"Beitragsfreie Mitversicherung"?

Leserbrief zu: Das Ende der Solidarität – Barbara Tambour -Publik Forum – 1 / 2011

Die schwarz-gelbe Regierung plant, Kinder oder erwerbslose Familienmitglieder nicht länger “beitragsfrei“ mitzuversichern. Hier gipfelt die Skrupellosigkeit unserer Politiker. Denn de facto sind Kinder noch nie beitragsfrei mitversichert gewesen. Wenn sich ein Elternpaar sein Bruttoeinkommen von 4000 Euro mit drei Kindern teilen muss, dann verfügt jedes Familienmitglied noch über 800 Euro. Davon zahlt jede Person anteilig ihren KV-Beitrag. Die Rede von der „beitragsfreien Mitversicherung“ ist demnach eine bewusste und böswillige Täuschung der Öffentlichkeit.

Gesetzeswidrig ist es noch immer so, dass Eltern gleich doppelt und mehrfach Sozialbeiträge leisten, nämlich einmal den bruttolohnabhängigen Geldbeitrag, wie ihn auch jeder Kinderlose abführt. Aber zusätzlich schultern sie noch den Unterhalt ihrer Kinder als ihren generativen Beitrag, der entgegen der Aufforderung des BVGs bis heute unberücksichtigt blieb.

Genau diese Kinder sind es, auf die wir Alten uns demnächst mit all unseren Ansprüchen stützen werden. Gerechterweise müssten von dem Bruttoeinkommen der Familien zuerst die Unterhaltskosten, oder mindestens das Existenzminimum aller Familienmitglieder abgezogen werden. Dann würde deutlich, dass das frei verfügbare Einkommen in vielen Familien nach null tendiert. Je mehr Kinder, desto weniger bleibt übrig.

Mit ihrem Rösler´schen „solidarischen (!) Versicherungssystem“ will die CDU-FDP-Regierung sowohl den Erwerbstätigen als auch jedem ihrer Kinder eine Pauschale aufs Auge drücken: ein klarer Fall für das Bundesverfassungsgericht!

Bärbel Fischer

Filmempfehlung: "Kinder ohne Liebe"

Auf der Feindbildskala totalitärer Staaten stand die bürgerliche Familie ganz weit oben. Entsprechend wurde im „real existierenden Sozialismus“ die Erziehung der Kinder weitgehend unter staatliche Kontrolle gestellt und der Einfluß der Eltern zurück gedrängt.

Doch die Grenzen institutioneller Betreuung wurden rasch deutlich: Dem tschechischen Psychologen Prof. Dr. Z.Matejcek fielen schon in den 60er Jahren schwere Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen bei Jugendlichen auf, die ihre prägendste Lebensphase nicht in der Familie, sondern in staatlichen Krippen verbringen mußten.


Eheförderung und Familienförderung sind zwei Paar Stiefel

Zu: Taktik – Neue Werte sind die alten (Schwäbische Zeitung, 12. 01. 2011)
hier: SPD will Ehegattensplitting abschaffen

Nach Ansicht von SPD-Politikern gehört das Ehegattensplitting (ES) abgeschafft, weil es in seiner bisherigen Form weder die Erwerbstätigkeit von Müttern, noch die materiellen Belange von Kindern fördere. Aber ist dies überhaupt Sinn und Zweck des ES? Was hat denn seiner Zeit den Gesetzgeber bewogen, Eheleute durch ein ES zu entlasten? 1959 wurde das ES eingeführt, um eine verfassungswidrige Benachteiligung von Eheleuten gegenüber Alleinstehenden zu vermeiden. Bei Abschaffung des ES wird die Verfassungswidrigkeit wiederhergestellt. Jede Ehe, auch die kinderlose, ist mit zahlreichen Rechten und Pflichten verbunden, z. B. mit der gegenseitigen Unterhaltsverpflichtung. Damit entlasten die Eheleute den Sozialstaat um Milliardenbeträge. Da laut Grundgesetz der Staat einerseits zum Schutz der Ehe, andererseits zum Schutz der Familie verpflichtet ist (Art. 6,1 GG ), kommt er zum einen den Eheleuten mit dem ES entgegen, denn er setzt mit der Institution Ehe auf Verlässlichkeit, Fürsorge und gegenseitigen Beistand. Für Kinder-und Familienförderung jedoch braucht der Staat andere, spezifische Instrumente, unabhängig von der Form des Zusammenlebens der Eltern. Weder auf Eheförderung noch auf Familienförderung kann unser Gemeinwesen verzichten.


Würde man das ES abschaffen, wäre dies das Ende der Solidarität. Außerdem könnten sich in Zukunft Paare, wenn überhaupt, nur noch ein einziges Kind leisten. Familien mit zwei, drei oder mehr Kindern blieben auf der Strecke. Doch auf jedes dieser Kinder käme es an, um 2030 unsere alternde Gesellschaft in Deutschland zu stützen.


