Aberwitzig

Aberwitzig erscheint der Bevölkerung diese groteske Debatte um das geplante Betreuungsgeld. Da wetzen die Politiker aller Couleur ihre Messer, da findet sich kein Blatt, das nicht das andere mit Schlachtrufen übertönt, da werfen sich  Frauen mit bemerkenswerter Kampfbereitschaft in die Arena, als ob es einen Todfeind gälte abzuschrecken. Auf ihrem Banner steht in großen Lettern: Kinder in die Krippe, Frauen in den Betrieb!

Goliath gegen David?

Ohne den Grund dafür in den persönlichen Biographien zu suchen, muss mit dem Vorhaben B ein sehr schmerzhafter Punkt getroffen worden sein. Warum begehrten jüngst im SPIEGEL kluge Frauen wie Frau Rita Süßmuth so heftig auf, inwieweit schädigt das Almosen B eine Frau Gesine Schwan, welche Einbuße fürchtet Uschi Glas?  Wird der Krippenplatzbonus wegen des Betreuungsgeldes auch nur um einen Cent gekappt? Geht es  überhaupt ums Geld?

Nein, es geht nicht um Geld, sondern um das Frauenbild. Frauen, die nicht dem Wunschbild der„zeitgemäßen, modernen, emanzipierten  Karrierefrau“ entsprechen, gelten als altbacken, „rückwärtsgewandt“, dümmlich, und vor allem als sozial schwach und bildungsfern. Sie versauen sozusagen das wunderbare deutsche Hochglanzfrauenbild.

Weit würden die  SPIEGEL-Damen den Vorwurf von sich weisen, sie schrieben Frauen vor, wie diese zu leben haben, oh nein!  Jeder darf bei uns leben wie er will! Jeder schon, nur Frau nicht. Aufrecht und selbstbewusst gegen den staatlich und medial forcierten Trend Tag und Nacht in der Familie präsent zu sein, sein Kind in den eigenen Armen zu behalten,  es von Krippengeschrei und Abfütterung fern zu halten und ihm Abschiedstränen und Heimweh  zu ersparen, das geht dann doch entschieden zu weit!  Gelebte Mutterschaft sich auch noch bezahlen lassen? Mit 125 Euro! Da müssen besagte Damen im SPIEGEL schon einmal die Gouvernante raushängen und mit dem Finger drohen.

Wie widerlich!

Darf ich, werte Frontfrauen, Sie daran erinnern, dass paradoxerweise Sie es selbst sind, die mit Ihrem SPIEGEL-Feldzug  B e z a h l u n g  verlangen, indem nämlich der Steuerzahler den Frauen  ihr verfassungsmäßiges  Recht ( Art. 6, Abs. 3 und 4 GG )  auf Zeit und Präsenz mit und bei ihrem Baby  a b k a u f t .  Und zwar mit 1000 Euro acht mal so teuer.

Wie widerlich!

Aber wie gesagt: Ums Geld geht es ja gar nicht!

Bärbel Fischer

143 mal danke für Ihre Zustimmung !

zu unserem Vorschlag, Familien gemäß den Vorgaben unserer Verfassung zu behandeln. Unsere Forderungen decken sich mit jenen des Deutschen Familienverbandes ( Dr. Albin Nees ) Der von der Bundesregierung  angeregte „Dialog für Deutschland“, auch Zukunftsdialog genannt, ist seit heute beendet. Im Juni soll ein Buch dazu erscheinen, und im Herbst gibt es einen Abschlussbericht. Ob und wie die Vorschläge von uns Bürgern die Regierung beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Enttäuscht wären wir schon, sollte diese Aktion lediglich eine Alibiveranstaltung zu mehr Bürgernähe gewesen sein.

Bärbel Fischer

Was heißt hier Infrastruktur, Frau Mika?

Frauen an den Herd oder an die Macht?

Hohe Wellen schlugen vor dem heutigen  ARD-PRESSECLUB die Einträge im Gästebuch pro und contra Betreuungsgeld / Frauenquote. Während Frau Kelle und Herr Müller-Vogg das Betreuungsgeld aus Gründen der Fairness befürworteten, lehnten Herr Vorkötter und Frau Bascha Mika diese Leistung als verfehlt und gefährlich für einen modernen Staat ab. Dabei kam der Vorwurf auf, Mütter forderten einen staatlichen Betrag dafür, dass sie die angebotene Infrastruktur nicht nutzen. Darum geht es in folgendem Beitrag:

Sehr geehrte Frau Bascha Mika!

Gnädige Frau, Sie irren oder Sie täuschen!  Sie zählen familienferne Krippenbetreuung  zur Infrastruktur und werfen jungen Müttern vor, ein Betreuungsgeld dafür zu fordern, dass sie die angebotene Infrastruktur nicht nutzen. Hier besteht offensichtlich Klärungsbedarf.

Zum einen: Als Infrastruktur bezeichnen wir ausschließlich Angebote, die jede/r BürgerIn, wenn er/sie will, nutzen kann. Aber:  Kein Opa, kein Schüler, keine Ordensfrau, kein Single  kann öffentliche Kinderbetreuung nutzen. Infrastruktur muss allen Bürgern zugänglich sein, nicht nur einem kleinen Teil der Bevölkerung, nämlich ausschließlich den Kindern von erwerbstätigen Eltern.

