So begrüßenswert die geplante Familienpflegezeit auch sein mag, das Familienministerium setzt zunehmend deutlich seine Priorität zugunsten der Alten. Im Blick auf die Vergreisung der Nation und im Blick auf Wählerstimmen mag dies ein Erfolg versprechender Schachzug sein. Dagegen scheint es in Berlin niemanden aufzuregen, dass kinderlose Frauen und Männer zu über 80 % um ihr "gutes" Leben bangen, sollten sie sich für ein Kind entscheiden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, wie die neue FORSA-Studie zeigt. Ergebnis: GUTES LEBEN am Familienstandort Deutschland gelingt offenbar nur OHNE NACHWUCHS!
http://www.guj.de/downloads/aktuell/eltern2011/forsa_Kinderkriegen_Berichtsband.pdf
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Etikettenschwindel Familienpolitik
Hausfrauen – ein Relikt aus alter Zeit?
Haus-und Familienfrauen sind heute in Schweden ausgestorben, denn sie sind ein Luxusobjekt geworden. Wer kann es sich schon leisten, auf ein Einkommen zu verzichten? Schweden – ein leuchtendes Vorbild? Auch hierzulande wird mit der Lohnschraube und mit unsozialen Gesetzen Familienpolitik gemacht.
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/die_letzten_ihrer_art_1.9386421.html
Herzliche Einladung
Wer Kinder erzieht oder Mitmenschen pflegt, dem gehört ein gerechter Lohn. Eltern, gerade auch diejenigen, die unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Kinder erziehen, brauchen daher Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit. Unterstützt von einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern setzt sich die ödp seit langem für ein sozialversicherungspflichtiges Familiengehalt ein, mit dem Familien verlässlich kalkulieren können.
Zu diesem Thema wird der Ehe-und Familienseelsorger Ulrich Hoffmann aus Weißenhorn am 11. Februar um 19 Uhr in Ulm ( Ulmer Stuben ) und in Leutkirch am 2. März um 19 Uhr im Hotel Post ( Nähe Martinskirche ) einen Vortrag halten. Der Referent wird aufzeigen, wie eine zukunftsfeste Familienpolitik aussehen muss, die Mütter und Väter nicht entmutigt, sondern stärkt, und wie staatliches Handeln Familien unterstützen kann, ohne sie zu bevormunden und ihnen ihren Lebensentwurf vorschreiben zu wollen. Familienpolitik ist vorausschauende Sozialpolitik.
Hoffmann ist familienpolitischer Sprecher der bayrischen ödp, Vorsitzender des Familienbundes im Bistum Augsburg und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Ulm / Neu-Ulm.
"Kinder haben die Leute immer",
meinte Konrad Adenauer, als er 1957 den Plan von Wilfried Schreiber ( 1904 – 1975 ) , Gelehrter der Sozialpolitik, verwarf. Dieser sah ein Drei-Generationen-Modell für die soziale Absicherung der Bevölkerung vor: Kindheit und Jugend, Arbeitsalter, Lebensabend, also eine dynamische Rente für Kinder und Jugendliche einerseits und eine dynamische Altersrente andererseits. Nach dem Schreiber-Konzept wäre die Altersrente niedriger ausgefallen, was die Finanzierung der Kindheits- und Jugendrente ermöglicht hätte. Adenauer beschränkte sich auf die Altersrente und hielt eine Jugendrente für überflüssig. Oswald von Nell-Breuning, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, war über Jahrzehnte hinweg einer der schärfsten Kritiker der Rentenreform Adenauers, aber gleichzeitig ein Befürworter des Schreiber-Konzepts. Die Folgen des amputierten Generationenvertrags ließen nicht lange auf sich warten: kinderreiche Familien waren und sind bis heute die Verlierer. Die Rentnergeneration, vor allem die kinderlose, gewinnt auf Kosten von jungen Eltern. Nur, die Rentner selbst sind für dieses Ungleichgewicht gar nicht verantwortlich. Heute scheint eine Reform im Sinne Wilfried Schreibers nicht mehr durchsetzbar. Zu weit sind die Abgeordneten von den Erkenntnissen Schreibers entfernt.
