DFV: Dramatische Wohnsituation für Familien

Deutscher Familienverband

Pressemeldung

Familien bei der Wohnungspolitik in den Fokus nehmen!

Die Miete macht heute einen Riesenposten im Portemonnaie von Familien aus. „Obwohl Wohnen ein Grundbedürfnis ist, müssen gerade Eltern mit mehreren Kindern einen Großteil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben“, kritisiert die Vize-Präsidentin des Deutschen Familienverbandes, Petra Nölkel…

Weiter lesen:

 

http://www.deutscher-familienverband.de/presse/pressemitteilungen/717-dfv-pm-familien-bei-der-wohnungspolitik-in-den-fokus-nehmen

Care – Arbeit leisten offenbar nur erwerbstätige Frauen! Von Müttern keine Rede!

Verband Familienarbeit e.V.                                                                                                                                                      10.03.2017

Pressemeldung

Schwesigs „Gender Care Gap“

Unter dem Begriff „Gender Care Gap“ wird in einem Gutachten für den 2. Gleichstellungsbericht behauptet, Frauen leisteten 52,4 % mehr unbezahlte Tätigkeit für andere als Männer.

Familienministerin Schwesig kommentiert das so: „Wir haben vieles umgesetzt und angestoßen, damit Gleichberechtigung tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt (…) Wir müssen dafür sorgen, dass die Care-Arbeit nicht zum großen Teil allein von Frauen erbracht wird.“ Sie lobt ihre Idee der Familienarbeitszeit mit dem Familiengeld, (Anm: wieder ein ganz eng gestricktes Korsett, das Eltern per Geldzuwendung lockt, sich den Schwesig’schen Vorstellungen von Partnerschaftlichkeit und vollzeitnaher Erwerbsarbeit zu unterwerfen.) und fährt fort: “Hinzu kommt, dass wir gerade jene Berufe, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, – wie in der Pflege und im soziaen Bereich – aufwerten und stärken müssen…“ (PM des BMFSFJ Nr. 19 vom 07.03.2017)

Gertrud Martin vom Verband Familienarbeit, meint dazu: „Es ist immer dasselbe misstönende Lied, das Frau Schwesig singt: Die in den Familien geleistete unbezahlte Care-Arbeit wird zwar erwähnt, aber nur, um dann zu betonen, dass die bessere Bezahlung ausschließlichfür die in diesem Bereich Erwerbstätigen zur Debatte steht. Dazu wird die Forderung gestellt, die Mütter sollten möglichst in Vollzeit erwerbstätig sein, und die Väter sollten vermehrt in die häusliche Care-Arbeit einsteigen. Sie lässt außer Acht, dass sich für die Eltern auch durch eine gleiche Aufteilung dieser Arbeit nichts an den damit verbundenen Benachteiligungen und existenziellen Risiken ändert. Der Ministerin geht es offensichtlich gar nicht darum, die Gleichberechtigung von Müttern und Vätern in der Gesellschaft zu verwirklichen, sondern um die Durchsetzung ihres ideologisch geprägten Konzepts.“

Martin weiter: „Frau Schwesig sollte sich endlich klar machen, dass allein die Kinder Garanten für den Fortbestand unseres Sozialsystems (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) und für die Zukunft unserer Gesellschaft schlechthin sind. Es ist abwegig, dass ausgerechnet die Familienministerin die Familienarbeit abwertend behandelt und als eher schädlich für Mütter und Kinder diffamiert. Sie sollte das Grundgesetz beachten, das den Eltern das Vorrecht gibt, zu bestimmen, wie und durch wen ihre Kinder erzogen werden. Es ist ihre vorrangige Aufgabe, die Benachteiligung der häuslichen Betreuungsarbeit zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass Frauen und Männer nicht nur dann den Anspruch auf Gleichberechtigung haben, wenn sie zu Lasten der Kinder die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben erreichen. Zumindest in den ersten drei Lebensjahren eines Kindes muss ein existenzsicherndes Erziehungsentgelt die Gleichstellung der häuslichen Kindererziehung mit der Erwerbsarbeit gewährleisten.

Die Schieflage dieser beiden Bereiche ist auch im Hinblick auf unser Rentenrecht skandalös. Die Mütter als Leistungsträgerinnen, die die künftigen Renten erst ermöglichen, müssen sich als „Trittbrettfahrerinnen“ beschimpfen lassen! Wie verquer ist das denn?“

Dr. Johannes Resch

stellv. Vorsitzender Verband Familienarbeit e. V.

 

Die OECD und ihr Übergriff auf die Familie

Die „Wirtschaftswoche“ veröffentlichte  folgenden Artikel von Ferdinand Knauß:

http://app.wiwo.de/politik/deutschland/knauss-kontert-die-oecd-und-ihr-uebergriff-auf-die-familie/19471640.html

Hinter ihrem Ruf nach Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf versteckt die OECD einen Fetisch: Die Wirtschaft wird zum Zweck, der Mensch zu ihrem Mittel. …..

………………………………………………………………………………………………………………………………..