Zum anderen: Für ihre Infrastruktur bezahlen die Bürger selbst mit kostendeckenden Gebühren. Aber für die KITA zahlen die Eltern, auch wenn sie über zwei Gehälter verfügen, nur max. 20% der tatsächlichen Kosten. Es handelt sich bei der externen Kinderbetreuung daher gerade nicht um Infrastruktur, sondern um eine reine Subventionierung durch den Steuerzahler, über die der Staat verfassungswidrig Einfluss nimmt auf die Eltern. Er missachtet deren grundgesetzliche Wahlfreiheit bei der Gestaltung von Erziehungs- und Erwerbsarbeit. Der Staat will Mütter/Väter möglichst rasch nach der Geburt wieder im Betrieb sehen, denn sie sollen ja Steuern und Abgaben zahlen.

In zweierlei Hinsicht also, Frau Mika, geht Ihr Vorwurf, Mütter hätten keinen Entschädigungsanspruch, wenn sie das Kita-Angebot nicht nutzen, ins Leere. Vielmehr ist es genau umgekehrt: Nicht die Empfänger des Betreuungsgeldes, sondern die Empfänger der Krippensubventionierung werden auf Kosten der Allgemeinheit exklusiv und üppig bedient. Ihre Vorhaltung, Frau Mika, entbehrt demnach jeder Grundlage!

Die Kinder von professionellen Eltern interessieren den Staat offenbar erst dann, wenn sie von ihren Eltern zu gut ausgebildeten, selbständigen und tüchtigen Leuten erzogen worden sind, natürlich als künftige Beitragszahler.

Bärbel Fischer

 

Europa lacht sich schief

Europa lacht sich schief

Nachdem der Begriff „Herdprämie“ in den gängigen Sprachgebrauch von Politik und Medien Einzug gehalten hat, gelegentlich auch als Gluckenprämie oder selten auch als Schnapsprämie, verwundert es, dass die familienferne Kinderbetreuung nicht ähnlich spöttisch als Kasernenprämie oder Abschiebeprämie bezeichnet wird. Kann man daraus schließen, dass Mütter es gar nicht nötig haben, Lebensentwürfe anderer Mütter zu verteufeln? Doch immer noch holen Journalisten und PolitikerInnen mit Vorliebe den verstaubten  Rabenmuttervorwurf von 1960 aus der Mottenkiste, wenn sie mit Schaum vor dem Mund das geplante Betreuungsgeld kritisieren, als ob dieser längst ausgediente Vorwurf in der Debatte hilfreich wäre. Kein kritischer Beitrag, vor allem von den Damen aus dem politischen, medialen und wirtschaftlichen Establishment, ohne den Notnagel „Rabenmutter“! Von solchen populistischen Tricks erwarten sich die deutschen Meinungsmacher noch immer Applaus.

Völlig ignoriert  haben dagegen unsere deutschen Hirnwäscher bisher das mitleidige, bisweilen überheblich kopfschüttelnde  Gelächter unserer französischen oder nordeuropäischen Nachbarn. Eine nationale Debatte um 100 oder 150 Euro für Mütter, die keinen Krippenplatz für ihr Kind in Anspruch nehmen? So etwas gibt es doch tatsächlich nur in Deutschland! Hahaha!

Sind es gezielt geschürte irrationale Ängste vor einer künftigen Verarmung durch die Ausgabe von 1,4 Mrd.? Ist es absurder Sozialneid der heute mehrheitlich kinderlosen Bevölkerung? Ist es vielleicht die Angst der Parteien vor einem Wahldebakel durch die Rentner, die glauben zu kurz zu kommen? Oder fürchten die Polittechnokraten, dass ein Betreuungsgeld Frauen wegen der läppischen Kindererziehung für Jahre von der Erwerbsarbeit fernhalten könnte, wo doch jeder potentielle Arbeitsplatz zusätzlich Steuern in die Kasse spült? Vielleicht aber trauen sie jahrtausendelang bewährter elterlicher Kinderbetreuung ab 2013 nicht mehr über den Weg, weil sie das Erziehungsversagen weniger Eltern zur Regel deklarieren. Oder erhoffen sie sich von kollektiv-staatlicher Krippenkultivierung den willfährigen künftigen Staatsbürger?

Das alles mag eine gewisse Rolle spielen. Am wahrscheinlichsten aber erscheint mir als Begründung das Gender Mainstreaming-Abkommen von 1995, das auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking beschlossen wurde und über UN und EU  auf nationaler Verwaltungs- und Gesellschaftebene verwirklicht werden soll. Zwar soll es, vordergründig, um Gleichstellung aller „Unterdrückten“ (Homos, Lesben, Bi- und Transsexuelle und eben auch der Hausfrauen, sprich „Heimchen am Herd“) gehen. Die Frauen sollen wie die Männer durch eigene Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt = Unabhängigkeit von einem Ernährer und ihren Rentenanspruch selbst erwerben***. Alle familienbezogenen Gesetze, die seither erlassen wurden, richteten sich nach diesen Gendervorgaben aus. Kinder sind dabei nur störend. Sie werden für Eltern zum bedrohlichen Klotz am Bein und zur Karrierebremse. Daher müssen sie den Müttern entzogen werden. Man hätte, zynisch gesagt, die Kinder auch verhüten oder abtreiben können, würden sie nicht noch gebraucht als Garanten für die Beschaffung künftiger Renten! Fest steht für das politische Establishment: Mütter dürfen keinesfalls noch dafür belohnt werden, dass sie dem Betrieb fernbleiben, nur weil sie ihre Kinder rund um die Uhr selbst betreuen wollen. Dafür sind unseren Eliten 35 Cent Stundenlohn nichts anderes, als „Perlen vor die Säue“!

