„Familien werden systematisch benachteiligt“ – so das Resümee des pensionierten, aber weiterhin aktiven hessischen Sozialrichters Dr. Jürgen Borchert im gestrigen Interview des Deutschlandradios. Sie können dieses nachhören und nachlesen unter:
Schlagwort-Archive: Familienarmut
29 Minuten Nachhilfe in Sachen Demografie
„Deutschland geht es gut“, so tönt es allenthalben aus Berlin und aus dem Mund der Kanzlerin. Die Bevölkerung jedoch, sofern sie Kinder aufzieht, sieht das ganz anders. Denn mit dem Schwund des Nachwuchses setzt Deutschland seine Zukunft aufs Spiel.
Auch nach zwei Jahren hat die Einschätzung von Kostas Petropulos, Leiter des Heidelberger Familienbüros, an Aktualität nicht eine Silbe eingebüßt. In der Reihe WISSEN des Südwestrundfunks verdeutlicht er, dass die Zukunftsprobleme unserer Gesellschaft nicht mit Pseudolösungen bewältigt werden können, sondern allein mit Erhalt und Pflege unseres Nachwuchses, wahlstrategisch jedoch erfolgreich verhindert durch mehrere Bundesregierungen der Vergangenheit ( u. U. ein Grund einiger Bürger, sich heute Pegida anzuschließen? ).
Liebe Nutzer, nehmen Sie sich 29 Minuten Zeit, um per AUDIO aktuell auf dem Laufenden zu sein!
Deutsche Politik betreibt Raubbau an der Zukunft des Landes
Der Darmstädter Sozialrichter Jürgen Borchert kämpft seit Jahren für die Rechte der Familien in Deutschland. Im Gespräch mit dem ECHO geht er hart mit der Politik ins Gericht und prangert die Benachteiligung der Familien im deutschen Sozial- und Steuersystem an.
„… Wir finanzieren die öffentlichen Aufgaben zu über 70 Prozent aus Abgaben, die vor allem die ärmeren und mittleren Einkommensschichten aufbringen. Und das trifft dann noch mal in jeder Schicht Familien mit Kindern besonders hart, weil sich bei ihnen die Einkommen auf mehrere Personen verteilen.“…..
Kinder sind unser größter Schatz
Sehr geehrte Frau Maybrit Illner,
Ihre gestrige Sendung zum Pflegenotstand ( 18. 09. 2014 ) hat uns sehr verwundert. Die Beiträge Ihrer Gäste schilderten zwar die blanke Realität. Aber weder Sie noch die Damen und Herren aus Ihrer Runde stellten die einzig entscheidende Frage, warum denn Deutschland in diesen Notstand von 30 000 fehlenden Fachkräften geraten ist, und wie man auf lange Sicht wieder aus diesem Dilemma kommt. Anscheinend gibt es heute nur eine einzige kurzsichtige Option: ausländische Pflegekräfte anheuern, die dann allerdings in ihren Heimatländern fehlen.
Die Ursache für diesen Notstand ist in der schrumpfenden Bevölkerung zu suchen. Seit 1965 werden heute nur noch halb so viele Kinder geboren. Die fehlenden 650 000 Kinder hätten wir dringend gebraucht, um unser Sozialsystem zu stabilisieren ( wobei Kinder nicht als Retter der Altersversorgung zu gelten haben ). Schrumpfung ist kein Naturgesetz, sondern ließe sich sofort beheben, würde man in Deutschland Familien nicht seit Jahrzehnten mit doppelten Abgaben ( privat gestemmte Kinderkosten, einschließlich 19 % Verbrauchssteuern PLUS familienblinde*) Beiträge in die Rentenkasse. ) strangulieren.
Es ist unseres Erachtens ein unverzeihlicher Fehler der Medien, das Problem der Altenpflege kurzsichtig nur von heute auf morgen zu betrachten und die künftigen Generationen sträflich auszuklammern. Was ist mit der Altersversorgung unserer Enkel, wenn ausländische Kräfte nicht mehr zur Verfügung stehen werden, oder wenn diese ebenfalls auf Nachwuchs verzichten, weil in Deutschland familienorientierte Elternschaft weder erwünscht noch honoriert wird?
