Nachlese zum Muttertag 2013

„…. Denn Muttertage, das ist wahr, die sind an allen Tagen. Ich hab dich lieb das ganze Jahr! Das wollte ich dir sagen.“, so sagten es unsere Kinder ihrer Mama zum Muttertag auf.                             

Tempi passati! Klaus Kelle macht sich seine Gedanken zu vereinbarten Müttern und vereinbarten Kindern.

http://www.freiewelt.net/blog-5386/bleibt-stehen-und-klatscht-einfach-beifall.html

 

Kinderschwund nicht als Bürde sehen, sondern als „Chance“,

so empfiehlt es die Kanzlerin in ihrer Lobrede auf die „Fortschritte“ zur Bewältigung des so genannten demographischen Wandels. Ursachenforschung oder Behebung der Nachwuchsbremsen – Fehlanzeige! „Wir dürfen nicht auf Kosten der nachwachsenden Generation leben“, so das Credo der Kanzlerin. Doch sie realisiert nicht, dass wir das ja bereits tun, wenn wir den Kindern ihre Mütter mit 5,4 Milliarden Steuergeld plus jährliche Betriebskosten für Ganztagsbetreuung abkaufen. Zurück bleibt eine vaterlose und mutterlose Generation.

http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Mediathek/mediathek_node.html?id=711072

 

Einheitsschule – im Galopp!

Elternschaft und Philologenverband laufen – wohl aussichtslos – Sturm gegen die geplante Kürzung von Lehrerstunden an allgemeinbildenden Schulen und Gymnasien durch die Stuttgarter Landesregierung. Die Schwäbische Zeitung berichtet heute darüber. Dazu unser Leserbrief:

„Schleichende Erosion der Gymnasien“ meint der Landesvorsitzende des Philologenverbands, Bernd Saur, zur Streichung von Lehrerstunden. Erosion ja, aber nicht schleichend, sondern im Galopp. Denn der grün-roten Regierung geht es bei der angekündigten Maßnahme doch gar nicht um Einsparungen, sondern um die zügige Durchsetzung der ganztägigen Einheitsschule! Dabei verfolgt sie pfiffig ihren angekündigten Plan. Erster Schritt: Abschaffung der Grundschulempfehlung, 2. Schritt: Kinder strömen in Scharen aufs Gymnasium, 3. Schritt: eine Großzahl der Schüler fühlt sich überfordert, braucht Nachhilfe, 4. Schritt: viele Eltern sehen sich dazu nicht imstande und fordern die Ganztagsschule ohne Hausaufgaben – und schon hat man die vermeintliche „Chancengleichheit“ hergezaubert! Der erwünschte grün-rote Nebeneffekt: Der Störfaktor Kind ist verlässlich eliminiert, so dass die Eltern vollzeitig ihrem Erwerb nachgehen, und wenigstens tagsüber so leben können, als hätten sie keine Kinder.

Bärbel Fischer

Prognose für Deutschlands Elite 2030

Seit Jahrzehnten werden in Schweden Kinder von kleinauf ganztags in Krippen „g e b i l d e t „! Hierzulande spricht man vom skandinavischen Krippenparadies und eifert den Schweden nach Kräften nach. Und jetzt das: 

Schwedische Professoren klagen über ihre dummen Studenten.

Der Westen 04.05.2013 | 00:19 Uhr

Stockholm. Unter Schwedens Hochschullehrern macht sich Frust breit: Sie finden, dass schwedische Studenten einfach nicht klug genug sind.

Historikerin Hanna Enefalk und zahlreiche ihrer Kollegen von der altehrwürdigen Universität Uppsala warnten jüngst davor, dass die Schweden mit der Hochschulreife nicht einmal ihre Muttersprache beherrschten. Dabei gehe es nicht nur um die Rechtschreibung, so Enefalk. Die sei insgesamt „elendig“, aber weil es an den meisten Arbeitsplätzen ja Computer mit Korrekturprogrammen gebe, habe man das schon längst abgehakt. Das grammatikalische Vermögen ist so begrenzt, dass die schriftlichen Aussagen der Studenten teilweise unverständlich werden“, heißt es.

Auch die Allgemeinbildung lasse zu wünschen übrig, meldeten sich andere schwedische Hochschullehrer zu Wort. Viele schwedische Studenten wüssten nicht mal, wer Vincent van Gogh war.

