Opposition behandelt Eltern wie Idioten

Robin Alexander kritisiert die maßlose Polemik der Opposition und auch von Schwarz-Gelb in Sachen Betreuungsgeld: „So verächtlich sprach lange niemand über Frauen“.

Fazit: Eine solche rücksichtslose Ankündigung ist keine Politik mehr, sondern Ideologie.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106421223/Die-Opposition-behandelt-Eltern-wie-Idioten.html

Bundesverdienstkreuz an Frau Gesa Ebert

Die Pressestelle des Staatsministeriums Stuttgart gibt in ihrer Pressemitteilung folgendes bekannt:

BUNDESVERDIENSTKREUZ  FÜR  FRAU  GESA  EBERT

Staatsrätin Gisela Erler: Herausragendes und langjähriges Engagement für Anerkennung und Wertschätzung der Familienarbeit

„Gesa Ebert tritt mit ganzem Herzen für ihre Überzeugung ein und hat sich mit ihrem herausragenden und langjährigen Engagement an vorderster Stelle für mehr Anerkennung und Wertschätzung der Familienarbeit durch den Staat und die Gesellschaft eingesetzt“, sagte Staatsrätin Gisela Erler am Montag (23. April 2012) anlässlich der Überreichung des Verdienstkreuzes am Bande an Gesa Ebert.

Geboren und aufgewachsen in Laudenbach im Hohenlohischen, kam Frau Ebert 1970 nach Stuttgart und gründete hier ein paar Jahre später ihre Familie. „Ihre persönliche Erfahrung als Mutter von drei kleinen Kindern war für Gesa Ebert der Impuls für ihr familienpolitisches Engagement. Ihre Situation war vergleich- bar zu der von Tausenden anderer Frauen: Sie managte den Haushalt, leistete Erziehungsarbeit und hatte einen 24-Stunden-Job“, so Erler. Ab 1986 brachte sich Gesa Ebert zunehmend aktiv in die Verbandsarbeit der „Deutschen Hausfrauengewerkschaft e.V.“, heute „Verband der Familienfrauen und -männer e.V.“, ein. Zwei Jahre später begründete sie zusammen mit Gleichgesinnten den Landesverband Baden-Württemberg und übernahm für sechs Jahre den Vorsitz. Dazu gehörten auch der Aufbau und die Leitung der Geschäftsstelle. „Das Ziel des Verbandes war die finanzielle und soziale Sicherung der Familienarbeit und ihre Anerkennung als Erwerbstätigkeit in rechtlicher wie gesellschaftlicher Hinsicht. Von Beginn an gehörte der Landesverband Baden-Württemberg unter ihrer Führung zu den stärksten Säulen des Bundesverbandes“, betonte die Staatsrätin. Von 1992 bis 1998 war Frau Ebert stellvertretende Vorsitzende auf Bundesebene. Auf lokaler Ebene leitete sie die Stuttgarter Gruppe.

Ihre besondere Aufmerksamkeit gehörte ab 1999 dem Rentenrecht. Frau Ebert kämpfte dafür, dass Familienarbeit und Kindererziehung von der Politik nicht mehr länger als „Nichtleistung“ im Sinne der sozialen Sicherungssysteme be- trachtet wird. Darüber hinaus begleitete sie Frauen bei Prozessen vor den Sozi- algerichten. Ab 2003 war Gesa Ebert im Bundesvorstand auch die Expertin für Eherecht und leitete den entsprechenden Arbeitskreis. „Frau Ebert forderte eine partnerschaftliche Basis für das eheliche Güterrecht und hat sich mit allen ver- fügbaren politischen Instrumenten, bis hin zu einer Bundesratsinitiative des Lan- des Baden-Württemberg, für das ‚Gläserne Ehegattenkonto‘ eingesetzt. Sie hat mit ihrem Fachwissen Überzeugungsarbeit geleistet, Stellungnahmen zu Geset- zesvorlagen verfasst, immer wieder neue Anträge formuliert und für ihren Ver- band an der Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages teilge- nommen“, lobte Erler. „Wenn jemand im Verband gebraucht wurde, war sie zur Stelle. Auf Gesa Ebert war immer Verlass.“ So habe Gesa Ebert in einer kritischen Phase von 2009 bis 2010 als Vorsitzende erneut ein Amt auf Bundesebe- ne übernommen und zeitweise auch als geschäftsführender Vorstand gewirkt. Auch als Delegierte im Landesfrauenrat vertrat sie ihre Positionen nachdrücklich. Zudem war ihre Kompetenz im Beirat für Gleichstellungsfragen der Landes- hauptstadt Stuttgart gefragt.

