Von der „kreativen Zerstörung“ der Gesellschaft

Sehr geehrter Herr Professor Burchardt,

mit großem Interesse verfolgte ich heute auf SWR 2/Wissen Ihren ausgezeichneten Vortrag über die Ökonomisierung der Gesellschaft.

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/dollarzeichen-im-auge/-/id=660374/nid=660374/did=11948904/1vlg58n/index.html

 

Schon längst ist mir klar, dass hinter unserer Gesellschaft Strippenzieher am Werk sind. Ich vermutete allerdings eine eher sozialistische, antidemokratische „Verschwörung“. Aber nun fiel es mir wie Schuppen von den Augen: eine totalitäre Wirtschaft, ein neuer Imperialismus, der vor keinem gesellschaftlichen Bereich Halt macht.

Wir von der  ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT  spüren den Wandel seit Jahren und versuchen verzweifelt, uns dagegen zu stemmen.  Familien werden systematisch zerschlagen, damit möglichst alle Erwachsenen vollzeitig den Betrieben zur Verfügung stehen. Daher die wahnsinnige Krippenoffensive, die  zum Hohn auch noch der Steuerzahler zu berappen hat, während die Wirtschaft sich ins Fäustchen lacht. Dazu habe ich Ihnen zwei meiner Beiträge auf unserer Internetseite                                             www.forum-familiengerechtigkeit.de                                                                         angehängt ( DIABOLUS und „Mit der Brechstange in die Familien“)

Am meisten aber macht uns das Wolfsgeheul aller Parteien nach BILDUNG, BILDUNG, BILDUNG stutzig. Dabei sagt niemand, was unter BILDUNG zu verstehen ist. Klar ist nur eines: Das bisherige System, weil als „veraltet“ deklariert, muss zerschlagen werden!

Erst kürzlich kam das so genannte „GENERATIONENMANIFEST“ auf meinen Bildschirm http://www.generationenmanifest.de/manifest/.

Unter Warnung ( 8 ) finden Sie folgende Klage:

Unser Bildungssystem versagt kläglich angesichts der Herausforderungen, die die Zukunft an uns stellt. Alle Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wissen, dass unser Bildungssystem ungerecht und undurchlässig ist und die Lerninhalte unsere Kinder nicht auf zukünftige Anforderungen vorbereiten. Aber es mangelt an Mut zur radikalen Veränderung.

und folgende Forderung ( 9 ):

Wir fordern eine umfassende bundeseinheitliche Reform des Schul- und Ausbildungssystems, denn Bildung ist die effektivste, sozialste und wirtschaftlichste Form der Zukunftssicherung und der Treibstoff unserer Gesellschaft. Sie ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und schafft das Innovationspotenzial für unser Land. Alle jungen Menschen müssen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern gleiche Zugangs- und Aufstiegschancen im Bildungssystem erhalten. Lehrpläne, Unterrichtsformen und Notensysteme der Vergangenheit müssen überprüft und so gestaltet werden, dass die Lust am Lernen, die Leistungsbereitschaft und die Talente von  Jugendlichen in ihrer Vielfalt gefördert werden und ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird. Schule muss ein Ort der Begeisterung, der Stärkung des Selbstbewusstseins, der Entfaltung individueller Potentiale werden und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Denn die werden gewaltig sein.

( Bisher habe ich auf meine Kritik von den Initiatoren  des Generationenmanifestes keine Antwort bekommen, was ja Bände spricht! )

Werter Herr Professor Burchardt, mit allem, was mir an Verbreitungsmöglichkeit zur Verfügung steht, werde ich auf Ihren Vortrag hinweisen. Die Propaganda muss entlarvt werden, damit sie Macht verliert.

Im Übrigen darf ich Sie auch auf den AULA-Beitrag vom 3. Oktober von Herrn Kostas Petropolus, dem Leiter des Heidelberger Büros für Familienfragen und soziale Sicherheit, hinweisen, der auf die „Populären Irrtümer zur Demografie“ hinweist. Auch hier greifen die Instrumente zur Umerziehung der Gesellschaft perfekt.

http://www.swr.de/-/id=11948318/property=download/nid=660374/1ugpa1z/swr2-wissen-20131003.pdf

Mit seinem neuen Buch: „Sozialstaatsdämmerung“  ( Riemann-Verlag ) hat der Darmstädter Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert ebenfalls eine sehr deutliche Aufklärungskampagne gestartet.

Werter Herr Professor Burchardt, ich grüße Sie dankbar

Bärbel Fischer von der ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

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Matthias Burchardt lehrt am Institut der Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Seine Schwerpunkte sind: Allgemeine Pädagogik, Anthropologie, Archäologie des Zeitgenössischen.