Gleichzeitig forderten die schwedischen Studenten ständig Lob und gute Noten, selbst für mangelhafte Arbeiten. Lehrer, die „keinen bloßen Unterhaltungsunterricht“ veranstalteten, würden gemobbt. Etwa durch Beschwerden an den Institutsleiter, in Umfragebögen zur Unterrichtsqualität und durch anmaßende Kommentare im Unterricht selbst.

Wer schlechte Noten bekomme, fühle sich gekränkt. „Studenten sehen sich heute mehr als Kunden, die erwarten, dass die Schule liefert“, sagen etwa die Hochschullehrer aus Uppsala.

André Anwar 

http://www.derwesten.de/panorama/schwedische-professoren-klagen-ueber-ihre-dummen-studenten-aimp-id7915647.html#comments

 

„Wie kann das passieren in einem Land mit Bildung von Anfang an?“, fragt  Frau Dr. Erika Butzmann in ihrer Buchbesprechung von: „Glückliche Krippenkinder“, Beltz-Verlag 2013.

„Die wissenschaftliche Psychologie hat dafür eine Erklärung: In den ersten zwei Lebensjahres entwickelt sich die Leistungsbereitschaft des Kindes, indem es feststellt, was es bewirken kann und wie die Eltern darauf reagieren.

Freuen sich die Eltern über die Freude des Kindes, ist es hoch motiviert, weiter zu machen. Dafür muss die primäre Bindungsperson immer in der Nähe sein, denn kleine Kinder sind ständig aktiv. Gibt es diese Gefühlsspiegelung durch Ignoranz oder Abwesenheit nicht, erlahmt die Leistungsbereitschaft schon sehr früh.

Weitere Beispiele aus diesen Ländern lassen sich für das Sozialverhalten Jugendlicher nennen. Denn die Folgen frühkindlicher Entbehrungen zeigen sich erst, wenn die Kinder sich von ihre Eltern ablösen. Wahrscheinlich müssen wir auch 20 Jahre warten, bis unsere bundesdeutsche Gesellschaft begreift, was sie über viele Jahre erfolgreich ausgeblendet hat.“

 

 

Wie schön wäre Vereinbarkeit ohne den Bremsfaktor Kind!

Birgit Kelle zur Vereinbarkeitslüge:

Am Beginn jeder Kosten-Nutzen-Rechnung steht die Frage: was will man erreichen? Ohne Zielvorgabe kann ja nicht entschieden werden, ob das eingesetzte Geld auch tatsächlich die erwünschte Wirkung erzielt hat. Das ist das größte Problem bei der aktuell veröffentlichten Studie des München Ifo-Instituts zum Thema Kindergeld. Gewaltige Summen sind da im Spiel, kann man überall lesen. Über 39 Milliarden Euro lässt der Staat sich das jährlich „kosten“ verkündet die FAZ. Räumen wir also zunächst erst einmal das Missverständnis aus dem Weg, hier handele es sich tatsächlich um eine familienpolitische Höchstleistung, die der Staat angeblich vollbringt. Man ist ja als Eltern immer geneigt, sofort auf die Knie zu fallen und danke zu rufen, jedenfalls wird das gesellschaftlich erwartet. Mein Gott, man lässt es sich in Berlin „etwas kosten“ dass ich vier Kinder groß ziehe. Nur leider ist Kindergeld im wesentlichen keine Leistung, kein zusätzliches Geld, das der Staat raus rückt, sondern das Zurückzahlen von zu viel gezahlten Steuern der Eltern, weil man sich erlaubt, das Existenzminimum ihrer Kinder mit Steuern zu belegen und anschließend kleinlich abgezählt zurück gibt, was einem gar nicht gehört. Wenn ich Ihnen zwei Äpfel schulde, Ihnen aber vier wegnehme um dann Monate später zwei wieder zurück zu geben – ist das dann eine großzügige Geste von mir, oder nur überfällige Kompensation? Eben.

Weiterlesen unter:

http://www.atkearney361grad.de/uber-uns-a-t-kearney/

„Hochwertige“ Kinderbetreuung macht Eltern überflüssig

BMFSFJ Internetredaktion

Pressemitteilung Nr. 35/2013, veröffentlicht am Mo 06.05.2013

Thema: Kinder und Jugend

Für eine hochwertige Kinderbetreuung: Bundesregierung startet „Lernort Praxis“

Eine gute Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen. Das leistet das neue Programm „Lernort Praxis“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zentraler Baustein und Erfolgsfaktor sind dabei die praktischen Ausbildungsphasen: Direkt in den Einrichtungen werden Fachkräften Best-Practice-Beispiele vermittelt, auf denen sie im Alltag aufbauen können.

„Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und Tagesväter übernehmen jeden Tag große Verantwortung: Sie kümmern sich um die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Kinder und geben ihnen besonders Nähe, Verlässlichkeit und eine stabile Beziehung“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. „Sie eröffnen den Kindern aber auch einen ersten Zugang zu Bildung. Praxisphasen in Kitas sind für angehende Erzieherinnen und Erzieher deshalb unersetzlich, um sich auf ihre zukünftige Tätigkeit vorzubereiten und wichtige Erfahrungen zu sammeln.“

Das Programm „Lernort Praxis“ stellt Erzieherinnen und Erziehern qualifizierte Praxismentorinnen und Praxismentoren zur Seite. Sie sollen die Einrichtungen unterstützen und das Personal entlasten, so dass den Fachkräften genügend Raum für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Eltern bleibt. Diese Erfahrungen  fließen in ein Curriculum ein, das Qualitätsstandards für die Praxisanleitung in Kitas setzt. Zudem fördert das neue Programm die Kooperation zwischen Schule und Kita. Es werden ferner Ausbildungsformate unterstützt, die bisher unterrepräsentierte Personengruppen stärker ansprechen – wie Männer, Menschen mit Migrationshintergrund oder berufserfahrene Personen, die sich beruflich umorientieren.

Bisher beteiligen sich sieben Bundesländer an der Umsetzung: Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ab August 2013 können dort insgesamt 75 Praxismentorinnen und Praxismentoren ihre Arbeit aufnehmen und während der dreijährigen Projektlaufzeit die Kitateams unterstützen. Die Antragsfrist startet am 6. Mai 2013. Jedes Projekt erhält jährlich 25.000 Euro für eine zusätzliche halbe Stelle sowie Sachkosten. Insgesamt stellt der Bund acht Millionen Euro zur Verfügung.

Gewinnung und Qualifizierung von Fachpersonal und Stärkung der Qualität der Kindertagesbetreuung sind Teil des 10-Punkte-Programms für ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot der Bundesregierung. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bmfsfj.de <http://www.bmfsfj.de> sowie

www.fruehe-chancen.de/lernort_praxis

<http://www.fruehe-chancen.de/lernort_praxis>.

Das neue Programm startet unter dem Dach „Frühe Chancen“ und ist ein wichtiger Teil der Anstrengungen des Bundes zur Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote in Deutschland. 2007 hatten sich Bund, Länder und Kommunen über den Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bis 2013 verständigt: Rund 750.000 Betreuungsplätze sollten bis 2013 geschaffen werden. Die Kosten für den Ausbau eines bedarfsgerechten Angebots von zwölf Milliarden Euro tragen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam – der Bund davon ein Drittel.

Für die Investitionskostenzuschüsse hat der Bund 2007 das Sondervermögen „Kinderbetreuungsausbau“ im Umfang von 2,15 Milliarden Euro aufgelegt. Auch die Zuschüsse des Bundes zu den laufenden Betriebskosten für die neuen Plätze in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege von 1,85 Milliarden Euro gehen bis 2013 direkt an die Länder. Anschließend fließen dauerhaft 770 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr für die Betriebskosten direkt in die Landeshaushalte.

2012 haben die Länder einen höheren Bedarf von 30.000 zusätzlichen Betreuungsplätzen für unter Dreijährige angemeldet: Bundesweit also insgesamt ein Bedarf von 780.000 Plätzen. Für die Einrichtung dieser zusätzlichen Plätze stellt der Bund – ebenfalls zusätzlich – 580,5 Millionen Euro zur Verfügung, den Betrieb dieser neu geschaffenen Plätze unterstützt der Bund mit jährlich  75 Millionen Euro.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend                                             E-mail: poststelle@bmfsfj.bund.de <mailto:poststelle@bmfsfj.bund.de>                    Internet: http://www.bmfsfj.de <http://www.bmfsfj.de>                                      Servicetelefon: 030 201 791 30                                                                                       Wann können Sie anrufen? Montags bis donnerstags von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

Klartext Haderthauer:

Leipzig (ots) – Bayerns CSU-Familienministerin Christine Haderthauer ist empört über die Diffamierung des Kindergeldes. Wirtschaftswissenschaftler vom Münchner ifo-Institut hatten in einer Analyse festgestellt, ein höheres Kindergeld führte dazu, dass Mütter ihre Lohnarbeit reduzierten. Bei einer attraktiven öffentlich geförderten Kinderbetreuung blieben die Mütter dagegen eher im Job. Unterm Strich ginge es Familien deshalb finanziell nicht besser, trotz höherem Kindergeld.