*** Rentenansprüche könnten sich Hausfrauen auch durch ein Erziehungs-und Pflegeeinkommen erwerben, so es denn Befürworter fände!

Nun sollte man meinen, dass diese Vorgaben auch für Frankreich gelten. Aber nein, Frankreich hat es gar nicht nötig, einer Genderrichtlinie zu gehorchen. In größtmöglicher Freiheit können dort Familien ihr spezielles Lebensmodell leben und werden vom Staat dafür noch reichlich unterstützt, u. a. mit einem monatlichen Betreuungsgeld von 490 Euro, wenn sie sich vollzeitig um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Niemand geifert dort: „Falsches Signal!“oder „Fehlanreiz!“  http://ertingen.de/familie/anlagen/a11.pdf  Anstatt sich aber Frankreich zum Vorbild zu nehmen, kopieren deutsche FamilienpolitikerInnen lieber das Modell aus der marxistisch-leninistischen Gesellschaftslehre. Bekanntlich hat der Sozialismus großes Verderben über die Menschheit gebracht und ganze Systeme in sich zerfallen lassen. Aber wenn Gewinne herausspringen, dann werden im Deutschland des 3. Jahrtausends gerne auch mal Kapitalverbrechen sanktioniert.

Derweil schauen unsere europäischen Nachbarn seelenruhig lächelnd zu, wie sich das reiche Deutschland in seiner nachwuchsvergessenen GIER allmählich selbst  abschafft.

Die Frage, die wir uns selber beantworten müssen, bleibt dennoch: Wie lange lassen wir es noch zu, dass unsere deutsche Ausbeutungspolitik Land und Gesellschaft sehenden Auges in den Ruin treibt?

Bärbel Fischer

 

Schwäbische Zeitung: Betreuungsgeld – falsches Signal!

Die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  IM LKR. RAVENSBURG kommentiert den Leitartikel der Schwäbischen Zeitung.

Sehr geehrte Frau Lennartz,

Sie haben schon mehrfach im Auftrag der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  IM  LANDKREIS RAVENSBURG  von mir Post bekommen. Auch zu Ihrem heutigen Leitartikel in der Schwäbischen Zeitung kann ich nicht schweigen, weil er die Leserschaft missachtet und für dumm verkauft.

Noch nie habe ich vonseiten der Familienverbände oder -netzwerke den Vorwurf gelesen oder gehört, berufstätige Mütter seien Rabenmütter. Warum? Weil laut Statistik die Müttererwerbsquote in Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegt, auch gegenüber Frankreich ( EUROSTAT)! , allerdings oft in Teilzeit, weil beides: Vollerwerb plus Familie ohne burn-out nicht zu schaffen sind. Unablässig aber wird der vermeintliche Rabenmuttervorwurf  aus der Mottenkiste geholt, wenn es darum geht, immer noch mehr Erwerbstätigkeit von Müttern zu fordern. Das stinkt nach Populismus! Frau Lennartz, wir LeserInnen können es wirklich nicht mehr ertragen!

Zum Streit, was besser ist für die Kinder, Haus oder Kita kann Ihnen beil. Pressemitteilung Aufschluss geben. Allerdings erlebe ich, dass die Presse lieber medienwirksam und politisch korrekt  den mainstream bedient, als kritische Fragen zu stellen.

Mein Focus bezieht sich auf Gleichbehandlung von Frauen und Familien. Jede Familie muss das Recht haben sich zu organisieren wie sie will, pragmatisch, konservativ, modern, in alten, neuen oder sonstigen Rollenmustern. Aber eines darf nicht sein. Dass der Staat den Steuerzahler verpflichtet, in Lenkungsabsicht ein einziges Familienmodell nach seinem Gusto (2x Vollzeiterwerb/ Krippe) mit viel Geld zu subventionieren, andere aber im Regen stehen zu lassen. Das ist genauso frauenfeindlich wie die um 20% geminderten Frauenlöhne zu akzeptieren. Auf eigene Kosten müssen sich Eltern, wenn sie ihre Kinder nicht selbst betreuen können, eine adäquate Betreuung kaufen, wenn sie ihrem Kind eine Kollektivbetreuung ersparen wollen. Keinen Cent bekommen sie. Aber das geplante Betreuungsgeld soll nun auch noch in die Krippen fließen.

Aber nun im einzelnen:

Kein Kind wird zwangsweise in die Krippe abgeholt. Nein abgeholt wird es nicht, die Mutter muss es zähneknirschend  selber abliefern. Allein erziehenden Müttern wird unter Androhung der Leistungskürzung befohlen, eine Arbeit anzunehmen und ihr Kind in irgendeine Krippe zu geben, weil die neuen Unterhaltsgesetze dies verlangen.

Vielen Müttern bleibt wegen unseres familienvergessenen Sozialsystems so wenig im Budget, dass sie notgedrungen sich nicht selbst um ihr Kind kümmern können. Auch das ist Zwang. Lese ich Wahlfreiheit? Dass ich nicht lache! Die Mütter können also frei wählen, ob sie voll erwerbstätig sein oder  ob sie darben wollen. Diese Alternative  hat das BverfG in seinen Urteilen ausdrücklich untersagt.

