Keine Zeit für Kinder

Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros, bespricht das neu erschienene Buch „Die gehetzte Generation“ von Professor Hans Bertram. Der Autor macht die totale Überforderung der Generation zwischen 30 und 50 verantwortlich für den Nachwuchsschwund in Deutschland.

 

Sie können die Rezension für den WDR nachhören und nachlesen unter:

http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/rezensionen/   dieueberforderteGeneration100.html

Eine rhetorische Seifenblase

Pressemeldung

18.01.2015

Die 32-Stunden-Arbeitswoche für gestresste Eltern – eine rhetorische Seifenblase

In einem sehr persönlich gehaltenen Interview (DIE ZEIT vom 08.01.2015, verkürzte Fassung siehe link unten) räumt Arbeitsministerin Andrea Nahles freimütig ein:„Man bekommt doch kein Kind, nur um dann damit beschäftigt zu sein, es irgendwie wegzuorganisieren, weil man arbeiten gehen muss.“

Diese Einlassung einer SPD-Politikerin und selbst betroffenen Mutter kommentiert Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V.: „ Das ist unsere Rede seit langem. Aber niemand will sie hören. Die Tatsache, dass Familie immer mehr an den Rand gedrängt und nur noch als Lieferant des Humankapitals für Wirtschaft und Sozialsysteme gesehen wird, ist der Hauptgrund für den Geburtenmangel. Ein Kind ist ja noch lange nicht hinreichend wegorganisiert, wenn eine „gute Kita oder eine gute Ganztagsschule“ gefunden ist. Das minutiöse Organisieren bleibt trotzdem alltäglicher Familienstress, sofern beide Eltern erwerbstätig sein sollen.“

Martin stellt weiter fest, dass die von Nahles – wie auch früher schon von Familienministerin Schwesig – benannte Gegenstrategie einer Entzerrung der Berufs- und Familienbiografie in den mittleren Lebensjahren sich zunächst zwar einleuchtend anhöre, einer kritischen Prüfung aber nicht standhalte: „Wie ist das zu verstehen, dass eine zugunsten der Familie auf 32 Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit später durch Mehrarbeit wieder hereingeholt werden soll? Ist dann bei weiter zu bewältigender Kindererziehung von mehr als einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit die Rede? Offenbar verschwendet die Ein-Kind-Mutter Nahles auch keinen Gedanken auf die Mehrkindfamilien, obwohl wir diese dringend brauchen. Die Frage wird außerdem sein, wie wettbewerbsfähig Eltern in Konkurrenz mit kinderlosen Arbeitssuchenden am Arbeitsmarkt sein können, wenn sie nur 32 Stunden am Arbeitsplatz präsent sein wollen. Das Ganze ist nicht seriös durchdacht und taugt allenfalls als rhetorische Seifenblase für den nächsten Wahlkampf.“

Und Martin ergänzt: „Es sollte doch allmählich erkannt werden, dass das Großziehen von Kindern schon aufgrund unseres Rentenrechts den gleichen Stellenwert erhalten muss wie die Erwerbsarbeit und daher finanziell zu honorieren ist. Mit der systematischen Missachtung der elterlichen Erziehungsleistung sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen.“

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-01/andrea-nahles-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf

Bundesvorstand

Vorsitzende Gertrud Martin, Tel.: 07721/56124, E-Post: bundesvorstand@familienarbeit.org

Stellv. Vorsitzende Dr. Johannes Resch, Tel.: 06346/9890628, E-Post: jresch@familienarbeit.org Web-Seite: www.johannes-resch.de

Birgit Kelle, E-Post: bkelle@familienarbeit.org Web-Seite: www.birgit-kelle.de

Schatzmeisterin Ulrike Rau, Tel.: 07563/2637, E-Post: urau@familienarbeit.org

Beisitzerin Wiltraud Beckenbach, Tel.: 06356/963445, E-Post: wbeckenbach@familienarbeit.org

