Neuer Verband für Kinderreiche – Pressekonferenz

Am 17. Oktober unterrichtete der neu gegründete „Verband für Kinderreiche“ in Berlin die Presse über die Notwendigkeit eines solchen Verbandes, seine Ziele und Angebote.

Deutschland ist nicht kinderfreundlich. Regelmäßig ist die größte Volkswirtschaft in Europa das Schlusslicht in Sachen Familie. Die Geburtenrate ist eine der niedrigsten, die Deutschen selbst schätzen sich als kinderunfreundlich ein. Dabei gehört Deutschland zu den reichsten Ländern der Erde. Auch die Privatvermögen steigen kontinuierlich. Eine Diskrepanz, die zunehmend auf Widerstand stößt.

Jetzt haben sich die kinderreichen Familien in Deutschland zu einem Verband zusammengeschlossen. Die Interessenvereinigung aller Familien mit drei und mehr Kindern wendet sich gegen die Diskriminierung des Lebensmodells kinderreicher Familien. Dr. Elisabeth Müller, Vorstandsvorsitzende des Verbandes: „Wir wollen dafür kämpfen, dass Großfamilien in Zukunft weder als phänomenal noch als asozial angesehen werden, sondern einfach als normal. Auch kreist die Debatte über Familienfreundlichkeit in Deutschland immer wieder um Begriffe wie Finanzen und Betreuungsangebote. Das ist definitiv der falsche Ansatz. Niemand bekommt Kinder aus ökonomischen Erwägungen. Das macht auch niemand für die Gesellschaft, sondern allein für sich und seine Familie.“

Wie der Verband kinderreicher Familien die Rahmenbedingungen für eine kinderfreundlichere Gesellschaft beeinflussen will, zeigt Andreas Konrad, stellvertretender Vorsitzender auf: „Wir sind erst ganz am Anfang unserer Arbeit und wollen noch nicht an jeder Stelle provokante Forderungen an die Politik richten. Schließlich geht es um Dialog, nicht um Konfrontation. Für uns ist jedoch von Beginn an klar, dass solche Dinge, wie das Familiensplitting, die Anrechnung von Betreuungszeiten auf die Rentenansprüche sowie die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum steuerfreien Existenzminimum entschieden angefasst werden müssen.“

Für kinderreiche Familien selbst sieht sich der Verband als Austausch und Meinungsforum. Vielfältige Unterstützungs- und Beratungsangebote sollen folgen. So ist eine Karte „Familie 3+“ in Planung. Hiermit sollen unter anderem für die Mitglieder des Verbandes Rabatte und weitere Vergünstigungen bei Unternehmen möglich sein. Der Verband setzt dabei auf die Bereitschaft der Wirtschaft, sich durch vielfältige Unterstützung für eine gesellschaftlich wichtige Zielgruppe einzusetzen.

Pressekontakt:

Thomas Franke
Sprecher des Vorstandes
Telefon: 030/2096-2831 thomas.franke@kinderreiche-familien.de

 



"Balsam für die Seelen berufstätiger Mütter"

Am 30. 09. 2011 legte die Schwäbische Zeitung Wert auf die Veröffentlichung eines Berichts über eine Studie, die anscheinend die Negativfolgen für die Entwicklung fremdbetreuter Kinder widerlegt. Jörg Zittlau eifert sogar: „Die Abwesenheit der Mutter schadet den Kleinen nicht – im Gegenteil!“ Weiter führt er aus, dass vor allem für Mädchen die Distanz von der Mutter besonders vorteilhaft sein soll, denn diese entwickelten dann weit weniger Verhaltensauffälligkeiten als Mädchen, die von ihren Müttern betreut wurden. Zittlau stützt sich dabei auf „eine der größten entwicklungspsychologischen Studien“, ohne diese zu benennen. Britische Säuglinge genießen den Aufenthalt in der Kinderkrippe fernab vom Elternhaus anscheinend besonders, wie die Millennium Cohort Study beweisen soll, denn sie entwickelten sich blendend. Kein Wort darüber, auf welche Normen sich die Tests beziehen, und kein Wort darüber, wie sich die Entwicklung über das 5. Lebensjahr hinaus gestaltete.