 …denn Familien mit nicht erwerbstätigen Müttern werden steuerlich und in den Sozialsystemen unterstützt. *** Soll das eine Verhöhnung sein, Frau Lennartz, oder ist die Presse derart informationsresistent, oder darf man der Leserschaft der Schwäbischen Zeitung einen solchen Stuss vorsetzen? Diese Behauptung müssen Sie mir erst einmal erklären. Das Gegenteil ist der Fall. Ich sende Ihnen die offizielle Vergleichstabelle des Deutschen Familienverbandes. Hier können Sie sich kundig machen, wie das frei verfügbare Einkommen einer Familie mit jedem Kind dahinschmilzt und wer von den geborenen Kindern über die Maßen profitiert.

Ihre Behauptung stimmt, dass frühkindliche Bildung benachteiligten Kindern hilft, ja sie hilft sogar allen Kindern. Diese Bildung aber ausschließlich von kollektiver Betreuung zu erwarten und die persönliche Bildung des Kindes durch die eigene Familie zu bestreiten, das ist ein Stück grober Arroganz und psychologischer Ignoranz.

Das falsche Signal, Frau Lennartz, ist es, alle Familien in den Topf SOZIAL SCHWACH, VERSOFFEN, UNFÄHIG zu werfen und im Chor von Parteien und Medien das Betreuungsgeld als Fehlanreiz zu verteufeln.

Wir sprechen hier nicht für oder gegen ein Betreuungsgeld. Uns ist die Gleichbehandlung aller Familien mit Kindern wichtig, wie sie die ÖDP oder die Familienpartei mit einem abgabepflichtigen und kinderzahlabhängigen Familieneinkommen vorsieht: http://www.ödp.de/programm/themen/familie-jugend-soziales/

Sie merken, wie wütend ich darüber bin, dass man glaubt, uns LeserInnen der Schwäbischen Zeitung  mit Desinformationen abspeisen zu dürfen. Deswegen werde ich diesen Brief auch an Herrn Chefredakteur Hendrik Groth weiterleiten.

Mit freundlichem Gruß

Bärbel Fischer

***Sollten Sie die fälschlich so genannte „Beitragsfreie Mitversicherung“ damit meinen, so muss ich Sie darauf hinweisen, dass ein Familienvater mit drei Kindern sein Bruttogehalt durch 5 teilen muss. Jedes Familienmitglied zahlt sein Fünftel in die Krankenkasse, versichert sich also selbst für sein Fünftel. Würde der Vater allein für sich selbst sein Beitragsfünftel bezahlen, dann wäre die Familie tatsächlich beitragsfrei mitversichert.

Also bitte korrekt informieren!

***Sollten Sie das Ehegattensplitting meinen, so hat dies mit Kindern überhaupt nichts zu tun, weil auch kinderlose Ehepaare dadurch gefördert werden. Trotzdem müssten gerade Familien aus der Bildungsschicht ohne das Ehegattensplitting die doppelte Steuer entrichten. Kein Paar, das rechnen kann, würde sich mehr ein Kind zulegen.

 

 

Mit der Brechstange in die Familien

Mit der Brechstange in die Familien – vom Aufbrechen veralteter Rollenmuster

Befasst man sich mit den, in letzter Zeit immer häufiger und unter fragwürdigen Bedingungen erstellten Studien oder Berichten zur aktuellen Familienpolitik, so stößt man stets auf die unüberhörbare Forderung, veraltete, traditionelle und damit überholte Rollenmuster müssten „aufgebrochen“ werden. Streng nach den Vorgaben des Gender- Mainstreamings soll künftig eine  traditionelle Rollenverteilung in der Gesellschaft nicht mehr geduldet werden. Hier sei jedoch die Frage erlaubt, was als veraltet und überholt zu gelten hat, und wer das Recht hat, darüber zu entscheiden, wie sich eine Gesellschaft/Familie organisiert. Die andere Frage lautet, ob das vielgepriesene Aufbrechen tradierter Rollenmuster nicht als bloßer Vorwand  dem alleinigen Zweck dient, Mütter an die Arbeitsfront zu zwingen.

Aufbrechen? 

Diebe verschaffen sich unerlaubt Zutritt in die Privatsphäre des Opfers und brechen Schlösser, Türen, Fenster oder einen Tresor auf. Vor dem Bruch sind Fenster, Türen und Schlösser noch völlig intakt und erfüllen ihre je eigene Aufgabe, nach dem Bruch allerdings sind sie so beschädigt, dass sie unbrauchbar geworden sind. Zum Aufbrechen braucht man Werkzeuge. Mit bloßen Händen schafft man einen Bruch nicht, da braucht es schon Gewalt.  Wozu macht sich der Einbrecher mit dem Aufbruch solche Mühe? Er will aus dem Haus, dem Schrank, dem Tresor Wertsachen herausholen und an sich bringen. Dem Bestohlenen  fehlt nach der Tat das entwendete Geld, der wertvolle Schmuck, das geliebte Kunstwerk. Das Opfer  fühlt sich betrogen, verarmt, hereingelegt.

