Das Problem ist unser Sozialsystem

Umlagefinanzierung und Arbeitsmarktstruktur machen Kinderlose zu Profiteuren. Doch das Grundgesetz verlangt die Förderung der Familien, kommentiert Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros.

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2012-02/familienpolitik-abgabe-kinderlose

Eltern leisteten 100 Milliarden Unterhalt in 2011

Pressemitteilung  16. Feb. 2012

Leistung der Eltern:

100 Milliarden Unterhalt in 2011

15 Mal mehr als der Etat des Bundesfamilienministeriums

Landesverband Bayern

Geschäftsstelle Rochusstr. 5
80333 München Telefon 089-2137-2226 Telefax 089-2137-2225 www.familienbund-bayern.de

München – Der Familienbund der Katholiken hat für 2011 die
finanziellen Leistungen der Eltern in Deutschland bilanziert.
Ergebnis: Knapp 100 Milliarden Euro haben die Eltern in 2011 für die Kinder aufgebracht.

Der Familienbund der Katholiken in Bayern hat für das Jahr 2011 die finanziellen Leistungen der Eltern in Deutschland bilanziert.

Durchschnittlich haben Eltern in Deutschland pro Kind und Monat 526 EUR an Ausgaben getragen. Dazu zählen die direkten Aufwendungen für Ernährung, Kleidung oder Bildung der Kinder, aber auch der Mehrbedarf an Wohnraum oder Energie.

Pro Kind summierten sich die elterlichen Leistungen im Jahr 2011 auf durchschnittlich 6.463 EUR. Das entspricht 116.335 EUR pro Kind bis zu Volljährigkeit. Dazu kommen Unterhaltsleistungen für volljährige, studierende Kinder. 89% der 2,2 Millionen Studierenden werden von den Eltern mit durchschnittlich 435 EUR pro Monat unterstützt. Das ergibt weitere 20.880 EUR während des gesamten Studiums.

Bezogen auf ganz Deutschland summierten sich die elterlichen Unterhaltsleistungen an ihre Kinder auf 97,4 Milliarden Euro im Jahr 2011.

Zum Vergleich: Der komplette Etat des Bundesfamilienministeriums lag im Jahr 2011 bei 6,5 Milliarden Euro. Das sind 6,6% oder ein Fünfzehntel des Betrages, den die Eltern für ihre Kinder aufgebracht haben.

Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter: „Die Eltern in Deutschland leisten uneigennützig Großes für ihre Kinder und für unser Land.“

Weitere Informationen:
Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter, Tel. 0171-5411761

 

 

Belohnen statt bestrafen?

Sehr geehrte Frau Lennartz,

Sie haben recht, der Ton macht die Musik. Es wäre besser gewesen, die jungen CDU-Politiker hätten eine Diskussion um die Gleichbehandlung von Familien mit der  kinderlosen Bevölkerung angestoßen. Es geht nämlich nicht darum, Familien besser zu stellen, sondern darum, ihren generativen Beitrag zu den Sozialsystemen zu würdigen, den ja Kinderlose nicht leisten, egal, ob sie biologisch oder aus freier Entscheidung kinderlos sind.

Eine Besserstellung von Familien sehen Sie – grundlos – bereits in mehrerer Hinsicht verwirklicht:

  • in dem niedrigeren Beitrag zur Pflegeversicherung. 2001 verlangte das BverfG in seinem Pflegeurteil, dass Eltern von Kindern nicht schlechter gestellt werden dürfen als Kinderlose. Heraus kam eine Erhöhung der Beiträge um 0,25 % auf 1% des Bruttoeinkommens. Bei einem Jahresbrutto von 30 000 Euro ergibt sich für ein kinderloses Ehepaar eine jährliche Erhöhung von 75 Euro gegenüber Eltern, pro Monat 6,25 Euro. Dieses PLUS spricht Bände!
  • in der „beitragsfreien“ Mitversicherung der Kinder. Hier darf ich Sie mit dem vorsitzenden Richter des hessischen Landessozialgerichts, Dr. Jürgen Borchert, auf einen Irrtum hinweisen. Dadurch, dass der Familienvater von drei Kindern sein Einkommen durch 5 teilen muss, zahlt jedes Familienmitglied auch ein Fünftel des Beitrags zur Krankenversicherung. Beispiel: Jahresbrutto: 30 000.- / Jahresbeitrag KV: 2 460.- , Anteil pro Person: 6000.- / Jahresbeitrag pro Person  492.- De facto versichert sich jede Person mit einem Fünftel selbst, ist also nicht beitragsfrei mitversichert. Es wird immer vergessen, dass die Familienmitglieder nicht nur auf dem Papier stehen, sondern  Menschen mit Bedarfen sind, und deshalb eben auch Anspruch auf je einen Teil des elterlichen Einkommens haben. Beitragsfrei mitversichert wäre die Familie erst, wenn allein der Verdiener nur ein Fünftel seines Beitrags entrichtete. Trotzdem wird das Schlagwort genüsslich weiterverbreitet.

