschalten, dann haben wir die DDR in Neuauflage wieder.

Joachim Heumos

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

GRÜNE JUGEND fordert beliebige Geschlechtsidentitäten

Auf ihrem Bundeskongress im März 2013 in Dresden fordert die „grüne Jugend“ den Abschied aus der   Z w e i g e s c h l e c h t l i c h k e i t .  Gut zu wissen, wohin die Reise geht, wenn wir GRÜN wählen. Geschlechtervielfalt ist angesagt! Bleibt zu hoffen, dass die Unterzeichner sich nach 10 Jahren nicht wieder entschuldigen müssen für derlei perverse Beschlüsse. Herr Trittin kann ein Lied davon singen! So weit hat uns GENDER-MAINSTREAMING gebracht!

Beschluss 8: Überwindung der Zweigeschlechtigkeit

„Die Kategorien ”Mann” und ”Frau” sind soziale Konstrukte, doch das Bild der Zweigeschlechtlichkeit wird der Realität nicht gerecht. Wir verstehen einen Menschen nicht als eine Person, die ihr Leben lang einer Geschlechtsidentität als Mann oder Frau ausgesetzt ist. Unser Ziel ist es, eine Gesellschaft so zu prägen, dass sich jede_r frei entscheiden kann, welche Geschlechtsidentität sie_er einnehmen möchte. Als GRÜNE JUGEND streiten wir dafür, dass die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten endlich anerkannt wird. Ein erster Schritt zur stärkeren Sichtbarmachung ist eine dritte Option bei der Angabe des Geschlechtes gegenüber staatlichen Stellen und amtlichen Dokumenten. Ebenso soll es die Möglichkeit geben, eine Angabe zu verweigern. Perspektivisch streiten wir dafür, dass die Geschlechtsangabe als Kategorie komplett wegfällt.“

https://www.gruene-jugend.de//node/17429#gothere

Von der Mutterpartei fordert die GRÜNE  JUGEND unwidersprochen auch: „Der Schutz der Ehe hingegen darf nicht länger im Grundgesetz verankert sein. Wir wollen die Ehe als staatliche Institution abschaffen. Familien verdienen staatlichen Schutz, nicht die Ehe“. Ein führender Grüner, der in etlichen auch bürgerlichen Medien sehr geschätzte Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, will Sex zwischen Geschwistern und anderen nahen Verwandten erlauben und verlangt eine Abschaffung des Inzest-Paragrafen.

http://www.focus.de/politik/deutschland/er-muss-weg-gruenen-politiker-stroebele-will-inzest-paragrafen-abschaffen_aid_736743.html

Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Alexander Kissler im CICERO

http://www.cicero.de/berliner-republik/gruene-jugend-die-neue-republikin-der-junggruenen/55710

 

 

 

Eigentor von Rot -Grün in BW

Leserbrief zur Meldung: „Jedes zweite Elternpaar will Betreuungsgeld“, Schwäbische Zeitung 11. 09. 2013
Es darf ruhig als Posse gelten, dass ausgerechnet im grün-rot regierten „Ländle“ 50 Prozent aller berechtigten Eltern, mit einem Spitzenwert das so geschmähte Betreuungsgeld beantragt haben, zum Ärger der Frau Altpeter ( Sozialministerin im grün-roten Kabinett *), die wie alle Ideologen diese Anerkennung von Elternleistung als „Fehlinvestition“ anprangert. Die Landesbank ( mit ihren kundenfreundlichen Antragsformularen *) ist als Schuldige auch schon ausgemacht!  Sieht man von dem lächerlich geringen Betrag ab, so scheinen die Eltern ihre eigene Leistung für ihre Kinder doch höher einzuschätzen als unsere Parteipolitiker. Zudem geben die Eltern damit deutlich zum Ausdruck, dass sie mit ihren Steuern nicht auch noch die staatliche Kinderbetreuung zum Wohle der Unternehmen fördern wollen. Vielleicht aber zeigt dieses Ergebnis auch, in welch misslicher Lage sich junge Eltern heute wiederfinden.
Mit ihrer Kampagne gegen Familieneltern haben sich unsere grün-roten Politiker vor der Wahl vermutlich ein glattes Eigentor geschossen!
Annedore Schmid
*) Anmerkung der Redaktion

 

Weiter so? NEIN! – Wahlprüfsteine

Am kommenden Sonntag entscheiden wir, wer unser Land künftig regiert. Werden die Probleme angepackt oder weiter auf die lange Bank geschoben? 