Auch wenn Vergleiche immer ein wenig hinken, so geschieht beim „Aufbrechen traditioneller Rollenmuster“ nichts anderes als bei einem Einbruch. Wie ein Einbrecher dringt der Staat unbefugt in private Abmachungen von Eheleuten / Eltern und in die familiäre Rollenverteilung ein und maßt sich an, sich hier bedienen zu dürfen.

Mit welchen „Werkzeugen“ will der Staat  den Aufbruch der traditionellen Rollenmuster bewerkstelligen? Am besten geht das über finanzielle Kürzungen und überhöhte Abgaben. Da hat sich der Gesetzgeber einen ganzen Werkzeugkasten voller Hebel und Stemmeisen besorgt, wie

  • Niedriglöhne
  • Sozialabgaben vom Brutto ohne die Berücksichtigung der Existenzminima der Angehörigen
  • Volle Mehrwertsteuer auf Kinderkonsum, pro Kind mtl. ca.180 Euro
  • Streichung des zweijährigen Erziehungsgeldes ab 2007
  • Elterngeld nach Maßgabe der Höhe des vorgeburtlichen Einkommens. Mütter ohne Einkommen vor der Geburt weiterer Kinder müssen sich mit dem Mindestsatz von 300 Euro abfinden. Damit verstößt der Staat selbst gegen das Gleichheitsgesetz  Art. 3 GG.
  • Rechtsanspruch  auf einenKrippenplatz für unter Dreijährige
  • Wegen fehlender (Familien)zeiten in der Erwerbsbiografie droht den Müttern Altersarmut. Anstatt aber zu drohen, ließe sich durch eine rentenwirksame Anerkennung von Familienleistung dieses Problem sofort aus der Welt schaffen, wenn man nur wollte.

Alle diese Maßnahmen reichen den linken Parteien aber immer noch nicht aus, um Frauen/Männer aus den tradierten Rollenmustern zu hebeln ( Sie nennen das „Befreiung“!). Daher wollen sie demnächst mit der Brechstange anrücken ( Sie nennen das Vermeidung von „Fehlanreizen“!). Nicht mehr tabu sind:

  • Pläne zur Abschaffung des Ehegattensplittings. Bei einem künftigen Familiensplitting sollen zwar  die Kinder der Familie, nicht aber die erwerbslosen Mütter/Väter berücksichtigt werden. Damit sind beide Eltern quasi zum Erwerb gezwungen.
  • Pläne zur Abschaffung der so genannten „beitragsfreien Mitversicherung“ erwerbsloser Familienangehöriger, wobei dieser Terminus unlogisch ist, weil ja der Lohn-oder Gehaltsempfänger sein Einkommen mit der Familie teilt, und jeder sich de facto für seinen Anteil selbst versichert. Die Botschaft heißt: Ohne Erwerb keine soziale Absicherung. Also ab in den Betrieb!
  • Geplante Kürzung der Elternzeit von drei auf zwei, bzw. ein Jahr. Damit zwingt der Staat die Familien zur Fremdbetreuung der Kinder, auch gegen den Willen der Eltern. Ein glatter Verstoß gegen Artikel 6 GG und Artikel 9 der UN-Charta der Kinderrechte, wonach Kinder nicht gegen ihren Willen von den Eltern getrennt werden dürfen.
  • Geplante Verweigerung des Betreuungsgeldes ( Stundenlohn ca. 35 Cent ) für selbst erziehende Eltern.

Was will der Staat den Familien rauben?  Was bekommt er nicht freiwillig ausgehändigt? Welche Werte will er einsacken? Es ist die Autonomie der Eltern, ihre Zeit und Arbeitskraft, das Vertrauen und die Prägung der Kinder. Kurz, alles will der Staat haben, was sich bisher seiner gierigen Einflussnahme entzieht.

Was geht bei dem Gewaltakt alles zu Bruch? Den Familien fehlt die gemeinsame Zeit der Blickkontakt, das Gespräch, die Solidarität. Den Kindern fehlt die stete Präsenz der Mutter, ihre Zuwendung, ihr Trost und der gemeinsame Familientisch. Den Eltern fehlt die Kommunikation, ihre Verantwortung und  Selbstbestimmung, den Müttern fehlt die soziale Absicherung.

Was bleibt am Ende übrig? Ein ideologischer Scherbenhaufen, der sich früher mal Familie nannte. Was früher intakt war, funktioniert nicht mehr. Aber anders als Fenster, Türen und Schlösser lassen sich Kinder, Väter und Mütter nicht auswechseln oder reparieren.

Nun gibt es zwar Leute, die dem Staat Tür und Tor öffnen und herausgeben, was er verlangt. Aber andere wollen unbeschadet autonom bleiben. Sehr kreativ ist die Politik, wenn es darum geht, Frauen ihre traditionelle Mutterrolle zunichte zu machen. Alternative Vorschläge wie das „Erziehungs-und Pflegeeinkommen“ (ÖDP, vffm) werden einfach ignoriert. Denn Kindes-und Familienwohl  stehen längst nicht mehr auf der Agenda unserer Bundespolitik. Die Devise heißt heute „Arbeitsmarktverwertbarkeit“. Großartiges hat auf diesem Gebiet Frau Ursula von der Leyen geleistet. Sie wird als die große Magierin der Entfamilisierung in die Geschichte eingehen. Etwas zurückhaltender agiert Frau Kristina Schröder, aber auch sie wird dem ideologischen Gendertreiben kaum Einhalt gebieten können.

i. A. Bärbel Fischer

Vater Staat im Kinderzimmer

oder – ist die Familienpolitik noch zeitgemäß?

