Eltern werden bevormundet

In der Mittelbayrischen Zeitung (Regensburg) erschien am 28. 12. 2012 ein Gastkommentar von Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbandes Familienarbeit e. V.

In einer Studie „(Keine) Lust auf Kinder“ fragt das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB): „Warum werden in Deutschland immer weniger Kinder geboren?“ Schon im Vorwort werden wirtschaftliche Ursachen ausgeschlossen. In Frage kämen nur „soziale und kulturelle Faktoren“.Aber Studien, die eine Schlüsselfrage gar nicht stellen, sind Verschwendung von Steuergeld. Als Ergebnis wird dann behauptet: ein „überzogenes Mutterbild“ beeinträchtige die gesellschaftliche Anerkennung berufstätiger Mütter. Deshalb würden viele Frauen sich gegen Kinder entscheiden. Aha! Aber warum sollten Mütter durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit eine Anerkennung erfahren, die ihnen als „Nur“- Mutter versagt wird?

Diese Offenbarung markiert einen neuen Höhepunkt im üblich gewordenen Mütter-Mobbing nach dem Tenor: „Heimchen am Herd“ oder „Frauenbild aus dem Maggi-Kochstudio der 50er-Jahre“ (Kanzlerkandidat Steinbrück).

Mütter „arbeiten nicht“, wenn sie „nur“ ihre Kinder erziehen. Lohnwürdig ist allein die Betreuung fremder Kinder. Sogar bei den CDU-Frauen lösen lächerliche 150 € Betreuungsgeld Hasstiraden  aus.

Ideologische Grundlage dafür ist ein Feminismus, der nur Frauen als emanzipiert und gleich-zu- berechtigen gelten lässt, die Geld verdienen, also erwerbstätig sind.  Frauen, die durch Erziehung eigener Kinder „nur“ die Zukunft unseres Staates einschließlich der umlagefinanzierten Sozialsysteme sichern, werden diskriminiert.

Seit der Adenauer’schen Rentenreform 1957 versorgen die Kinder nicht mehr bevorzugt ihre alten Eltern. Vielmehr müssen sie später vorrangig die Renten derer bezahlen, die gar keine Kinder hatten. Mütter werden mit Minirenten abgespeist. Sie wurden kaltblütig enteignet, gemäß Adenauers  Annahme:“Kinder kriegen de Leute immer“.

Statt nun ihre alten Fehler zu korrigieren, versucht die CDU die Opposition links zu überholen. Aber trotz der allein seligmachenden „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, Teillohn aus Teilzeit, bleiben Mütter das fünfte Rad am Wagen unserer Wohlstandsgesellschaft..

Eine Subvention von monatlich 1000 € pro Krippenplatz soll den Eltern ihr im Grundgesetz verbrieftes Erstrecht auf Erziehung ihrer Kinder abkaufen. Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 10. 11. 1998  hat aber der Staat „die Aufgabe, die Kinderbetreuung in der jeweils von den Eltern gewählten Form in ihren tatsächlichen Voraussetzungen zu ermöglichen und zu fördern.“ Demnach wäre das verfügbare Geld allen Eltern zu geben, damit sie frei wählen können  zwischen Entgelt für Eigenbetreuung und dem „Einkauf“ von Fremdbetreuung. Doch das erzieherische Versagen Weniger, wird zum Vorwand genommen, allen Eltern zu unterstellen, sie gäben Geld lieber für Schnaps und Flachbildschirme aus als für ihre Kinder.

Die Enteignung der Eltern durch unser Sozialsystem hat die Voraussetzung dafür geschaffen, dass wir dem marxistischen Ziel einer Vergesellschaftung der Kindererziehung („Erziehung und Fabrikation zusammen“) immer näher kommen. Das ist in der DDR gescheitert.. Stattdessen entsteht bei uns ein Bevormundungsstaat, der die Grundrechte der Eltern missachtet, diesmal nicht nach dem „Kapital“ von Marx, sondern im Dienste des echten Kapitals zu seiner Profitmaximierung.

DFV in BW wehrt sich gegen Arbeitgeberpläne zur Verkürzung der Elternzeit

PM 16 – 2012

DFV wehrt sich:
keine Verkürzung der Elternzeit -Familienarbeit muss anerkannt werden-

Landesverband Baden-Württemberg e.V.

FamilienHilfsWerk e.V.