In diesem Zusammenhang veröffentlichen wir einen abgelehnten (!) Leserbrief zu der OECD-Studie mit folgendem Titel:

„Frauen tragen wenig zum Haushaltseinkommen bei“ (Schwäbische Zeitung, 20. 02. 2017)

 

Schwäbische Zeitung
Leserbriefe
redaktion@schwaebische-zeitung.de                                                              21. 2. 2017
Betr. SZ v. 20. 2. 17 „OECD-Studie …“

 

Frauen tragen wenig zum Haushaltseinkommen bei  !?

 

Der kritiklose Abdruck dieses Berichtes im Wirtschaftsteil macht betroffen. Er erinnert mich an die 68er Jahre, als Familienfrauen  von den „Emmas“ mit Titeln wie Faulenzerinnen, Schmarotzerinnen, Dummerchen u.s.w. bezeichnet wurden.

Frauen – vor allem wenn sie Mütter sind – tragen sehr wohl zum Familieneinkommen bei, indem sie unentgeltlich Hausarbeit verrichten, für gesunde Ernährung der Familie sorgen, und vor allem die nachfolgende Generation, das „Humankapital“, pflegen und erziehen. Von den Betreuungskosten,  (über 1.000.- € pro Kind und Monat), die sie der Familie und dem Staat ersparen, ganz zu schweigen. Wenn dann noch pflegebedürftige alte Personen im Haus sind, ist es ja meist wieder die Frau, die auf eigene Erwerbstätigkeit verzichtet um diese gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen.

 

Es ist also sehr ungerecht, den Frauen pauschal ihre mangelnde Erwerbstätigkeit vorzuwerfen. Vielleicht ist jemand bereit, hier einmal eine Gegenrechnung aufzumachen – ich würde mich freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Christa Rädler
Christoph Crimmer Weg 12
88239 Wangen

 

 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Frankreich vorn

Sehr geehrte Frau Longin,

in der gestrigen Ausgabe der Schwäbischen Zeitung rühmten Sie das französische Familienmodell, das sich tatsächlich meilenweit vom deutschen unterscheidet. Als Beweis nannten Sie stolz die Geburtenrate von zuletzt 1,93 , die Sie auf eine verlässliche außerfamiliäre Kinderbetreuung schon ab dem 3. Monat zurückführen. Als leuchtendes Beispiel diente Ihnen Madame Royal. 80% aller französischen Mütter mit einem unter sechsjährigen Kind sind erwerbstätig, aber nur 62% deutsche Mütter.

Woher kommt dieser Unterschied?

Leider haben Sie es unterlassen, auf die realen Fakten einzugehen, welche die französische Familienpolitik von der deutschen unterscheidet, und die eben auch die beispielhafte französische Geburtenrate erklären.

Während in Deutschland Familienarbeit als Nullwert gilt und auch nur minimale Rentenpunkte erzeugt, hat die Erziehungsarbeit in der französischen Politik einen steuermindernden Effekt. Ab drei Kindern, so heißt es, werden in FR von Eltern keine, oder nur geringfügige Steuern erhoben. Ganz anders in Deutschland.

Hier wird zwar Kindergeld bezahlt. Verschwiegen wird aber, dass das so genannte Kindergeld zur Hälfte die Rückerstattung jener Steuer ist, die der Fiskus verfassungswidrig auf die Existenzminima der Kinder erhebt. Von 39 Mrd. staatlichem Kindergeld wurde den Eltern zuvor bereits 19 Mrd. abgeknöpft! Das bedeutet, dass sich die Eltern das Kindergeld zur Hälfte selbst bezahlen. Doch diese Tatsache wird erfolgreich verschleiert.

Zum Zweiten: Bei den Sozialabgaben (Renten-, Krankenversicherung etc. ) unterscheidet das deutsche Sozialgesetz nicht nach Familiengröße. D.h. ein Single zahlt genau den gleichen Beitrag wie ein Vater von 5 Kindern. Unserem Gesetzgeber scheint das völlig egal zu sein. Er merkt nicht einmal, dass deutsche Paare deswegen zu 26% auf Kinder verzichten. Denn bei einer Familie mit 4 Kindern macht das ein monatliches MINUS von 1000.- aus. Ein Betrag, den man auch „Strafsteuer auf Familie“  bezeichnen könnte.

Zum Dritten: An Verbrauchssteuern ( Mehrwert-, Öko-, Fahrzeug-, Kraftstoffsteuern liefern Familien mit Kindern einen Anteil von über 60% ab, denn die haben den höchsten Verbrauch. Auch Strom- und Wasserkosten, Mieten und Heizkosten schlagen x-mal zu Buche. Das restlich verbliebene Kindergeld müsste daher dreimal so hoch ausfallen. Dann erst wäre die Benachteiligung aufgehoben! Von Förderung keine Rede!