Frauenpolitik- tendenziös und ideologisch
Die 36jährige Birgit Kelle, verheiratet und Mutter von vier Kindern, setzt sich seit mehreren Jahren für Familien ein und schaltet sich regelmäßig in Debatten ein, in denen es um die Stellung der Frau im 21. Jahrhundert geht. 2005 bis 2008 war sie Herausgeberin der christlichen Monatszeitung VERS1. Heute ist sie die Vorsitzende des Vereins Frau 2000plus e.V. und Member of the Board der New Women for Europe (NWFE), ein Dachverband für Frauen- und Familienverbände aus ganz Europa mit Beraterstatus am Europäischen Parlament. Die in Siebenbürgen (Rumänien) geborene Journalistin, die seit 1984 in Deutschland lebt, spricht mit BlaueNarzisse.de über die Frauenquote sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
BlaueNarzisse.de: Wie bewerten Sie es, dass der maßgebliche Anstoß zur derzeitigen Diskussion um die Frauenquote ausgerechnet von einer CDU-Ministerin, nämlich Frau von der Leyen, kam?
Birgit Kelle: Der Vorschlag hätte auch von Claudia Roth kommen können oder von Renate Schmidt. Ehrlich gesagt, verwundert es mich aber nicht besonders, dass der Vorstoß ausgerechnet von Frau von der Leyen stammt. Schon während ihrer Zeit als Familienministerin hat sie sich massiv dafür eingesetzt, dass Frauen so schnell wie möglich nach der Babypause in den Beruf zurückkehren und – nach ihrem eigenen Beispiel – stetig Karriere machen und die Kinder fremdbetreuen lassen sollen. Das mag für sie persönlich ein erstrebenswerter Lebensentwurf sein, er ist aber nicht die Lösung für unser Land.
Vor allem aber geht er an den Wünschen zahlreicher Frauen völlig vorbei. Jetzt geht es ihr offenbar nicht schnell genug, deswegen vergreift sie sich auch am Ressort ihrer Kollegin Schröder. Dass außerdem ausgerechnet eine CDU-Politikerin den Vorstoß macht, zeigt vor allem eines: Die CDU hat gar keine eigene Frauen- oder Familiepolitik mehr. Sie versucht sich jetzt an den politischen Zielen, die die Grünen und die SPD schon lange verfolgen. Frauen- und Familienpolitik ist damit völlig austauschbar, profil- und alternativlos geworden in unserem Land.
Was sagt diese Debatte über den Umgang mit Frauen im Berufsleben aus?
Der Feminismus predigt uns ja schon seit Jahrzehnten, dass wir Frauen Opfer sind. Diese Opferrolle soll jetzt auch in der Wirtschaft gesetzlich verankert werden. Ohne Zweifel haben es Frauen manchmal schwer gegen eine männliche Übermacht. Es gibt allerdings auch keinen Grund – gerade im Sinne der Gleichstellung – ihnen einen bequemeren Weg in die Chefetagen zu ebnen als ihren männlichen Mitkonkurrenten. Es wird sicher seine Zeit brauchen, bis wir Frauen auch in der Wirtschaft besser vertreten sind. Ich glaube jedoch an die Fähigkeiten und die Durchsetzungskraft der jungen intelligenten und gut ausgebildeten Frauen von heute. Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland wird selbst unwilligen Vorgesetzten – und dass die meisten unwillig sind, würde ich als böswillige Unterstellung deklarieren – bald kaum etwas anderes übrig bleiben, als Frauen einzustellen.
Was man bei all der Quote nicht vergessen darf: Es gibt Branchen, da gibt es kaum Frauen. Es ist nicht einzusehen, dass ein Unternehmen, in dessen Belegschaft nur fünf Prozent Frauen sind den Vorstand mit 50 Prozent weiblichem Anteil besetzen soll. Und was tun wir mit Branchen, in die Frauen gar nicht wollen? Zwingen wir dort Frauen hin? Oder suchen wir uns nur die Sahnehäubchen aus?
