Alle Ravensburger Grundschulen sollen Ganztagsschulen werden

titelt die Schwäbische Zeitung am 21. November.                                                           Dazu drei Leserbriefe:

Auf dem Weg zum Einheitskind mit Einheitsbildung

Eigentlich liest sich der o.g. Artikel wie ein Liebesbrief. Wie gut haben es doch die Ravensburger Eltern, dass die Landesregierung so liebevoll für sie sorgt und ihre Kinder täglich bis zu 10 Stunden aufbewahrt. Ob´s die Kinder genau so sehen?

Nun ist dies doch von langer Hand geplant. Denn wozu der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Ein-bis Dreijährige, wenn nicht ein Rechts- beziehungsweise Pflichtanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindergartenkindern und Grundschülern folgt?

Nur wer blind ist merkt nicht, dass die Reise in eine totale Verstaatlichung der Erziehung geht, wie sie im Osten mit bekanntem „Erfolg“ verwirklicht wurde. Die Eltern haben nichts mehr zu sagen, egal ob sie ihren Kindern kulturelle, sportliche oder religiöse Angebote machen wollen. Auf der Strecke bleiben Instrumentalunterricht, Kammermusik, Chor, Sportverein, Fußballtraining, Kommuniongruppe, Ministrantengruppe etc. Alles nach 17 Uhr? Dann eben nicht!

Auf lange Sicht haben wir das Einheitskind mit der Einheitsbildung und dem verordneten Einheitswertesystem. Nichts fürchten Ideologen so sehr wie Individualität, die nur in der Familie vermittelt wird. Andreas Quendt

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Die Landesschulbehörde hat ein neues Experimentierfeld entdeckt

Hat die Landesschulbehörde doch endlich ein neues Experimentierfeld für ihre grün-roten Pläne entdeckt – die Grundschule! Ihr sei in der Vergangenheit viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Dabei war es gerade die Grundschule, die am besten funktionierte. Hier gab es die wenigsten Klagen. Sie war die Kaderschmiede für erfolgreiche Karrieren. Doch jetzt muss dringend  mit 300 Millionen umgestaltet werden. Alle Ravensburger Grundschulen sollen jetzt zu Ganztagesschulen werden, wie 70% aller Grundschulen im Land. So verlangt die Regierung von den Eltern, sich frühmorgens von ihren sechs-bis zehnjährigen Kindern zu verabschieden, um sie erst am Abend wieder zu sehen. Befürchtungen und Ängste der Eltern? Gemach, gemach! Erst im nächsten Jahr soll es soweit sein! Man muss nur lange genug debattieren, um alle  Eltern „mitzunehmen“, sprich zu zwingen. Joachim Heumos

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Es geht schlicht um staatliche Umerziehung

Was machen eigentlich die Ravensburger Eltern von Grundschülern, die ihre Kinder auch tagsüber noch erleben und begleiten wollen, und die daher eine Halbtagsschule bevorzugen? Müssen die ihre Kinder dann nach Bad Waldsee oder Biberach fahren? Das werden sie wohl nicht tun. Damit bleibt ihnen nur, sich zähneknirschend dem undemokratischen Zwang zur verpflichtenden Ganztagesschule (von 7 bis 17 Uhr) zu unterwerfen. „Für das  K i n d  etwas  B e s s e r e s  gestalten“  so lautet die scheinheilige Devise. Denn nicht die grün-rote Regierung entscheidet, was das „Bessere“ für das Kind ist, sondern die Eltern selbst. Zudem wird geheuchelt, es gehe um das „Kind“. Nein, es geht um zweierlei: 1. sollen  a l l e  Eltern sorglos(?) ihrer Erwerbsarbeit nachgehen können, und 2. lassen sich ent-elterte Kinder leichter beeinflussen. Kinder binden sich biologisch an jene Erwachsene, die die meiste Zeit mit ihnen teilen. Es geht also schlicht um staatliche Umerziehung. Da stören die Eltern nur. Bärbel Fischer

 

Familien als Restposten der Politik

von Ferdinand Knauß

Die Koalitionäre packen Geschenke, während sie die wichtigste politische Frage ignorieren: Eine an Kindern orientierte Familienpolitik findet nicht statt. Das ist feige und verhängnisvoll.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/koalitionsverhandlungen-familien-als-restposten-der-politik-seite-all/9108582-all.html

Knauß kommt zu dem Schluss:

In einer Gesellschaft, die Kinderlosigkeit nicht mehr stigmatisiert und die Optimierung der individuellen ökonomischen Situation zum Maß aller Dinge erhebt, werden Kinder zum Risikoposten. Sowohl eine geburtenfördernde oder zumindest nicht länger elternfeindliche Politik müsste also ressortübergreifend angegangen werden.