Darüber hinaus war das Engagement von Gesa Ebert in der Redaktion für die Verbandszeitschrift „Familienarbeit heute“ unentbehrlich. „Gesa Ebert hat in die- sem Forum als eine der inhaltlich tragenden Säulen des Verbandes zu aktuellen Themen Stellung bezogen und für ihre politischen Ziele geworben“, unterstrich Erler.

„Das Verdienstkreuz am Bande ist Ausdruck des Dankes für ein Höchstmaß an persönlichem Einsatz zugunsten der Allgemeinheit, für ein Höchstmaß an Ver- lässlichkeit, Kontinuität und Ideenreichtum“, sagte Staatsrätin Erler und über- reichte Gesa Ebert das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Wahrheit und Lüge

Die Hetze gegen das Betreuungsgeld vergiftet unser gesellschaftliches Klima. Die Gegner verdrehen die Fakten. Zwei Drittel aller Eltern betreuen ihr Kind in den ersten Lebensjahren selbst – sie verdienen Anerkennung und Förderung. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt: „Keine andere Gruppe in Deutschland hat so viel Herabsetzung und Diskriminierung zu ertragen wie gerade die Familien.“

http://www.csu.de/dateien/partei/ta/12_betreuungsgeld_2.pdf

Rundum versorgt und doch allein gelassen

Der folgende Beitrag ist ein Kapitel aus dem Buch
„Pädagogik: mangelhaft – 25 Nachhilfestunden für Eltern und Lehrer“
Stolz Verlag, Best.-Nr. 412 
Die Lehrerin Ursula Prasuhn fragt:  
Sind die emotionalen Nöte unserer Kinder systembedingt?

Ausgereizt!

Für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren unterstützt die Regierung massiv finanziell die Betreuung, für die gewaltige Mehrheit der restlichen 65 Prozent wird keine Politik gemacht. „Es reicht!“, meint Birgit Kelle in ihrem Beitrag zur  widerlich unsachlichen Diskussion über das Betreuungsgeld.

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/10706-debatte-um-das-betreuungsgeld

Unzureichende Bindung schädigt das Gehirn

Die Bindungsforscherin Dr. Eva Rass hielt in der Creglinger Familienwerkstatt einen vielbeachteten Vortrag. Die Psychotherapeutin kennzeichnete die Bindung als Grundlage für eine gesunde Entwicklung.

… Menschenkinder kommen bereits nach neun Monaten zur Welt, ein Jahr früher als bei den Vorfahren des modernen Menschen. Das erste Lebensjahr ist somit im Grunde eine verlängerte Schwangerschaft, denn bei der Geburt ist das kindliche Gehirn zwar in der Lage, die Körperfunktionen zu steuern, besitzt aber kaum die Fähigkeit zur Reiz- und Affektverarbeitung. Im ersten Jahr müssen daher Mutter, Vater und zwei oder drei weitere feste Betreuungspersonen bei Reizüberflutung einspringen und dem Kind helfen, schrittweise den Umgang mit Reizen zu erlernen….

http://www.swp.de/bad_mergentheim/lokales/vorbach_und_taubertal/Fruehe-Bindung-wichtig;art5640,1365244

Wir wollen keine 24-Stunden-Kita

Von Birgitta vom Lehn, die ZEIT

Der neue Familienbericht hat sein Thema verfehlt: Er dient nicht Eltern und Kindern, sondern den Interessen des Arbeitsmarktes.

Auf Youtube kursiert das Video einer amerikanischen 24-Stunden-Kita. Morgens um vier wird der kleine Junge von seiner Mutter aus dem Schlaf gerissen und dorthin gefahren. Er darf in Anziehsachen schlafen, damit es in der Frühe schneller geht. In der Kita angekommen, weist die Erzieherin ihm einen Schlafplatz zu, wo er sich wieder hinlegen darf. Vor der Liegestatt läuft ein Fernseher. Der laufe fast immer, heißt es in dem siebenminütigen Film. Mit etwas Glück schläft der Junge noch mal ein, bevor er um sieben geweckt und von der Erzieherin zur Schule gebracht wird. An diesem Morgen schläft der Junge aber nicht wieder ein. Übermüdet kommt er zur Schule, übermüdet übersteht er irgendwie den langen Tag. Spätabends holt ihn die Mutter wieder ab. Der Junge macht alles geduldig mit – ein kleines Mädchen, das die Kita ebenfalls besucht, wirkt erschreckend apathisch.

