Ausgereizt!

Für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren unterstützt die Regierung massiv finanziell die Betreuung, für die gewaltige Mehrheit der restlichen 65 Prozent wird keine Politik gemacht. „Es reicht!“, meint Birgit Kelle in ihrem Beitrag zur  widerlich unsachlichen Diskussion über das Betreuungsgeld.

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/10706-debatte-um-das-betreuungsgeld

Ein Gedanke zu „Ausgereizt!

  1. Über Birgit Kelle heißt es: „ Als Vorsitzende des Vereins Frau 2000plus e.V. tritt sie für einen neuen Feminismus abseits von Gender Mainstreaming und Quotenwahnsinn ein. “
    Mit Bascha Mika von der „taz“ saß sie gestern gemeinsam im Presseclub der ARD. Dort zeigte die eingefleischte Anhängerin des „alten“ Feminismus zum x-ten Mal, dass dieser die Frauen lieber in der Karriere- als in der Mutterrolle sieht und darum immer wieder für Frauenquoten und Kinderkrippen plädiert, nicht aber für Betreuungsgelder.
    Was unterscheidet nun den neuen Feminismus vom alten? Ist es allein die Abkehr vom „Gender Mainstreaming und Quotenwahnsinn“?

    Am 30. März saß ich vor dem Fernseher, um mir zu später Stunde die Sendung „Nachtcafé“ anzuschauen. Heute ging es um das Thema „Was macht Frauen anziehend?“ Dabei tauchte die Überlegung auf, ob der Feminismus die Frauen unattraktiv mache, indem er zu weit gehe. Barbara Schweder, eine Kulturanthropologin, wurde nach ihrer Einstellung gefragt. „Nein“, meinte sie, „meiner Meinung nach ist er nicht weit genug gegangen“.
    Als ich das hörte, wollte ich zu Bett zu gehen. Das übliche Dauerthema von den armen unterdrückten Frauen hing mir zum Hals raus. Doch dann spitzte ich die Ohren. Frau Schweder meinte nämlich, anstatt die eigenen Stärken herauszustellen wie Kinder zu kriegen und zu erziehen und auf diesem Feld für mehr Anerkennung zu sorgen, liefen die Frauen den Werten der Männer nach – wie dem der Karriere – und versuchten auf diesem Feld zu konkurrieren. Der Feminismus wolle aus Frauen die besseren Männer machen, anstatt ihre eigenen Werte herauszustellen und diesen mehr Geltung zu verschaffen.
    Soeben noch müde, war ich plötzlich wieder wach und hätte gern noch mehr von Frau Schweder gehört, doch der Moderator lenkte das Gespräch in eine andere Richtung.

    Dieser neue Feminismus, der noch „nicht weit genug gegangen“ ist, scheint auch Frau Kelle vorzuschweben. Er bedeutet eine Abkehr von der aberwitzigen Konkurrenz mit den Männern und eine Hinwendung zu den Werten und Stärken der Frauen. Wenn sich dieser sowohl frauen- als auch männerfreundliche Feminismus durchsetzt und Stimmen wie die von Frau Mika kleinlaut werden, hat er noch Chance, nicht nur als fragwürdige Bewegung in die Geschichte einzugehen.

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