+ In memoriam Christoph Rädler +

Am Samstag, 21. Mai verstarb nach heimtückischer Krankheit allzu früh unser geschätztes Gründungsmitglied Christoph Rädler. Neben seinen vielen Ehrenämtern und als Pionier der „Ökologisch Demokratischen Partei ÖDP – Familie und Umwelt“ im Württembergischen Allgäu lagen ihm die vielfältigen Nöte heutiger Familien am Herzen. Überaus besorgt verfolgte Christoph die zunehmende staatlich beabsichtigte Ausbeutung von Müttern. Überaus empfindlich reagierte er auf den Zugriff des Staates auf Familien und die Geringschätzung von Kindern, die man glaubt nach Gutdünken auslagern zu dürfen, wenn der Markt es verlangt. Sein größter Kummer aber waren die vielen Tausend junger Menschen, die in unserem Land erst gar nicht geboren werden dürfen. Immer empfand er den tödlichen Griff auf das werdende Leben als einen schändlichen Skandal für ein so reiches Land wie das unsere. Mit all seiner Kraft setzte er sich für den Schutz des ungeborenen Lebens ein.

Mit Christoph Rädler verliert die ELTERNINITIATIVE FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LKR. RAVENSBURG einen feinfühligen Mitstreiter mit hohem Sachverstand und sensiblen Antennen für die Würde von Mensch und Natur. Wir hätten noch viel von ihm lernen können. Nun müssen wir unseren Weg ohne sein Geleit gehen. Uns bleibt nur zu danken für alles Mitgestalten.

Wir trauern mit Frau Christl Rädler, seinen fünf Kindern und deren Familien im sicheren Vertrauen darauf, dass Christoph in Gottes Hand geborgen ist.

Von Anfang an schlechte Karten

Dass am Beginn ihres Lebens durch Mangel an personaler Zuwendung vernachlässigte Kinder von vorzeitiger Chromosomenalterung betroffen werden, das zeigt nun eine wissenschaftliche Studie an rumänischen Waisenkindern. Die Folge davon sind psychische Erkrankungen sowie Herzleiden ( Herzeleid ) und ein erhöhtes Krebsrisiko. Heime , Horte, Krippen – die personale Liebe bleibt auf der Strecke. Wann kapieren unsere Wirtschaftsfamilienpolitiker endlich, welche Folgen frühzeitiges „Auslagern“ von Kindern für das Land hat?

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/313534.html

Antiquierte Bertelsmann-Rezepte

Die Expertenkommission Familie der wirtschaftsnahen Bertelsmannstiftung plädiert einerseits für mehr Zeit für Familie, andererseits aber heißt ihr abgedroschenes Rezept: mehr Krippen, mehr Vollzeitarbeitsplätze für Frauen. Dass dies ein Widerspruch an sich ist, bemerken die „Experten“ offenbar nicht. Wer Kindern mehr Zeit mit ihren Eltern ermöglichen will, der muss mehr Teilzeitarbeitsplätze schaffen oder besser die Rentenanwartschaft von der Erziehungsleistung der Eltern abhängig machen.

http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-02021749-B92BB124/bst/hs.xsl/nachrichten_107027.htm

Den Teufel mit Beelzubub austreiben

Die postmoderne Arbeitsmarktpolitik versucht den „Teufel“ Arbeitskräfteschwund mit dem „Beelzebub“ des Kampfes gegen die „traditionelle“ Familie auszutreiben. Leider ist die deutsche Familienpolitik mit Renate Schmidt und Ursula von der Leyen kopflos auf dieses Kampfpferd gesprungen. Das bedeutet, dass sie völlig kontraproduktiv künftige Fachkräfte verhindert, anstatt Mehrkinderfamilien als Potential künftiger Experten zu fördern. Man könnte dieses Vorgehen auch schlicht mit „Dummheit“ beschreiben. Dazu Stefan Fuchs in FREIE WELT:

http://www.freiewelt.net/blog-3201/klassische-familie%3A-mehr-kinder%2C-mehr-sinn%2C-mehr-teilzeitarbeit.html

Wolfgang Bergmanns Vermächtnis

Die Redaktion von ERZIEHUNGSTRENDS schreibt zum Tod von Wolfgang Bergmann: „Medienterror, Erosion der Familienstrukturen, die Renaissance der «schwarzen Pädagogik» gehörten zu seinen Hauptthemen. Ausgehend von dem Leitgedanken, daß moderne Autorität lebendig und liebevoll gelebt werden muß und nur auf der Liebe zum Kind gründen kann, setzte er sich in seinen Büchern für die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ein und damit für die Gesellschaft insgesamt; denn wir können, so sein Credo, den inneren Zusammenhalt nur insoweit wahren, wie wir unsere Kinder gut und in liebevoller Zuwendung behandeln. Nur «die Quelle der Liebe ist der Urbestand aller Ethik, Solidarität und des Glücks»“.
Eine Leseprobe aus Bergmanns Buch „Gute Autorität“ finden Sie unter:
http://www.erziehungstrends.de/Bergmann/Autoritaet/1