Überschrieben ist der Artikel demaskierend: „Balsam für die Seelen berufstätiger Mütter“. Zunächst stellt sich hier doch die Frage, warum berufstätige Mütter überhaupt wunde Seelen haben. Doch nur, weil sie spüren, ihrem Kind geht es nicht gut in der Krippe ( der tägliche Umzug von einem Aufenthaltsort zum anderen, der täglichen Bruch von einer Beziehungsperson zur anderen, der laute Kantinentisch, das tägliche Heimweh nach Mama und Papa und die laute oder leise Wut, beiseite geschoben worden zu sein ). Wund sind die Seelen, weil die Frauen dem Mainstream zuinnerst misstrauen und weil sie durch die Doppelbelastung selbst am Ende ihrer Kraft sind ( der morgendliche Übergabe- und der abendliche Abholstress. Bis zur psychischen Erschöpfung addieren sich tagtäglich die beruflichen und familiären Ansprüche für die Eltern ). Und wund sind die Seelen, weil die Mütter keinen Ausweg aus dem Dilemma sehen, dass der Familie bei nur einem Verdienst einfach zu wenig Geld bleibt.


Aber die Frage nach der Ursache des Zerriebenseins stellen die Medien nicht, und unsere, die Frauen ausbeutende Politik erst recht nicht.


Dass berufstätige Mütter von Kleinkindern nach Balsam für ihre wunden Seelen lechzen, dürfte jedem einleuchten. Die Frage ist nur, ob fragwürdige Studien Heilung bringen, oder ob nicht eher unser verkorkster Generationenvertrag familiengerecht reformiert gehört, damit Eltern sich stressfrei, gelassen und heiter ihren Kindern zuwenden können.

Es ist genug Geld da



Zunächst wollen wir einfach mal feststellen: Es ist genug Geld da. Die Frage ist einfach nur, an wen und in welcher Form wird es verteilt. Wenn die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder am Wochenende dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entgegen kommt und das ab 2013 geplante Betreuungsgeld schon vorab um 50 Prozent kürzt, noch bevor es in Kraft tritt, ist der Verweis auf die gespannte Kassenlage jedenfalls kein überzeugendes Argument. Ganz zu schweigen davon, dass die Milliardenbeträge, die derzeit wieder für Griechenland oder Bankenrettungen in der Diskussion sind, ja offenbar auch irgendwoher kommen, obwohl die Kassen angeblich ständig leer sind.

Wir wollen doch in diesem Moment einmal kurz der vier Milliarden (das ist eine Zahl mit neun Nullen) gedenken, die der Bund zur Verfügung gestellt hat, um neue Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren zu bauen. Und dann wollen wir auch an die vier Milliarden (noch mal neun Nullen) erinnern, die die Länder ebenfalls zugesagt haben für den gleichen Ausbau. Es existieren also nach wie vor und trotz angespannter Kassenlage (als ob diese jemals entspannt wäre) gewaltige Geldsummen, die für die Betreuung der Kinder gedacht sind. Sie sollen aber alle komplett in das staatliche Betreuungssystem fließen und nicht an die Familien direkt gezahlt werden.

Ich verstehe die Argumentation ehrlich gesagt nicht. Wieso kann nicht ein Teil dieser Milliardensumme genommen werden, um es direkt an die Eltern mit kleinen Kindern auszuzahlen?

Wenn ich für meine Kinder einen Kitaplatz in Anspruch nehme, kostet dies den Staat im Durchschnitt bundesweit etwa 11.000 Euro im Jahr. Die Zahlen schwanken ein bisschen je nach Bundesland. Aber dies ist der normale Rahmen, in dem sich die Summe bewegt. Wenn ich mich als Mutter oder Vater entscheide, die Kinder selbst groß zu ziehen und das geplante Betreuungsgeld in Anspruch nehme anstatt des Kitaplatzes, dann kostet dies den Staat nur 1.680 Euro im Jahr. Es würde den Staat also nicht einmal mehr 20 Prozent der ursprünglichen Summe kosten, die er sowieso bereit wäre auszugeben. Rechnet man es auf zwei Jahre hoch – wie ursprünglich geplant – dann steht dort eine Summe von 22.000 Euro (Kita) gegen eine lächerlich kleine Summe von 3.360 Euro Betreuungsgeld für den gleichen Zeitraum.