Im Hörfunk SWR 2  fand zum Weltfrauentag ein Streitgespräch statt mit  Heide Härtel-Herrmann, Frauenfinanzdienst, Köln, Elisabeth Niejahr, Wirtschaftsredakteurin der Wochenzeitung „Die Zeit“, Berlin, und Kostas Petropulos, Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit. Die Gesprächsleitung hatte Eggert Blum.

Eine Rückmeldung an Frau Niejahr dazu von Bärbel Fischer:

Weltfrauentag 2012, 8. März

Sehr geehrte Frau Niejahr,

als Mutter von vier tüchtigen Kindern und Großmutter von zehn vielversprechenden Enkeln habe ich mir heute beim SWR 2 Ihr Gespräch zur Ehe- und Familien-Entwertung angehört  (Vater Staat im Kinderzimmer – ist die Familienpolitik noch zeitgemäß?). Als Frau  fühlte ich mich zwar von Herrn Petropulos vertreten, nicht aber von Ihnen als Mitfrauen.

Nein, ich fühlte mich sogar geohrfeigt von Ihnen. Denn über viele Jahre habe ich mich zusammen mit meinem Mann krumm gelegt für unseren Nachwuchs. Eine  sechsköpfige Familie bekam schon in den Siebzigerjahren keine Mietwohnung. Also mussten wir bauen. Selbst zwei Akademikergehälter reichten kaum aus, um die Schulden zu bedienen und gleichzeitig den Kindern eine adäquate Ausbildung zu ermöglichen. Bis zur physischen und psychischen Erschöpfung haben wir gerackert, was meiner Gesundheit absolut nicht zuträglich war.  Heute in Pension  unterstütze ich meine Tochter/Schwiegertöchter mit aller Kraft, damit sie nicht, wie ich, unter der Mehrfachbelastung zusammenbrechen, sondern bei ihren kleinen Kindern bleiben können, um ihnen ohne Hektik eine liebevolle und anregende „Kinderstube“ zu ermöglichen. Die jungen Frauen werden erst wieder zur Arbeit gehen, wenn die Kinder das auch aushalten. Denn was ich an Erkenntnissen bei der Hirn-und Verhaltensforschung gewonnen habe, bestätigt mich darin, dass Kinder nichts mehr brauchen als zuverlässige, konstante und liebevolle Zuwendung durch die Mutter und später auch durch den Vater, was eine  Fremdbetreuung, erst recht bei deutscher Minimalqualität, niemals bieten kann.

Wie es mir in den Anfangsjahren erging, so geht es heute abertausenden von Eltern. Weil dem Staat unsere Familien- und Erziehungsarbeit absolut nichts wert ist, müssen wir Frauen Doppeltes und Mehrfaches leisten. Ich sehe das als eine Art von Sklaverei an, in die unsere Familienpolitik im Verein mit dem Arbeitsmarkt die Mütter treibt. Gnadenlos und ohne Wertschätzung werden sie ausgepowert. Und nun wollen Sie ihnen auch noch das Ehegattensplitting streichen mit der beabsichtigten Folge, dass die Steuerbelastung so zunimmt, dass  sich keine Mutter mehr Familienzeit genehmigen kann. „Kind gebären – abgeben – arbeiten!“ heißt die sozialistische Devise.  Schließlich sollen Eltern sich per Individualbesteuerung wie Singles behandeln lassen, wo sie es doch sind, die mit immensem finanziellen Aufwand ihre Kinder der Gesellschaft als künftiges Potential zur Verfügung stellen.

Glauben Sie mir, Frau Niejahr, ich bin zutiefst erschüttert über die Verweigerung  gesellschaftlicher Solidarität mit den Müttern.  Und dass Sie als Frauen bei diesem üblen Spiel mitmachen, das fasse ich überhaupt nicht. Da muss ein Mann unser Fürsprecher sein – und das am Weltfrauentag. Ich hatte mich auf die Sendung gefreut, wurde aber zunehmend zorniger über so viel Ignoranz von Frauen gegenüber Frauen. Wer sind wir, dass die Gesellschaft so mit uns umgehen darf? Merken Sie nicht, vor wessen Karren  Sie sich da spannen lassen? Dämmert Ihnen nicht, dass mit Ihrer Hilfe die psychische und intellektuelle Stabilität von Millionen deutscher Kleinkinder auf dem Altar des Marktes geopfert wird?

Frau Niejahr, dieser Weltfrauentag hat mir ehrlich den Rest gegeben! Aber gerade deswegen werde ich mich umso eifriger dafür einsetzen, dass Kinder auch in Deutschland als vollwertige Menschen zu gelten haben, und nicht als Möbelstücke, die man einfach abstellen oder verschieben darf, nur weil der Arbeitsmarkt es so will. Es ist immer eine Frage der Perspektive, wie man ein Problem angeht. Ihnen fehlt der Blick aus der Sicht unserer Kinder und damit auch der Blick aus der Sicht ihrer Eltern. Sie vertreten ein so genanntes „zeitgemäßes“ Familienbild, das aus lauter Arbeitsmarktaffinität Kollateralschäden an Kinderseelen blind toleriert.