Die Kita-Leiterin ist stolz auf ihre Geschäftsidee. Aber sie sagt auch: Alle – in der Regel alleinerziehende – Mütter, die ihre Kinder dort hinbringen, würden sie lieber selbst und zu Hause versorgen, wenn sie es denn könnten. Wenn sie nicht Arbeitszeiten hätten, die eine 24-Stunden-Flexibilität erfordern und wenn nicht der Job so wenig Geld abwerfen würde, dass ein zweiter oder gar dritter bei Tankstelle oder Imbisskette erforderlich würden. So bleibt den Müttern nichts anderes übrig, als für die Idee der 24-Stunden-Kita dankbar zu sein.

In Finnland besucht bereits jedes zehnte Kleinkind eine 24-Stunden-Kita, Tendenz steigend. Dort können Kinder auch für mehrere Tage übernachten, der Staat übernimmt die Kosten. Auch in Berlin werden die ersten Rund-um-die-Uhr-Einrichtungen angeboten, die Nachfrage ist da.

Denn klar: Wenn der Arbeitsmarkt eine immer stärkere Flexibilität von den Eltern verlangt, müssen die Kinder mitziehen, besser gesagt: ausziehen. Und das nicht nur stundenweise, sondern gleich tage- und nächtelang. Ein solches Szenario sollte im Hinterkopf behalten, wer im neuen „Familienbericht“ von der „Synchronisation“ der Betreuungs- und Arbeitszeiten liest, die dort verlangt und angestrebt wird. Denn im Zeitmanagement sind „richtige“ Eltern offenbar gar nicht gut: sie sind nicht „zeitkompetent“. Das zumindest behaupten die Autoren des Familienberichts.

Angesichts der Zusammensetzung des Autorenteams – fünf von acht sind Wirtschaft und Arbeitsmarkt verpflichtet, nur eine Expertin entstammt dem Kinder- und Jugendsektor –, verwundert nicht, dass der neue Bericht mit dem Titel „Zeit für Familie“ eher den Interessen einer immer komplexer und fordernder auftretenden Arbeitswelt dient als denen von Familien. Und deshalb souverän sein Thema verfehlt.

Dabei ist fehlende gemeinsame Zeit in der Tat ein Hauptproblem heutiger Familien. Umfragen bestätigen immer wieder: Eltern wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder. Mehr als nur ein Jahr und zwei Monate Wickeltischdienst. Im Familienbericht heißt es, Frauen würden „in den meisten Fällen unfreiwillig weniger arbeiten als Männer“. Dies steht in krassem Widerspruch zur Allensbach-Umfrage „Ideale Arbeitszeiten“: Danach wünschte nur jede fünfte berufstätige Mutter mit minderjährigen Kindern mehr als bislang zu arbeiten – mehr als doppelt so viele wollten ihre gegenwärtige Arbeitszeit hingegen verringern.

Auch rangierten in der Allensbach-Befragung der Bau und die Modernisierung von Spielplätzen, bessere Freizeitangebote für Kinder, familienfreundlichere Fahrpläne und Verkehrsanbindungen, die Einrichtung von Spielstraßen, wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und Kinderarztpraxen auf der Elternwunschliste klar vor mehr Kindergarten- und Betreuungsplätzen. Der Großteil (60 Prozent) wünschte sich zudem, dass man „genauso anerkannt wird wie Berufstätige, wenn man wegen der Kinderbetreuung zu Hause bleibt“.