 

 

Wenn Sie wüssten, Frau Schwesig,

mit welchen Schwierigkeiten mehr als 3 000 000 Frauen in Deutschland jeden Tag zu kämpfen haben, während Sie sich für eine Frauenquote für maximal 500 Damen stark machen, um diese als Quotenfrauen in die DAX-Vorstandsgremien zu lancieren, ich glaube, Sie könnten nicht mehr schlafen.

Ist die Frauenquote wirklich Ihr Aushängeschild? Reicht  Ihnen dieser Coup für Ihre persönliche politische Erfolgsbilanz im Hinblick auf Ihre künftigen Ambitionen? Sind Ihnen die restlichen Frauen schnuppe, auch wenn gerade wir es sind, die den Karren der Gesellschaft durch unseren Einsatz fast alleine ziehen? Denn das, was Ihre Quotenfrauen leisten, das leisten wir Mütter Tag für Tag und Nacht für Nacht zigtausendfach, allerdings ohne Vergütung!  Wir hätten auch gerne mal eine Anerkennung dafür, dass wir in jahrelangem Einsatz der Gesellschaft junge Leute zur Verfügung stellen, die den Gesellschaftsvertrag erfüllen helfen.

Sie können doch nicht wegen 500 Damen völlig aus dem Blick verlieren,

  • dass eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch zeitlich  versetzt möglich sein muss, damit wir uns so um unseren Nachwuchs so kümmern können, wie er es verdient. Eine gleichzeitige Vereinbarkeit raubt uns Frauen den letzten Nerv.
  • dass Müttern schon allein durch ihren erzieherischen Einsatz eine angemessene Rentenanwartschaft zusteht. Denn ohne unsere Kinder klappt das ganze Rentensystem irgendwann zusammen. Und was ist mit den Vätern, die sich in die Kindererziehung einbringen? Auch sie erleiden Abschläge in ihrer Rente.
  • dass uns Frauen der Wiedereinstieg in unseren erlernten Beruf so schwer gemacht wird, wenn wir zugunsten eines gesunden Nachwuchses ein paar Jahre auf Erwerbsarbeit verzichtet haben. Wir haben uns doch durch die Familienarbeit um die Gesellschaft verdient gemacht! Warum rutschen wir dann ins berufliche Abseits, so als müssten wir bestraft werden?
  • dass in Deutschland die Familie marktkompatibel funktionieren muss, anstatt dass die Politik den Arbeitsmarkt familienkompatibel gestaltet.

Dies alles, Frau Schwesig, ist politisch unbeackertes Brachland, das zu bestellen Sie und Ihre Kollegen sich schlicht weigern.

Mein Hauptproblem aber, Frau Schwesig, ist, dass ich bei allem guten Willen nicht begreife, dass gerade die SPD sich um solche LUXUS-Angelegenheiten wie eine Frauenquote kümmert, anstatt sich Sorgen um die riesige Mehrheit von uns Frauen / Müttern im Lande zu machen. Was ist denn mit der SPD passiert? Ich kenne diese Partei nicht mehr wieder! Hat sich das wohlbestallte Berliner SPD-Personal völlig den Wirtschaftsparteien unterworfen?

Schon allein aus diesem Grund, Frau Schwesig, lehne ich die künftige große Koalition kategorisch ab. Meine Sympathien für unsere Arbeiterpartei sind inzwischen auf NULL angekommen.

Tut mir leid!

Und so grüße ich Sie kopfschüttelnd, aber mit der gebotenen Freundlichkeit

Bärbel Fischer

für die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

Lesenswert!