Ich wage kaum zu hoffen, dass diese Zeilen Ihnen zu denken geben. Zu sehr scheinen Sie in überholten altfeministischen Denkmustern zu verharren. Alles was tradiert und bewährt war, soll über Bord! Ich sage Ihnen aber: Nicht alles, was tradiert ist, ist auch unbrauchbar. Jede Familie muss ohne Schaden das Recht haben, sich so zu organisieren, wie es ihren Bedürfnissen entspricht, auch wenn Ihnen und Ihren Genossinnen das als überholt erscheinen mag (tradierte Rollenmuster!). Wenn Sie am heutigen Abend in ARD-Kontraste zur Kenntnis nehmen mussten, wie Familien mit Kindern rücksichtslos durch unser bestehendes Sozialsystem abgezockt werden, dann wissen Sie, was Sache ist. Hier ging es nicht einmal um die Altersversorgung von Müttern, sondern allein darum, wie Familien im Vergleich zu Kinderlosen Monat für Monat um 500 Euro pro Kind betrogen werden. Von Frauen wie Sie und Ihresgleichen hätte ich erwartet, dass Ihnen eine solche soziale Schieflage längst aufgefallen wäre. Aber nein! Sie schließen die Augen und  wollen nichts, aber auch gar nichts anderes, als Frauen in den Betrieben sehen – basta!, auch wenn die Kinder deswegen täglich über viele Stunden die liebevollen Arme ihrer Mama entbehren müssen. Dies ist  heute, nach der Ära Ursula von der Leyen politisch natürlich vollkommen korrekt, und Sie  haben eine Menge Verbündete in Wirtschaft und Politik.

Sehr geehrte Frau Niejahr,  wir Mütter haben es nicht verdient, dass man uns nach und nach den Boden unter den Füßen wegzieht durch eine beispiellose, staatlich geförderte Entfamilisierung.  Die Eingriffe in die menschliche Natur werden sich in der  Gesellschaft von selbst rächen, wie es die Geschichte immer wieder bewiesen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Mit freundlichem Gruß

Bärbel Fischer

 

Sehr geehrte Frau Familienministerin!

das Interview, das Ihr Berater, Herr Prof. Hans Bertram,  faz.net gab, schlägt allen ins Gesicht, die sich um das psychische und vitale  Wohl von Babys sorgen. Wie kann ein Soziologe seines Ranges einen solchen Satz aussprechen:Kinder sind sehr verführerisch und attraktiv – für Mütter immer noch viel mehr als für Väter. Es liegt an den Unternehmen, gegenzuhalten mit attraktiven Beschäftigungsangeboten.“

„Gegenzuhalten“, d.h. doch, an den wahren Bedürfnissen des Kindes vorbei eine Ersatzangebot für Mutterliebe  zu fordern. Glaubt er / Glauben Sie wirklich, dass sich Babys mit „attraktivem Ersatz“ über die Abwesenheit der Mama trösten lassen? Lassen Sie sich etwa Ihren geliebten Mann durch einen staatlich bestellten Partner ersetzen? Sie wissen doch, dass für einen Säugling die Mutter das einzige, unersetzbare, mit allen Sinnen ersehnte Liebesobjekt ist. Glauben Sie wirklich, dass wir unseren Kindern den Entzug mütterlicher Präsenz antun dürfen? Jedem Tier steht die Anwesenheit seiner Mutter bis zur Selbständigkeit zu. Nur Menschenkinder sollen darauf verzichten, weil es der Arbeitsmarkt so will.

Nach Auffassung von Herrn Bertram müssen wir Babys und deren Mütter „arbeitsmarkt-kompatibel“ machen. Nichts ist für ihn und die Wirtschaft wichtiger, als Präsenz der Mütter im Betrieb. Über die Medien wird Druck auf die Frauen ausgeübt, ihr Kind möglichst früh zur Fremdbetreuung freizugeben und zurückzukehren in die Firma. Auch wenn die Winzlinge sich nicht artikulieren können, Mütter wissen, was ihre Kinder brauchen. Nur eins wissen sie offenbar nicht, welch verheerenden Schaden sie in den Seelen ihrer Kinder anrichten, wenn sie sich ihnen viele Stunden täglich entziehen.

Daher, werte Frau Schröder, wendet sich die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT an Sie mit der Bitte, ohne auf zweifelhafte Berater zu hören Ihrer eigenen Urteilskraft und der eigenen Mütterlichkeit zu vertrauen und als Familienministerin Müttern die Möglichkeit zu erhalten, ihre Kinder zu nähren mit Fürsorge, Geborgenheit und Zuwendung, bis sie satt geworden sind. Dann können sie ohne Schmerzen ihre Mama für wenige Stunden entbehren. Dies war nur der Blick auf die verlassenen Kinder. Aber auch Mütter fühlen sich verlassen, wenn sie von ihren Kindern getrennt werden. Die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen verlangt in Art. 25,2 besonderen sozialen Schutz und Fürsorge für Mütter und Kinder. Also muss man Mütter solange  freistellen von der Erwerbsarbeit, wie sie und ihre Kinder das brauchen.

Sehr geehrte Frau Schröder, Sie sitzen an der Schaltstelle. Sie entscheiden, wohin die Reise geht. Sie haben die Verantwortung für das Wohl und Wehe der nachwachsenden Generation. Daher kommt es auf Sie, und nur auf Sie an, wie die Weichen gestellt werden. Frau Schmidt und Frau von der Leyen haben den Karren bereits an den Abgrund gelenkt. An Ihnen wird es sein, die künftige Richtung zu bestimmen.