Am Ende des Jahres fehlen dem Facharbeiter mit 2 Kindern bei 35 000.- Jahresbrutto bereits  2028.- an frei verfügbarem Einkommen, während der vergleichbare Single sich über ein PLUS von 13 329.- freuen darf  (Differenz im Jahr 2017: 15 357.- ) Siehe

Horizontaler Vergleich  2017 (Deutscher Familienverband )

http://www.deutscher-familienverband.de/publikationen/fachinformationen/send/2-publikationen/211-horizontaler-vergleich-2017

Vergleich 2002 bis 2017 (Deutscher Familienverband )

http://elternklagen.de/wp-content/uploads/2017/02/Schaubild_Horizontaler_Vergleich_Text.pdf

Ich hoffe, Sie erkennen, woran es liegt,

  • dass in Deutschland heute jedes 5. Kind von Sozialhilfe lebt,
  • dass sich seit 1965 die Geburtenzahl von jährlich 1,3 Millionen auf 670 000 halbiert hat,
  • dass Deutschland neben Japan das demografische Schlusslicht der Welt geworden ist,
  • dass die Ungleichheit zwischen Singles und Eltern dramatische Ausmaße zeigt,
  • dass unsere Familienpolitik Erwerbsfrauen und Familienfrauen auf unerhörte Weise spaltet.

Es ist also nicht so, dass deutsche Frauen Hausmütterchen spielen wollten, sondern dass unser familienfeindliches Sozialgesetz Eltern stranguliert. Ich hätte mir gewünscht, dass Ihr Bericht zum Weltfrauentag  die oben angeführten Gründe zur Sprache gebracht hätte. Zudem informierten mich meine französischen Freunde, dass sich inzwischen unter Frankreichs jungen Müttern Unmut regt gegen die selbstverständliche Praxis, Kleinkinder in den Schoß des Staates zu legen.

Wir Europäer entsorgten während der letzten Jahrzehnte unsere alten Eltern in Ghettos, und nun entsorgen wir unseren Nachwuchs in Kitas, damit wir treu und ergeben unseren Arbeitgebern dienen dürfen. Familie als solche gibt es nur noch stundenweise.

„Das erste Wort, was die Kleinen sprechen, hören heute nicht die Eltern, sondern die Erzieherin. Das letzte Wort, das wir sprechen, hören heute nicht unsere Kinder, sondern der Altenpfleger“. Eine  fabelhafte Gesellschaft!

Ich grüße Sie sehr besorgt als Leserin der Schwäbischen Zeitung
Bärbel Fischer

9. März 2017

Weltfrauentag: Frauenpolitik für den Papierkorb!

Zum Weltfrauentag 2017

Zum Weltfrauentag möchte ich einmal aufzählen, was  n i c h t  auf der Agenda von Frau Schwesig steht, obwohl sie unablässig das Hohelied von der Gleichstellung singt. Für die „Familien“(!)ministerin und Frau Nahles (Arbeitsministerium) nützt Frauen alles, was ihnen ihre Kinder vom Hals schafft, damit sie sorglos (?) dem Betrieb möglichst ganztags zur Verfügung stehen. Es ist ihr

  • egal, dass Müttern, die ihre Kinder vor 1992 zur Welt brachten, heute noch immer ein Rentenpunkt fehlt, weswegen sie mit jüngeren Müttern eben nicht gleichgestellt sind,
  • egal, dass Familienarbeit (Sorge und Pflege) trotz mehrfacher Aufforderung durch das Bundesverfassungsgericht noch immer nicht der Erwerbsarbeit gleichgestellt ist,
  • egal, dass allein erziehende Mütter und ihre Kinder per Gesetz noch immer höchst armutsgefährdet sind,
  • egal, dass Familien mit einem Facharbeitergehalt ( 35 000 Euro p.a. ) bereits ab dem 2. Kind unter ihr Existenminimum driften, weil sie verfassungswidrige Sozialabgaben zu stemmen haben,
  • egal, dass der Fiskus bei Verbrauchssteuern sich ausgerechnet zu 60% bei Familien bedient; je mehr Kinder, umso mehr Verbrauch!,
  • egal, dass das geplante „Familiengeld“ eine Verschlechterung für das zeitliche, wie finanzielle Familienbudget bedeutet.
  • egal, dass das einkommensabhängige einjährige Elterngeld alle erwerbslosen Frauen wegen vorhandener Kinder mit dem Mindestsatz demütigt, während Frauen mit hohem Einkommen vor der Niederkunft mit dem Höchstsatz belohnt werden. Nicht der mühsame Aufwand für Kindererziehung wird honoriert, sondern die letzte  Gehaltsstufe.
  • egal, dass das einzige, aberwitzig minimale  einjährige Betreuungsgeld ( 150 Euro )  zur Gleichstellung von Familienfrauen und Erwerbsfrauen ausgerechnet dem ideologischen SPD-Betreiben zum Opfer fiel.

Gleichstellung von Frauen? – Eine Farce!

Eine Frauenpolitik, die spaltet, ist keine Politik für Frauen, sondern bestenfalls für den Papierkorb!

Bärbel Fischer

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

An die Bundeszentrale für Politische Bildung

An die                                                                                                          

Bundeszentrale für Politische Bildung bpb

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte die Gelegenheit, mich auf Ihrer Internetseite zur FAMILIENPOLITIK umzusehen. Ich gestehe: Ich war perplex. Denn entgegen Ihrer Darstellung erfahren wir Eltern den staatlichen „Segen“, mit dem die Bundesrepublik Familien überschüttet (!) , als eindeutig verfassungswidrig.