19.11 2012

(Freiburg). Entschiedenen Widerstand erklärt der Deutsche Familienverband Baden- Würt- temberg (DFV) gegenüber der Forderung der Arbeitgeberverbände, die die Elternzeit dras- tisch verkürzen möchten. „Wer in solcher Weise in die Erziehungszeit der Eltern eingreifen will, kündigt die Partnerschaft gegenüber den jungen Familien auf und handelt kurzsichtig gegen die eigenen Zukunftschancen“, erklärt Uto R. Bonde vom DFV Baden- Württemberg. Schon vor der Erstellung des 8. Familienberichtes der Bundesregierung haben die Wirtschaftsverbände versucht die Elternzeit zu verkürzen. Der DFV lobte die Bundesregierung, dass sie dieser Forderung widersprochen hat. Mit einer geforderten Aufkündigung der Elternzeit zeigen die Wirtschaftsverbände nur ihr Interesse daran, die jungen Familien schnellstmöglich an die Werkbank, hinter die Theken und in die Büros zurückzuholen. Familien haben das recht –und nutzen dies auch- sich in den ersten Kinderjahren selbstverantwortlich um ihre Kinder und deren Erziehung zu kümmern- dafür kämpft der DFV und die Familienverbände.

Die Zukunft unseres Gemeinwesens und damit auch die Entwicklungen der Demografie müssen nachhaltig gefördert werden und dürfen nicht den kurzfristigen Beschäftigungsstrategien geopfert werden – nachhaltiges und verantwortliches Handeln denkt langfristiger als in Wirtschaftszyklen, betont der DFV.

„Wer die Familien vernachlässigt, unterschätzt die langzeitigen Auswirkungen einer Einschränkung- auch bei der Elternzeit. Junge Familien und Kinder brauchen verlässliche Perspektiven und Anerkennung ihrer Erziehungsleistung, sonst gehen nicht nur der Gesellschaft die jungen Menschen aus, sondern auch den Betrieben die künftigen Fachkräfte“.

Der Deutsche Familienverband unterstreicht die Bedeutung der dreijährigen gesetzlich geschützten Elternzeit für erwerbstätige Eltern mit kleinen Kindern als zentrales Instrument der Familienpolitik. „Die Elternzeit ermöglicht jungen Familien Wahlfreiheit und ist der einzige verbindliche Rechtsanspruch von Arbeitnehmern, die sich Zeit für ihre Kinder nehmen wollen. Familien dürfen dieses Recht nicht verlieren“, widerspricht der DFV der Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt der gefordert hat, den gesetzlich geschützten Zeitraum auf nur noch 12 Monate zu verkürzen, da sonst die Integration von Frauen am Arbeitsmarkt gefährdet sei.

Weitere DFV Informationen unter: www.dfv-baden- wuerttemberg.de

Der DFV ist die größte parteiunabhängige, überkonfessionelle und mitgliedergetragene Interessenvertretung der Familien in Deutschland/ Baden- Württemberg.

Kontakt: Uto R. Bonde, DFV Landesvorsitzender
Tel. 0049 + (0)761 – 484154, mobil: 01727119066 Mail: post@dfv-familie-bw.de

page1image21632
page1image21904
page1image22176

Landesgeschäftsstelle

St. Georgener Str. 10 79111 Freiburg

Fon: 0761 – 470 27 95 (AB)
Fax: 0761 – 151 78 30 post@DFV-Baden-Wuerttemberg.de

Volksbank Freiburg eG BLZ: 680 900 00
Kto: 15 96 76 09

Der DFV ist vom Finanzamt als gemein- nützig anerkannt. Spenden, Mitglieds-
und Förderbeiträge sind steuerabzugsfähig.

Lesen Sie unbedingt auch den Beitrag von Professor Ralph Dawirs, Universitätsklinikum Erlangen:

http://www.ralph-dawirs.de/resources/FR20121219bindung.png

Jesper Juul: Wem gehören unsere Kinder?

Der dänische Pädagoge Jesper Juul (JJ) beschreibt in seiner Streitschrift: „Wem gehören unsere Kinder?“ die Situation, in der sich Kinder und Jugendliche in Deutschland derzeit befinden. Krippe, Kita, Ganztagesschule: Kinder und Jugendliche verbrächten den größten Teil ihres Lebens in Reservaten. Im Alltag unserer Gesellschaft hätten sie keinen Platz mehr.  Andrea Teupke verfasste für Publik Forum 1/ 2013 eine Zusammenfassung, aus der hier einige Zitate wiedergegeben werden.

