nennt Robin Alexander in WELTonline die Aufforderung der Kanzlerin, nicht zwischen Menschen mit Kindern und Menschen ohne Kinder zu unterscheiden und die Debatte zu beenden. Ob die Kanzlerin sich ihr Wählerklientel nicht vergraulen will, oder ob sie bloß „beratungsresistent“ ist was den sog. Generationenvertrag betrifft, sei dahingestellt. In jedem Fall scheint sie das Thema nicht sonderlich zu interessieren.
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Das Problem ist unser Sozialsystem
Umlagefinanzierung und Arbeitsmarktstruktur machen Kinderlose zu Profiteuren. Doch das Grundgesetz verlangt die Förderung der Familien, kommentiert Kostas Petropulos, der Leiter des Heidelberger Familienbüros.
http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2012-02/familienpolitik-abgabe-kinderlose
Strafzahlung für Kinderlose?
Strafzahlung?
Diese Wortschöpfung könnte, wenn wir Glück haben, der Anstoß für eine längst fällige Gerechtigkeitsdebatte werden. Denn es geht einzig um Gerechtigkeit. Ein Elternpaar mit drei Kindern verliert bei 30 000 Jahresbruttoeinkommen trotz Kindergeld gegenüber einem kinderlosen Ehepaar jährlich 14 215 Euro, monatlich also 1 185 Euro an frei verfügbarem Einkommen, pro Kind also 395 Euro. Diese Zahlen stammen vom Deutschen Familienverband, Berlin, für das Jahr 2012. Hätten Familien das gleiche Einkommen zur Verfügung wie Kinderlose, dann gäbe es fast keine Familien-und Kinderarmut in Deutschland. Im Übrigen stellte das Bundesverfassungsgericht klar, dass Familien wegen ihres generativen Beitrags nicht benachteiligt werden dürfen.
Wer nach der Ursache dieser Diskrepanz sucht, der erkennt, dass die Eltern genauso hohe Sozialabgaben abführen wie Arbeitnehmer ohne Nachwuchs, obwohl die Kinder tagtäglich über 18 Jahre genährt, gekleidet, gebildet und versorgt werden müssen (Wohnung, Heizung, Wasser, Strom, Fahrtkosten). Eltern zahlen also doppelt oder mehrfach in die soziale Absicherung der Gesellschaft mit dem Erfolg, dass sie bei der eigenen Rente noch einmal hohe Einbußen erleiden werden. – Wie war das nochmal mit der Strafzahlung?
Kinderlosigkeit hat Konsequenzen
Kaum war der Vorschlag auf dem Tisch, wurde er von berufener Stelle wieder weggefegt: Sowohl Familienministerin Schröder als auch Bundeskanzlerin Merkel haben sich gegen den Vorschlag junger Unionsabgeordneter gewandt, eine Zusatzabgabe für Kinderlose einzuführen. Die Spitzenpolitiker scheuen die Konfrontation mit der wachsenden Gruppe der Menschen, die ohne Nachwuchs bleiben, konstatiert Kostas Petropulos vom Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit. Dabei liegt für ihn auf der Hand: Kinderlose müssen Verantwortung übernehmen.
http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Politikum/2012/02/Manuskripte/15_petropulos.pdf
Junge CDU-Abgeordnete wollen Gerechtigkeitslücke beseitigen
Es klingt fast wie ein Wunder. Junge CDU-Abgeordnete um den Chemnitzer Marco Wanderwitz, Vater von drei Kindern, wollen sich für mehr Generationengerechtigkeit einsetzen und kinderlose Mitbürger in die Verantwortung nehmen. Bitte beteiligen Sie sich an der Abstimmung: Sollen Kinderlose eine Sonderabgabe zahlen? Ja/Nein?
Veranstaltungstipp
BEVORZUGT UNSERE RECHTSORDNUNG KINDERLOSE? – STAATLICHE UMVERTEILUNG ZULASTEN DER FAMILIENMittwoch 8. Februar 19.30 UhrErbacher Hof, Ketteler-Saal, Grebenstr. 24-26, Mainz, Deutschland
Werden Kinderlose materiell besser gestellt als Familien mit Kindern? Dieser Frage wollen wir im Rahmen dieser Abendveranstaltung nachgehen und mit Ihnen und unseren namhafte Referenten diskutieren. Hierzu laden wir Sie herzlich ein!
Mit:
Prof. Dr. Udo Di Fabio Bundesverfassungsrichter a.D Dr. Jürgen Borchert Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht Staatsministerin Christine Haderthauer Bayrisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Christian Baldauf, MdL Stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender in RLP u. stellv. CDU Landesvorsitzender Bettina Wiesmann, MdL, Familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Hessen
Moderation:
Robin Alexander, Redakteur „Die Welt“ und Autor