 

1.  KINDERGELD ( 40 Mrd.)

Sie schreiben:

„Das Kindergeld ist wohl die bekannteste familienpolitische Leistung. Sie wird seit 1954 gezahlt und soll Familien mit Kindern finanziell unterstützen“.

Wie der Deutsche Familienverband DFV und der Familienbund der Katholiken aber vorrechnen, besteht das Kindergeld zu großen Teilen aus der Rückerstattung jener Steuern, die der Fiskus verfassungswidrig auf die Existenzminima der Kinder einbehalten hat.

http://www.deutscher-familienverband.de/jdownloads/Publikationen/DFV_Familienfoerderung_Online.pdf

Beispiel:

Eine Familie mit einem Kind und 3.000 Euro monatlichem Bruttoeinkommen zahlt zunächst 233 Euro Lohnsteuer. Das sind 124 Euro zu viel, weil auf das steuerfreie Existenzminimum des Kindes ebenfalls Lohnsteuer erhoben wird. Von dem gezahlten Kindergeld in Höhe von 184 Euro entfallen also 124 Euro auf die Rückzahlung zu viel erhobener Steuern, lediglich 60 Euro von der Gesamtsumme des Kindergeldes dienen der Förderung.

Dazu äußert sich auch der Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert:

http://www.t-online.de/eltern/familie/id_78863064/ex-sozialrichter-borchert-kindergeld-ist-rueckgabe-von-diebesgut-.html

Dass Familien trotz (halbiertem) Kindergeld mit jedem weiteren Kind ärmer werden, bzw. weit unter ihr Existenzminimum abdriften, zeigen folgende Statistiken des DFV:

http://www.deutscher-familienverband.de/publikationen/fachinformationen/send/2-publikationen/211-horizontaler-vergleich-2017

und

http://elternklagen.de/wp-content/uploads/2017/02/Schaubild_Horizontaler_Vergleich_Text.pdf

Dies liegt an der verfassungswidrigen Beitragsbelastung, die an Familienblindheit kaum zu überbieten ist.

2.  ELTERNGELD  ( 4,6 Mrd. ) 

  • Das Elterngeld ist die einzige steuerfinanzierte Sozialleistung, die Besserverdiener stärker begünstigt als Geringverdiener und damit die Familienarmut verschärft.
  • Das Elterngeldgesetz benachteiligt junge noch in Ausbildung befindliche Eltern, weil sie noch kein Erwerbseinkommen haben.
  • Das Elterngeldgesetz benachteiligt Eltern mit zweitem und einem weiteren Kind, weil es die Betreuung bereits vorhandener Kinder nicht als „Leistung“ berücksichtigt.
  • Das Elterngeldgesetz benachteiligt Eltern, die ihr Kind länger als ein Jahr selbst betreuen, bei einem nachfolgenden Kind.
  • Das Elterngeldgesetz begünstigt demnach gutverdienende Eltern bei einem ersten Kind auf Kosten aller anderen Eltern. Damit wird die Elternschaft gespalten, was das von der Regierung beabsichtigte Ziel einer Bevormundung der Eltern erleichtert.
  • Das Elterngeldgesetz bestraft Eltern, die sich nicht in die auf Druck der Wirtschaft gestrickte Zwangsjacke pressen lassen und ihre Kinder länger als ein Jahr selbst betreuen wollen. Damit wird massiv in die Grundrechte der Eltern eingegriffen.

siehe: http://www.johannes-resch.de/Elterngeldgesetz-ein-Angriff

  • Der Staat hat die Autonomie der Eltern zu achten und zu sichern.
  • Das Elterngeld hat die Erziehungsleistung zu honorieren und nicht die vorangegangene Erwerbsarbeit.  
  • Alle Eltern sind gleich zu behandeln.

 

3.  KRIPPENFÖRDERUNG ( 20 Mrd. )

Beispiel:

Eltern (A), die ihre drei Kinder  in eigener  Verantwortung erziehen, erleiden bei einem Jahreseinkommen ab 34 000 Euro im Lauf der ersten sieben Kinderjahre einen Verlust von nahezu 100 000 Euro gegenüber jenen Eltern (B), die bei gleichem Einkommen ihre drei Kinder durch Dritte in einer Krippe betreuen lassen. Dieser Verlust ergibt sich durch das einkommensabhängige Elterngeld und das Krippengeld. Nach Wegfall des Betreuungsgeldes 2015 hat sich der Verlust sogar noch um 10 800.- vergrößert.

siehe: www.johannes-resch.de/Elterngeld-und-Krippen

  • Wir Eltern fordern die gleiche finanzielle Wertschätzung  der Erziehungsarbeit  von Eltern, verglichen mit den Kosten   für  Betreuung in öffentlichen  Krippen ( ca. 1000 bis 1200 Euro)
  • Wir Eltern fordern die Berechnung der Sozialabgaben nach Abzug des Existenzminimums der Kinder vom Brutto-Einkommen. Ebenso muss eine Rückerstattung der Verbrauchssteuern für den Kinderbedarf Eltern entlasten.