Kindermangel ist die logische Folge völlig verfehlter Familienpolitik, die mit Pflästerchen hier und Pflästerchen dort Eltern zu Bittstellern degradiert. Was kann man gegen Kindermangel tun? Der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Dr. Zeh, gibt anlässlich des Weltkindertages am 21. September eine klare Antwort.
Mit besten Grüßen im Auftrag der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Bärbel Fischer
Studie mit Passauer Beteiligung zeigt: Mehr Krippen führen zu mehr Geburten
Sehr geehrter Herr Professor Bauernschuster!
Aus Ihrer Pressemitteilung vom 27. Mai 2014 geht hervor, dass Ihre STUDIE auf wunderbare Weise genau das Ergebnis lieferte, das sich die Bundesregierung so sehr gewünscht hat, nämlich dass ein vermehrtes Angebot an Kinderbetreuung auch eine vermehrte Geburtenrate bewirkt. Wie praktisch für unsere smarte Frau Familienministerin Schwesig, denn die Bundesregierung sichert sich vorsichtshalber „wissenschaftlich“ ab, wenn sie – ohne demokratische Legitimation – weitere Milliarden in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert. Dass dadurch jene Eltern noch mehr ins Hintertreffen geraten, die sich selbstverantwortlich der Erziehung ihrer Kleinkinder widmen ( durch Art. 6 GG verpflichtet ), steht außer Frage.
herzlichen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an meiner Arbeit.
Die Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen in
Deutschland, aus der die von Ihnen angesprochene Studie entstanden ist,
war ein riesiges Projekt, das von 2010 bis 2014 lief. Daran beteiligt
waren neben mir und meinen Kollegen am ifo Institut unter anderem
Forscher von TNS Infratest, des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW), des Zentrum für europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW), des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts
(HWWI), der Universität Köln, der Universtiät Duisburg-Essen, der
Universität Bochum, des Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) oder
des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik (FFP).
Untersucht wurden eine Vielzahl ehe- und familienpolitischer Leistungen,
neben der öffentlichen Förderung der Kinderbetreuung zum Beispiel das
Kindergeld, das Ehegattensplitting, das Elterngeld oder auch das
Betreuungsgeld. Als Zielgrößen haben wir neben der Erfüllung von
Kinderwünschen unter anderem auch die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf, die wirtschaftliche Stabilität von Familien, die soziale Teilhabe
von Familien und nicht zuletzt auch das Wohlergehen von Kindern
untersucht.
Die einzelnen Module basieren auf einzigartigen Datensätzen; die
jeweiligen Fragestellungen wurden mit den modernsten wissenschaftlichen
Methoden analysiert. Die daraus entstandenen Forschungsarbeiten wurden
und werden auf diversen referierten Fachkonferenzen in Europa und den
USA präsentiert und haben weltweit große wissenschaftliche Anerkennung
erfahren. Dieser Prozess stellt sicher, dass sich unter die Arbeiten
keine „Gefälligkeitsgutachten“ einschleichen, sondern die Arbeiten
wissenschaftlich absolut objektiv, die Fragestellungen mit geeigneten
Methoden analysiert und die Ergebnisse replizierbar sind.
Damit wollen wir erreichen, dass Familienpolitik nicht auf ideologischen
Glaubenssätzen oder politischen bzw. wirtschaftlichen Interessen beruht,
sondern auf objektiven wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jede der
Studien der Gesamtevaluation, so auch unsere Studie zu Kinderbetreuung
und Fertilität, liefert dafür ein winziges Mosaikstückchen, nicht mehr
und nicht weniger. Ich geben Ihnen natürlich völlig Recht, dass man aus
dieser einen Studie allein nicht sagen kann, was die beste
Familienpolitik ist. Wie gesagt: Nur in der Gesamtschau, in der
einerseits neben Fertilität weitere Ergebnisgrößen wie beispielsweise
das Wohlergehen der Kinder berücksichtig werden und andererseits auch
weitere familienpolitische Maßnahmen (wie beispielsweise das
Betreuungsgeld) angeschaut werden, können vorsichtige Rückschlüsse für
die Familienpolitik gezogen werden. Ich sage „vorsichtige“ Rückschlüsse,
weil wir natürlich nicht alles messen können, was unter Umständen
wichtig wäre. Aber wir können doch so einiges objektiv messen – und das
ist unserer Ansicht nach allemal besser als unüberprüften ideologischen
Glaubenssätzen blind hinterherzulaufen.