Werden Eltern weiterhin die Hauptlast für das Sozialsystem tragen müssen? Wird Erziehungsleistung auch künftig ein Nullwert bleiben?  Oder dämmert es den Parteien doch allmählich, dass wir ohne Gerechtigkeit für Familien die Gesellschaft vollends an die Wand fahren?                                           

Prüfen Sie Ihre Erwartungen an den Antworten, die unsere Parteien auf sechs gezielte Fragen zur Familiengerechtigkeit gaben, unter „Wahlprüfsteine 2013“ auf

http://www.rettet-die-familie.de

 

„Sozialstaatsdämmerung“ PLUS

Jürgen Borchert, „Sozialstaatsdämmerung“ Rezension von Johannes Resch Riemann-Verlag; 243 Seiten, August 2013, Taschenbuchformat, Preis: 12,99 €

Borcherts Ausführungen haben Gewicht. Er war als Sachverständiger wesentlich am Zustandekommen des „Trümmerfrauenurteils“ 1992 und des Urteils zur Pflegeversicherung 2001 beteiligt. Als Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht rief er erfolgreich das Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung der Hartz IV-Gesetze an.

Gleich eingangs geißelt er den „semantischen Betrug“, indem durch Begriffe wie „Versicherung“ und „Generationenvertrag“ ein solides Sozialsystem vorgegaukelt werde. Tatsächlich handle es sich aber um ein brutales Umverteilungssystem von Arm zu Reich, das durch „Transferausbeutung der Familien“ gekennzeichnet sei und „auf breiter Front“ das Grundgesetz verletze. Es handele sich um einen „degenerierten Sozialstaat“, der Armut produziere, indem er Schwache und Familien mit Steuern und Sozialabgaben überfordere und Reiche schone. Besonders die Mütter würden seit der Rentenreform 1957 um den Ertrag ihrer Arbeit „geprellt“. Treibende Kraft in diesem System sei heute die Wirtschaftslobby, die Sozial- und Familienpolitik nur nach wirtschaftsinternen Kriterien beurteile . Danach, was für Kinder gut sei, werde nicht mehr gefragt. Fachleute, die hierzu etwas zu sagen hätten, würden nicht mit Gutachten beauftragt.

All das habe zu „doppelter Kinderarmut“ geführt. Seit 1965 sei die Kinderzahl halbiert aber der Anteil der auf staatliche Hilfe angewiesenen Kinder auf das 16-fache erhöht worden. „Je weniger Kinder, desto schlechter werden sie behandelt“. Eltern würden unter ökonomischen Stress gesetzt, was die Vernachlässigung der Kinder fördere und deren Bildungschancen mindere. Die Familie als „wichtigste Ressource für die kindliche Entwicklung“ werde vernachlässigt, was durch staatliche Ganztagsbetreuung aber nicht ausgeglichen werden könne.

Um dem Eindruck entgegenzutreten, er stehe mit seiner Meinung allein, verweist Borchert auf Aussagen anderer Fachleute, z. B. des Sozialrechtlers Dieter Suhr, der unter Hinweis auf den Begriff „Generationenvertrag“ feststellte: „Das Wahrnehmungs-, Denk- und Beurteilungsvermögen wird durch solche fiktiven Harmonie-Hypothesen ideologisch verzerrt und emotional eingelullt.“ – Der damalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Wolfgang Zeidler, stellte bereits 1984 fest, dass „unser hochzivilisiertes Gemeinwesen nicht einmal den Instinkt eines Wolfsrudels hat.“

Insgesamt kommt Borchert zum Schluss, 60 Jahre Familien- und Sozialpolitik seien ein „einziges Desaster. „Bei den Familien kumulierten mehrere Verteilungsfehler. Sie trügen die „komplette soziale Altersvorsorge“ der Kinderlosen.

Borchert setzt sich auch mit der Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) auseinander. Er lehnt es mit der Begründung ab, Rechte und Pflichten der Bürger seien nicht zu trennen.

Am Schluss fasst Borchert zusammen: „Ausgerechnet hinter der ehrwürdigen Fassade unserer ‚Sozialsysteme‘ findet eine Umverteilung von unten nach oben, von Jung zu Alt und von Familien zu Kinderlosen statt, die auf breiter Front Armut und Unterversorgung hervorruft und insbesondere für die doppelte Kinderarmut ursächlich ist“

Aber wie sieht nun das Lösungskonzept Borcherts aus?
Sein Grundgedanke ist, dass sich auch die Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflegeversicherung) in einem einheitlichen System für alle Bürger an deren Leistungsfähigkeit zu orientieren habe, wie das bereits beim Steuerrecht der Fall ist. Das hieße dann Wegfall der Beitragsbemessungsgrenzen und Einbeziehung aller Einkunftsarten einerseits und Freistellung der Existenzminima von Erwachsenen und Kindern andererseits. Dabei sollen die Rentenanwartschaften von der Beitragshöhe teilweise abgekoppelt und durch einen „Korridor“ zwischen Mindest- und Höchstrenten ersetzt werden, ähnlich dem Rentensystem in der Schweiz.