Die ehemalige Chefredakteurin der taz, Bascha Mika, wirft den Frauen in einem in wenigen Tagen erscheinenden Buch Feigheit vor. Sie hätten nicht genug Mut für eine steile Karriere. Stattdessen würden sie sich mit der Rolle als Mutter vor schwierigeren Aufgaben flüchten. Was sagen Sie als vierfache Mutter zu diesem Vorwurf?
Hier gibt es zwei Aspekte zu beachten: Erstens, der Vorwurf, ein Verzicht auf Karriere sei gleichstehend mit Feigheit. Zweitens, die an den Haaren herbeigezogene These, dass Kindererziehung einfach sei. So etwas kann sich nur eine kinderlose Frau ausdenken, fürchte ich. Zunächst bleibt festzuhalten, dass der Verzicht auf berufliche Karriere eine persönliche Entscheidung ist für jeden Menschen, in welcher Art er glücklich werden will. Das gilt für Frauen und Männer. Wenn ich als Mutter oder als Hausfrau oder Angestellte mit geregelten Arbeitszeiten glücklich bin und es mir leisten kann, warum nicht?
Wer ist denn die moralische Instanz, die mir vorschreiben will, welche Art von Leben das richtige ist und vor allem was ich als Frau machen darf, machen soll oder erreichen muss? Ich habe das Recht, nur Mutter zu sein, ich habe auch das Recht faul zu sein und unfähig und bequem und all das, was Frau Mika pauschal um sich wirft. Ich habe auch das Recht mutlos zu sein. Das Problem von Frau Mika und zahlreichen Alt-Feministinnen ist doch, dass sie sich ein glückliches Leben jenseits ihres eigenen Lebensentwurfes gar nicht vorstellen können und dann auf sehr intolerante Art und Weise ihre Artgenossinnen verurteilen, weil sie ihrem Beispiel nicht folgen wollen.
Als vierfache Mutter kann ich zu dem Gedanken, dass ich mich ins Muttersein geflüchtet haben soll, weil ich Anstrengung und schwierigen Aufgaben aus dem Weg gehe, nur sagen: Ich muss mal ab und zu ins Büro, um mich wieder zu erholen. Es spricht von Unwissenheit um den Alltag und die Sorgen von Eltern.
Glauben Sie, dass für die Masse der Frauen – Ausnahmen immer ausgenommen – ein glückliches Leben mit der Doppelbelastung Familie und Beruf möglich ist? Oder führt das, wie etwa Eva Herman vor einigen Jahren ausgeführt hat, zwangsläufig dazu, dass der Beruf das Familienglück allein aufgrund der zeitlichen Belastung schmälert?
Grundsätzlich glaube ich, dass es möglich ist, ich versuche auch gerade mein Glück dabei. Es bleibt aber, wie der Name schon sagt, zumindest für einige Jahre eine Doppel-Belastung, denn Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit und das nicht zwischen 18 und 20 Uhr, wenn alle von der Kita wieder zu Hause sind und ermattet vom Tag. Sie brauchen einen gerade in den ersten Jahren rund um die Uhr. Mein Beruf ist mir wichtig, ich brauche ihn gerade auch als Ausgleich für die Familienarbeit und die Mühen und die Anstrengungen, die mir dadurch entstehen, nehme ich gerne in Kauf. Ich will mich nicht entscheiden müssen, ob ich nur das eine oder nur das andere nehme. Ich glaube, dass das den meisten Frauen so geht. Die meisten Frauen sind aber im Konflikt, weil sie die Doppel-Belastung nicht reibungslos schaffen. Sie sind ausgezehrt, haben ständig das Gefühl, alles nur halb und nichts richtig zu machen.
Von diesem Anspruch müssen wir runter. Es reicht aus, wenn eine Frau für ein paar Jahre sich nur den Kindern widmen darf. Sie tut dann schon genug für die Kinder und die Gesellschaft und ihre Daseinsberechtigung. Aber heute bekommt man ja als Frau immer gesagt, dass man alle Rollen mit links und gleichzeitig zu schaffen hat. Von den Männern verlangen wir das nicht.
Was könnten Politik und Wirtschaft für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unternehmen? Welche Modelle schweben Ihnen vor?