Die frühere Familienministerin UvdL  rühmte sich 2006 sehr wohl und pries lautstark die astronomisch hohe deutsche Familienförderung von sage und schreibe 184 Milliarden. Grundlage dieser Berechnung war ein 15-seitiges Papier mit allen familienbezogenen Leistungen und Maßnahmen des Staates, zu denen sie unredlich auch Bildungsausgaben, Ehegattensplitting, Witwenrenten, Absetzbarkeit von Haushaltshilfen etc. rechnete. Außerdem musste sie zugeben, dass Familien mit Kindern etwa 54 % der gesamten Familienförderung von den Eltern über Steuern mitfinanziert werden ( Refinanzierung ). Die Kritik an den Zahlen blieb nicht aus. Deshalb wurde der Familienlastenausgleich 2008 durch eine Expertenkommission auf 49 Mrd. Euro ( Steuerfreiheit des Kinderexistenzminimums, Kinderfreibeträge) festgeschrieben. Der Paritätische Wohlfahrtsverband kam bei seiner Berechnung auf nur 38,6 Milliarden für Kinder und Eltern. Noch immer geistern aber die 184 Mrd. durch die Medien.

Sehr geehrte Frau Lennartz, weder müssen Familien belohnt, noch Kinderlose bestraft werden, sondern es muss Gerechtigkeit gelten.  Das Vokabular: Strafzahlungen, Kindersoli, Malus stammt nicht von den jungen CDU-Politikern. Sie wollen nichts als kinderzahlbezogene Sozialabgaben. Sie wollen auch keinen Generationen- und keinen Gesellschaftskrieg. Auch das wird ihnen unterstellt. Die Schmähungen kommen aus den Parteien und den Medien. Man kann alles in den Dreck ziehen, wenn man nur das entsprechende Vokabular benutzt.

Im Anhang füge ich die offizielle Tabelle 2012 zum horizontalen Vergleich über das frei verfügbare Einkommen je nach Familienstand bei ( Quelle: Deutscher Familienverband, Berlin). Hier sehen Sie auf einen Blick, wie viel Verlust Familien mit jedem weiteren Kind erleiden.

Ich darf schließen mit einem Zitat des ehemaligen Präsidenten des Caritasverbandes, Hellmut Puschmann:

„Es gibt viele Methoden, sich dauerhaft zu ruinieren. Eine der erfolgversprechendsten in Deutschland ist die Gründung einer mehrköpfigen Familie.“

Damit grüße ich Sie freundlich

Bärbel Fischer

für die ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT

im Landkreis Ravensburg

 

Strafzahlung für Kinderlose?

Strafzahlung?

Diese Wortschöpfung könnte, wenn wir Glück haben, der Anstoß für eine längst fällige Gerechtigkeitsdebatte werden. Denn es geht einzig um Gerechtigkeit. Ein Elternpaar mit drei Kindern verliert bei 30 000 Jahresbruttoeinkommen trotz Kindergeld gegenüber einem kinderlosen Ehepaar jährlich 14 215 Euro, monatlich also 1 185 Euro an frei verfügbarem Einkommen, pro Kind also 395 Euro.  Diese Zahlen stammen vom Deutschen Familienverband, Berlin, für das Jahr 2012. Hätten Familien das gleiche Einkommen zur Verfügung wie Kinderlose, dann gäbe es fast keine Familien-und Kinderarmut in Deutschland. Im Übrigen stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass Familien  wegen ihres generativen Beitrags nicht benachteiligt werden dürfen.