Als Zielvorstellung wird formuliert, dass „Familien in die Lage versetzt werden, ihre Kinder aus dem selbst erwirtschafteten Einkommen zu unterhalten, statt zu Almosenempfängern gemacht zu

werden.“ Deutschland solle „wie eine soziale Großfamilie“ organisiert werden, wie das „die Gründerväter des bundesdeutschen Sozialstaats Mackenroth und Schreiber schon 1952 und 1955 für notwendig hielten.“

Das Konzept Borcherts würde zweifellos zu einem deutlichen Abbau der Armut und insbesondere der Familienarmut führen. Aber so nachvollziehbar und schlüssig seine Analyse auch ist, bleibt doch ein wichtiger Widerspruch zwischen den von ihm formulierten Zielvorstellungen unaufgelöst:

Wenn wirklich von Familien verlangt wird, sich selbst zu unterhalten, dann ist das auch vom kinderlosen Bevölkerungsteil zu fordern. Wer keine Unterhaltskosten für Kinder hat, müsste dann das gesparte Geld dafür einsetzen, das eigene Alter selbst zu finanzieren, statt sich im Alter durch von den Kindern der Eltern bezahlte Renten alimentieren zu lassen, wie das heute der Fall ist. Wenn dagegen Eltern weiter wie heute durch Kindererziehung auch für das Alter Kinderloser mit sorgen müssen, werden sie, und besonders viele Mütter, auch in Zukunft die Aschenputtel der Gesellschaft bleiben.

Wenn dagegen die soziale Sicherung wie in der früher üblichen bäuerlichen Großfamilie erfolgen soll, dann sind auch Kinderlose an den Kosten der Erziehung direkt zu beteiligen, wie sich früher auch kinderlose Tanten und Onkel im Rahmen der bäuerlichen Gemeinschaft an der Erziehung ihrer Nichten und Neffen beteiligt haben und dafür im Alter mitversorgt wurden. Heute wäre die Beteiligung aller an den Erziehungskosten nur durch eine direkte Honorierung zu erreichen. Schließlich sind auch Renten Barleistungen und nicht nur eine Ermäßigung von Sozialabgaben.

Für eine finanzielle Honorierung der Erziehungsleistung, die Borchert nicht erwähnt, sprechen noch weitere Aspekte, die in seinem Buch nicht angesprochen werden:

  1. Das vorgeschlagene Konzept würde ausgerechnet dort am wenigsten nutzen, wo heute die Benachteiligung und Armut am größten ist, nämlich bei kinderreichen, alleinerziehenden und noch in Ausbildung befindlichen Eltern. Diese Gruppen sind wegen Nichtanerkennung ihrer Erziehungsleistung schon heute so verarmt, dass sie ohnehin wenig Sozialabgaben zahlen und deshalb von deren Minderung auch wenig profitieren würden.
  2. Die von Borchert zutreffend geschilderte absolut elternfeindliche Sozialpolitik der letzten 60 Jahre hat inzwischen mit der wirtschaftlichen auch zu einer so massiven ideellen Abwertung der Erziehungsleistung geführt, dass dies ohne direkte finanzielle Anerkennung kaum zu ändern sein wird.
  3. Partnerschaften sind nicht zuletzt aufgrund der Diskriminierung der Eltern instabiler geworden. Für einen Kinder erziehenden Elternteil gibt es keine sichere Zukunftsperspektive mehr. Nur eine ihrem Wert entsprechende Honorierung der Erziehungsleistung einschließlich eines daran orientierten Rentenanspruchs kann hier Abhilfe schaffen.
  4. Ohne Honorierung der Erziehungsarbeit bleibt immer mehr Eltern keine andere Wahl, als ihre Kinder zumindest nach einem Jahr in staatlich finanzierte Fremdbetreuung zu geben. Damit werden Eltern zunehmend ihrer (noch!) verfassungsrechtlich festgeschriebenen vorrangigen Zuständigkeit für die Erziehung ihrer Kinder beraubt. Kinderziehung wird zur Aufgabe des Staates, der aber letztlich die Eltern nicht ersetzen kann. Leidtragende sind außer den Eltern vor allem die unter Bindungsmangel leidenden Kinder, was deren Zukunft und die Zukunft unserer Gesellschaft überhaupt immer stärker belasten muss.

Anders ausgedrückt: So lange heutige Kinder dazu verpflichtet werden, später die Renten für alle heutigen Erwerbstätigen zu bezahlen, haben auch alle heutigen Erwerbstätigen die Kosten der heutigen Kinder und den Lohn der Elternarbeit zu finanzieren.

Das neue Buch Borcherts ist ein wichtiger und schlüssiger Beitrag zur Analyse unseres Sozialsystems, dessen Lektüre jedem, der sich überhaupt für soziale Probleme interessiert, zu empfehlen ist. Aber auch, wer die Analyse Borcherts für zutreffend hält, darf nach Lösungen suchen, die nicht in vollem Umfang dem vorgeschlagenen Konzept entsprechen.

 

http://www.johannes-resch.de/Buchbesprechung