Es ist also kein Geld da in der Kasse? Na, dann lasst uns doch sparen! Warum nur schwenkt der Staat nicht auf die für ihn deutlich günstigere Lösung ein und fördert die Eigeninitiative und Erziehungsgewalt der Eltern? Kostengründe können es jedenfalls nicht sein, denn die Zahlen zeigen deutlich ein anderes Bild.

Offenbar will niemand wirklich, dass die Eltern mindestens drei Jahre ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Das System braucht vor allem die Arbeitskraft der Frauen und das möglichst sofort. Dazu noch die immer wieder neu formulierten Schmährufe in Richtung der Eltern. Die Degradierung des Betreuungsgeldes als »Herdprämie«, damit klar ist: Eltern, die dieses in Anspruch nehmen, vergeuden ihre wertvolle Zeit »am Herd« anstatt sich produktiv in die Gesellschaft einzubringen. Ich kann es bald nicht mehr hören. Kinder groß zu ziehen ist erstens keine vergeudete Zeit, sondern die recht exklusive, zeit- und geldintensive Investition in »Humankapital«. Zweitens brauchen wir genau dieses Humankapital, sprich Kinder, denn sonst nützt auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze nichts.

Wir reden immer gerne von Wertevermittlung und von Bildung, wenn es um Kinder geht. Beides soll intensiv geschehen, die Frage ist nur, wie und durch wen? Es sind nicht in erster Linie die Bildungserfolge, die uns fehlen, sondern die so genannten Sekundärtugenden. Dinge wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, Kritikfähigkeit, Selbsteinschätzung, Sozialverhalten, gutes Benehmen, Höflichkeit, Teamfähigkeit und manchmal sogar Tischmanieren. Mein Vorschlag: Fragen Sie doch mal bei Unternehmern nach, die auf der Suche sind nach Auszubildenden, die können Ihnen ein Lied davon singen, was den jungen Menschen in unserem Land so alles fehlt. Das sind Dinge, die unsere Kinder nicht in der Schule lernen und dort auch niemals lernen werden. Es sind Dinge, die in mühsamer, nervenaufreibender Kleinarbeit in den Familien vermittelt werden. Durch Wiederholung, Erinnerung und das persönliche Vorleben. Es gehört inzwischen zur bildungspolitischen Binsenweisheit, dass Kinder am besten durch Erfahrung und Nachahmung lernen und nicht durch Frontalunterricht. Kinder ahmen nach, was sie bei anderen sehen. Es kommt also sehr darauf an, mit wem sie in der Regel ihre Zeit verbringen. Es geschieht nicht einmal bewusst, sondern im Unterbewusstsein. Und deswegen können wir all diese Sekundärtugenden nicht im Unterricht vermitteln mit Lehrern, die im 45-Minuten-Takt wechseln. Es funktioniert zu Hause, in der Familie, oder gar nicht.

Warum nur macht es die Politik den Eltern so schwer, sich die Zeit für ihre Kinder zu nehmen? Zeit, um all dies einzuüben und zu wiederholen, was die Kinder später in ihrem Leben so dringend brauchen werden? Ich kenne die Argumente der Kritiker, die dann immer gerne darauf verweisen, dass die Schule doch so viel leisten muss, was die Kinder zu Hause nicht vermittelt bekommen. Da beißt sich die Katze allerdings in den Schwanz: Denn wo keine Zeit zu Hause, da wird nichts vermittelt und das landet dann bei der Schule – die das in der Regel dann aber auch nicht ausbügeln kann. Es folgen Therapien aller Arten, die man früher nicht brauchte, bis hin zu einer steigenden Zahl von Kindern, die inzwischen medikamentös behandelt werden, weil man sie nicht mehr in den Griff bekommt. Stellen wir uns so die Zukunft unserer Familie vor? Dabei wäre es so einfach, die Weichen anders zu stellen und den Eltern Ruhe und Zeit zu verschaffen, damit sie später die Kinder mit gutem Gewissen in den staatlichen Kindergarten- und Schulbetrieb geben können mit der Sicherheit in der Hinterhand: Mein Kind ist darauf emotional gut vorbereitet.