Beisitzer Karl Simpfendörfer, E-Post: ksimpfendoerfer@familienarbeit.org

Beisitzerin Silke Bürger-Kühn, Tel.: 07181/64596, E-Post: sbuergerkuehn@familienarbeit.org

Beisitzerin Ute Steinheber, Tel.: 07051/4810, E-Post: usteinheber@familienarbeit.org

Geschäftsstelle Gudrun Nack, Tel.: 0761/4002056, E-Post: geschaeftsstelle@familienarbeit.org Vaubanallee 4, 79100 Freiburg

Pressestelle E-Post: pressestelle@familienarbeit.org

Internet http://familienarbeit-heute.de

Wir fordern ein „Parents-Mainstreaming“!

Sehr geehrte Frau Dierssen von den Evangelischen Frauen in Württemberg,

ich hatte am vergangenen Samstag die Gelegenheit, als Delegierte beim ÖDP-Landesparteitag in Stuttgart Ihren erhellenden Vortrag zu hören. Gender-Mainstreaming     ( GM ) als  eine Verordnung zur Gleichbehandlung beider Geschlechter ist ein absolut löbliches Konzept. Anders als immer behauptet wird, geht es demnach gerade um die Anerkennung der Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen und deren Berücksichtigung im gesellschaftlichen Leben, und eben nicht um Gleichmacherei. In Ihrer Synopse sieht man den Weg von der Idee von 1985  bis zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG.

Gegen Ihre Ausführungen, Frau Dierssen, ist überhaupt nichts einzuwenden. Und wenn die Bundesregierung derselben Auffassung wäre wie Sie persönlich, dann hätten wir die Probleme mit GM gar nicht. Nur leider ist das eben nicht so. Anstatt den Frauen Wahlfreiheit für ihren selbst gewählten Lebensstil zu gewähren, wird von oben nach unten bevormundet, verteufelt, diffamiert.

Ein Beispiel:

Gerade die gut situierten Frauen ( Deutscher Frauenrat, CDU-Frauenunion, Feministinnen u.a. ) sind es, die uns Frauen im Zeichen von GM vorschreiben, wie wir zu leben haben      ( Paradigmenwechsel zur „modernen“, erwerbstätigen, unabhängigen Frau ), und die alles unternehmen, um herkömmliche „Rollen aufzubrechen“. Was war das für eine Hexenjagd, als Kristina Schröder ihr Buch vorstellte! Selbstbestimmung ist anscheinend nur akzeptabel, wenn die Frau ihr Haus verlässt, ihre Kinder abgibt und sich in das maskuline System begibt . Will sie aber für ihre Kinder präsent sein, so wird sie als Dummchen, Schlampe  oder Heimchen am Herd gebrandmarkt – wohl gemerkt von Frauen! Diese Verunglimpfungen führen dazu, dass junge Leute sich lieber gegen Kinder entscheiden, als zu Verlierern gemacht zu werden. Und solange kinderlose Bürger über das Umlageverfahren im Rentensystem gegenüber Eltern bevorzugt werden, weil sie ihre Rente von den Kindern anderer Leute erwirtschaften lassen, solange wird sich daran auch nichts ändern.

Zum Anderen halten wir das GM für wissenschaftsfeindlich, weil es alle Erkenntnisse aus den Humanwissenschaften ( Medizin, Biologie, Gehirnforschung, Soziologie, Entwicklungspsychologie…) ausklammert. Auf diese Weise verkommt das gut gemeinte  GM-Konzept zu einer bloßen Ideologie. 

Zum Beispiel nenne ich nur das Konzept VEREINBARKEIT. Es will den Frauen Unabhängigkeit vom Partner und von ihren Kindern garantieren. Nun wollen aber gar nicht alle Frauen unabhängig sein, sondern sie akzeptieren, dass das Leben in Fürsorge für andere immer Abhängigkeit ( und Opferbereitschaft ) bedeutet. Solidarität schließt Abhängigkeit ein, das werden Sie, Frau Dierssen, als EFW-Frau doch wissen! Außerdem sind erwerbstätige Frauen ebenfalls, und vielleicht noch krasser abhängig: vom Betrieb, vom Chef, vom Arbeitsmarkt.