Was Ihre konkrete Frage betrifft, so sind für Sie wahrscheinlich
insbesondere die wissenschaftlichen Studien zu den Effekten von
Kinderbetreuung auf Fertilität und dem Wohlergehen von Kindern, aber
auch zum Betreuungsgeld interessant. Was die Effekte von Kinderbetreuung
auf das Wohlergehen von Kindern betrifft, verweise ich Sie auf diverse
Arbeiten des Nobelpreisträgers James Heckman, von W. Steven Barnett, des
Direktors des National Institute for Early Education Research, oder auch
auf die neuesten Arbeiten von Tarjei Havnes oder Janet Currie. Was die
Effekte des Betreuungsgelds auf das Wohlergehen von Kindern betrifft, so
finden Sie eine kurze, verständliche Zusammenfassung einer aktuellen
Studie von meiner Kollegin Christina Gathmann (Universität Heidelberg)
hier: http://www.uniheidelberg.de/md/awi/professuren/amnpoe/studiebetreuungsgeld_deutschekurzfassung.pdf.
wissenschaftlichen Arbeit gegeben zu haben.
Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Bauernschuster————————————–
Prof. Dr. Stefan Bauernschuster
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftspolitik
Universität Passau
Innstraße 27, 94032 Passau (Germany)
Tel.: +49 (0)851-509-2540
http://www.wiwi.uni-passau.de/bauernschuster.htmlifo Forschungsprofessor
CESifo Research Affiliate
Herzlichen Dank, Herr Professor Bauernschuster für Ihre rasche Antwort zu meinem Schreiben vom 6. September 2014. Trotzdem bleiben für uns Eltern einige Fragen offen:
- Wurde von den beauftragten Instituten je einmal eine Ertragsaufstellung aufgestellt, die Aufschluss darüber gibt, welcher NUTZEN von jedem geborenen Kind zu erwarten ist? Das ifo-Institut errechnete 2005 einen Gewinn für die Sozialversicherungen pro Kind von 77 000 € über die staatlichen Transferleistungen hinaus. Das bedeutet, dass jedes nicht mehr geborene Kind dem Staat einen vergleichbaren Schaden verursacht. Wenn man aber Müttern mit Altersarmut droht ( Manuela Schwesig), falls sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen, so verhindert man die 2., 3., und 4. oder 5. Kinder, die als Ausgleich für die vielen verhinderten Kinder dringend gebraucht würden.
- Mit keinem Wort bestätigen Sie, dass alternative Familienmodelle, z. B. SELBSTERZIEHER bei gleichwertiger finanzieller Förderung von 1000.-€ pro Kind untersucht wurden. Das war sicherlich auch nicht Ihr regierungsamtlicher Auftrag. Trotzdem ist Ihre Evaluation keineswegs aussagekräftig, solange dieser Aspekt fehlt!
- Solange man staatliche oder institutionelle Kinderbetreuung ( Kommunale, Diakonie, Caritas, Kinderhilfswerk … ) für Kindererziehung bezahlt, Eltern selbst aber leer ausgehen lässt, investiert man zwar in Arbeitsplätze, aber nicht in Familien. Insofern bleibt der Slogan FAMILIENFÖRDERUNG reines Geschwafel. Man muss nur polit-medial elterliche Kompetenz schlecht reden, schon profitieren familienferne Institutionen. Was läge näher, als Eltern für ihre Erziehungsarbeit selbst zu steuerzahlenden und sozialversicherten Arbeitnehmern zu machen?