…………………………………………….

FAZIT: Die staatlichen „Leistungen“ für Familien bedürfen einer gründlichen Korrektur im Sinne der Gleichbehandlung von 

  • öffentlich und privat betreuten Kindern ( Kinderbetreuungskosten )
  • von erwerbslosen Müttern und Müttern mit Erwerbseinkommen ( Elterngeld)                
  • von Arbeitnehmern mit Kindern und solchen ohne Kinder ( Sozialbeiträge )

Ohne diese Korrektur macht sich unser Gesetzgeber wie bisher auch weiterhin des Verfassungsbruchs schuldig gegenüber 

Art. 1 GG –  Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.                                                                                Art. 3 GG –  Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.                                                   Art. 6 GG – (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen    Ordnung.                                                                                                                               (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern   und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht   die  staatliche Gemeinschaft.

Ich hoffe, das CONTRA unserer ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT zeigt Ihnen, wie verfassungswidrig die gegenwärtige Gesetzeslage ist. Aber unsere Regierungen ignorieren beharrlich mehrere Urteile des Bundesverfassungsgerichts mit dem Auftrag, die bestehenden Ungleichheiten zu beseitigen. Diese sind u. E. die Ursache für den Kindermangel in Deutschland, der künftig unseren Generationenvertrag in gewaltige Turbulenzen bringen wird. Das Hohelied der Familienförderung durch die bpb tönt in Elternohren jedenfalls wie schriller Hohn.

Ich grüße Sie in der unverschämten Hoffnung, dass von der Bundeszentrale bpb künftig ein Impuls zu mehr Gerechtigkeit für die künftigen Generationen ausgeht.

Bärbel Fischer im Auftrag der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

PS: Da dieses Schreiben im Internet veröffentlicht wird, freuen wir uns auf ein Statement von bpb, das wir selbstverständlich ebenfalls dort veröffentlichen werden.

 

 

OECD als Zuchtmeisterin deutscher Mütter

Leserbrief zum Artikel: Zwist um Ende der „Teilzeitfalle“ ( Schwäbische Zeitung, 2. März 2017, Seite 8,  WIRTSCHAFT ( Tanja Tricarico )

Laut dpa beklagt die OECD in ihrer neuen Studie den hohen Anteil der Mütter in Deutschland, die „nur“ in Teilzeit erwerbstätig sind. Sie trügen damit nur „unterdurchschnittlich“ zum Wirtschaftswachstum bei. Die Fixierung auf Teilzeitarbeit ( genannt „Teilzeitfalle“ ) zeige die Orientierung am „traditionellen Rollenbild“.

De facto lässt sich mütterlicher Vollzeiterwerb nur durch zehnstündigen Elternentzug erreichen, den unsere Kinder ungefragt erleiden müssen. Würden alle Frauen zugunsten des Wirtschaftswachstums in den Gebärstreik treten, so könnten wir uns unsere künftigen Renten vollends an den Hut stecken.

Als ob unsere sprudelnde Wirtschaft auf dem letzten Loch pfiffe!                                      Als ob Mütter Deutschland Schaden zufügten, weil sie es vorziehen, ihre Kinder in eigener Obhut aufwachsen zu sehen, !                                                                                             Als ob sich Altersarmut von Müttern nicht politisch verhindern ließe!

Eine Wirtschaftsorganisation hat sich erstens aus familiären Absprachen ( Rollenbild hin oder her ) rauszuhalten, und zweitens  hat das Bundesverfassungsgericht die Gleichwertigkeit von Familienarbeit mit Erwerbsarbeit mehrmals bestätigt ( BVerfGE 87, 1 – 1 BvL 51/86 u.a.). Altersarmut von Müttern lässt sich ganz einfach dadurch vermeiden, dass unsere Regierungen die längst überfälligen Auflagen des Bundesverfassungsgerichts umsetzen, indem Sorge-und Pflegearbeit verfassungsgemäß der Erwerbsarbeit gleichgestellt wird.

Bärbel Fischer, Leutkirch -Stadt

ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

………………….

Und noch ein Leserbrief:

Mütter am Pranger

Die OECD stellt mit ihrer neuen Studie deutsche Mütter wegen eines Vergehens an den Pranger. Ja, was haben sie denn verbrochen? Ach so, sie arbeiten statt ganztags nur Teilzeit, weil sie ihre Kinder nicht 10 Stunden fünfmal die Woche familienfremder Betreuung überlassen wollen. Sie wollen einfach nicht so leben, als hätten sie keine Kinder. Unverzeihlich in Anbetracht unseres wirtschaftlichen „Niedergangs“ mit Rekordüberschüssen! Aber klar, mit einem Vollzeiterwerb würde unser Steueraufkommen immer noch üppiger sprudeln. M e h r   ist für Europa niemals genug! Und wenn die Kleinen noch so sehr weinen – was spielt das noch für eine Rolle für die OECD? Schon 1930 beklagte Mahatma Gandhi: „ Ein christliches Europa hat es nie gegeben. Man verehrt dort nicht Gott, sondern nur das Geld“.                  Die Folgen kennen wir.
Andreas Quendt, Amtzell

 

OECD ignoriert Familienarbeit und damit unsere Verfassung!