Zunächst prangert JJ die mangelnde Qualität vieler Betreuungseinrichtungen an, die mit einem unzumutbaren Betreuungsschlüssel oft als „kindeswohlgefährdend“ ( Stefan Sell, Direktor des Instituts für Bildungs-und Sozialpolitik, Fachhochschule Koblenz ) eingestuft werden müsse. Die klammen Kommunen würden gezwungen, jede Billiglösung zu realisieren.  JJ ist sich auch mit dem Leiter der Kinder-und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, Jörg Fegert, einig, der warnt: „Die Vernachlässigung in Institutionen ist mitunter nicht weniger gefährlich als die Vernachlässigung im Elternhaus.“ Die Zustände in manchen Einrichtungen seien verheerend. Ministerien scheuten sich nicht, wegen des mangelnden Fachpersonals Gruppengrößen von bis zu 15 U3-Kindern zu billigen. Es fehle an Räumen und Außengelände. Rassehunden gestehe der Gesetzgeber einen größeren Platzbedarf zu als Kita-Kindern. Beim Ausbau von Krippen und Ganztagesschulen gehe es lediglich um wirtschaftliche Interessen, aber nicht um die Interessen der Heranwachsenden. Diese seien noch nie im Blick des Gesetzgebers gewesen, meint JJ.

Freie Entfaltung – Fehlanzeige! Es zählt nicht, was Kinder im jeweiligen Moment wollen. Sie müssen sich der institutionellen Tagesordnung und dem Lehrplan beugen, meint JJ. „Es gibt zwar für Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, aber keinen Rechtsanspruch der Kinder auf pädagogikfreie Räume und Zeiten.“ Kinder könnten heute kaum noch frei spielen, ohne professionell beaufsichtigt zu sein. Ihr Bewegungsradius sei auf eine Minimum geschrumpft. Abenteuer erlebten Kinder heute nicht mehr draußen, sondern bestenfalls in der virtuellen Computerwelt. So seien die Heranwachsenden nicht nur in das Betreuungskorsett eingesperrt, sondern auch vom realen Leben ausgesperrt.

Doch niemand wagt, das lebensferne Anpassungssystem anzuprangern. JJ zitiert Ivan Illich, Autor, Philosoph, Theologe und katholischer Priester 1926 – 2002, der für eine Entschulung der Gesellschaft plädierte. „Der Glaube an die Lösbarkeit gesellschaftlicher Probleme durch staatlich verordnete Bildung hat ständig zugenommen – und von den Kindern wird erwartet, dass sie sich entsprechend anpassen. Dass sie ihren Bewegungsdrang einschränken, dass sie das interessant finden, was ihnen gerade vorgesetzt wird, dass sie sich tagtäglich mit denselben Kindern am selben Ort aufhalten, dass sie sich schon als Baby bereitwillig(?) von den Eltern trennen.“  Illich weist darauf hin, dass Hundertausende Jahre lang Menschen nicht durch Unterweisung und Belehrung Wissen und Fertigkeiten erworben haben, sondern durch schlichtes Dabeisein. Das meiste Lernen sei vielmehr das Ergebnis unbehinderter Teilnahme in sinnvoller Umgebung.

Allerdings, meint JJ, gebe es kein Zurück. In unserer arbeitsteiligen, modernen  Gesellschaft scheine es utopisch, Kinder einfach aufwachsen und  „dabei sein“ zu lassen. Daher müsse gewährleistet sein, dass Kinder eine wirklich individuelle Betreuung erfahren  in kleinen Gruppen und mit hervorragend ausgebildeten Personal. „ Mischt euch ein!“ lautet seine Aufforderung an die Eltern.

Buchempfehlungen durch Publik Forum:                                                                       Jesper Juul: „Wem gehören unsere Kinder?“ Dem Staat, den Eltern oder sich selbst? Ansichten zur Frühbetreuung                                                                                           Beltz, 40 Seiten, 4,95 €

Jared Diamond: „Vermächtnis. Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können“ S. Fischer, 592 Seiten, 24,99 €

 

i. A. Bärbel Fischer

Familieneinkommen weiter geschrumpft!