Die bessere Anerkennung der Erziehungszeiten bei der Rente sowie die Möglichkeit für junge Familien mit Kindern, ohne große finanzielle Einbuße eine Zeitlang aus dem Beruf aussteigen zu können, war den Befragten wichtiger als der Wunsch nach mehr Kinderkrippen. Und dass Eltern sich „genug Zeit für die Familie nehmen können“, war für 80 Prozent der Befragten weitaus mehr wert als „genügend gute Betreuungsangebote für Kinder aller Altersgruppen“ (60 Prozent). Auch plagte doppelt so viele Mütter ein schlechtes Gewissen, sich wegen der Arbeit zu wenig um ihre Kinder kümmern zu können, als dass ihnen die Frage der Kinderbetreuung bei längerer oder kurzfristiger beruflicher Abwesenheit ein Problem gewesen wäre.

All diese Elternwünsche hat man im neuen Familienbericht aber gar nicht erst aufgegriffen. Stattdessen wird das Zeitproblem einerseits den zeitinkompetenten Eltern zugeschoben („Mangelnde Fähigkeiten im Umgang mit Zeit verhindern, dass Familien ihre Zeitressourcen optimal nutzen, zum Beispiel bei der Bewältigung des Alltags“) und andererseits den Institutionen, die die Betreuungszeiten für die Kinder nicht mit der elterlichen Berufstätigkeit „synchronisieren“. Mit anderen Worten: Die Eltern sind zu doof, ein anständiges Zeitmanagement zu betreiben, und Betriebe und Kommunen sind zu faul oder zu geizig oder beides, eine 24-Stunden-Kita in Gang zu setzen. Kinderbedürfnisse werden erst gar nicht thematisiert.

Das wirklich Traurige an diesem Familienbericht ist, dass er Familie ausschließlich als Spielball des Arbeitsmarktes begreift, Eltern in entsprechende Rollenmodelle presst und Kindern eine „Kuckuckskultur“ zumutet, die Fachleute als bedenklich einstufen. Unter dem Begriff „Kuckuckskultur“, so beschrieb der australische Familientherapeut Steve Biddulph in einem Bestseller, soll eine Familienkultur durchgeboxt werden, bei der die Eltern ihre Kinder wie selbstverständlich sobald wie möglich in die Hände Fremder geben.

Die Defizite für Kinder unter drei Jahren, warnte Biddulph, die ganztags in einer Krippe oder ähnlichen Einrichtung betreut würden, seien „erheblich“. Die Auswirkungen auf innere Stabilität, Vertrauen und Beziehungsfähigkeit des Kindes seien „negativ“ und würden durch „einen oberflächlichen Gewinn an sozialen Fähigkeiten und praktischer Intelligenz kaschiert“.

Nicht nur Experten, auch viele Eltern teilen diese Bedenken; sie würden sich am liebsten selbst und so gut es geht um ihre Kinder kümmern, erst recht in den ersten Lebensjahren, aber auch noch im Schulalter – wenn man sie denn ließe und ihnen nicht den Geldhahn zudrehen würde. Doch genau darauf läuft es hinaus: Wenn man es schon nicht schafft, die Eltern freiwillig zur Kuckuckskultur zu bewegen und die Mütter von ihren Kindern loszueisen, dann muss eben Zwang her.

Konkret heißt das: Die Elternzeit für Mütter von drei auf zwei Jahre verkürzen, lieber noch auf ein Jahr mit anschließender Teilzeitberufstätigkeitspflicht, die beitragsfreie Mitversicherung für nicht berufstätige Ehepartner abschaffen und das Land nicht nur mit (24-Stunden-) Krippen-, sondern auch mit Ganztagsgrundschulplätzen überziehen. Die Forderung nach Schulen, in denen die Kinder auch übernachten können – bislang nannte man das „Internat“ –, wird sicher nicht mehr lang auf sich warten lassen.

Heraus bei derlei Zwangsbeglückung kommt das Gegenteil von dem, was Eltern und Kinder sich wünschen: Die Zeit für Familie wird so zum unerschwinglichen Luxusgut. Es ist ja schön und auch wünschenswert, wenn Oma und Opa sich zeitweise um die Enkel kümmern, wie der Familienministerin das aufgrund ihrer eigenen Biografie vorschwebt. Nur können sich Großeltern schlecht zwischen drei, vier Wohnorten auf womöglich verschiedenen Kontinenten aufteilen, auf denen ihre Kinder samt Enkel im Zeitalter des globalen Arbeitsmarktes leben. Und obendrein wollen die meisten Eltern auch selbst Zeit für ihre Kinder haben. Dafür gilt es zu sorgen, nicht für die Entsorgung der Kinder auf Kosten derselben.