Der Verband Familienarbeit e.V. antwortet auf die neue OECD-Studie mit folgender

Pressemeldung

Familienarbeit der Mütter – der Dorn im Auge der OECD

Laut dpa beklagt die OECD in ihrer neuen Studie den hohen Anteil der Mütter in Deutschland, die „nur“ in Teilzeit erwerbstätig sind. Sie trügen damit „unterdurchschnittlich“ zum Wirtschaftswachstum bei. Die Fixierung auf Teilzeitarbeit zeige die Orientierung am „traditionellen Rollenbild“.

Gertrud Martin, die Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V. übt entschiedene Kritik: „Die OECD ist ein Lobbyist für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In dieser Eigenschaft sollte sie sich aber heraushalten aus den Angelegenheiten, die Familien ohne Einmischung von außen autark zu regeln haben. Es muss ein Ende damit haben, dass die OECD in regelmäßigen Abständen den Müttern ggf. auch Vätern, die zugunsten der Präsenz bei ihren Kindern auf Erwerbsarbeit verzichten oder in Teilzeitarbeit stehen, Vorwürfe macht und versucht, sie möglichst in Vollzeit für die Erwerbsarbeit zu verpflichten. Solange die OECD in ihren Studien die Gleichwertigkeit von Erwerbsarbeit und elterlicher Erziehungsarbeit vollständig ignoriert, disqualifiziert sie sich als ernst zu nehmender Gesprächspartner.“

Martin meint weiter, angesichts der Tatsache, dass ein unbegrenztes Wirtschafts- und Konsumwachstum auf dem begrenzten Raum, den die Welt biete, nicht möglich sei, müsse auch die Frage gestellt werden, wie menschenverachtend dieses System des Immer-Größer-Weiter-Höher sei. Die Parameter dafür seien zuvörderst dort anzulegen wo es um die Kinder gehe und um die Eltern, die sich bemühen, ihre Kinder zugewandt zu erziehen und verantwortungsvoll ins Leben zu begleiten. Dafür brauchten die Eltern Zeit. Martin: „Es ist Arbeit, die sie leisten, keine Nicht-Arbeit! Der Sprachgebrauch in diesem Zusammenhang muss sich endlich an der Realität ausrichten. Eltern sichern durch ihre Erziehungsarbeit nicht nur die Existenz unserer umlagefinanzierten Renten-,Kranken- und Pflegeversicherung, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft. Unsere Kinder können sich nicht gegen den Elternentzug wehren oder organisieren. Sie wachsen damit auf und tragen die dadurch erfahrene Prägung in die nächste Generation. Ihre aus mangelnder Elternbindung resultierenden Mängel an emotionaler Sicherheit und Bildungsfähigkeit führen oft zu späteren seelischen Defiziten und hohen `Reparaturkosten`. Leider erstellt die OECD dazu keine Studien:! Der Kreis schließt sich nicht!“

Bitte beachten Sie auch den verlinkten Beitrag, der sich dem gleichen Thema widmet:

http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/familienpolitik/236393/die-familie-wird-wirtschaftskompatibel-gemacht

Pressestelle des Verbands Familienarbeit e.V.
Dr. Johannes Resch

Was meint „Gesellschaftlicher Wandel“?

Schrumpfalterung, Liberalisierung der Abtreibung, Genderwahn einschließlich Sprach-und Bildungs-deformation, Frühsexualisierung, wachsende Familienarmut etc. – alle die Veränderungen werden heute mit dem so genannten „Gesellschaftlichen Wandel“ begründet, vielleicht sogar verschleiert. Grund genug, sich mit diesem schillernden Begriff zu befassen. Auf meine Bitte hat sich Herr Dr. Gerd Brosowski die Mühe gemacht, seine Überlegungen aufzuschreiben. Ganz herzlichen Dank für seinen Blick in die Geschichte und seine klare Analyse.  

Bärbel Fischer

 

Überlegungen zum politischen Begriff des „Wandels“.

 

Frau Fischer hat mich gebeten, mir ein paar Gedanken zu dem schillernden Begriff des Wandels zu machen – ist es überhaupt ein Begriff oder nur ein Schlagwort, das jeder nach gusto verwendet, also ein vom jeweiligen Interesse belegtes Wort? Und schon sind wir mitten in den Erörterungen. Aber der Reihe nach.

 

Woran könnte es liegen, dass der Begriff „Wandel“ zur Zeit noch so positiv „besetzt“ ist? Dass jemand, der das Wort verwendet, einen Kredit für sich beansprucht : Er habe etwas Sinnvolles vor, er handele im Sinne einer notwendigen und schließlich guten Entwicklung. Das war nicht immer so.