Ein Drittes:

Das AGG ist in unseren Augen höchst defizitär konstruiert, denn es lässt die Benachteiligung von Menschen wegen ihrer Kinder ( z. B. bei der Wohnungssuche, bei der Besteuerung, beim staatlichen Zugriff auf das Existenzminimum der Familie, bei der Rente  etc. ) völlig außer Acht. Im Gegensatz zu den geschützten Personen können Eltern gegen ihre Benachteiligung nicht klagen. Das gibt das AGG nicht her. Eltern sind offenbar nicht schutzwürdig!

Was wir brauchen ist ein Parents-Mainstreaming, indem alle Lebensbereiche auf           g e n e r a t i v e  Tauglichkeit untersucht werden und Eltern mit Kinderlosen zumindest gleichgestellt, wenn nicht sogar bevorzugt behandelt werden ( da sie seit Jahrzehnten im Gesetz unterrepräsentiert sind ).Ein solches Parents-Mainstreaming hätte Familiengerechtigkeit zum Ziel und damit die Abschaffung aller Diffamierungen, unter denen Eltern und ihre Kinder seit Jahrzehnten leiden. Hier hat sich unser Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend BFSFJ einen 60-jährigen Dornröschenschlaf genehmigt. Denn es hat nichts unternommen, um das missglückte Adenauer´sche Rentensystem vom Kopf auf die Füße zu stellen. Es hat nicht einmal fertig gebracht, die familienbezogenen Urteile zur Gleichstellung von Familien mit Nichtfamilien aus Karlsruhe umzusetzen. Diesem familien-feindlichen System haben wir zu verdanken, dass sich die Alterspyramide auf den Kopf gestellt hat, dass so viele Frauen ihre dritten und weiteren Kinder abtreiben, dass junge Leute unser Land verlassen, weil sie in Deutschland keine Perspektive für Familie sehen.

Meine persönliche Wahrnehmung ist, Frau Dierssen, dass sich unsere Regierung mit großem steuerfinanzierten Aufwand um die Gleichberechtigung von Frauen kümmert, die Gleichbehandlung von Eltern aber bewusst und deshalb sträflich umgeht.

Vielleicht wollen Sie mir antworten, Frau Dierssen. Ich bin geschäftsführendes Mitglied der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT, Mutter von vier Kindern und Großmutter von zehn Enkeln. Diese sind mir Motivation, mich für die GLEICHBEHANDLUNG  und AUTONOMIE aller Eltern einzusetzen.

Dieser so genannte OFFENE  BRIEF wird auf unserer Internetseite und auf der ÖDP-Seite veröffentlicht.

Damit grüße ich Sie in der Hoffnung auf Ihr Verständnis

Bärbel Fischer

 

VATER – MUTTER – STAAT

Am 27. Oktober ist das Buch des Münchener Journalisten und Familienvaters : VATER – MUTTER – STAAT erschienen. Die Untertitel lauten: Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.

Die betreute Generation

Irgendwas läuft hier falsch. Wie sonst ist das wachsende Unbehagen von Eltern zu erklären, die ihre Kinder kaum noch sehen, weil sie im Büro sitzen, vorgeblich um sich selbst zu verwirklichen? Wie die Untersuchungen zu Stresshormonen bei Krippenkindern, die hier locker mit Topmanagern mithalten? Warum überlassen immer mehr Eltern die Verantwortung für ihre Kinder ganz selbstverständlich fremden Menschen? Eltern, die in ihrer Jugend noch »We don’t need no education« riefen. Eltern, die ihren Kindern Pippi Langstrumpf vorlesen. Rainer Stadler, Journalist und Vater, macht sich auf die Suche nach Gründen für den Sinneswandel und erkennt ein System: Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen propagiert eine Koalition aus Politik und Wirtschaft seit Jahren den massiven Ausbau der Kinderbetreuung und hat das Leben der Familien und der Gesellschaft insgesamt tiefgreifend verändert. Wer sich gegen die verordnete Ganztagsbetreuung stellt, ist auch gegen Emanzipation und Förderung, jeder leise Zweifel wird damit im Keim erstickt. Rainer Stadler stößt eine längst überfällige Diskussion an. Sie betrifft uns alle.