Monatelang wurde davor gewarnt, es gebe nicht genug Krippenplätze. Die Zahl der Plätze wurde dann fast verdreifacht. Jetzt zeigt sich: Das war Hysterie. Was uns nicht daran hindert, noch mehr Geld in die Krippen zu pumpen.

Es gibt zu viele Krippen in Deutschland

Familien wollen Wahlfreiheit! Als größter Lobbyverband für Familien fordert der Deutsche Familienverband die Umsetzung einer echten Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung durch die Einführung eines Betreuungsbudgets in Höhe von 700 Euro.

Nur ein Betreuungsbudget erlaubt Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung

Presseclub spart die entscheidende Frage aus

Sehr geehrter Herr Schönenborn,

immer wieder bin ich beeindruckt, wie souverän Sie den Presseclub moderieren.

Trotzdem habe ich ein grundsätzliches Problem: Warum spart der PresseClub in der Diskussion um die Renten das entscheidende Thema „Nachwuchs“ aus, wohl wissend, dass ohne Kinder kein zukunfssichernder Staat zu machen ist?  Nur in kleinen Einwürfen äußern sich Ihre Journalist_innen dazu, um dann wieder zur Riesterrente o. ä. abzuschweifen. Man scheint sich einig darin zu sein, dass es eben leider an Nachwuchs fehlt, und gibt sich achselzuckend damit ab. Dass unsere Regierungen aber seit Jahrzehnten aus Angst vor Verlust von Wählerstimmen dieses Thema ängstlich umgehen und die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts nach Gleichstellung von Eltern und Kinderlosen  ignorieren, kommt in Ihrem PresseClub leider nie zur Sprache. Mehr Nachwuchs, und damit künftige Beitragszahler *) zu generieren, das ist wohl ein Tabu-Thema, sowohl für unsere Politik als auch für die Medien.

*) Dabei denken künftige Eltern bei ihrem Kinderwunsch daran wirklich zuletzt!

Wie kann man in einer Gesellschaft den Nachwuchs fördern?

Die Rezepte, Herr Schönenborn,  liegen längst auf Halde. Nur – die Politik wagt sich nicht an eine Reform unserer Sozialgesetze, welche die eigentliche Ursache für unseren Kinderschwund sind. 1957 gut gemeint , aber im Endeffekt tödlich für den Nachwuchs, erzeugen sie Kinder- und Altersarmut, anstatt diese zu verhindern. Weshalb sollten sich Paare wohl für Kinder entscheiden, wenn dieser generative Beitrag von Eltern  unserer Gesellschaft null und nichts wert ist? Die Schmähung von Eltern als Schmarotzer und der medial verbreitete, aber längst widerlegte, Geldregen von 200 Mrd. jährlich ( in Wirklichkeit aber kaum 55 Mrd.)  über Familien, tun das Übrige dazu. Verschwiegen wird nämlich ostentativ, dass jedes geborene Kind im Laufe seines Erwerbslebens das Fünffache dessen an die Gesellschaft  zurückgibt, was es einst an Förderung im Jugendalter vom Staat erhielt!

Werter Herr Schönenborn, leider ist der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert, leitender Richter des Hessischen Sozialgerichts Darmstadt, kein Zeitungs-Journalist, obwohl er über die Presse bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat, zuletzt SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann.Verlag München 2013. Glasklar beschreibt er darin, wohin die Reise geht, wenn sich an der Struktur unserer Sozialsysteme nichts ändert. Trotzdem würde ich Ihnen empfehlen, Herrn Dr. Borchert in Ihre Runde einzuladen. Denn er ist weit beschlagener als alle Ihre Journalisten. Zumindest würde ich Ihnen ein informativ-privates Interview mit ihm empfehlen. Er wird Ihnen die Augen öffnen dafür, wie es um unser  inzwischen konterkariertes Sozialsystem bestellt ist.

Mit besten Wünsche grüßt Sie

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Volkskrankheit Kinderarmut

Herrn Caritasdirektor                                                                                                     Wolfgang Tripp                                                                                                                 Diözese Rottenburg-Stuttgart                                                                              Strombergstr. 11

70188 STUTTGART

Betr.: Ihr Interview in der Schwäbischen Zeitung, 16. 11. 2013

Sehr geehrter Herr Tripp!