 

Die bekanntesten Wandlungen im Leben der Völker sind die Revolutionen. Solche Umwälzungen gleichen reißenden Strömen, die über die Ufer getreten sind; niemand weiß, wie die Sache ausgehen wird. Man sollte darauf gefasst sein, dass sie zu schrecklichen Ereignissen führen – s. z.B. die russische Revolution. Umwälzungen können sehr böse ausgehen; das sollte das Wort vom Wandel eher negativ erscheinen lassen. Warum ist das heute anders? Weil wir – so meine Meinung – zu unseren Lebzeiten eine Revolution erlebt haben, die meiner Kenntnis nach die segensreichste, friedlichste, überhaupt die glücklichste Revolution ist, welche sich je ereignet hat. Sie ahnen schon, was ich meine, aber erlauben Sie mir, einen kleinen Anlauf zu nehmen.

 

Anfang der sechziger Jahre prägte Egon Bahr den Begriff vom „Wandel durch Annäherung“. Gemeint war damit, sich mit den Staaten des Ostblocks Schritt für Schritt zu verständigen, jede mögliche Chance zu nutzen, um Verbesserungen für die Menschen zu erreichen. Es würde zu weit führen, sich hier mit den darauf aufbauenden Ostverträgen und deren Für und Wider zu befassen. Ich will nur einen davon nennen, der meiner Meinung nach der wichtigste war,  den Vertrag mit Polen. Es war doch auffällig, dass während der Revolution, die u.a. zur deutschen Einheit führte, die westlichen Staatsmänner, vorab Francois Mitterand und Margret Thatcher, sich vehement gegen die deutsche Einheit aussprachen, die Polen dagegen die Entwicklung still und eher wohlwollend begleiteten. Aber kommen wir jetzt zur großen, glücklichen Revolution in Europa.

 

Ende der achtziger Jahre waren auf deutschem Boden genügend Waffen versammelt, um die Erdbevölkerung mehrmals auszulöschen. Wann standen sich jemals solche bis an die Zähne bewaffneten, starken, höchst mobilen  Armeen gegenüber? Tatsächlich war der Albtraum der achtziger Jahre, dass eines Tages der letzte aller Tage ausbrechen würde, indem diese Armeen aufeinander losgehen würden. Die schöne Pfalz, heute mein geliebtes Wandergebiet, war bis zur letzten Bergkuppe mit Bomben, Treibstoffen, Giftgasen vollgestopft. Dann startete die friedliche Revolution des Jahres 1989 – Sie haben sie selbst erlebt, ich muss sie nicht schildern. Ohne dass nur ein einziger scharfer Schuss fiel, trennten sich die riesigen Armeen voneinander, die Höllenkammern in der Pfalz entleerten sich, die Soldaten zogen ab – übrigens eine logistische Meisterleistung! Etwas Ungeheures war geschehen, und niemand war zu Schaden gekommen. Wer immer die Helden im Stück waren – sicherlich die Ostdeutschen, wohl auch der polnische Papst, sicherlich die Könner, welche die Logistik bewerkstelligten – den Nutzen hatte ganz Europa, ja die ganze Welt.

Auffällig war unsere Undankbarkeit. Wäre man in früheren Jahrhunderten einem solchen Alptraum entronnen, so hätte man auf allen Bergen Kapellen errichtet, vielleicht auch in den Städten die eine oder andere Kathedrale; Jahr für Jahr wären die Dankgottesdienste gehalten worden. Wir jedoch meckerten über den Soli. Aber ich schweife ab, kehren wir zum Thema zurück.

 

Meiner Meinung nach ist es die überaus glückliche Erfahrung mit der gelungenen Revolution, welche den Begriff des Wandels so positiv erscheinen lässt. Wenn solcherlei möglich ist, was sollte dann noch unmöglich sein? Auch wer nicht explizit diese Revolution vor Augen hat, wenn er den Begriff „Wandel“ hört, so schwingt doch der glückliche Ausgang in seinem Gemüt mit und gibt dem Begriff seinen Kredit.

 

Ein unscharfer Begriff wie der des Wandels, der unterschwellig, sozusagen subkutan, positiv belegt ist, muss auf Betrüger und Lobbyisten aller Art unwiderstehlich wirken. Gelingt es, eine Absicht, und sei es die schäbigste, egoistischste, irrsinnigste, mit dem Wort des Wandels zu belegen, so hat man schon einmal einen Kredit eingesackt, und der Gegner mag sehen, wie er sich vom Odium des Altmodischen, Vorgestrigen, Unverbesserlichen befreien mag. Beispiele gibt es in Menge: Globalisierung, Wertewandel, Wandel der Nationen und des Staatsvolkes hin zu einer Art Stammesgesellschaft, die Tag für Tag die Regeln ihres Zusammenlebens neu aushandelt, Auflösung der Familie in eine Art Protofamilie ( Frau mit Kind, mehrere Kinder mit einer Art erwachsenem oder halberwachsenem Bandenführer u.s.w..).

Die wohl tollste dieser Sumpfblüten ist der Genderismus. Der allerdings will einen Wandel in einem Gebiet, wo er einen auf Erden unüberwindlichen Gegner vorfindet, die Natur.„naturam expellas furca, tamen usque recurret“ ( Horaz) : „Du magst die Natur mit der Heugabel verjagen, sie wird dennoch wieder zurückkehren“. Dieser Irrsinn wird sich an seinen eigenen Widersprüchen erledigen. Mit den anderen Spinnereien und Betrügereien, so fürchte ich, werden wir noch lange zu kämpfen haben.