Schnuppern Sie unter:

http://www.randomhouse.de/Buch/Vater-Mutter-Staat/Rainer-Stadler/e461172.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox

Das Buch kostet 19,90 €. Es wäre gut, wenn es reißenden Absatz bekäme!

 

Eltern, schützt eure Kinder!

Die freie Journalistin Marie Amrhein bespricht in ihrer CICERO-Kolumne das neu erschienene Buch des Kinderarztes Herbert Renz-Polster mit dem Titel: „Die Kindheit ist unantastbar“. 

„… Mit zahlreichen Beispielen macht Renz-Polster deutlich, wie sehr wirtschaftliche Interessen die frühkindliche Bildung beeinflussen; und damit den Jüngsten Schaden zufügen. Er entlarvt die Forderungen nach Bildungsreformen als das Streben einer Bundesregierung, die Frauen als das „am schnellsten aktivierbare ungenutzte Potential für den Arbeitsmarkt“ definiert. In deren Kindern wiederum, so das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, stecke „ausreichend Humankapital“, um die dringend notwendige „technologische Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität für ausländische Investoren“ zu sichern….“

 

http://www.cicero.de/salon/fruehpaedagogik-eltern-schuetzt-eure-kinder/58338

 

 

FOCUS : „Verrat an der Familie“

Presse-Info des Verbandes Familienarbeit e. V.

Beitrag im „Focus“ thematisiert die Diskriminierung von Eltern

Der Staat drängt Mütter in den Job – und Kinder damit in die Krippe. Doch nicht alle Eltern wollen das so einfach hinnehmen und leisten Widerstand“

Diese Worte könnten ebenso in einer Verlautbarung unseres Verbandes stehen. Es handelt sich aber um die Titelzeilen eines Beitrags von Ulrike Plewnia im „Focus“ (Nr. 40/14 vom 29. 9.2014, S. 52). Der Beitrag hebt sich deutlich von der sonst üblichen „Mainstream“-Berichterstattung unserer Leitmedien ab, die unkritisch der Regierungspolitik folgen. Es wird klar ausgesprochen, dass Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen, in den großen politischen Parteien keinen Fürsprecher mehr finden. Die politischen Kräfte hinter dieser familienfeindlichen Politik in Wirtschaft und Gesellschaft, die Eltern nur als Arbeitskräftepotential betrachten, ohne das Kindeswohl zu berücksichtigen, werden offen benannt. Es wird auch angesprochen, wie versucht wird, mit pseudowissenschaftlichen Studien eine Überlegenheit der Krippenbetreuung von Kleinkindern gegenüber der Betreuung durch die Eltern vorzutäuschen, während die seriöse Wissenschaft die Krippenbetreuung eher kritisch sieht.

Der Verband Familienarbeit e.V. wendet sich seit Langem besonders gegen die gezielte Diskriminierung von Eltern mehrerer Kinder, wie sie beispielhaft im seit 2007 geltenden Elterngeldgesetz zum Ausdruck kommt. Dazu unterstützt unser Verband mehrere Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht und beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, vergl. unsere Pressemeldungen vom 8. Mai 2014 und vom 4.12.2013, einzusehen unter:

http://familienarbeit-heute.de/?cat=31

Es ist unverkennbar, dass im Rahmen der einseitigen Krippenförderung unter Vorspiegelung der Gleichberechtigung der Geschlechter eine „Gleichstellung“ der Eltern in der Erwerbswelt angestrebt wird, ohne deren Wünsche zu berücksichtigen. Gleichstellung gegen den Willen der Betroffenen ist aber Bevormundung und damit das Gegenteil von Gleichberechtigung. Unser Verband fordert alle Eltern, die sich nicht bevormunden lassen wollen, auf, unseren Verband und dessen Kampf um die Gleichberechtigung von Eltern durch ihre Mitgliedschaft zu stärken.