Die Uhr tickt

Eltern sollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen – Schäuble mag erleichtert aufatmen, weil den Erziehungsberechtigten Zeit wichtiger als Geld ist. Aber in diesem Fall ist Zeit eben Geld. 

Die Journalistin Birgit Kelle von Frau2000plus macht sich Gedanken zum Achten Familienbericht der Bundesregierung.

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/10407-zeit-fuer-die-familie

Wir brauchen arbeitsmarkt-kompatible Babys!

Prof. Hans Bertram, Soziologe und Berater des Bundesfamilienministeriums ( Achter Familienbericht ) bedauert bei faz.net, dass Babys so verführerisch und attraktiv, und damit arbeitsmark-schädigend sind, weil sie ihre Mütter an sich binden wollen.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/babypause-wer-karriere-will-muss-praesenz-zeigen-11669173.html

Dazu zwei Stellungnahmen:

Ach, Herr Prof. Bertram, dass die Natur auch so gar nichts kapiert und immer noch keine arbeitsmarkt-kompatiblen Babys produziert! Ärgerlicherweise werden noch immer „verführerische, attraktive“, süße kleine Menschenkinder geboren, in die sich ihre Mütter von der ersten Minute an verlieben, die sie Haut auf Haut schützend bergen, denen sie alle ihre Zuwendung und Achtsamkeit schenken wollen. Zum Kuckuck, dass die Natur bis zum heutigen Tag nicht kapiert, dass Kinder bei ihrer Geburt selbständig zu sein haben, damit die Mama ganztägig dem Betrieb zur Verfügung stehen kann!

Da muss unbedingt und „mit attraktiven Angeboten gegengesteuert“ werden! Wo kämen wir denn hin, wenn wir unseren Kindern  drei Jahre Bindungs- und Reifezeit gönnten! Unsere ganze Mütterlichkeit soll dem Betrieb zugute kommen und nicht den Winzlingen. Aber irgendwann, Herr Bertram, wird es die Natur „schnallen“, dass wir hässliche kleine Roboter gebären, vor denen wir Mütter angewidert weglaufen und uns in die Betriebe retten.

Bärbel Fischer

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ heißt eine alte Weisheit. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld der Professor für sein demaskierendes Interview mit faz.net bekommt und wie hoch der Betrag ist, den er dem Familienministerium für seine familienschädigende  „Beratung“ in Rechnung stellt. Fakt ist: Politik und Medien ziehen, Kollateralschäden an Kinderseelen skrupellos tolerierend, an ein und demselben arbeitsmarktorientierten Strang. Babys und ihre Mütter haben sich eben zu fügen!

Bärbel Fischer

Thema verfehlt – ungenügend!

Die Expertenkommission für den achten Familienbericht im Auftrag der Bundesregierung diagnostiziert: Zeitnot, Zeitdruck, Zeitwunsch der Eltern. Was empfiehlt Herr Professor Dr. Thüsing, Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit, mit seinen Experten? Umverteilung von Zeit zwischen den Generationen. Genauer: Sechzig- bis Achtzigjährige sollen die Kinder betreuen und/oder die Hausarbeit erledigen. Mama und Papa können dann ohne Stress der Firma statt wie bisher nur in Teilzeit, endlich vollzeitig zur Verfügung stehen. Die Damen und Herren Experten sehen darin sogar eine „Win-win- Situation“ und ignorieren, dass für die Eltern nicht eine Minute mehr Zeit für die Familie herausspringt, sondern täglich 2 bis 4 Stunden weniger. Hier kann man mit Fug und Recht feststellen: Thema verfehlt – ungenügend!

Der Vorschlag zeigt aber zweierlei: 1. Familienarbeit darf nichts kosten. 2. der Zeitgewinn dient eben nicht der Familie, sondern der Arbeit und damit der Wirtschaft.

Ob die Kommission den Auftrag der Bundesregierung missverstanden hat, oder ob die ProfessorInnen einfach ausblenden, dass Kinder ein biologisches Anrecht auf die Präsenz ihrer Eltern haben, das sei dahingestellt. Was aber noch mehr zu denken gibt: Frau Kristina Schröder scheint ein Rezept zu billigen, das Eltern wie Kindern schadet und Familien krank macht.

Bärbel Fischer