Die Ministerin sprach, gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ (Donnerstag-Ausgabe), von einer „zynischen und kalten wirtschaftswissenschaftlichen Sichtweise“, die faktisch zur Empfehlung führe, „Familien auszuhungern, damit dann allein aus wirtschaftlichem Druck beide Eltern Vollzeit arbeiten müssen“. Kinder seien für ihre Eltern aber „mehr als ein wegzuorganisierender Störfaktor“, sagte die Politikerin. Und Kinder hätten ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte, „darunter auch das Recht auf Zuwendung und Zeit durch ihre Eltern“. Kinderbetreuung sei „wichtig, aber nicht alles“, Kinder kosteten auch darüber hinaus jede Menge Geld. „Das vom Bundesverfassungsgericht zu recht geforderte Kindergeld und der Kinderfreibetrag sind lediglich ein minimaler Lastenausgleich dafür.“

Fehlinterpretation einer IFO-Studie

Das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V. sieht die jüngste IFO-Studie völlig falsch interpretiert durch eine mediale Koalition von Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitikern. Anstatt zu akzeptieren, dass die Kindergelderhöhung von 1996  die Wahlfreiheit der Eltern stärkte zugunsten einer längeren Familienzeit, machen sie daraus ein „Leiden“, unter dem Mütter seither ächzen.

http://www.i-daf.org/aktuelles/aktuelles-einzelansicht/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=46&cHash=73476dd3e909e0fb93dc31e277e5a5c8

 

Sehr geehrter Herr Rainer!

Nun haben es die Ministerien von Herrn Schäuble und Frau Schröder ( ehem. U.v. d. Leyen ) schwarz auf weiß, dass familienpolitische Leistungen wie Kindergeld oder -freibeträge so gut wie wirkungslos sind, bzw. „konträr“ wirken. Konträr oder wirkungslos wofür? Für den Arbeitsmarkt natürlich! Man beurteilt eine familienpolitische Leistung heute doch nicht mehr nach deren Wirkung für das Wohlergehen oder den Bestand der Familien! Das wäre in den Augen unserer Politiker völlig abwegig. Der einzige Maßstab, der heute noch gilt, ist das Wohlergehen des Marktes. Wenn Sie als Leiter der Studie ( ifo: Konträre Wirkungen familienpolitischer Maßnahmen, 29. 04. 2013 ) auch einräumen, dass das Wohlergehen der Kinder bei der Beurteilung staatlicher Leistungen auch eine Rolle spielen müsse, so war dieses Kriterium für die Studie offenbar überhaupt nicht nachgefragt. Das Blickfeld der vorliegenden Studie ist so sehr auf kurzfristige Rentabilität eingeschränkt, dass biologische oder humane Erwägungen gar keine Rolle mehr spielen.
 
Für Politik, Wirtschaft und Medien scheint in den letzten Jahren Familie zu einer Zweckgemeinschaft mutiert zu sein, deren einziges Interesse sich auf Vereinbarkeit mit Berufs-und Erwerbsarbeit und wirtschaftliche Prosperität konzentriert. Diese Sichtweise wird blindlings auf alle deutschen Familien übertragen – ungeprüft! Da wird nicht mehr gefragt, wie sehr eltern-fernes Aufwachsen die abgelieferten Kinder belastet. Da wird über Eltern einfach verfügt wie über kinderlose Arbeitnehmer. Sie sollen zwar Kinder zeugen, aber  mit ihnen zusammen leben, das sollen sie nicht dürfen. Dass zwei Drittel aller Eltern aber genügend Zeit und Energie für eine personale Bindung zu ihren Kindern, zumindest in den ersten Lebensjahren, wünschen, wird von den Studienbeauftragten gar nicht erst zur Kenntnis genommen. Wir Eltern dagegen verstehen unter Familie einen Hort für die Generationen, autonom und frei von staatlichen Zugriffen, aber unter Würdigung unserer Leistung. Der Staat aber bemächtigt sich immer mehr der Familien durch die Umleitung elterlicher Arbeitskraft aus der Familie in den Arbeitsmarkt, und die Verweigerung kindlicher Rechtsansprüche auf elterliche Erziehung ( Art. 6 GG ).
 