Wer nach der Ursache dieser Diskrepanz sucht, der erkennt, dass die Eltern genauso hohe Sozialabgaben abführen wie Arbeitnehmer ohne Nachwuchs, obwohl die Kinder tagtäglich über 18 Jahre genährt, gekleidet, gebildet und versorgt werden müssen (Wohnung, Heizung, Wasser, Strom, Fahrtkosten). Eltern zahlen also doppelt oder mehrfach in die soziale Absicherung der Gesellschaft mit dem Erfolg, dass sie bei der eigenen Rente noch einmal hohe Einbußen erleiden werden. – Wie war das nochmal mit der Strafzahlung?

Bärbel Fischer

Kinderlosigkeit hat Konsequenzen

Kaum war der Vorschlag auf dem Tisch, wurde er von berufener Stelle wieder weggefegt: Sowohl Familienministerin Schröder als auch Bundeskanzlerin Merkel haben sich gegen den Vorschlag junger Unionsabgeordneter gewandt, eine Zusatzabgabe für Kinderlose einzuführen. Die Spitzenpolitiker scheuen die Konfrontation mit der wachsenden Gruppe der Menschen, die ohne Nachwuchs bleiben, konstatiert Kostas Petropulos vom Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit. Dabei liegt für ihn auf der Hand: Kinderlose müssen Verantwortung übernehmen.

http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Politikum/2012/02/Manuskripte/15_petropulos.pdf

Neue Version von www.familiengerechtigkeit-rv.de

im Oktober 2009 gestartet, finden Sie auf unserer Homepage fast täglich neue Berichte, Links, Studien und Kommentare  zur Familienpolitik in Deutschland.

Bei dem Umfang der mittlerweile im Archiv befindlichen Informationen schien es nun sinnvoll, die Informationen besser zu strukturieren und sie moderner, und besser lesbar zu präsentieren. Neue Grundlage ist WordPress, ein modernes Weblog System mit fantastischen neuen Möglichkeiten.

Besonders hinweisen möchten wir auf die neue Suchfunktion (rechts oben) mit deren Hilfe eine Volltext-Suche in allen Artikeln möglich ist.
Sie können sich Beiträge weiterhin nach Kategorien und Zeiträumen im Archiv, oder neu, durch anklicken der Schlagworte in der „Schlagwortwolke“ nach Themengebieten gefiltert anzeigen lassen.
Ebenfalls neu ist eine ausgefeilte Kommentarfunktion, und wir möchten Sie einladen davon reichlich Gebrauch zu machen!
Um unserem Anliegen eine möglichst große Öffentlichkeit zu verschaffen ist es jetzt möglich die Artikel über die die Funktion „Weiterempfehlen“ (+Share) über die bekannten „Social Networks“ wie Facebook, Twitter, Google+ oder auch schlicht per Email zu vernetzen.

Übrigens können Sie neue Beiträge auch direkt per Email erhalten. Tragen Sie sich dazu einfach in den Newsletter (rechte Spalte unten) ein und Sie verpassen keinen Beitrag mehr.

Über kleine Schönheitsfehler, wie die noch nicht ganz vollständige Lokalisierung in die deutsche Sprache, bitten wir großzügig hinwegzusehen. Die Entwickler arbeiten ständig an der weiteren Verbesserung.

Wir hoffen, dass Ihnen die „Neuausgabe“ gefällt. Bitte beteiligen Sie sich weiterhin rege an der Diskussion und empfehlen Sie uns weiter!

Ulrich Fischer, Geigenbaumeister

für die Elterninitiative, Bärbel Fischer, info@familiengerechtigkeit-rv.de

Junge CDU-Abgeordnete wollen Gerechtigkeitslücke beseitigen

Es klingt fast wie ein Wunder. Junge CDU-Abgeordnete um den Chemnitzer Marco Wanderwitz, Vater von drei Kindern, wollen sich für mehr Generationengerechtigkeit einsetzen und kinderlose Mitbürger in die Verantwortung nehmen. Bitte beteiligen Sie sich an der Abstimmung: Sollen Kinderlose eine Sonderabgabe zahlen? Ja/Nein?

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13866979/Sollen-Kinderlose-mehr-fuer-soziale-Sicherheit-zahlen.html

Kita-Plätze: Masse statt Klasse!