 

10 Gedanken zu „Von der „kreativen Zerstörung“ der Gesellschaft

  1. Jetzt wundert mich nicht mehr, warum Politiker und Medien wissenschaftliche Ergebnisse aus Medizin und Psychologie in den Wind schlagen, wenn es um die fatalen Folgen frühkindlicher Fremdbetreuung geht (drastisch erhöhter Cortisol-Spiegel).
    Jetzt wundert mich nicht mehr, warum die Warnungen von Ärzten und Psychologen vor den Folgen doppelter und dreifacher Belastung von Müttern ( burn out ) medial tunlichst verschwiegen werden.
    Jetzt wundert mich nicht mehr, warum unsere Schüler tonnenweise Ritalin schlucken.
    Jetzt wundert mich nicht mehr, warum das läppische Betreuungsgeld zum Hassobjekt Nummer 1 für unsere Parteien wurde.

    Wollen wir so weitermachen?
    Wollen wir uns dem Diktat der OECD weiter unterwerfen?
    Denn nach dem Gesellschaftsfracking, wenn alle Ressourcen ausgelutscht sind, dann zieht das gierige Raubtier OECD weiter und hinterlässt verbrannte Erde.

  2. Zu Dollarzeichen im Auge von Prof. Dr. Matthias Burchardt:
    Besonders eindrucksvoll schildert der Autor das Beispiel „Einsatz in vier Wänden“. Ich habe mehrere dieser Sendungen gesehen. Hier werden tatsächlich Menschen bestimmte Wohn- und damit Lebensweisen übergestülpt. Das geschieht auch noch unter dem Deckmantel der Hilfe.
    Wenn die Betroffenen die neue Wohnungseinrichtung bestaunen, werden sie so dargestellt, als wären sie im siebten Himmel. In Wirklichkeit wird ihnen etwas vorgesetzt, an dessen Entscheidungen sie nicht beteiligt waren. Sie wurden ja an einem anderen Ort untergebracht und durften die Entwicklung der neuen Wohnwelt nicht miterleben.
    Kehren wir zu autoritären Zeiten zurück?
    Ich denke dabei auch an die Krippenoffensive. Medien und Politik kennen nur noch dieses Thema. Es ist knallharte Wirtschaftspolitik, den die Großwirtschaft bestimmt unser Leben und so auch zunehmend die Mütter. Andere familienpolitische Themen, wie z. B. die Mütterrente, haben – von wenigen Ausnahmen abgesehen – keinen medialen Platz.

  3. Ich sage es nur ungern: Aber mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung möchte gar nicht den eigenen Verstand einsetzen und somit Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen. Es ist doch so angenehm, wenn dem „Mündigen“ Bürger jeder Handgriff abgenommen wird und wenns schief geht, hat man wenigsten einen Sündenbock.
    Und sind wir uns mal ehrlich: wenn für eine Casting-Show im Fernsehen der Beruf hingeschmissen wird in der Hoffnung auf das grosse Glück, was erwartet man von einer solchen Gesellschaft. Und wenn genau diese Gesellschaft tatenlos zusieht wie in Politik und Wirtschaft die grössten „Dummschwätzer und Kapitalvernichter“ keine Verantwortung übernehmen sondern noch befördert oder mit Bonuszahlungen in schwindelerregender Höhe bedacht werden, dann wundert man sich gar nicht mehr.

  4. Bei aller berechtigten Diskussion um die „Ökonomisierung der Gesellschaft“, die seit Jahren in vollem Gange ist und längst dafür gesorgt hat, dass im Sprachgebrauch nur noch Gelderwerb überhaupt als „Arbeit“ angesehen wird, während Kindererziehung als „zu-Hause-bleiben“ diffamiert wird, darf eines nicht unbeachtet bleiben:
    Uns geht der Nachwuchs aus, auf den wir im Alter alle dringend angewiesen sind! Die Rentenbeiträge, die wir als Erwerbstätige zahlen, werden direkt an die heutigen Rentner ausgezahlt und dienen NICHT unserer eigenen Altersversorgung. Diese müssen unsere Kinder tragen, und wenn davon zu wenige geboren werden, werden wir im Alter bitter verarmen. Zur Bestandserhaltung eines Volkes und somit auch zur Alterssicherung sind drei Kinder pro Familie erforderlich: mit den heutigen 1,2 Kindern liegen wir deutlich darunter. Die Kinderzahl ist entscheidend, ob es in 30 Jahren noch genug Menschen gibt, die für uns dann Alte nicht nur die Renten erwirtschaften, sondern auch die Lebensmittel, den Strom, das Wasser und das Gas für uns produzieren, uns pflegen, wenn wir nicht mehr selber können usw.
    Die Kinderlosigkeit ist DAS Hauptproblem unserer Zeit, und das lässt sich nur dadurch lösen, dass Kindererziehung in der Familie als gleichwertig zur Erwerbsarbeit angesehen wird. Nur wenn Frauen, die Kindererziehung leisten, das gleiche gesellschaftliche Ansehen, die gleiche finanzielle Versorgung und die gleichen Rentenansprüche erhalten wie ihre kinderlosen berufstätigen Geschlechtsgenossinnen, werden wieder mehr Kinder geboren.
    Die derzeitige Fixierung auf außerhäusliche Kinderaufbewahranstalten, die im politisch korrekten Sprachgebrauch „Bildungsstätten“ heißen, löst das Problem des Geburtenmangels nicht. Jeder, der Kinder hat, weiß, dass diese rund um die Uhr Arbeit machen und mit einer Erwerbstätigkeit beider Eltern nicht zu vereinbaren sind.