- Warum wurden für eine Evaluation familienfördernder Maßnahmen keine Eltern selbst oder sachkundige Verbände, z. B. der Deutsche Familienverband oder andere, gehört?
- Inwieweit schätzt unsere Regierung überhaupt noch elterliche Erziehung?
- Inwieweit will sie diese radikal aushungern?
- Inwieweit verfolgt unsere Regierung eine staatliche Ghettoisierung des deutschen Nachwuchses über die gesamte Kindheit und Jugend und entfremdet ihn den Elternhäusern, was jegliche Pluralität verhindert?
Auch wenn Sie keinen familienpolitischen Empfehlungen aussprechen, so müssten Sie doch die Konsequenzen Ihrer Evaluation abwägen.
Dazu wünschen wir uns von Ihnen eine klare Auskunft, Herr Professor Bauernschuster!
Mit den besten Grüßen Bärbel Fischer ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Oberflächlich und praxisfern
PRESSEMITTEILUNG
ARD Sendung zum Nachwuchsmangel vom 11. 08. 2014 http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Der-Kinderreport-/Das-Erste/Video?documentId=22889722&bcastId=799280
„Gebrannte Kinder“ haben zu Recht Ängste – Bessere Betreuung allein schafft keine Abhilfe
Nürnberg (ISUV) Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert die thematisch wichtige Sendung „Nachwuchssorgen im Wohlstandsland“ als oberflächlich und praxisfern. „Die Ängste der Deutschen vor Kindern sind berechtigt, weil vielfach erlebt. Wer die Scheidung der Eltern erlebt hat, ist ein gebranntes Kind, weiß´, was er damit seinem Kind – seinen Kindern antut. Diese gebrannten Kinder werden immer mehr. Sie wissen, welche Unterhaltslasten auf sie zukommen, dass sie möglicherweise nur zahlen können oder umgekehrt keinen Unterhalt bekommen, dass sie keinen Kontakt mehr zum Kind haben. Wer Kinder erzieht, ihre Ausbildung bezahlt, ihr Studium bezahlt, weiß, dass dies sehr viel mit Verzicht zu tun hat. Man muss sich einschränken in Sachen Urlaub, Freizeit, Wohnen.“, stellt der ISUV-Vorsitzende Josef Linzer fest.
Ursache für den Geburtenrückgang sind nach Auffassung des ISUV der Wertewandel und die Erfordernisse der Wirtschaft. „Der seit den achtziger Jahren massiv einsetzende Trend zur Individualisierung besagt: Zuerst komme ich, meine Interessen, meine Selbstverwirklichung. Wer Kinder in die Welt setzt, muss selbstlos sein, verzichten können. Es gilt die Maxime: Zuerst kommt das Kind.“ (Linzer) Des Weiteren sind nach Auffassung von ISUV die extrem hohen Anforderungen der Wirtschaft an die Arbeitnehmer an sich familien- und kinderfeindlich. „Das zweite deutsche Wirtschaftswunder basiert auf der extrem effizienten Arbeitsweise und Arbeitsauffassung der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie arbeiten vielfach am Limit, die rasante Zunahme an psychischen Krankheiten belegt das. Wer am Limit arbeitet, braucht zu Recht in seiner Freizeit dringend Entschleunigung, Ruhe und Hobbies zur Ablenkung. Kinder stören da, sie wollen selbstlose Zuwendung – und die ist oft sehr anstrengend.“ (Linsler)
Der ISUV fordert, dass über neue familiale Strukturen nachgedacht wird. Der Verband sieht im Wechselmodell und in der gleichberechtigten familialen Verantwortung für Mütter und Väter, insbesondere nach Trennung und Scheidung der Eltern sowie in der stärkeren Einbeziehung der älteren Generation in die Betreuung und Erziehung von Kindern gute Möglichkeiten für einen langfristigen nachhaltigen Bewusstseinswandel. Der in der Sendung vermittelte Eindruck, dass der Nachwuchsmangel mittels Einwanderung ausgeglichen werden kann, ist nach Auffassung von Linsler falsch: „Wir exportieren Maschinen und importieren Menschen. Aber wo bleibt da der Prozess der Sozialisation und Enkulturation, von den Kosten ganz zu schweigen.“