Was haben eigentlich familienpolitische Leistungen mit dem Arbeitsmarkt zu tun? Genauso gut könnte man untersuchen, ob die Zahlung von Kindergeld gut oder schlecht ist für die Außenpolitik, gut oder schlecht für die Rechtsprechung, gut oder schlecht für die Entwicklungshilfe. Dabei bedeuten Familien für das soziale Gefüge und die Stabilität der Gesellschaft  einen Wert an sich, der nicht nach Wirtschaftlichkeitsfaktoren zu beurteilen ist.  Und wenn schon gemessen wird, wo bleibt die Gewinnseite? Ihr ifo-Institut hat vor wenigen Jahren den Output eines jeden Kindes für den Staat im Lauf seines Lebens mit 77 000 Euro berechnet. Mit welcher Arroganz erlauben sich dann unsere Politiker, den rechtmäßigen Anspruch von Familien infrage zu stellen, wo das Kindergeld überdies  zu 2/3  von den Eltern selbst erwirtschaftet wird und als Rückzahlung für die illegal besteuerten Kinder-Existenzminima installiert wurde? Sind solche Zusammenhänge unseren Politikern und „Forschern“ nicht bekannt oder werden sie einfach ignoriert? Eine Studie, die nur den Input in Form von Pseudo-Leistungen betrachtet, den Ertrag aber ausblendet, kann doch nicht ernstgenommen werden, Herr Rainer!
 
Nach Ansicht der mit uns verbundenen Eltern wird die gesellschaftliche Akzeptanz von Elternschaft und die Hochachtung vor jedem noch geborenen Kind in unserem Land bis zur Fratze beschädigt, nicht zuletzt durch immer neue ignorante Studien. Man kann es jungen Leuten nicht verargen, wenn sie sich Spott und Hohn und ein hohes Verarmungsrisiko durch mögliche Kinder ersparen wollen. 
 
Im Auftrag der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT grüße ich freundlich

Bärbel Fischer

…, was zu beweisen war!

ifo Institut: Konträre Wirkungen familienpolitischer Maßnahmen

29.04.2013

Kindergeld und die öffentliche Förderung der Kinderbetreuung stellen wichtige Säulen der Familienpolitik in Deutschland dar. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) in Auftrag gegebenen Gesamtevaluation von zentralen ehe- und familienbezogenen Leistungen untersuchte das ifo Institut die Auswirkungen beider familienpolitischer Maßnahmen auf Familien.

Das Ergebnis: Im Gegensatz zur öffentlich geförderten Kinderbetreuung, die die Arbeitsmarktbeteiligung von Müttern erhöht und sich größtenteils selbst finanziert, können monetäre Leistungen wie das Kindergeld zu negativen Beschäftigungseffekten bei Müttern führen. Die tatsächlichen Kosten einer Kindergelderhöhung liegen dabei deutlich über den nominalen Kosten.

Der Familienökonom Prof. Helmut Rainer, Leiter des ifo-Forschungsbereichs Sozialpolitik und Arbeitsmärkte, und seine Mitarbeiter gingen bei der heute veröffentlichten Kindergeld-Studie methodisch wie schon bei der am 15. April vorgestellten Untersuchung über die Auswirkungen der öffentlich geförderten Kinderbetreuung vor: Sie analysierten die Effekte von Kindergeld und Kinderfreibeträgen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die wirtschaftliche Stabilität und die soziale Teilhabe von Familien sowie auf die Geburtenrate bzw. die Erfüllung von Kinderwünschen. Um die Auswirkungen der Geldleistungen methodisch sauber identifizieren zu können, konzentrierten sich die Forscher auf die Erhöhung des Kindergeldes im Jahr 1996. Auch wenn die Ergebnisse dadurch nicht eins zu eins auf heute übertragbar sind, lassen sich doch klare Tendenzen darüber aufzeigen, wie sich Kindergeldzahlungen auf die Situation von Familien auswirken.