Dies teilt Ihnen die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT mit, in deren Auftrag ich Sie freundlich grüße

Bärbel Fischer

 

Wir brauchen arbeitsmarkt-kompatible Babys!

Prof. Hans Bertram, Soziologe und Berater des Bundesfamilienministeriums ( Achter Familienbericht ) bedauert bei faz.net, dass Babys so verführerisch und attraktiv, und damit arbeitsmark-schädigend sind, weil sie ihre Mütter an sich binden wollen.

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/babypause-wer-karriere-will-muss-praesenz-zeigen-11669173.html

Dazu zwei Stellungnahmen:

Ach, Herr Prof. Bertram, dass die Natur auch so gar nichts kapiert und immer noch keine arbeitsmarkt-kompatiblen Babys produziert! Ärgerlicherweise werden noch immer „verführerische, attraktive“, süße kleine Menschenkinder geboren, in die sich ihre Mütter von der ersten Minute an verlieben, die sie Haut auf Haut schützend bergen, denen sie alle ihre Zuwendung und Achtsamkeit schenken wollen. Zum Kuckuck, dass die Natur bis zum heutigen Tag nicht kapiert, dass Kinder bei ihrer Geburt selbständig zu sein haben, damit die Mama ganztägig dem Betrieb zur Verfügung stehen kann!

Da muss unbedingt und „mit attraktiven Angeboten gegengesteuert“ werden! Wo kämen wir denn hin, wenn wir unseren Kindern  drei Jahre Bindungs- und Reifezeit gönnten! Unsere ganze Mütterlichkeit soll dem Betrieb zugute kommen und nicht den Winzlingen. Aber irgendwann, Herr Bertram, wird es die Natur „schnallen“, dass wir hässliche kleine Roboter gebären, vor denen wir Mütter angewidert weglaufen und uns in die Betriebe retten.

Bärbel Fischer

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ heißt eine alte Weisheit. Ich möchte nicht wissen, wie viel Geld der Professor für sein demaskierendes Interview mit faz.net bekommt und wie hoch der Betrag ist, den er dem Familienministerium für seine familienschädigende  „Beratung“ in Rechnung stellt. Fakt ist: Politik und Medien ziehen, Kollateralschäden an Kinderseelen skrupellos tolerierend, an ein und demselben arbeitsmarktorientierten Strang. Babys und ihre Mütter haben sich eben zu fügen!

Bärbel Fischer

Schlaft wohl – gute Nacht!

Braucht es noch einen lauteren Weckruf als den demnächst erscheinenden achten Familienbericht, um aufzuschrecken aus lethargischer Verschlafenheit?

„Familien fehlt es nicht am Geld, sondern an Zeit“, heißt es da. Daher raten die „Experten“ paradoxerweise  zur Kürzung der Elternzeit, zu mehr Krippen, mehr Ganztagsbetreuung für Schüler, zu mehr und längerer Erwerbstätigkeit für Mütter, also zu weniger Zeit  für Familie!

Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen. *)

„Mehr Geld brauchen Familien nicht“- finden die „Experten“. Daher raten sie zur Abschaffung des Ehegattensplittings und der Mitversicherung erwerbsloser Ehegatten, ohne welche eine Familie mit mehreren Kindern sowieso nicht überleben kann. Mütter sollen sich gefälligst ihr Geld und ihre Altersversorgung selber verdienen, obwohl sie doch –  nach Expertenmeinung – gar kein Geld brauchen!

Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

„Tradierte Rollenmodelle müssten aufgebrochen werden, daher soll die Berufstätigkeit der Frauen forciert werden“. Aha, da sind nun beamtete „Aufbrecher“ am Werk. Nicht die Familien selbst  bestimmen künftig über ihr Lebensmodell und ihre Organisation. Dazu sind Eltern nach Expertenmeinung zu blöd. Wer sich weigert, ein „zeitgemäßes“ Rollenmodell zu leben, dem wird einfach der Geldhahn zugedreht! Basta!

Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

Kinder werden in dem Bericht mit keinem Wort erwähnt. Um Kinder geht es schon längst nicht mehr. Man kann sie herumschieben wie Möbelstücke. Sie haben, wie ihre Eltern, den Gesetzen der Ökonomie zu gehorchen. Eltern sollen Kinder haben, als hätten sie keine! Man macht sich nicht einmal mehr die Mühe, die Sklaverei zu beschönigen. Eiskalt verfügen die  „Experten“ über die Familie.

Und wir? Wir lassen uns an der Nase herumführen.

Wer Familienberichte aus vergangenen Jahren zum Vergleich heranzieht, dem springt der Trend zur materialistisch-sozialistischen Gesellschaft förmlich ins Auge, nur dass diese hierzulande  außer rot  auch noch  schwarz, gelb und grün schillert. Am Nasenring werden Familien in die „Arbeitsmarktverwertbarkeit“ gezerrt. Merken wir gar nicht mehr, wohin die Reise geht? Dämmern wir einfach so dahin, um schließlich in einer völlig anderen Gesellschaft aufzuwachen?

Hatten wir das nicht schon einmal in unserer Geschichte?

Bärbel Fischer

*) eine alternative Floskel für Verarschung