Bundesvorsitzende Gertrud Martin, Tel.: 07721/56124,                                                       E-Mail: bundesvorstand@dhg-vffm.de

Stellv. Vorsitzende Dr. Johannes Resch, Tel.: 06346/9890628,                                            E-Mail: Johannes.Resch@t-online.de, Web-Seite: www.johannes-resch.de

Birgit Kelle, E-Mail: bkelle@dhg-vffm.de

Geschäftsstelle Gudrun Nack, Tel.: 0761/4002056,                                                             E-Mail: geschaeftsstelle@dhg-vffm.de, Vaubanallee 4, 79100 Freiburg

Internet http://familienarbeit-heute.de

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Ohne die tagesaktuellen Nachrichten, die das Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit über den hellhörig kritischen E-Mail -Dienst von Herrn Petropulos könnten wir von der“Elterninitiative für Familiengerechtigkeit“ unsere Nutzer nur sehr unzureichend informieren. Daher schätzen wir die emsige Arbeit des Autors als unersetzlichen Basisdienst, und seine differenzierten Einschätzungen als hochwertige Orientierungshilfe. Außerdem bietet das HBF eine Chronik über die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 20 Jahre und ein ausgezeichnetes Stichwort-Register zur schnellen Information.

Daher bitten wir Sie als Leser, diesen Dienst  als künftige Abonnenten zu stützen und sich registrieren zu lassen. Sie werden es nicht bereuen!

Bärbel Fischer

 

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Öffentliche Debatten und politische Entscheidungen brauchen solide Fakten, Analysen und Bewertungen. Beim Thema „demografische Nachhaltigkeit als Zukunft für alle“ gibt es bundesweit nur das Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit (Heidelberger Familienbüro), das seit März 1995 unabhängig von der wechselhaften Themen-Konjunktur bei Politik und Medien beständig und tagesaktuell darüber informiert. Dabei sind die tagesaktuellen Meldungen vom Blick für das Ganze geprägt, liefert der HBF-Infodienst Exklusivmeldungen und -berichte, kritische Analysen auf höchstem Fachniveau und herausragende Gesamtdarstellungen. Die Qualität seiner unabhängigen und fundierten Arbeit spiegelt sich im Echo und den Inhalten der polit-medialen Debatten. Um diese Wirkung gerade in Zeiten eines massiven Spardrucks in der gesamten Medienbranche aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen, brauchen wir jetzt (nicht nur) die Unterstützung unserer Leser und Leserinnen der HBF-Internetseite oder des kostenlosen HBF-E-Mail-Dienstes.

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Mogelpackung Elterngeld PLUS

Unter TOP 19 wurde heute der von der Bundesregierung ( Manuela Schwesig SPD ) eingebrachte Entwurf eines Gesetzes  zur Einführung des Elterngeld-PLUS mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz im Parlament beraten.

Aus diesem Grund erinnern wir an unseren Beitrag vom 13. Juni 2014, das dieses Vorhaben als billige Mogelpackung entlarvt. Denn Eltern bekommen nicht mehr Zeit für ihre Familie, sondern weniger.

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Ganz ohne Frage ist das von Ursula v.d. Leyen 2007 eingeführte Elterngeld verfassungswidrig,

  1. weil es erwerbstätige Mütter begünstigt, Vollzeitmütter aber benachteiligt,
  2. weil es nicht die Erziehungsleistung der Eltern honoriert, sondern deren  vorangegangene Erwerbsarbeit,
  3. weil es gegen das Menschenrecht des Kindes auf Betreuung durch seine Eltern verstößt ( Art. 6,2 GG und Art. 9 UN-Kinderrechtskonvention ).