Finanz1

Aus dieser Tabelle wird ersichtlich, welche Steuern und Abgaben jeweils zu entrichten sind. Gegenüber dem Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2009 hat dieser Einkommensnachteil von Familien gegenüber kinderlosen Haushalten sogar noch massiv zugenommen: z.B. lag ein Ehepaar mit zwei Kindern damals bei seinem jährlichen Gesamt-Nettoeinkommen  (also incl. Kindergeld) „nur“ 1.229 Euro unter dem ihm zustehenden steuerlichen Existenzminimum; ein Single lag dagegen 10.700 Euro über seinem steuerlichenExistenzminimum. Im Klartext: Eltern lebten von ihrer finanziellen Substanz, während Kinderlose über einen beträchtlichen finanziellen Überschuß verfügten.

Dieser Abstand zwischen Familien und Kinderlosen hat sich mittlerweile sogar noch kräftig ausgeweitet: Im laufenden Jahr liegt das gleiche Elternpaar nun mit seinem Netto-Einkommen 3.427 Euro unter dem existentiellen Mindestbedarf (s. Tabelle oben); ein Single kann sich dagegen über einen Finanzüberschuß von 11.169 Euro freuen. Aufgrund dieser Vergleichstabelle wird ganz klar, warum es Familien so schwer haben und warum Paare auf Kinder verzichten. Die Folgen dieser Entwicklung sind nicht zuletzt in den bundesdeutschen Metropolen zu besichtigen! Damit erübrigen sich alle Debatten. Der Skandal bei der Verteilung der gesellschaftlichen Lasten liegt offen zutage!

 

Neuer Name, neues Glück!

Die  ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT hat ihrer Internetseite einen treffenderen Namen und ein neues Logo verpasst. Wie der Name schon sagt, lädt die Initiative  ihre Besucher ein, sich im Forum über die Sprechblase mit Kommentaren, Ergänzungen und mit sachlicher Kritik zu äußern. Die Bezeichnung ff bedeutet in der musikalischen Dynamik fortissimo, also laut, unüberhörbar und mit Nachdruck! Genau das haben wir Eltern uns auch auf die Fahnen geschrieben: Schluss mit den leisen Tönen!

Seien Sie uns also herzlich willkommen!

i. A. Bärbel Fischer

Dank an dieser Stelle auch dem findigen Webmaster!                                                    Auch mit der alten Adresse kommen Sie auf unsere Seite.

Sehr geehrter Herr Gabriel!

Ihre jüngsten Äußerungen im SPIEGEL zur Streichung des Ehegattensplittings für junge Ehepaare bewirken bei uns von der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT heftiges Kopfschütteln.  Ihre Ansicht, die Aufgabe des Staates sei nicht die Unterstützung der Alleinverdienerehe, sondern der Familie, halten wir, mit Verlaub, für sehr naiv. Von der SPD hätten wir wirklich mehr soziale Kompetenz erwartet. Daher wollen wir dazu aus der Sicht von Familien mit mehreren Kindern Stellung nehmen:

Dieses Vorhaben ist aus unserer Sicht demographisch, gesellschafts- und familienpolitisch völlig verfehlt.

1. steht neben der Familie auch die Ehe unter dem Schutz des Grundgesetzes.

2. ist  der von Ihnen behauptete Gegensatz zwischen Alleinverdienerehen und Familien  beim Ehegattensplitting sachlich unzutreffend. Bereits Peer Steinbrück hat als Bundesfinanzminister der schwarz-roten Regierungskoalition errechnen lassen, daß der Splittingeffekt zu 90% Ehepaaren mit Kindern zu gute komme. Deshalb warnte er sogar ausdrücklich von einer Abschaffung des Splittingvorteils.

3. zeigt die jüngste Basisanalyse führender Bevölkerungsforscher zur Entwicklung von Kinderwunsch- und Kinderlosigkeit den hohen demographischen Stellenwert von verheirateten Ehepaaren und Alleinverdienerehen.

4. ist die Ehe die kleinste, institutionalisierte Solidargemeinschaft unserer Gesellschaft, die dem Sozialstaat nicht nur dient, weil er dessen Etats entlastet.

5. ist das Ehegattensplitting Ausdruck einer leistungsgerechten Besteuerung von Ehepaaren mit dem gleichen Haushaltseinkommen, und

6. nur eine bescheidene Anerkennung der nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit immer noch mehrheitlich von Müttern geleisteten Haus- und Familienarbeit, und

7. nutzt das Splitting nicht nur Alleinverdienerehen, sondern auch erwerbstätigen Müttern/Frauen, die am Arbeitsmarkt massiv benachteiligt sind und durch die „Agenda 2010“-Politik der SPD-geführten rot-grünen Bundesregierung noch weiter ins Hintertreffen geraten sind.