Lesen Sie auch das Interview, das Jürgen Liminski kürzlich noch im Deutschlandradio mit Wolfgang Bergmann führte:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1438249/

Wolfgang Bergmann ist tot

Wolfgang Bergmann, der renommierte Erziehungswissenschaftler und Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie ist tot. Er starb vorgestern in einem Hospiz bei Hannover.
Im Februar 2010 wurde bei Bergmann Knochenkrebs festgestellt. Bergmann wurde durch zahlreiche Bücher bekannt, zuletzt „Lasst Eure Kinder in Ruhe“. Im Herbst des vergangenen Jahres gründete er die Stiftungsinitiative Für Kinder, damit sein Lebenswerk fortgeführt wird.
Noch im März sagte Bergmann: „Ich würde gern noch zehn Jahre leben.“ Doch die Krankheit brach ihn und riss ihn aus der Mitte seines Lebens, hieß es in der Mitteilung der Familie.
Als erfolgreicher Autor zahlreicher Bücher, in denen er die Elternliebe als das einzig Sinnstiftende ansieht, erlangte Bergmann großes Ansehen. Für die einen war er der „Advokat der Kinder“, für die anderen zählte er zu den wichtigsten und einflussreichsten „Vordenkern Deutschlands“. Der renommierteste Kinder und Familientherapeut Deutschlands hinterlässt drei Kinder.
Neben Therapie auch soziales Engagement
Neben der Therapie von Kindern und Jugendlichen, dem Schreiben zahlreicher Bücher galt Bergmanns Engagement dem Aufbau einer Stiftung Für Kinder (www.FuerKinder.org). Noch über den Tod hinaus wirken, dem zerstörerischen Förderwahn in der Erziehung entgegentreten und Kindern ein Glücks- und Zufriedenheitspotential mitgeben, bewegte Bergmann bis zuletzt.
„Wir schaffen die seelischen Grundlagen für eine mitfühlende – nicht kalt rivalisierende Gesellschaft“, so Bergmann. „Und es ist die Verbindung von Zuwendung und Grenzen setzen, die als Zauberformel gilt – „Gute Autorität“, nannte Wolfgang Bergmann dieses Konzept.
Für die Presse
Informationen zur Stiftung und zu den Mitgliedern des Kuratoriums auf http://www.fuerkinder.org (im Aufbau), Email: info@fuerkinder.org zum Institut für Bindungswissenschaften: http://www.institut-bindung.de
Hochauflösende Fotos und Video-Kopien auf Anfrage (s. Pressekontakt)
Die Stiftungsinitiative „Für Kinder“
Die Stiftung „Für Kinder“ soll die gesellschaftlichen Bedingungen für positive erste Bindungserfahrungen von Babys und Kleinkindern in ihren Familien befördern und so die
Presse
Möglichkeit schaffen für die Ausbildung von Selbstbewusstheit und sozialer Kompetenz, Kreativität und Konfliktfähigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und individuelle Sinngebung. In wissenschaftlichem aber auch in politischem Handeln sollen Wege gefunden werden, die die Notwendigkeit von Nähe und Bindung für ein gelungenes Leben der Kinder verlustfrei in Einklang bringen kann mit den Anforderungen moderner Leistungsgesellschaften.
Die Stiftung unterstützt unter anderem das ebenfalls neu gegründete Institut für Bindungswissenschaften, in dem sich renommierte Forscher aus allen Teilen der Welt zusammengefunden haben.
Dem Kuratorium der Stiftungsinitiative „Für Kinder“ gehören Therapeuten und Bestseller- Autoren an wie Prof. Gordon Neufeld und Steve Biddulph neben dem Neurobiologen und Erziehungswissenschaftler Prof. Ralph Dawirs und bekannten Fernseh-Stars wie Barbara Wussow oder Franziska Reichenbacher.
Für Spender und Sponsoren, die sich an der Finanzierung der Stiftungs-Aufgaben beteiligen wollen, wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Spendenkonto: SK Stade Altes Land, Konto 1210 0138 17, BLZ 241 510 05
Pressekontakt:
Maria Steuer Hollernstrasse 109 21723 Hollern Fon: 04141 – 53 79 49 Mobil: 0173-8692741 E-Mail: info@fuerkinder.org

Auf die Reihenfolge kommt es an!

