Wir sägen am eigenen Ast

Im folgenden Beitrag der Stuttgarter Zeitung interviewt Barbara Thurner-Fromm den Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert, der als ausgewiesener Fachmann der Sozial- und Familienpolitik gilt. Seine These: Der Sozialstaat produziert selbst die Probleme, vor denen er eigentlich schützen soll. 

Armut steigt mit Kinderzahl

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) befasst sich mit der Armut in Deutschland. Das Armutsrisiko steige demnach mit der Kinderzahl an, massiv betroffen seien dabei Familien mit mehr als drei Kindern.

Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet. 

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/armut-deutschland-immer-staerker-betroffen_aid_481288.html

Gerechter Generationenvertrag statt Hartz IV

Der Bayrische Familienbund kritisiert den Versuch von Guido
Westerwelle, Hartz IV-Familien gegen Geringverdiener-Familien
auszuspielen. Alle Familien in Deutschland litten unter der
skandalösen Geringschätzung ihres generativen Beitrags zum Erhalt
unseres Gemeinwesens. Keine Familie müsste demnach arm sein, wenn
ihre Verdienste um den Nachwuchs gerecht honoriert würden, meint der
Vorsitzende des Verbandes Dr. Johannes Schroeter.

http://www.familien-schutz.de/?p=1869#more-1869

Sind wir ferngesteuert?

Unsere Gesellschaft fällt auseinander und ist in ihren Strukturen häufig nur noch schwer zu verstehen: So werden kleine Kinder und alte Menschen immer häufiger aus den Familien ausgelagert und von wildfremden Leuten betreut, Männer wie Frauen stehen sich irritiert gegenüber und verzichten mehr und mehr auf Gemeinsamkeiten, während sie von der politischen Seite wiederum zunehmend gleich gemacht werden sollen. Deutlich wird, dass nicht die Familien selbst entscheiden können, welche Lebensform sie wählen möchten, sondern der Staat sich vielmehr verstärkt Rechte herausnimmt, um „von oben“ zu steuern und sich die Gesellschaft so hinzubiegen, wie es für das wirtschaftliche System günstig erscheint.

Armutszeugnis für die "Bildungsrepublik"

Das gestrige Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zum
Existenzminimum war für den Deutschen Familienverband Anlass für eine
Presseerklärung. "Allen Familien nimmt der Staat per Steuer zuviel
Geld weg", so der Präsident des Verbandes Dr. Albin Nees.

/www.deutscher-familienverband.de/index.php?id=3326

Alle Kinder sind unterversorgt!

Frau Merkel will die Vorgaben des BVG-Urteils vom 9. Februar 2010 schnell umsetzen, damit  Hartz IV-Kindern nicht länger der Zugang zu Bildungsangeboten  versperrt bleibt. Gut so! Dass aber den Eltern über Gutscheine ihre eigene Gestaltungsmöglichkeit genommen werden soll, verletzt bereits schon wieder ein Grundrecht, nämlich den Artikel 6, der den Eltern das „zuvörderst obliegende Recht und die Pflicht“ bei der Erziehung ihrer Kinder zuspricht. Nicht der Staat, sondern die Eltern selbst müssen entscheiden, was für ihre Kinder gut ist. Auch wenn es Eltern gibt, die sich nur mangelhaft um ihre Kinder kümmern, dem Gros der Eltern liegt nichts mehr am Herzen, als deren Wohl und Förderung.
Nun hat das BVerfGE bereits 1990 in seinem  Pflegeversicherungsurteil den Staat dazu aufgefordert,  für alle Kinder das volle Existenzminimum eines Erwachsenen anzurechnen. Dieses Urteil ist bis heute nicht umgesetzt worden. Wäre dies geschehen, so hätte jede Familie bei einem Bruttoverdienst von 2500 Euro monatlich 245 Euro pro Kind mehr zur Verfügung, und das seit 20 Jahren! (www.aktionsbuendnis-familie.de/Beispielrechnung.pdf). 
Es gehört ins Reich der Märchen, dass nur Kinder von Langzeitarbeitslosen unterversorgt sind. Alle Familien mit Kindern werden Monat für Monat betrogen, bei drei Kindern sind das fast 1000 Euro! Ist das den Familien kein Aufschrei wert? Es scheint so, als ließen Eltern sich dies alles klaglos gefallen.

Familienpolitik nach Art der SED

Stefan Fuchs analysiert auf freiewelt.net  ost- und westdeutsche Gesellschaft im Hinblick auf das Verhalten der Frau (Geburtenrate, Ehe, Erwerbstätigkeit) und kommt zu dem Schluss, dass die heutige Familienpolitik dem gleichen Leitbild folgt, wie die SED. Im Ergebnis führe sie zu einer größeren Unabhängigkeit der Frau vom Ernährerehemann, dafür in eine größere Abhängigkeit der Frau vom Staat. 

http://www.freiewelt.net/blog-1436/unabh%E4ngig-vom-ehemann,-abh%E4ngig-vom-staat.html

Familienmodelle mit bestimmter Rollenverteilung…

sollen nach Frau Köhler (FOCUS) staatlich nicht mehr gefördert werden. Recht hat sie, wahrscheinlich unbeabsichtigt! Denn das Modell mit den „bestimmten Rollen: Vater und Mutter erwerbstätig, Kinder in Ganztagsbetreuung“ wird mit Steuergeldern hoch subventioniert, während die traditionelle Familie leer ausgeht. Das muss aufhören, meint Dr. Albert Wunsch bei „Erziehungstrends“

EU-Betreuungsschlüssel

Die Bertelsmann Stiftung hat die deutsche Situation des Personalschlüssels in Kindergärten untersucht und festgestellt: Die frühkindliche Bildung in deutschen Kindergärten leidet erheblich an der schwachen Personalausstattung. Nur wenn genügend Erzieherinnen in den Kitas sind, könnten Kinder tatsächlich individuell gefördert werden, heißt es in der gestern veröffentlichten Studie. Kein Bundesland habe den von der Stiftung empfohlenen Personalschlüssel von rechnerisch einem Betreuer für 7,5 Kindergartenkinder erreicht.

Manchen Eltern würde es vielleicht dämmern, dass der optimale Betreuungschlüssel am ehesten garantiert wäre, wenn sie sich selber als Bildungsträger ihrer eigenen Kleinstkinder engagieren würden. Insbesondere würden auch Urlaub, Krankheit und Arbeitsplatzwechsel seitens der Erzieherinnen nicht mehr ins Gewicht fallen und die Erzieherinnen, die „frei“ von der Betreuung der unter Dreijährigen würden, könnten zur individuellen Bildung der tatsächlichen Kindergartenkinder eingesetzt werden.

Über die  Zustände in KITAs s. unser Beitrag vom 1. Februar 2010 : Bertelsmann, der Kindergarten und ich

EU-Empfehlungen für den Personalschlüssel:
Alter der Kinder / Erzieherin: Kinder
0 bis 24 Monate / 1:3
24 bis 36 Monate / 1:3 bis 5
36 bis 48 Monate / 1:5 bis 8
48 bis 60 Monate / 1:6 bis 8
Quelle bei Bertelsmann