Die Ergebnisse der Kindergeld-Studie legen nahe, dass durch eine Kindergelderhöhung negative Beschäftigungseffekte bei Müttern auftreten können. Mütter mit Partnern – vor allem in Haushalten mit niedrigem Einkommen – reduzieren ihren Arbeitsumfang. Die wirtschaftliche Situation von Familien verändert sich trotz einer Erhöhung des Kindergelds insgesamt nicht signifikant, da die Kindergelderhöhung durch das nun niedrigere Arbeitseinkommen der Mütter wieder ausgeglichen wird.

Im Gegensatz dazu zeigte die Kinderbetreuungs-Studie, dass sich öffentlich geförderte Kinderbetreuung positiv auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die wirtschaftliche Stabilität von Familien auswirkt. Zum Beispiel haben Mütter, die ihr jüngstes unter 3-jähriges Kind betreuen lassen, eine um ca. 35 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein, und verdienen dadurch ca. 570 Euro brutto mehr im Monat. „Ohne ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten hingegen haben viele Mütter große Probleme, auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren – viele wollen, können aber nicht“, erklärt Prof. Rainer.

Die ifo-Wissenschaftler konnten auch nachweisen, dass der Ausbau der Krippenplätze die Geburtenrate in den Folgejahren um circa 3 Prozent ansteigen ließ. Bei der Erhöhung des Kindergeldes sind dagegen keine eindeutigen Effekte auf die Geburtenrate zu beobachten. „Bei der Entscheidung, Kinder zu bekommen, spielen für junge Paare rein monetäre familienbezogene Leistungen keine nennenswerte Rolle“, kommentiert Prof. Rainer, „Vielmehr legen sie bei der Familiengründung größeren Wert auf das Angebot an Betreuungsplätzen und damit auf die Aussicht, Familie und Beruf vereinbaren zu können.“

Die Ergebnisse zu den Auswirkungen der öffentlich geförderten Kinderbetreuung zeigten auch, dass sich diese größtenteils von selbst finanziert. Der Staat nimmt durch die erhöhte Erwerbstätigkeit der Mütter mehr Geld in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen ein und kann damit die direkten Kosten der Kinderbetreuungssubventionen zu einem beträchtlichen Teil decken. Durch die Erhöhung von reinen Geldleistungen wie dem Kindergeld entstehen dagegen zusätzliche indirekte Kosten auf Seiten des Staates: Die verringerte Arbeitszeit von Müttern führt zu niedrigeren staatlichen Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträgen. Im Mittel der Schätzungen liegt die Höhe dieser zusätzlichen indirekten Kosten in etwa auf dem gleichen Niveau wie die direkten Kosten einer Kindergelderhöhung.

Die Studien kommen insgesamt zu dem Resultat, dass der Ausbau der Kindertagesbetreuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert, die Geburtenrate erhöht und sich dabei zu einem beträchtlichen Teil selbst finanziert. Letzteres ist bei reinen Geldleistungen nicht der Fall; zusätzlich zu den direkten Kosten entgehen dem Staat hier auch Einnahmen.

Prof. Rainer stellt aber auch abschließend fest: „Eine Gesamtbeurteilung der familienpolitischen Leistungen Kindergeld bzw. Kinderfreibeträge und Kinderbetreuung muss unbedingt auch weitere Aspekte wie deren Auswirkungen auf das Wohlergehen der Kinder mit einbeziehen.“

Publikationen

  1. Rainer, Helmut, Stefan Bauernschuster, Natalia Danzer, Timo Hener, Christian Holzner und Janina Reinkowski, Kindergeld, ifo Forschungsberichte 60, ifo Institut, 2013 | Details | Download
  2. Rainer, Helmut, Stefan Bauernschuster, Natalia Danzer, Anita Fichtl, Timo Hener, Christian Holzner und Janina Reinkowski, „Kindergeld und Kinderfreibeträge in Deutschland: Evaluierung der Auswirkungen auf familienpolitische Ziele“, ifo Schnelldienst 66 (09), 2013 | Details | Download

Kontakt

Helmut Rainer

ifo Institut
Sozialpolitik und Arbeitsmärkte
Telefon: +49(0)89/9224-1607
Fax: +49(0)89/985369
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Website

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