ARD-Kontraste befasste sich mit den Arbeitsbedingungen der Kita-Erzieherinnen in Berlin und den daraus resultierenden Bedingungen für die Betreuung unserer Kleinsten. Stefan Sell, Sozialökonom an der Fachhochschule Koblenz,  erkennt darin bereits das Risiko der Kindeswohlgefährdung.

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_09_02/kita_plaetze___masse.html

BestAger statt Kinder

Beim zentralen Demographie‐Kongress Deutschlands mit dem Titel „Ressource Mensch, Kongress best‐age“ in Berlin im August 2011 ging es nicht um die Familie mit Kindern, welche Zukunft und Wohlstand sichern. Es ging fast ausschließlich um “Best Ager” ‐ um Personen gehobenen Lebensalters ab 50 Jahren. Der Untertitel des Kongresses „Best Age‐Congress“ ist ein Widerspruch zum Titel: „Ressource Mensch“. Zukunftsressourcen und nachhaltiger Wohlstand können nur durch eine ausreichende Anzahl von Kindern gesichert werden, die die Wertschöpfung und den Konsum der Zukunft garantieren. Ohne ausreichenden Nachwuchs bricht der Wohlstand und die Volkswirtschaft ein. Dies läuft so sicher ab wie ein Naturgesetz.

Beim Demographie‐Kongress gibt es über zwei Tage insgesamt 13 Foren. Der Begriff Familie kommt auf den acht Seiten Programm nur einmal direkt vor: unter dem Begriff „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und auch hier spielt die Familie die untergeordnete Rolle. Es geht darum, dass Frauen möglichst bald wieder in den Beruf einsteigen nach den Grundsätzen des Kommunismus von Marx und Engels: „Erziehung sämtlicher Kinder, von dem Augenblicke an, wo sie der ersten mütterlichen Pflege entbehren können, in Nationalanstalten und auf Nationalkosten. Erziehung und Fabrikation zusammen.“

Diese Denkweise und die zentrale Konzentration des Kongresses auf die ältere Generation sowie auf den aktuellen Wohlstand, lässt das zukünftige Fundament der Gesellschaft, die heutigen Familien mit durchschnittlich 2,1 Kinder pro Mutter komplett außen vor, diskriminiert sie somit.

Diese Denkweise deckt sich mit der Forderung, dass möglichst viele Frauen zu Facharbeiterinnen und Akademikerinnen herangebildet werden müssen und nicht mehr zu Müttern, die bereit sind mindestens 2,1 Kinder zu bekommen und diesen mindestens bis zum dritten Lebensjahr ihre Zeit und Mutterliebe zu schenken. Mit dieser Denkweise kann der aktuelle Wohlstand für die jetzige Generation noch einige Jahre aufrecht erhalten werden. Es geht darum, dass die aktuelle Generation den Wohlstand, so wie man ihn seit 40 bis 50 Jahren kennt, noch weiter genießen kann ‐ was danach kommt wird ausgeblendet, spielt keine Rolle mehr. Die nachhaltige Zukunft kann mit solchen Ressourcen nicht gemeistert werden. Der freie volkswirtschaftliche Fall kommt dann in 15 bis 20 Jahren umso härter.

Das Programm des Demographie‐Kongresses 2011 sah ähnlich aus. Eine Änderung gegenüber dem Programm 2012: Der Begriff „Vereinbarkeit Familie und Beruf“ wurde 2012 ergänzt: „Vereinbarkeit Familie und Beruf/Pflege“. Familie mit Kindern sind also wieder kein Thema.

FAZIT: Beim zentralen Demographie‐Kongress und somit Zukunfts‐Kongress Deutschlands geht es unter Federführung maßgeblicher Ministerien und Fachleute alleine um die Behandlung von demographischen Symptomen (Überalterung) und um die Förderung des aktuellen Individualismus. Die beiden entscheidenden Zukunftsfaktoren für Wohlstand und inneren Frieden finden beim Demographie‐Kongress nicht statt:

1. Erörterung von Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, dass wieder mehr Kinder zur Welt kommen und Deutschland die rote Laterne Europas bei den Geburtenzahlen abgibt.

2. Wertebildung, sodass die Gesellschaft wieder solidarisch wird mit den eigentlichen Leistungsträgern für den Wohlstand nach 2030: den Familien, den Müttern mit mindestens 2,1 Kindern.

Alexander Leitz