Kontakt:
ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911 550478, – info@isuv.de
ISUV-Vorsitzender Josef Linsler, Moltkestr. 22 a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321 9279671, j.linsler@isuv.de
ISUV-Pressesprecher RA Claus Marten, Mauerstr.76, 10117 Berlin, Tel. 030 8575960, berlin@isuv.de
ISUV-Rechtspolitischer Sprecher RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931 4525940
Haus- und Lieferadresse: Sulzbacher Str. 31 90489 Nürnberg Beitrags- und Spendenkonto: VR-Bank Würzburg, Konto-Nr. 120553, BLZ 790 900 00, IBAN DE24 7909 0000 0000 1205 53, BIC GENODEF1WU1
Gemeinnützigkeit anerkannt beim Zentralfinanzamt Nürnberg Eingetragen beim Amtsgericht Nürnberg: Vereinsregister Nr. 3569
Gehirnwäsche empfohlen
Verband Familienarbeit e.V. Pressemeldung
Eltern sollen sich „freiwillig“ der Staatsideologie unterordnen
5.August 2014
Eine aktuelle Studie „Familienleitbilder in Deutschland, ihre Wirkung auf Familiengründung und Familienentwicklung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) beschreibt die Konkurrenz von „tradierten“ und „modernen“ Leitbildern, die Eltern in ihrem Bemühen um Kindeswohl und ökonomische Sicherheit überfordern und den Kinderwunsch beeinträchtigen.*
Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Familienarbeit, Dr. Johannes Resch, meint dazu:
„Die nahe liegende Frage, inwieweit der Gesetzgeber für die Überforderung der Eltern verantwortlich ist, wird nicht gestellt, geschweige denn beantwortet. Kein Wort darüber, dass ausgerechnet das von Adenauer 1957 eingeführte Rentenrecht die Alterssicherung als natürlichen Ertrag der Erziehungsleistung vergesellschaftet, aber die Kinderkosten ganz überwiegend bei den Eltern belassen hat. Es wird verschwiegen, dass auf diese Weise eine mit der Kinderzahl zunehmende (relative) Verarmung der Familien erzwungen wurde, die das Spannungsverhältnis, unter dem Eltern heute leiden, erst verursacht hat.“
Es hätte der KAS gut angestanden, die vor fast 60 Jahren gemachten folgenreichen Fehler der „konservativen“ Parteien endlich zu benennen und eine Korrektur zu fordern. Stattdessen werde den Eltern empfohlen, ihre Bemühungen um das Kindeswohl „zu hinterfragen“ und „die Debatte darüber, wie die berechtigten Ansprüche an eine gute Kindheit auch durch externe Betreuungseinrichtungen gewährleistet werden können, weiter zu intensivieren“ (S. 32 der Studie). Das sei eine direkte Aufforderung, eigene Wertvorstellungen der heute von allen Bundestagsparteien getragenen elternfeindlichen Staatsideologie unterzuordnen.
Dr. Resch weiter:„Die Autoren der Studie übersehen, dass die Lebensbedingungen der Eltern auf gesetzlichem Wege Schritt für Schritt so verändert wurden, dass vielen Eltern nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich „freiwillig“ der von der Wirtschaftslobby gesteuerten Ideologie unterzuordnen oder auf Kinder zu verzichten. So werden Kindeswohl und Elternwille rücksichtslos dem Profitinteresse der Wirtschaft geopfert. Die Eltern sollen das aber nicht als Bevormundung empfinden, sondern den Eindruck gewinnen, es diene ihrem eigenen Wohl und dem Wohl ihrer Kinder. Eltern sollen nicht merken, wie ihr Denken manipuliert wird.“
* Link zur Studie der KAS:
http://www.kas.de/wf/doc/kas_38060-544-1-30.pdf?140612151941
Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag vom 8. Juli 2014: Weg mit der GUTEN MUTTER !