Hätten Sie, Herr Gabriel, ein Durchschnittseinkommen wie die meisten Bundesbürger, dazu noch zwei oder drei Kinder, deren Mutter sich ganz persönlich um die individuelle Betreuung und Erziehung Ihrer Söhne und Töchter kümmern will, dann hätten Sie vielleicht eine realistischere Sicht auf den Gewinn des Ehegattensplittings, das Sie so kaltschnäuzig abwerten. Die kinder- und erwerbslosen Chefarztgattinnen, die als unberechtigte Nutznießerinnen des Ehegattensplittings gelten, fallen doch kaum ins Gewicht. Bevor Sie, Herr Gabriel, bei gewonnener Wahl, das Kind mit dem Bade ausschütten, rechnen Sie bitte durch, welcher Schaden dem Steuerzahler entsteht, wenn Ehegatten keine Verantwortung mehr füreinander übernehmen, und die Sozialkassen auch noch jene Leistungen stemmen müssen, die bislang selbstverständlich von Eheleuten gegenseitig erbracht werden.

Mit freundlichem Gruß

i. A. Bärbel Fischer

 

Das Zuhause – ein Tempel der Unmündigkeit?

Gerd Held beschäftigt sich bei WELT-online mit den Argumenten, welche die Gegner des Betreuungsgeldes ins Feld führen. Der Streit um das Betreuungsgeld wird zum Kulturkampf, der die Bedeutung der Privatsphäre angreift. Muss die Vielfalt der Beziehungen im häuslichen Leben ausgemerzt werden?

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article112281600/Wie-Betreuungsgeld-Gegner-das-Zuhause-kleinreden.html

Reine Elternleistung 2012: 101 Milliarden!

Während der Gesamtetat des Familienministeriums rund 6,7 Mrd. Euro betrug, wendeten Eltern im vergangenen Jahr den 15-fachen Betrag für ihre Kinder auf. Landesvorsitzender des Familienbundes der Katholiken, Dr. Johannes Schroeter: „Die Eltern in Deutschland leisten uneigennützig Großes für ihre Kinder und für unsere Gesellschaft.“

http://www.familienbund-bayern.de/19351.html

Alle profitieren vom „Kümmer-Gen“- nur die Mütter selbst nicht

Leserbrief

Pflege, Kinderbetreuung, Hausarbeit, gesund kochen, trösten….all das ist unbezahlte, un-verzichtbare, notwendige Arbeit. Kann sich unsere erfolgs- und lust-betonte Gesellschaft auf ewige Zeiten auf jenes KÜMMER-GEN der Frauen verlassen?

Die meist vielfältigen, umfangreichen, höchst zeit-aufwändigen Arbeitsabläufe, die Zuwendung und Versorgung, die Organisation für Kleine, Pflegebedürftige, Alte sind lebensnotwendig für ALLE – aber diese Arbeit wird nicht bezahlt von der Gesellschaft, sie sichern nie die Existenz der (meist) Frauen. Darum „kümmert“ sich aber jener Teil der Gesellschaft nicht, die selber ihren Beruf ausüben und hoffen, das wird schon immer „irgendwie geregelt“ werden. Von wem?

Gäbe es ein Erziehungsgehalt, würden sich wohl auch mehr Männer für die zeitweise aktive Betreuung der eigenen Kinder und Pflege der eigenen Eltern entscheiden. Denn die tun das viel zu selten „ohne geldwerte Gegenleistung und Rentensicherheit…FRAUEN schon!

Viele argumentieren, die Ausgaben für den Staat wären für den „Staat“ viel zu hoch.

Und wenn eines Tages die FRAUEN ihr Kümmer-Gen ignorieren und den gerne und gut erlernten Beruf samt Gehalt höher schätzen? Wer betreut und pflegt dann?

Wer  trägt diese Mehrkosten, wenn die Mehrheit der Mütter wie die Männer den Beruf in Vollzeit ausüben wollen und keiner mehr daheim ist für Kinder und Alte?

Gerdi Spengler, ÖDP, Mariabrunnstr. 59/1, 88097 Eriskirch, Tel.07541-8973