Interessiert las ich heute das Interview, das Sie der Schwäbischen Zeitung zur Kinderarmut in der Region gaben. Wie schnell vor allem Alleinerziehende *) in die Armut, und damit in eine Elendsspirale rutschen, das muss uns allen sehr zu denken geben.

Noch erschreckender finden wir von der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT im Landkreis Ravensburg, dass in Baden Württemberg jedes 15. Kind von Armut bedroht ist. In anderen Bundesländern sieht es noch schlimmer aus, und in manchen Stadtteilen der Großstädte gibt es Quoten von fast 50%. Bundesweit ist jedes 5. Kind armutsgefährdet, so das Statistische Bundesamt. Obwohl sich seit 1965 bis 2012 die Zahl der Geburten von 1,3 Millionen auf rund 650 000  halbiert, und der Reichtum in Deutschland sich seit damals ver-zigfacht hat, darben 2,5 Millionen Kinder hierzulande Tag für Tag.

Herr Tripp, es handelt sich hier eindeutig um ein politisches Problem, das durch alle Anstrengungen der CARITAS nicht behoben werden kann. Daher wundert uns sehr, dass die CARITAS nicht schon längst auf die Barrikaden gegangen ist, um unsere Politiker wachzurütteln. Denn der Skandal unseres armutsfördernden Sozialsystems stinkt zum Himmel! Der ausgewiesene Sozialexperte Dr. Jürgen Borchert,  leitender Richter am Hessischen Landessozialgericht Darmstadt, hat in seinem, im Mai 2013 erschienenen Buch SOZIALSTAATSDÄMMERUNG, Riemann-Verlag München, Klartext gesprochen. Eine glasklare Analyse! Dass materielle Armut ganz schnell zur Bildungsarmut wird, das haben Sie, Herr Tripp, ja eindrücklich beschrieben. Borchert: “Das ist nicht nur eine Schande, sondern Zukunftsvernichtung!“

Es lässt sich unschwer feststellen, dass unser System Armut erzeugt, anstatt sie zu beheben. Das liegt vor allem daran, dass Eltern die gleiche Abgabenlast in die Systeme zu zahlen haben wie Singles, so als hätten sie keine Kinder zu versorgen. Außerdem zahlen die Eltern ein Vielfaches an Verbrauchssteuern, die sich erspart, wer keine Kinder zu versorgen hat. Es kann doch nicht sein, dass die jungen Familien als Melkkuh der Nation herhalten müssen!

Dabei gibt es mehr als ein Konzept, wie GERECHTIGKEIT unter den Generationen wieder hergestellt werden kann. Nur für alle diese Vorschläge ist unsere Politik blind und taub. Im Vierjahresrhythmus kümmern sich unsere gewählten Regierungen darum, wie Wählerstimmen erhalten oder dazu gewonnen werden können. Pflege, Fürsorge und Investitionen für die nachwachsende Generation scheinen nicht in ihr blutleeres Konzept zu passen. An der Einsicht, dass junge Pflanzen nährstoffreiche Böden brauchen, damit die Ernte gesichert ist, fehlt es in Deutschland fundamental.

*) Sie vergaßen zu erwähnen, dass ganz normale Familien mit ein oder zwei erwerbstätigen Eltern und mehr als 2 Kindern auch schon gefährlich nahe ans Prekariat geraten, denn, so der Deutsche Famiienverband e. V., bei einem Jahreseinkommen von 30 000 Euro landet die fünfköpfige Familie trotz Kindergeld mit einem Betrag von 3 427.- unter ihrem Existenzminimum, während bei gleichem Einkommen das kinderlose Ehepaar im Jahr über 5 977.- frei verfügen kann. Kinderlose Singles leben noch üppiger. Eltern mit mehr als drei Kindern verlieren noch mehr an ihrer existenziellen Basis. http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/Horizontaler_Vergleich_2013.pdf )

Werter Herr Caritasdirektor, diese Bilanz muss Ihnen doch mehr als zu denken geben! Vielleicht versteht sich die CARITAS  lediglich als Notarzt. Aber ohne eine effektive Verkehrs-und Gesundheitspolitik sind auch unsere Notärzte überfordert. Die Unfälle und die Kollapse würden die Kapazität der Ärzte weit übersteigen.