Ulrike und Wilfried Rau, Kißlegg


zu: SPD will Ehegattensplitting abschaffen

Alles läuft nach Plan: Zuerst sorgen Politik und Wirtschaft dafür, dass Familien von einem Lohn nicht mehr leben können ( Zeitarbeit, Leiharbeit, Minijobs, ungerechte Sozialabgaben, x-fache Verbrauchssteuern, Rentennachteile für Eltern ). Folglich müssen auch Mütter erwerbstätig sein. Für die Kinder bleibt keine Zeit mehr. Sie werden in die Ganztagsbetreuung geschickt. Dazu braucht der Staat aber immense Summen. Nun soll nach SPD-Willen den Ehepaaren der Splittingvorteil weggenommen werden. Der Staat will dann den Einbehalt in die „Bildung“, sprich in die staatliche Verwahrung der Kinder stecken. Den Eltern bleibt immer noch weniger frei verfügbares Einkommen, weniger Gestaltungsmöglichkeit, weniger Einflussnahme und Verantwortung. So dreht sich die Verstaatlichungsspirale vom einstigen verantwortungsbereiten Elternhaus bis hin zu einer Massenerziehung, wo letztlich keiner mehr die Verantwortung für die jungen Menschen trägt. Verharmlosend wird dieses sozialistische Planmodell mit dem schönen Wort „Familienförderung“ versehen.


Wann wachen wir denn endlich auf und erkennen, welches Spiel hier abläuft?

Bärbel Fischer


Familiensplitting statt Ehegattensplitting?

Die SPD stellt das Ehegattensplitting infrage. In dem „Fortschrittspapier“ der Parteiführung, das auf der zweitägigen Vorstandsklausur in Potsdam als Arbeitsrahmen für dieses Jahr beschlossen wurde, heißt es, eine Reform des Ehegattensplitting sei „zwingend notwendig“. Diese Form der Steuererhebung sei „angesichts der Vielfalt von Lebensentwürfen fernab der klassischen Ein-Personen-Versorger-Ehe nicht mehr zeitgemäß“.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2773106_0_9223_-abschied-von-adenauers-zeiten.html

Familien müssen Vorrang haben

Die Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, will Familien stärker fördern. Dabei geht es ihr nicht nur um Kinderbetreuung, sondern darum, politische Entscheidungen stärker aus dem Blickwinkel von Familien zu treffen. Das gilt für die Kindererziehung am Anfang wie für die Pflege von Angehörigen am Lebensende.


Benachteiligung statt Schutz

Anlässlich der Fachtagung der Hans-Seidel-Stiftung unter dem Thema: „Familien und ihre Politik: Eine Beziehung in der Dauerkrise?“ ( 24. 09. 2009) zeigte der Darmstädter Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert  auf „dass der Gesetzgeber den Schutzauftrag des Art 6 Abs. 1 Grundgesetz bisher nur unvollkommen erfüllt hat“. Das höchste deutsche Gericht sprach ausdrücklich von einer tatsächlichen Benachteiligung der Familie anstelle des gebotenen Schutzes. Es stellt sich die Frage: Wann kommt eine Familienpolitik, die dem Bedarf der Familien entspricht?  Wann lassen sich mehr Familien auf Politik ein? Wann nehmen sie Familienpolitik selber in die Hand? Wann fordern sie von ihren gewählten Abgeordneten den Einsatz für die Rechte von Familien und die Abschaffung von schädlichen Strukturen?
Der Vortrag ist in Kompendium an Fakten und Argumenten. Lesenswert!

http://www.familienbund-bayern.de/media/f305b5d530823e65ffff90deac14422f.pdf

Das leisten Eltern für unsere Gesellschaft

Der Familienbund der Katholiken hat zum Jahresende die finanziellen Leistungen der Eltern in Deutschland bilanziert. Ergebnis für 2010: Knapp 90 Milliarden Euro haben die Eltern für ihre Kinder aufgewandt, 13 mal mehr als der Etat des Bundesfamilienministeriums.

 

Droht Deutschland zum Altersheim Europas zu werden?

"Wenn Deutschland nicht als ein hochproduktives Altersheim enden soll, dann muss Familienarbeit gesellschaftlich wieder anerkannt , d.h. mit einem Erziehungsgehalt entlohnt werden", fordert Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros.
http://www.freitag.de/politik/1051-das-ist-der-feministische-grundirrtum

Zum Jahreswechsel

Liebe Leserinnen und liebe Leser, lassen Sie uns auch 2011 nicht aufhören, uns zu wehren gegen verordnete Lieblosigkeit unseren Kindern gegenüber. Lassen Sie uns nicht mutlos werden im Kampf gegen die Ungerechtigkeit, mit der Familien heute bestraft werden. Lassen Sie uns weiterhin unablässig anprangern, wenn Elternwirken von Seiten der Politik und der Medien abgewertet und diskriminiert wird.
Und bitte, empfehlen Sie unsere Seite weiter!

Bleiben Sie auch im Neuen Jahr beschützt und begleitet!
Das wünscht Ihnen für die Elterninitiative- Familiengerechtigkeit
Bärbel Fischer