Richtig ist zumindest die Entscheidung der Familienministerin, dass auch Eltern in Teilzeiterwerbstätigkeit in den Genuss von Betreuungsgeld kommen sollten. Denn es ist nicht einzusehen, warum diejenigen Mütter und Väter, die versuchen, im Beruf am Ball zu bleiben, die versuchen, trotz knapper Zeit noch ein bisschen dazu zu verdienen, abgestraft werden sollen. Es ist im Übrigen ein skandinavisches Modell, das die Ministerin da vorschlägt. Dort existiert eben so ein Betreuungsgeld schon sehr lange. In der Summe ist es dort deutlich höher als die 140 Euro, mit denen man die Eltern in Deutschland ruhig stellen will, das System ist aber das gleiche: Eltern, die die Betreuung der Kinder voll übernehmen, bekommen das Geld, das der Kitaplatz kosten würde, in hoher Summe ausgezahlt. Eltern, die auch teilweise arbeiten gehen, bekommen einen abgestuften Satz des Betreuungsgeldes. Na geht doch. Wieso ist dieses System für Deutschland nicht denkbar? Wir verweisen doch sonst immer gerne auf Skandinavien. Das einzige Problem aus Sicht der Politik ist, man müsste das Geld den Eltern direkt in die Hand geben, deswegen hat man in Deutschland Skrupel.

Wir misstrauen den Eltern in unserem Land. Wir gestehen ihnen auch keine Fehler zu. Wenn sie es – wider Erwarten – jedoch trotzdem gut hinbekommen mit der Kindererziehung, nehmen wir das geschaffene »Humankapital« aber gerne als künftige Steuerzahler an.

Birgit Kelle, Vorsitzende von Frau 2000 plus


Treulose Betreuung

Ab August 2013 ist es soweit: Schon Einjährige haben dann Anspruch auf einen Krippenplatz. Reichen die Kapazitäten? Auf der Zielgeraden soll jedes dritte Kind versorgt sein. Das Deutsche Jugendinstitut hat berechnet, dass knapp 25.000 Erzieherinnen allein in den alten Bundesländern fehlen werden: Über „das Personal als begrenzenden Faktor“ sei zu spät nachgedacht worden.

Streit um Betreuungsgeld

Berlin – Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will das für 2013 geplante Betreuungsgeld für Eltern nur noch ein Jahr statt wie ursprünglich beabsichtigt zwei Jahre lang auszahlen.

Vorzeigeland Schweden?

Immer dann, wenn in Deutschland über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie diskutiert wird, dauert es nicht lange, und einer der Krippenbefürworter, in der Regel sind es Familienpolitiker der Bundesregierung, bringt als positiven Vergleich die Situation in Schweden in die Debatte ein. Ein Totschlagargument ist dieses Schweden inzwischen geworden, jedenfalls hier in Deutschland. Dabei macht sich offenbar niemand die Mühe, einmal die wahren Umstände in dem skandinavischen Land herauszufinden. Sonst würden die Parolen anders lauten, denn die wahre Lage in Schweden sieht dramatisch aus.

Kinderärzte warnen vor schlechten Krippen

Brigitta vom Lehn ( Stuttgarter Zeitung ) berichtet über die diesjährige Jahrestagung der Kinderärzte in Bielefeld und deren Warnungen vor einer Kinderbetreuung, die den Ansprüchen der Kinder nicht gerecht wird.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.betreuung-kinderaerzte-warnen-vor-schlechten-krippen.f855b6a4-12cb-4bbc-a28e-fa04aa06918a.html

Der Weg zum Superkind

Auch wenn sich diese Website eher mit Gerechtigkeitsfragen befasst, so soll folgender TV-Beitrag aus „Abenteuer Forschung“ ( ZDF, 27. 09. 2011 ) unseren Lesern nicht vorenthalten werden.http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1441158/Die-Wissenschaft-von-der-Erziehung

 

ÖDP-Aktion für besseres Elterngeld

Die Umwelt-und Familienparte ÖDP will mit einer Postkartenaktion die Familienministerin Frau Kristina Schröder von einem effektiveren Elterngeld überzeugen, das alle Eltern in gleicher Höhe unterstützt. Bei : materialversand@oedp.de können die Postkarten angefordert werden. Je mehr Leute sich an der Aktion beteiligen, desto brennender wird das Anliegen in Berlin wahrgenommen. Pressemitteilung unter:

http://www.ödp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/oedp-aktion-fuer-besseres-elterngeld/?PHPSESSID=69698bfacc153cf616263c668580b567