Das BEEG  http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/beeg/gesamt.pdf              sieht vor, dass die Mutter 12 Monate, der Vater 2 Monate lang zugunsten ihres Babys ihre Erwerbstätigkeit (40 Stunden) ruhen lassen und dafür ein einkommenabhängiges  Elterngeld beziehen. Im zweiten Jahr soll das Baby dann in  einer Krippe untergebracht werden, damit beide Eltern wieder  in Voll- oder Teilzeit  ihrem Betrieb zur Verfügung stehen.

Die geplante Elterngeld-PLUS-Reform dieses Gesetzes durch Manuela Schwesig verspricht „mehr Zeit für Familie und Beruf“, indem sie beide Eltern im ersten wie im zweiten Jahr je 32 Stunden beschäftigt wissen will. Dabei soll der Erhalt des EG auf zwei Jahre, aber in halber Höhe erweitert werden. Die das reguläre Elterngeld ergänzende Regelung soll ab Juli 2015 gelten und etwa 100 Millionen Euro zusätzlich kosten.

http://www.sueddeutsche.de/politik/elterngeld-plus-mama-kann-bald-frueher-arbeiten-1.1985624

Das Bundeskabinett hat im Juni 2014 diese Reform gebilligt.                                 Hat denn kein Minister widersprochen?                                                                      Hat denn kein Minister nachgerechnet?

Wer nämlich nachrechnet, merkt schnell: Es handelt sich hier um eine klassische Mogelpackung! Denn nun arbeiten auf zwei Jahre gerechnet die Eltern wöchentlich 8 Stunden mehr für den Betrieb. Das macht bei 2×45 Arbeitswochen eine Mehrleistung von 720 Stunden, also 90 volle Achtstundentage oder 18 Wochen PLUS für den Betrieb, aber 90 volle Achtstundentage MINUS an Präsenz für ihr „Wunschkind“.

Frau Schwesigs Maxime lautete bereits im Wahlkampf 2013, die Elternzeit zu verkürzen und die Eltern „vollzeitnah“ zu beschäftigen. Oder hätte sie jemals  eine Reform in Angriff genommen, um Eltern ein ebenso kräftiges PLUS an Zeit für ihr Kind zu verschaffen? Niemals!  Kinder in Deutschland stören einfach die Karriere. Weg mit ihnen!

Die oben erwähnten Zahlen belegen jedenfalls, wie sehr die Regierung bemüht ist zu verbergen, was sie wirklich vorhat, nämlich unseren Kindern künftig noch weniger Anspruch auf elterliche  Umsorgung zuzugestehen ( jedes Affenkind im Zoo findet bessere Bedingungen vor). Tatsächlich „fördert“ dieses Programm den frühest möglichen Wiedereinstig der Mütter in ihren Beruf. Die Große Koalition hat uns also gleich zwei „tüchtige“ Arbeitsministerinnen aus der SPD beschert, doch eine politische Fürsprecherin für Kinder und ihre rechtmäßigen biologischen Bedürfnisse – Fehlanzeige!

Der Schwesig´sche Slogan „Mehr Zeit für  Familie und Beruf“ – ist ein einziges, aber bewusstes  Täuschungsmanöver. Möglicherweise wird dieser Schuss nach hinten losgehen, wenn sich nämlich die Zahl der Geburten noch weiter verringert.

Wozu denn Kinder haben als hätte man keine?

Bärbel Fischer

Dazu auch:

http://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/das-falsche-versprechen?idw=20149908

Quo vadis, Deutscher Familienverband BW?

In seiner neuesten Ausgabe fragt der DFV Baden-Württemberg seine Mitglieder, wohin es in der nächsten Zukunft mit dem DFV-Baden-Württemberg gehen soll.