 

Seit der glücklichen Revolution sind fast drei Jahrzehnte vergangen. Inzwischen mehren sich meiner Meinung nach die Umwälzungen, die Übles befürchten lassen und die dazu führen werden, dass der Begriff „Wandel“ negativ besetzt werden wird.

 

Anfang der neunziger Jahre wurden die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung geändert. Zwar wurden Abtreibungen nicht explizit erlaubt, sondern nur von der Strafverfolgung befreit. Zugleich aber wurde der Weg zur Abtreibung – Beratung u.s.w. – genau beschrieben und in vielen Fällen sogar die Bezahlung durch die Allgemeinheit garantiert. Dem Bürger, welcher sich nicht mit den Verästelungen des Gesetzes befasst, mag es vorkommen, als sei die Abtreibung vom Staat erlaubt, ihr Verfahren von Staats wegen geregelt und die Bezahlung durch die Allgemeinheit in Aussicht gestellt. Die Abtreibung erscheint damit als legitimiert, als eine Art Gewohnheitsrecht, für das die Allgemeinheit gerade steht. Hat es das je gegeben, dass ein Staat die Tötung des eigenen Nachwuchses regelt und mitunter bezahlt?  Hat die abgrundtiefe Verachtung gegen unseren Staat, der sich zuweilen in Demonstrationen Bahn bricht („Deutschland du mieses Stück Scheisse“) in dieser Tatsache eine ihrer Ursachen?

 

Gewiss gibt es den sog. demographischen Wandel schon länger; die massenhafte Abtreibung ist einer der düsteren Begleitumstände. Man muss niemanden erklären, dass der demographische Wandel tatsächlich eine demographische Katastrophe ist.

 

In Deutschland brummt die Wirtschaft. Es wird wie nie zuvor produziert, exportiert, konsumiert. Der Deutsche kauft pro Jahr rund sechzig Kleidungsstücke, er geht im Jahr mindestens siebzehn Mal zum Arzt. Der sog. Staatskonsum wird ferner durch die Aufwendungen für die Zuwanderer befeuert; da wird von abenteuerlich hohen Summen gemunkelt. Nie gab es so viele Beschäftigten; kaum ist die Wöchnerin aus dem Bett, wird sie  an die Werkbank gescheucht und das Kind in der Krippe untergebracht.

Mir fiel schon länger auf, dass bei all dem toll gewordenen Produzieren und Konsumieren die Deutschen nicht wirklich reicher wurden. Wenn ein Deutscher in Mallorca sich vom Kellner bedienen lässt, so mag es sein, dass der Kellner ein Häuschen am Meer sein eigen nennt, dass das Dreirad, mit dem er zur Arbeit fährt, ihm gehört, dass er in eine große Familie eingebettet ist, auf die im Fall eines Falles Verlass ist. Der Deutsche wohnt vielleicht zur Miete, sein Auto ist geleast, im Alter wird er einsam sein und – wohl vergeblich –  darauf hoffen, dass die Kosten seiner Pflege die Gemeinde übernimmt.

 

Nun hat meine dunkle private Vermutung Unterstützung durch eine wissenschaftliche Untersuchung erhalten: Das Vermögen der Deutschen ist knapp dreimal so hoch wie das jährliche Bruttosozialprodukt. Und das sei, so die Ökonomen, recht wenig.

 

Die Deutschen wandeln sich von Eigentümern zu bloßen Konsumenten. Baute in den fünfziger Jahren die Familie unter Mühen und Not das Haus, welches dann zum geliebten Elternhaus der Kinder wurde, so fragt sich heute die smarte Junggesellin, weshalb sie sich so eine Immobilie ans Bein binden sollte.

 

Ich will meine Aufzählungen beenden und zusammenfassen. Meiner Meinung nach werden u.a. die demographische Katastrophe, der Wandel in der Haltung gegenüber dem Staat und die Wandlung des Bürgers vom Eigentümer zum bloßen Konsumenten den Begriff des Wandels negativ besetzen. Man wird zukünftig Angst vor dem Wandel haben, man wird ihn nicht mehr erwartungsvoll herbeiwünschen.

Dr. Gerd Brosowski

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerechtigkeitsdrama 2002 -2017

Unter dem Link:

http://www.deutscher-familienverband.de/presse/pressemitteilungen

 

finden Sie die heutige Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes. In einer Schautafel fasst der Verband zusammen, wie dramatisch sich die finanzielle Lage von Familien  ( Jahresbrutto  30 000.- ) zwischen 2002 und 2017 verschlechtert hat.

Dieses Schaubild lässt sich gut ausdrucken. Es sollte möglichst weit verbreitet werden, damit die Gesellschaft endlich begreift, was Deutschland seinem Nachwuchs und dessen Eltern antut.

Alles dreht sich im Wahlkampf um die Agenda 2010. Dass sich aber innerhalb der Generationen ein Gerechtigkeitsdrama abspielt, das ist noch nicht ins Bewusstsein gedrungen.