Elternführerschein – ja oder nein?
Die kritisch-christlich-unabhängige Zeitschrift Publik Forum stellt in ihrer neuesten Ausgabe ( 14 / 2014 ) den von der CDU-Abgeordneten Christina Schwarzer angeregten Elternführerschein zu Diskussion und Abstimmung. Frau Schwarzer bemängelt, dass Eltern sich für die Erziehung ihrer Kinder nicht mehr zuständig fühlen und plädiert für schmerzliche Geldbußen für den Fall, dass Eltern dem künftig verbindlichen Nachhilfeunterricht, genannt Elternführerschein, nicht nachkommen.
Dabei bleiben die Fragen unbeantwortet, wer die so genannten Defizite bei Kindern feststellt und bewertet, welche Kriterien die „Kindesnorm“ bestimmen und welche ideologischen Kräfte Einfluss nehmen auf den potentiellen Elternführerschein.
Freie Bahn für Ideologen aller Couleur?
Leserbrief
Es war schon vor 70 Jahren so, dass die kinderlose Tante am besten wusste, wie man Kinder richtig erzieht. In ihren Augen machten die Eltern schon damals alles falsch. Heute sitzt die Tante als CDU-Abgeordnete Christina Schwarzer im Parlament.
Bei ihrer Bestandsaufnahme vergaß die Dame allerdings, dass derzeit viele Eltern ihre eigenen Kinder und deren Emotionen kaum mehr kennen, weil sie bei der Arbeit, und die Kinder in der Ganztagsbetreuung sind. Die Erziehungspflicht liegt acht Stunden am Tag bei den BetreuerInnenn. Wundert uns, dass Eltern ihre Verantwortung an der Tür zu Krippe, Hort oder Schule abgeben? Nur, wenn dann – total logisch – der erwünschte Erfolg ausbleibt, dann gelten die E l t e r n plötzlich als unfähig und verantwortungslos. Frau Schwarzer schiebt den Schwarzen Peter den Eltern zu, will sie aber gleichzeitig „an die Hand nehmen und unterstützen“.
Wie rührend!
Zuerst treibt man Eltern massenweise aus den Kinderzimmern in den Niedriglohnsektor, so dass sie mit einem Einkommen ihre Familie gar nicht mehr ernähren können. Eltern müssen zwei oder drei Jobs annehmen, nur damit Butter auf die Stulle kommt. Überdies schröpft unser Sozialsystem Eltern mit familienblinden Abgaben und Verbrauchssteuern und verschont kinderlose Arbeitnehmer. Und in den wenigen Stunden nach Sonnenuntergang sollen die müden Kinder ausgerechnet von ihren müden Eltern „Grundkompetenzen“ ( Fein-und Grobmotorik, Sprachkompetenz, gesunde Ernährung…) vermittelt bekommen?
Lebt Frau Schwarzer in Wolkenkuckucksheim?
Die üble Unterstellung, Eltern investierten lieber in schicke Smartphones als in ihre Kinder, erinnert fatal an die demütigenden Diskussionen um das Betreuungsgeld ( Schnaps, Flachbildschirme ) und die völlig untauglichen Bildungsgutscheine aus der Ära U.v.d. Leyen, CDU.
Weder Elternklatsche (Geldbußen) noch Klugscheißerei (Elternführerschein) hilft überlasteten Eltern weiter, sondern eine Politik, die r e s p e k t v o l l ihrer grundgesetzlichen Verantwortung gegenüber Familien gerecht wird !
Bärbel Fischer ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT
Gerechtigkeitslücke
Die gestrige Abendschau des BR brachte einen Videoclip zum Armutsrisiko Kind.
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/kinder-familien-armutsrisiko-100.html
Die Rente ist sicher – zu niedrig!
FRONTAL 21 beschäftigte sich am 10. Juni mit der (Fehl-)Konstruktion des deutschen Sozialgesetzes und den Auswirkungen auf die gesetzliche Rente. Informativ und realistisch!
Zum Nachhören und -sehen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/460#/kanaluebersicht/460