So bitten wir, als eine Vereinigung besorgter Eltern, Sie inständig, sich nicht nur um Notfälle zu kümmern, sondern wirklich einmal aktiv zu werden, um die Missstände deutscher Sozialpolitik aufzuklären und anzugehen.

Dabei geht es nicht nur um das Wohlergehen der Kinder, sondern auch um das Ansehen eines der reichsten Länder der Welt. Wir mästen unsere Bankkonten und setzen unseren Kindern einen billigen Fraß vor, damit sie nicht sofort verhungern.

Damit, sehr geehrter Herr Tripp, grüßen wir Eltern Sie in der Hoffnung, dass auch die CARITAS sich nicht weiter an Symptomen abarbeitet, sondern sich politisch vernehmbar mit der Diagnose der Volkskrankheit KINDERARMUT beschäftigt.

Für die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

Bärbel Fischer

Dieser Brief ging mit gleicher Post zur Information an 42 Bürgermeister des Landkreises Ravensburg, und an den Caritasverband Deutschland.

 

 

Familienpolitik auf dem Holzweg

Verband Familienarbeit e.V.

Pressemeldung             14.11.2013

 Statistik zeigt: Familienpolitik auf dem Holzweg

Zu den aktuellen Zahlen der Bevölkerungsentwicklung (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 7. Nov.) und den zähen Verhandlungen der Arbeitsgruppe Familie zur Bildung einer rot-schwarzen Koalition nimmt Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V., Stellung:

„Die Statistik zur Bevölkerungsentwicklung zeigt immer eindeutiger, dass die Strategie von ‚Vereinbarkeit von Familie und Beruf‘, millionenschwer forciert über Elterngeldgesetz und Krippenausbau, familienpolitisch ein Blindgänger ist. Das Elterngeldgesetz fördert vorrangig erste und dann sehr oft einzige Kinder der Bestverdiener. Der Ausbau der Betreuungsinfrastruktur gibt Eltern, die es so wollen oder aus wirtschaftlicher Not nicht anders können, die Möglichkeit, ihre Kinder wegzugeben, um erwerbstätig zu sein. Für Eltern, die mehrere Kinder selbst erziehen wollen, interessiert sich niemand. Dieser Wunsch gilt als ‚überholt‘. Ein einseitig geprägter Feminismus bewertet Kinder als Klotz am Bein der Mütter.

Wenn nun klar ist, dass in jeder kommenden Folgegeneration ein Drittel der Kinder und damit auch ein Drittel der gebärfähigen Frauen fehlt, liegt es auf der Hand, dass es mit der Krippenförderung allein nicht getan ist. Entscheidender ist es, den Eltern, die gerne mehrere Kinder aufziehen möchten, das auch zu ermöglichen. Ihre Leistung für die Gesellschaft ist endlich anzuerkennen und wie eine Erwerbsarbeit direkt zu honorieren, um den notwendigen wirtschaftlichen Freiraum zu schaffen, den junge Familien brauchen. Die ewige Angst der Politik, Eltern würden die Honorierung missbrauchen, ist absurd. Überall gibt es schwarze Schafe, die mit ihrem Einkommen nicht vernünftig umgehen. Das kann aber niemals Maßstab für alle Eltern sein. Bei Gefährdung des Kindeswohls ist nach dem Grundgesetz ohnehin das Wächteramt des Staates gefordert.“

Kinder sind unsere Zukunft. Sie brauchen Zeit und Zuwendung zuallererst durch ihre Eltern. Das ist leider inzwischen zu einer Worthülse geworden.

Martin weiter: „In Wirklichkeit wird die Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft ausgerechnet durch das Elterngeldgesetz auf die Spitze getrieben. Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit zugunsten ihrer Kinder einschränken, werden bei einem weiteren Kind mit einem Minimum an Elterngeld bestraft. Deutlicher kann die Geringschätzung der Erziehungsaufgabe kaum zum Ausdruck gebracht werden. Die Koalitionäre, die jetzt wieder meinen, das Betreuungsgeld, das ein erster Einstieg in die Honorierung der elterlichen Erziehungsarbeit sein könnte, in Frage stellen zu müssen, seien gewarnt.