Sehr geehrter Herr Bonde,

leider kann ich noch nicht auf Ihre online-Umfrage zugreifen, möchte mich aber dennoch dazu äußern:
  • Was mir/uns am meisten am Herzen liegt, wäre ein deutlich massiverer politischer Einsatz des DFV-BW, um die Ungleichbehandlung von Familien beim Elterngeld und bei den Sozialabgaben öffentlich zu monieren, und endlich eine grundgesetzliche Gleichstellung zu bewirken. Dazu gehören nicht nur Appelle, sondern ganz massive AKTIONEN. Die Öffentlichkeit muss erfahren, weshalb  Deutschland auf Nachwuchs verzichtet.
  • Außerdem wäre uns wichtig, dass Familienverbände und – initiativen nicht getrennt marschieren, sondern sich verbünden. Alle bestehenden Organisationen sind sich doch einig in der Forderung, die familienbezogenen Urteile des BverfGs und die Artikel 3 GG und 6 GG durchzusetzen. Damit fordern wir lediglich, was uns zusteht, nämlich die Entlastung von Leistungen, die Familien zu Unrecht aufgebürdet werden(Jürgen Borchert ). Familien sollen nicht als Bittsteller unterstützt werden müssen, sondern sie sollen autark aus eigener Kraft leben können. Trotzdem kann und soll jede Initiative ihr eigenes Profil bewahren. Aber o.g. Schnittmenge einigt uns.
  • Zum Anderen halten wir die Forderung: „Bildung für alle“ solange für  äußerst schwammig, als nicht definiert wird, WAS  WER unter Bildung versteht. Da gibt es ja fundamentale Unterschiede. Wir z. B. halten die so genannte „frühkindliche Bildung“ für 1 – 3-jährige Wickelkinder für ein semantisches Alibi zur Verschleierung der arbeitsmarktpolitischen Forderung, dass Mütter möglichst  auf dreijährige Elternzeit  verzichten.

 

  • Zusätzlich steht momentan auf der bw. Regierungsagenda der Plan, Kinderrechte in die bw. Verfassung aufzunehmen. Dagegen sträubt sich unsere Elterninitiative vehement. Erstens sind Kinder und Eltern laut Verfassung bereits mit gleichen Rechten wie alle Bürger ausgestattet. Zweitens wird jede Regierungspartei Kindeswohl nach je eigener Ideologie auslegen. Das bedeutet, dass das Kindeswohl zum Spielball politischer Richtungen wird. Das Grundgesetz weist allein den Eltern die Erziehungsverantwortung zu, nicht dem Staat. Auch wenn manche Eltern versagen, staatlicher Zugriff auf Elternrechte bedeutet Entmündigung von  a l l e n  Vätern und Müttern.  Auch in diesem Punkt wünschen wir uns deutliche Worte vom DFV.
  • Zuletzt halten wir es für unerträglich, dass  das  Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Menschen ausschließlich aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität vor Diskriminierung geschützt sind, nicht aber wegen ihrer Kinder. So kann einem Vater wegen seiner vier Kinder ohne rechtliche Konsequenzen eine Wohnung verweigert werden, nicht aber einem muslimischen, einem dunkelhäutigen oder einem homosexuellen Paar. Auch hier besteht dringender Ergänzungsbedarf, um den sich der DFV kümmern sollte.

 

Werter Herr Bonde, das war unser Wunschzettel für die Zukunft des DFV-BW.             Und damit grüßen wir Sie freundlich

 

Bärbel Fischer

info@familiengerechtigkeit-rv.de
http://forum-familiengerechtigkeit.de
www.rettet-die-familie.de

 

Oberflächlich und praxisfern

PRESSEMITTEILUNG

ARD Sendung zum Nachwuchsmangel  vom 11. 08. 2014 http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Der-Kinderreport-/Das-Erste/Video?documentId=22889722&bcastId=799280

„Gebrannte Kinder“ haben zu Recht  Ängste – Bessere Betreuung allein schafft keine Abhilfe