Wir sollten nicht so tun, als wäre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur eine Frage von Kindergartenplätzen. Ich plädiere dafür, die Erziehungsleistung, die wir ja brauchen, um unsere Kinder groß zu bekommen, endlich finanziell anzuerkennen – egal wo sie geleistet wird. Es ist nicht einzusehen, warum der Staat nur staatliche Erziehung finanziell fördert und die Erziehungsleistung der Eltern gerne kostenlos in Anspruch nimmt. Wenn ich als Erzieherin arbeite, bin ich gesellschaftlich anerkannt und bezahlt. Wenn ich als Tagesmutter arbeite, bin ich gesellschaftlich anerkannt und bezahlt. Wenn ich einfach nur meine eigenen vier anstatt vier fremde Kinder großziehe, bekomme ich kein Geld und bin für die meisten nur ein Heimchen am Herd. Wenn ich einen Kita-Platz in Anspruch nehme, subventioniert das der Staat, wenn ich Mittagessen in der Offenen Ganztagsschule in Anspruch nehme, subventioniert das der Staat. Wenn ich selbst auf meine Kinder aufpasse und selbst koche und einkaufe, muss ich alles selbst bezahlen und mit meinen Steuergelder bezahle ich den Kitaplatz und das Mittagessen der anderen auch noch mit.
Wir beuten die Familienfrauen und Männer auf diese Weise aus und tun dann auch noch so, als sei das jetzt die moderne Familie. Das müssen wir ändern. Wir müssen es Frauen leichter machen, eine Auszeit auch für viele Jahre für die Familie zu nehmen und es ihnen nicht anschließend als Manko anrechnen, sondern als gewonnene Erfahrung. Wir brauchen diese Eltern und vor allem die Frauen, die viel Zeit investieren in die Erziehung ihrer Kinder, die wertvolle ehrenamtliche Arbeit leisten an Schulen, in Kirchen oder in der Nachbarschaft. Die Frauen, ohne die unsere Gesellschaft in vielen Bereichen zusammenbrechen würde und die nichts mehr wollen, als ab und zu ein bisschen Anerkennung.
Diesen Frauen sollten wir dankbar sein und sie nicht verhöhnen. Diese Frauen dürfen nicht – wie durch das neue Unterhaltsrecht geschehen – finanziell auf die Straße gesetzt werden, weil sie sich auf ihre Ehe verlassen haben. Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir den Menschen vorschreiben dürfen, wie sie leben sollen. Jede Familie hat das Recht sich selbst auszusuchen, wie sie sich familiäre und gewerbliche Arbeit aufteilt unter den Partnern. Es geht den Staat nichts an, wer bei uns den Müll rausbringt und wer Karriere macht.
Frau Kelle, vielen Dank für das Gespräch!
Frauen an die Spitze – wenn sie wollen
Dorothea Siems von WELTonline plädiert dafür, es Frauen selbst zu überlassen, ob und wie hoch sie die Karriereleiter mit oder ohne Kind erklimmen wollen. Frauen, deren Lebensentwurf an erster Stelle Familie und Kinder vorsieht, geraten immer mehr unter den gesellschaftlichen Druck, ihre Familie hintanzustellen und eiligst an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
Wo bleibt die Gleichstellung unter Frauen?
Unter dem Titel: NEUE WEGE – GLEICHE CHANCEN fertigte eine Sachverständigenkommission der Fraunhofergesellschaft im Auftrag der Bundesregierung ein Gutachten, das eine Bestandsaufnahme der Gleichstellung liefern soll. Aus der Pressemitteilung geht hervor, dass es den Autoren gar nicht um Gleichstellung geht, sondern um gleichwertige Teilhabe am Erwerbsleben. Lesen Sie dazu auch den Beitrag in der Rubrik MEINUNGEN auf diesem Portal.
Generationengerechtigkeit – eine Luftnummer!
Der „Krieg der Generationen“ ist eine bequeme Angstformel. In Wahrheit werden eher Kinderlose und Familien sowie Erben und Nicht-Erben in Konflikt geraten. Kostas Petropulos vom Heidelberger Familienbüro warnt: Die umlagefinanzierte Rente funktioniert nur, wenn es ausreichend viele und leistungsfähige Kinder gibt – und das ist längst nicht mehr der Fall!