Koalition stockt Mittel für Elterngeld auf

30 Millionen Euro kann Frau Schwesig  2015 mehr für das bundesdeutsche Elterngeld einplanen. Das hat die Koalition beschlossen, berichtet die Schwäbische Zeitung heute unter „Nachrichten und Hintergrund“, da „zunehmend mehr Väter die Auszeit im Job in Anspruch nähmen. Der Haushaltsansatz im Einzelplan betrage für 2015 also 5,4 Milliarden Euro.“
Leserbrief
Sowohl die Einkommensbezogenheit des Elterngeldes als auch die einseitige Förderung der Krippenerziehung sind   u n v e r e i n b a r  mit dem Gebot der Gleichheit vor dem Gesetz nach Art. 3 Grundgesetz. Dadurch werden Eltern 1. und 2. Klasse geschaffen, weil nicht die Erziehungsleistung selbst honoriert wird, sondern das zuvor erreichte Einkommen. So kann eine voll erwerbstätige, bislang kinderlose Frau den Höchstsatz bekommen, also das Sechsfache dessen, was eine Mutter von mehreren Kindern wegen Erwerbslosigkeit oder Teilzeiterwerb mit dem Mindestsatz von 300 Euro erhält. Weil Väter meist die höheren Einkommen beziehen, werden sie beim Elterngeld zusätzlich noch den Müttern vorgezogen. Diese staatliche Manipulierung von Eltern ist zwar politisch exakt so gewollt ( Ursula v.d. Leyen CDU, Manuela Schwesig SPD ), verstößt jedoch massiv gegen Art. 6, Abs. 1 GG und gegen das Elternrecht nach Art. 6, Abs. 2 GG.
Bärbel Fischer

 

3 Gedanken zu „Koalition stockt Mittel für Elterngeld auf

  1. „…. nicht die Erziehungsleistung selbst honoriert wird ….“. Familien sind als politische Restgröße kaum anerkannt, ja zum Teil sogar nicht anerkannt.
    Wenige Fälle von Überforderung werden allgemein so herausgestellt, als würde es in allen Familien nicht stimmen. Das ist unzulässig.
    Das Elterngeld hat tatsächlich zu einer leichten Erhöhung der Geburtenkennziffer geführt. Das bedeutet: erst ein monatliches Geld von über 1.000 Euro hat eine kleine positive Wirkung für die Gesellschaft.
    Wir brauchen mehr Anerkennung der Familien als wichtige gesellschaftliche Institution und mehr Wertschätzung ihrer Leistungen für die zukünftige Gesellschaft. Kinderbetreuung bedeutet auch innerhalb der Familie „höchstwertige zwischenmenschliche Beziehungsarbeit“. Es ist Arbeit!
    Junge Familien, gebt eure Passivität auf. Ihr habt nichts davon.

    • Danke Herr Reimann für Ihren Appell an junge Familien. Genau dies macht mir Kummer. Auf unserer Seite engagieren sich Großeltern aus Sorge um die Zukunft Ihrer Enkel. Aber die Eltern der Enkel rühren sich meist nicht. Darüber habe ich schon oft gerätselt, nachdem es doch um deren Auskommen geht! Sind sie wirklich passiv und uninteressiert, oder ächzen sie so sehr unter der Mehrfachbelastung, dass ihnen jeder politische Gedanke zuwider ist? Vielleicht ist genau dies politisch bezweckt?!?

      Wie kommen wir an diese Generation heran?

  2. Liebe Frau Fischer,

    Ihre Beobachtungen zur Generation unserer Kinder treffen zu. Lassen Sie mich ergänzen, indem ich stichwortartig einige Unterschiede zwischen unserer Generation und der unserer Kinder herausstelle.

    Wir haben die Wohnungsnot und andere Nöte der Nachkriegszeit erlebt; unsere Väter kamen an Leib und Seele lädiert aus dem Krieg zurück, wenn sie denn überhaupt aus dem Krieg zurückkamen. Wir hatten stundenlange Schulwege in miesen Nahverkehrsmitteln, und viele von uns litten noch unter Krankheiten, die heute hierzulande nicht mehr bekannt oder auf dem Rückzug begriffen sind.
    Aber: wir mussten uns um die Zukunft wenig Sorgen machen, es ging immer aufwärts. Die Straße gehörte noch uns, nicht den Autos; wenn wir bei Kameraden Besuch machten oder mit irgendeiner Sorge nach Hause kamen, warteten Mütter auf uns. In den Schulen gab es weit weniger Larifari und Hektik als heute; es ging ruhiger, intensiver, nur scheinbar langweiliger zu. Politik war ein interessantes Geschäft; mitunter übten wir „saarländischer Landtag“ im Sandkasten, indem wir herumstritten und uns wichtig taten. Der Wettlauf ins All begann, das Wirtschaftswunder riss alle mit, die Not verschwand. Was immer wir an Berufen lernten – um Arbeitslosigkeit oder dreiste Ausbeutung mussten wir uns keine Sorgen machen. Kein Mensch dachte an Altersvorsorge, die meisten aber an einen Bausparvertrag. Plötzlich gab es Urlaub und Autos. Und doch zeigten sich schon Anfang der siebziger Jahre erste Risse in den scheinbar so fest gefügten Mauern, und das, was unserer Kinder später belasten sollte, zeichnete sich langsam ab.
    Als ich zum ersten Mal an einer Lehrerkonferenz teilnahm, musste ich fassungslos feststellen, dass kein Mensch sich über die Schüler Sorgen zu machen schien; vielmehr ging es nur darum, wie denn ein jeder Kollege auf dem schnellsten Wege die damals noch möglichen Beförderungen erreichen könne. Die Gewerkschaften schienen keine anderen Sorgen zu haben als Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich. Die erste Ölkrise wurde per Schuldenmacherei überspielt, die Party sollte kein Ende nehmen. Seitdem haben wir die Staatsverschuldung.
    Was haben demgegenüber unsere Kinder in den Schulen zu hören bekommen? Was mussten sie in allen Zeitungen lesen? Bevorstehender Staatsbankrott, zu Neige gehende Ressourcen, Übervölkerung der Erde, Umwelt kaputt, die Rente unsicher, der Job sowieso. Keine Karrierechancen, allenfalls Durchwursteln, wenn Papa und Mama arbeiten gehen. Statt Adenauer und de Gaulle die kinderlose Merkel, die seltsamerweise alle Mutti nennen und die kein klares Wort zu irgendetwas sagt und ein Hollande, der wie ein aufgeregter Tertianer morgens in Verkleidung zur Freundin schleicht. Krieg in der Ukraine, Menschenschlächtereien im Nahen Osten, während die Bundeswehr kaputtgespart ist und unserer Verteidigungsministerin mehr um ihre Fototermine als um ihr Ressort besorgt zu sein scheint. Autobahnen und Schulen heruntergewirtschaftet, dafür glatzköpfige Bankiers, die ihre Banken zugrunde gerichtet haben und doch mit unverschämt hohen Gehältern prahlen können.
    Ein schrilles, bösartiges Konzert, keine einladende Ouvertüre zum Leben.
    Und da wundern wir uns, wenn unsere Kinder so sind, wie sie sind?

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