Sehr geehrte Frau Familienministerin!

das Interview, das Ihr Berater, Herr Prof. Hans Bertram,  faz.net gab, schlägt allen ins Gesicht, die sich um das psychische und vitale  Wohl von Babys sorgen. Wie kann ein Soziologe seines Ranges einen solchen Satz aussprechen:Kinder sind sehr verführerisch und attraktiv – für Mütter immer noch viel mehr als für Väter. Es liegt an den Unternehmen, gegenzuhalten mit attraktiven Beschäftigungsangeboten.“

„Gegenzuhalten“, d.h. doch, an den wahren Bedürfnissen des Kindes vorbei eine Ersatzangebot für Mutterliebe  zu fordern. Glaubt er / Glauben Sie wirklich, dass sich Babys mit „attraktivem Ersatz“ über die Abwesenheit der Mama trösten lassen? Lassen Sie sich etwa Ihren geliebten Mann durch einen staatlich bestellten Partner ersetzen? Sie wissen doch, dass für einen Säugling die Mutter das einzige, unersetzbare, mit allen Sinnen ersehnte Liebesobjekt ist. Glauben Sie wirklich, dass wir unseren Kindern den Entzug mütterlicher Präsenz antun dürfen? Jedem Tier steht die Anwesenheit seiner Mutter bis zur Selbständigkeit zu. Nur Menschenkinder sollen darauf verzichten, weil es der Arbeitsmarkt so will.

Nach Auffassung von Herrn Bertram müssen wir Babys und deren Mütter „arbeitsmarkt-kompatibel“ machen. Nichts ist für ihn und die Wirtschaft wichtiger, als Präsenz der Mütter im Betrieb. Über die Medien wird Druck auf die Frauen ausgeübt, ihr Kind möglichst früh zur Fremdbetreuung freizugeben und zurückzukehren in die Firma. Auch wenn die Winzlinge sich nicht artikulieren können, Mütter wissen, was ihre Kinder brauchen. Nur eins wissen sie offenbar nicht, welch verheerenden Schaden sie in den Seelen ihrer Kinder anrichten, wenn sie sich ihnen viele Stunden täglich entziehen.

Daher, werte Frau Schröder, wendet sich die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT an Sie mit der Bitte, ohne auf zweifelhafte Berater zu hören Ihrer eigenen Urteilskraft und der eigenen Mütterlichkeit zu vertrauen und als Familienministerin Müttern die Möglichkeit zu erhalten, ihre Kinder zu nähren mit Fürsorge, Geborgenheit und Zuwendung, bis sie satt geworden sind. Dann können sie ohne Schmerzen ihre Mama für wenige Stunden entbehren. Dies war nur der Blick auf die verlassenen Kinder. Aber auch Mütter fühlen sich verlassen, wenn sie von ihren Kindern getrennt werden. Die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen verlangt in Art. 25,2 besonderen sozialen Schutz und Fürsorge für Mütter und Kinder. Also muss man Mütter solange  freistellen von der Erwerbsarbeit, wie sie und ihre Kinder das brauchen.

Sehr geehrte Frau Schröder, Sie sitzen an der Schaltstelle. Sie entscheiden, wohin die Reise geht. Sie haben die Verantwortung für das Wohl und Wehe der nachwachsenden Generation. Daher kommt es auf Sie, und nur auf Sie an, wie die Weichen gestellt werden. Frau Schmidt und Frau von der Leyen haben den Karren bereits an den Abgrund gelenkt. An Ihnen wird es sein, die künftige Richtung zu bestimmen.

Dies teilt Ihnen die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT mit, in deren Auftrag ich Sie freundlich grüße

Bärbel Fischer

 

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