Die ZEIT-Autorin Christine Brinck findet, dass Frauen heute ihr Leben in der falschen Reihenfolge leben. Erst Kinder, dann Karriere- schlägt sie vor und verweist auf Karrierefrauen in höchsten Ämtern. Nach der Familienzeit bleiben genügend Jahre, um die Erfolgsleiter zu erklimmen, ohne auf Kinder verzichtet zu haben.

http://www.zeit.de/2006/10/Karriere?page=all

Wenn Kinderwunsch auf Realität trifft

Die Autorin Tanja Dückers beklagt in der ZEIT, dass Kinder für unsere neoliberale Wirtschaftspolitik nur eine niedliche Nebensache sind. Die Realität sieht leider nicht so niedlich aus. Ihr Resümee: „Der zunehmenden Ökonomisierung der Privatsphäre stehen Kinder aber gegenüber. Ein neoliberaler Lebensstil und Kinder passen nicht zusammen. Die Werte, die die Propagandisten einer neoliberalen Wirtschaftsordnung vertreten, sind nicht mit dem Maß an Muße, Zeit und an geographischer und emotionaler Verfügbarkeit in Übereinstimmung zu bringen, das Kinder von ihren Eltern einfordern und brauchen.“

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2011-05/kinder-paare-erziehung?page=1

Wenn Kinderwunsch am Geld scheitert

Sehr geehrte Frau Familienministerin Kristina Schröder!

„Ich finde es unerträglich, wenn Kinderwünsche am Geld scheitern“ vernahmen wir aus Ihrem Munde in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG vom 9. Mai 2011. Ja tatsächlich trauen sich immer weniger junge Paare, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen, gerade aus Mangel an Geld und Zeit. Denn es ist ja kein Geheimnis mehr, dass Kinder in Deutschland ihre Eltern arm machen. Dazu sende ich Ihnen eine Abgabentabelle des Deutschen Familienverbandes von 2011, aus der ersichtlich wird, dass sich das frei verfügbare Einkommen der Arbeitnehmer bei einem Bruttojahresverdienst von 30 000 Euro von PLUS 11 076 Euro ( keine Kinder) bis zu einem MINUS von 8 092 Euro bei drei Kindern verringert ( Differenz: 19 168 Euro jährlich ). Das heißt, dass ein Familienvater von drei Kindern bereits gefährlich unter das Existenzminimum rutscht.

Vielleicht wenden Sie jetzt ein, dass es nicht auf irgendwelche Kinder, sondern lediglich auf Akademikerkinder ankommt, und dass deswegen künstliche Befruchtung von Akademikerinnen mit staatlichen Geldern gefördert werden muss. Das kann man sicher unterstützen. Aber werden Akademiker nur von Akademikern gezeugt? Es dürfte auch Ihnen bekannt sein, dass AkademikerInnen ebenfalls aus gesunden Familien von Nichtakademikern erwachsen, sobald sie Zugang zur Bildung bekommen. Aber gerade dieser Zugang wird ihnen aus Geldmangel verwehrt. Damit verzichten wir freiwillig auf ein gewaltiges Potential gebildeter junger Menschen.Unser Abgabensystem schützt Familien de facto nicht, sondern macht sie mit jedem Kind ärmer .

Daher halte ich Ihre Sichtweise für sehr verengt, solange unsere Sozialgesetze Eltern mit Verarmung bestrafen. Im Falle des Vaters von drei Kindern beläuft sich der monatliche Schaden auf 674 Euro. Mit dieser Summe könnten die Eltern ihren Kindern Bücher kaufen, Musikunterricht bezahlen, Orchesterwochen, Theater- und Kunstkurse ermöglichen, etc. Statt dessen werden Monat für Monat jene Arbeitnehmer mit 1597 Euro ( Differenz ) belohnt, weil sie auf drei Kinder verzichten (müssen).

Sehr geehrte Frau Schröder, in mehreren Urteilen hat das BverfG diesen unhaltbaren Zustand angeprangert und die Regierungen zu einer gerechten, der Kinderzahl angepassten Reform aufgefordert. Bisher ohne Erfolg. Wie lange können wir noch auf Ungeborene verzichten? Sollen künftig zwei Geborene die Lasten eines Ungeborenen mittragen müssen? Ich glaube nicht, dass dies klappt. Vorher gehen die jungen Leute auf die Barrikaden. Meine Frage: Wollen nicht Sie sich endlich dieses Skandals annehmen im Interesse unserer Gesellschaft?

Sehr geehrte Frau Schröder, freilich können Sie dieses Schreiben in den Papierkorb werfen. Besser wäre es allerdings, wenn Sie sich dieses Anliegen zu eigen machten. Viele von uns Eltern betrifft dieser Skandal insofern zusätzlich, als uns wegen der Nachwuchsschrumpfung um unsere Alterspflege bangt, obwohl wir mehrere Kinder großgezogen haben und stolz auf eine beträchtliche Enkelschar sind.

Damit grüße ich Sie freundlich für die Elterninitiative Familiengerechtigkeit im Landkreis Ravensburg
Bärbel Fischer
www.familiengerechtigkeit-rv.de