Nürnberg (ISUV) Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert die thematisch wichtige Sendung „Nachwuchssorgen im Wohlstandsland“ als oberflächlich und praxisfern. „Die Ängste der Deutschen vor Kindern sind berechtigt, weil vielfach erlebt. Wer die Scheidung der Eltern erlebt hat, ist ein gebranntes Kind, weiß´, was er damit seinem Kind – seinen Kindern antut. Diese gebrannten Kinder werden immer mehr. Sie wissen, welche Unterhaltslasten auf sie zukommen, dass sie möglicherweise nur zahlen können oder umgekehrt keinen Unterhalt bekommen, dass sie keinen Kontakt mehr zum Kind haben. Wer Kinder erzieht, ihre Ausbildung bezahlt, ihr Studium bezahlt, weiß, dass dies sehr viel mit Verzicht zu tun hat. Man muss sich einschränken in Sachen Urlaub, Freizeit, Wohnen.“, stellt der ISUV-Vorsitzende Josef Linzer fest.

Ursache für den Geburtenrückgang sind nach Auffassung des ISUV der Wertewandel und die Erfordernisse der Wirtschaft. „Der seit den achtziger Jahren massiv einsetzende Trend zur Individualisierung besagt: Zuerst komme ich, meine Interessen, meine Selbstverwirklichung. Wer Kinder in die Welt setzt, muss selbstlos sein, verzichten können. Es gilt die Maxime: Zuerst kommt das Kind.“ (Linzer) Des Weiteren sind nach Auffassung von ISUV die extrem hohen Anforderungen der Wirtschaft an die Arbeitnehmer an sich familien- und kinderfeindlich. „Das zweite deutsche Wirtschaftswunder basiert auf der extrem effizienten Arbeitsweise und Arbeitsauffassung der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie arbeiten vielfach am Limit, die rasante Zunahme an psychischen Krankheiten belegt das. Wer am Limit arbeitet, braucht zu Recht in seiner Freizeit dringend Entschleunigung, Ruhe und Hobbies zur Ablenkung. Kinder stören da, sie wollen selbstlose Zuwendung – und die ist oft sehr anstrengend.“ (Linsler)

Der ISUV fordert, dass über neue familiale Strukturen nachgedacht wird. Der Verband sieht im Wechselmodell und in der gleichberechtigten familialen Verantwortung für Mütter und Väter, insbesondere nach Trennung und Scheidung der Eltern sowie in der stärkeren Einbeziehung der älteren Generation in die Betreuung und Erziehung von Kindern gute Möglichkeiten für einen langfristigen nachhaltigen Bewusstseinswandel. Der in der Sendung vermittelte Eindruck, dass der Nachwuchsmangel mittels Einwanderung ausgeglichen werden kann, ist nach Auffassung von Linsler falsch: „Wir exportieren Maschinen und importieren Menschen. Aber wo bleibt da der Prozess der Sozialisation und Enkulturation, von den Kosten ganz zu schweigen.“

 

Kontakt:

ISUV-Bundesgeschäftsstelle, Postfach 210107, 90119 Nürnberg, Tel. 0911 550478, – info@isuv.de

ISUV-Vorsitzender Josef Linsler, Moltkestr. 22 a, 97318 Kitzingen, Tel. 09321 9279671, j.linsler@isuv.de

ISUV-Pressesprecher RA Claus Marten, Mauerstr.76, 10117 Berlin, Tel. 030 8575960, berlin@isuv.de

ISUV-Rechtspolitischer Sprecher RA Ralph Gurk, Ludwigstr. 23, 97070 Würzburg, 0931 4525940

Haus- und Lieferadresse: Sulzbacher Str. 31  90489 Nürnberg                             Beitrags- und Spendenkonto: VR-Bank Würzburg, Konto-Nr. 120553, BLZ 790 900 00, IBAN DE24 7909 0000 0000 1205 53, BIC GENODEF1WU1

Gemeinnützigkeit anerkannt beim Zentralfinanzamt Nürnberg                             Eingetragen beim Amtsgericht Nürnberg: Vereinsregister Nr. 3569