 

Bundesvorstand
Vorsitzende Gertrud Martin, Tel.: 07721/56124, E-Mail: bundesvorstand@dhg-vffm.de
Stellv. Vorsitzende Dr. Johannes Resch, Tel.: 06349/963855, E-Mail: Johannes.Resch@t-online.de

Birgit Kelle, E-Mail: bkelle@dhg-vffm.deSchatzmeisterinUlrike Rau, Tel.: 07563/2637, E-Mail: ulrike-rau@t-online.deBeisitzerinWiltraud Beckenbach, Tel.: 06356/963445, E-Mail: w.beckenbach@gmx.deBeisitzerKarl Simpfendörfer, E-Mail: ksimpfendoerfer@dhg-vffm.deBeisitzerinSilke Bürger-Kühn, Tel.: 0718164596, E-Mail: sbuergerkuehn@dhg-vffm.deBeisitzerinUte Steinheber, Tel.: 07051/4810, E-mail: ute.steinheber@web.deGeschäftsstelleGudrun Nack, Tel.: 0761/4002056, E-Mail: geschaeftsstelle@dhg-vffm.de, Vaubanallee 4, 79100 FreiburgPressestelleE-Mail: vffm.presse@t-online.deInternethttp://familienarbeit-heute.deBankverbindungVolksbank Villingen eG, BLZ 69490000, Konto Nr. 25410904

Familienpolitik: Ausbeutung statt Nachhaltigkeit?

Stefan Fuchs, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Demokratie, Allgemeinwohl und Familie e. V. IDAF, zeigt die fatalen Irrtümer auf, die sich die deutsche Familienpolitik leistet. Nachhaltigkeit ? Fehlanzeige!

http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/archiv/2013/11/10/artikel/familienpolitik-ausbeutung-statt-nachhaltigkeit.html

Kinderschwund toppen statt stoppen!

Vorsicht: Satire!

Deutschland ist in vielerlei Hinsicht Spitze. So auch im Geburtenschwund, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes erneut verraten. Europarekord, bravo! Doch auch dieser lässt sich auf Vorstoß von BW und NRW im Bundesrat mit Sicherheit noch toppen, indem die „Pille danach“ künftig rezeptfrei zu haben sein soll, griffbereit sozusagen. (Was sagt dazu der grüne Christ Winfried Kretschmann?) Aber es gibt noch genügend andere Vorschläge, den Kinderschwund zu unterbieten, als da wären die ideologie-triefenden Rezepte der linksorientierten Parteien, die in der gängigen Familie ihr Feindbild Nr. 1 ausmachen.

  • Zunächst gehören demnach Kindergeld und Freibetrag eingefroren,
  • das Ehegattensplitting,
  • die beitragslose (?) Mitversicherung von Kindern
  • und das Betreuungsgeld abgeschafft und
  • eine höhere Mütterrente als unbezahlbar verteufelt.

Denn wer als junge Frau schon weiß, dass sich Kindererziehung in jungen Jahren mit extrem knapper Kasse, und im Alter überdies mit bitterer Armut rächt, der hat kaum noch eine Wahl. Kluge Akademikerinnen kapieren das am schnellsten.

Außerdem könnte man die immateriellen Schwundschrauben durchaus noch weiter anziehen. Hier sind besonders Medien und Wirtschaftsinstitute gefragt:

  • Familien permanent als die Schmarotzer der Nation zu verunglimpfen, dürfte weder Journalisten noch Ökonomen schwerfallen, auch wenn die Fakten genau das Gegenteil beweisen.
  • Praktikabel ist auch, „wissenschaftliche“ Gutachten über die „Rentabilität“ familienpolitischer Leistungen durch Wirtschaftsinstitute erstellen zu lassen. Auch wenn die Ergebnisse wissenschaftlich unhaltbar sind und den Steuerzahler zweistellige Millionenbeträge kosten, mit ihnen lässt sich –  unter Vermeidung professioneller Methoden – fabelhaft nachweisen, dass Familiengerechtigkeit  blanker Unsinn ist.
  • Als sehr effektiv hat sich auch das mediale Totschweigen der „Rendite“ erwiesen, die jedes einzelne geborene und ausgebildete Kind in seiner Erwerbskarriere für die Gesellschaft erwirtschaftet. Sie macht nämlich den fünffachen Betrag dessen aus, was der Staat in den jungen Menschen einst  investiert hat. Dass Eltern den Löwenanteil der ihnen gewährten “Leistungen” paradoxerweise aus eigener Tasche bezahlen ( Steuern, Abgaben, Verbrauchssteuern ), darf natürlich weder evaluiert werden, noch in die Öffentlichkeit dringen.
  • Aus dem Rechtsanspruch auf elternferne Ganztagsbetreuung von 1-14-jährigen Kindern muss dringend eine Pflicht werden, damit Eltern so ungestört erwerbstätig sein können, als hätten sie keine Kinder.
  • Und natürlich gehört  Artikel 6 ( Schutz von Ehe und Familie ) schnellst möglich aus dem Grundgesetz zugunsten alternativer Lebensmodelle gestrichen.
  • Am allerwichtigsten aber wird sein, dass alle künftigen Regierungen, egal welcher Couleur, sich weiterhin weigern, die familienbezogenen Urteile des Bundesverfassungsgerichtes seit 1992 umzusetzen. Denn sonst würde der finanzielle Aufwand von Eltern für ihre Kinder auch auf diejenigen umgelegt, die keinen Nachwuchs groß ziehen – anstatt umgekehrt!

Hat es Deutschland geschafft, die Geburtenzahl seit 1965 von 1,3 Millionen auf 650 000 zu halbieren, so könnten die oben genannten Maßnahmen durchaus geeignet sein, diese auf ein Drittel oder besser auf ein Viertel zu senken. Denn schließlich befinden wir uns bereits auf der Zielgeraden zur Weltmeisterschaft in der Disziplin NO KIDS.

Bärbel Fischer

für die ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

info@familiengerechtigkeit-rv.de

Hameln ist heute und überall!

Fahren Sie auch manchmal  mit stark gedrosseltem Tempo durch Spielstraßen? Wir wollen ja Rücksicht nehmen auf spielende Kinder. Doch wo sind sie? Keine Kreidemalerei auf der Fahrbahn, kein rollender Ball, kein Dreirad, kein Puppenwagen, kein einziges Kind weit und breit! Die Straßen, die Spielplätze, die Häuser – alle leer – ganztags! Da fallen mir die leeren Häuser der Stadt Hameln ein, von denen das  Rattenfängermärchen erzählt.

Der Gaukler hatte die Bürger mit dem Zauberton seiner Flöte von der schrecklichen  Rattenplage befreit. Endlich!

Jetzt kann man in der Stadt wieder ungestört seinen Geschäften nachgehen, jetzt klingelt endlich wieder Geld in der Kasse, jetzt kann der Markt wieder florieren! Business must go! Nur keine Zeit verplempern mit Kinderkram bei Heim und Herd! Time is money!

Vergessen sind Achtung und Redlichkeit, Handschlag und Ehrenwort. Ohne den versprochenen Lohn für seinen Dienst, nicht einmal mit einem Mindestlohn muss der Rattenfänger wieder abziehen.

Doch die Rache lässt nicht lange auf sich warten.Von ihren rastlosen Eltern gänzlich unbemerkt lockt der Scharlatan die Kinder mit seinen süßen Melodien auf den Marktplatz, um sie in einen Zauberberg zu entführen. Zu spät bemerken die geschäftigen Hamelner, dass all ihr Treiben keinen Sinn macht, wenn die Kinder fehlen. Keine Kinder – keine Zukunft! Verzweifelt sitzen sie da mit vollen Taschen in leeren Stuben und lauschen den leisen Liedern und dem Kinderlachen, das aus unerreichbarer Ferne zu ihnen dringt.

Hameln ist hier und heute! Hameln ist überall!

Bärbel Fischer