    • Herr Bloch ich stimme Ihnen zu 1000% zu. Aber haben Sie schon mal versucht mit Andersdenkenden darüber zu reden?
      Dieses Thema kam in einer kleinen politischen Runde auf den Tisch. Die Reaktion: Würde das ein Politiker laut aussprechen, wäre das sein politischer Selbstmord. Klar, das Wahlvolk will nicht hören, dass es an seiner Misere selbst schuld ist. Hauptsache die Wirtschaft brummt und alle tanzen um das goldene Kalb.

      • Gerade in so einem Fall wäre es dann originäre Aufgabe der Medien, den Politikern Beine zu machen. Da dies selbst bei so einem existenziellen Thema auch nicht passiert, spricht das doch Bände über den Zustand unserer Medienlandschaft.

        Glauben muss man denen dann generell doch nichts mehr.

  5. Das Dumme ist nur, Herr Bellmann, dass wir vieles glauben müssen, weil der Einzelne überfordert ist, alles auf den Prüfstand zu stellen und jede Wahrheit selbst herauszufinden.
    Allerdings stimmt m. E. auch , was Frau Erdmann sagt: „Aber mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung möchte gar nicht den eigenen Verstand einsetzen und somit Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen.“ Man will also nicht wissen, was Sache ist.
    Eine Demokratie kann nur funktionieren, wenn
    1) die Meinungen differenziert sind und nicht vereinheitlicht wie in unserer gegenwärtigen Medienlandschaft. Sie ist ideale Brutstätte für gebündelte Falschaussagen zum Zwecke der Manipulation des Volkes.
    2) geistige Trägheit nicht zur Seuche wird. Hierfür ist vieles verantwortlich, u. a. unser kränkelndes Schulwesen, das seit Jahrzehnten mehr oder weniger auf staatlich verordnete Unbildung hinausläuft, je nachdem, wer in den einzelnen Bundesländern regiert.

  6. Hat uns diese geistige Trägheit vor 80 Jahren nicht schon einmal ins Elend getrieben? Nur wenige gebildete, nachdenkliche Menschen sahen, wohin die Reise geht und warnten, doch sie fanden kaum Gehör. Sie mussten sterben, wenn sie ihre Stimme erhoben. Was lernen wir? Zuerst muss man*) ein Volk einlullen, dann verschließt es die Augen vor der Wahrheit und schläft einen tiefen Schlaf. Das Aufwachen wird umso schrecklicher sein.

    „man“ = Spaß, Konsum, Medien, Staatsgläubigkeit etc.

  7. So ist es, Frau Fischer. Heute sind Leib und Leben zwar nicht in Gefahr, wenn man die Wahrheit sagt – es sei denn, die Antifa oder andere gewalttätige Linksfaschisten nehmen einen aufs Korn – aber auch der Pranger und der Verlust des Ansehens sind wirksame Mittel, um unerwünschte Stimmen zum Schweigen zu bringen oder in den Dreck zu ziehen.
    Normal Sterbliche dürfen noch relativ ungefährdet Ansichten vertreten, die nicht den Vorschriften zur politisch korrekten Meinung entsprechen. Aber wehe, dies tut jemand, der im Licht der Öffentlichkeit steht und/oder viel zu verlieren hat.
    Ich erinnere an Eva Herman und ihre „Hinrichtung“ im ZDF bei Kerner. Bei ihr (und anderen) wurde die erfolgreiche Nazi-Keule angewendet, für die es immer einen Grund gibt, wenn man ihn denn sucht. Einzelne Wörter wie „entartet“ oder auch „Autobahn“ können schon genügen, wenn sie in die Nähe unserer braunen Vergangenheit gerückt werden.
    Auch an den viel zitierten Satz von Ignazio Silone möchte ich erinnern, der da lautet:
    Der neue Faschismus wird nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“
    Er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus“

  8. Was für ein Glück, dass es mutige Frauen wie Birgit Kelle und Lena Kürschner gibt. Denen muss man unbedingt unter die Arme greifen und deren Publikationen möglichst weitläufig verbreiten. Es könnte ja tatsächlich vorkommen, dass davon jemand AUFWACHT!

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