Sehr geehrter Herr Kretschmann!

Die Gemeinde Ertingen wendet sich mit einer familienpolitischen Erklärung an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Sie beklagt die Fehlentwicklung, bei der Familienpolitik zur Vereinbarkeitspolitik verkommt.

Brief an Ministerpräsident Kretschmann.pdf

Beachten Sie besonders die ausgezeichnete, mit geprüften Daten, Zitaten und Quellen versehene Familienpolitische Erklärung der Gemeinde Ertingen. Ein Nachschlagewerk! 

http://ertingen.de/familie/ 

2 Gedanken zu „Sehr geehrter Herr Kretschmann!

  1. Herzlichen Dank, Herr Leitz für das Geschenk Ihrer Familienpolitischen Erklärung! Es ist ein wahres Nachschlagewerk für unsere Arbeit. Hoffentlich findet es weite Verbreitung!

    Bärbel Fischer für die
    ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT IM LANDKREIS RAVENSBURG

  2. Sehr geehrter Herr Bürgermeister Leitz,

    über die homepage von Frau Bärbel Fischer kam ich an Ihre hervorragenden Texte zur Familienpolitik und an den Brief an Herrn MP Kretschmann. Darf ich davon ausgehen, dass Sie die Antwort darauf – so denn eine kommt – ebenfalls zugänglich machen werden? Ich bin darauf sehr gespannt, denn ich denke, dass Herr Kretschmann „privat“ auf „unserer“ Seite wäre, aber das Grünsein steht dagegen.
    Gerne möchte ich Ihnen einen Tipp geben, wie man in der Sache tiefer schürfen, d.h. zur Ursache der Misere vordringen kann. Marx und Lenin haben Sie ja bereits genannt. Ihrer Ideologie sehr verwandt ist das Gender Mainstreaming, dessen weltweite Durchsetzung 1995 auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking beschlossen wurde, in der Art und Weise, dass es von höchster Ebene UN über die EU in die nationalen Verwaltungs- und Gesellschaftebenen infiltriert wird. Oberflächlich gesehen geht es nur um Gleichstellung aller seither „Unterdrückten“ (Homos, Lesben, Bi- und Transsexuelle und eben auch der Hausfrauen= Heimchen am Herd) Die Frauen sollen wie die Männer durch eigene Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt = Unabhängigkeit von einem Ernährer und ihren Rentenanspruch erwerben. Alle familienbezogenen Gesetze, die seither erlassen wurden, richteten sich danach aus. Kinder sind dabei nur störend. Sie werden für Eltern zum bedrohlichen Klotz am Bein.
    Hinter den „familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen“, die gefordert und gepriesen werden, verbergen sich häufig Teilzeitangebote. Die Mütter sind froh und dankbar dafür. Die politische Correctness vebietet aber festzustellen, dass Teilzeitarbeit eben auch Teillohn bedeutet. Die „Lücke“, die wegen der Verantwortung für Kinder beim Einkommen und Rentenanspruch entsteht, müsste durch einen entsprechenden Elternlohn geschlossen werden. Statt dessen gibt es Streit schon um 150 € Betreuungsgeld.
    Das Elterngeld, wurde neulich von der Familienministerin als „Erfolgsmodell“ bejubelt, weil es dazu geführt habe, dass 3,6% mehr junge Frauen bereits nach 1 Jahr an ihren Erwerbsarbeitsplatz zurückkehrten (anstatt bei ihrem Kind zu bleiben!). Das Elterngeld ist in seiner Lohnersatzfunktion keine Anerkennung der mütterlichen Erziehungsarbeit, sondern eben eine Art „Schadensersatz wegen Geburt eines Kindes“.Durch die Orientierung am vor der Geburt erzielten Einkommen erhalten die Bestverdiener die Höchstbeträge. Mütter, die vorher schon mehrere ältere Kinder betreut haben und deshalb nicht erwerbstätig waren, erhalten den Mindestsatz von 300 €. Verfassungsklagen dazu wurden von einer vorgeschalteten Kammer als „von nicht öffentlichem Interesse“ abgewiesen…..Weitere Begründung: der Gesetzgeber sei gehalten, im Sinne der Gleichstellung der Geschlechter die traditionellen familiären Rollenmuster aufzubrechen. (Väter, die die Mutterrolle übernähmen, wären aber allerdings in gleicher Weise betroffen). Man muss sich also klarmachen, dass Mütter, die mehrere Kinder verantwortungsbewusst erziehen, zugunsten der Ideologie der Gleichberechtigung benachteiligt werden „müssen“.
    Dieses Elterngeldgesetz muss dringend gekippt, bzw. sollte es so geändert werden, dass ALLE Eltern gleichermaßen über 3 Jahre monatlich 500 € bekommen. Diejenigen Eltern, die in freier Entscheidung trotzdem eine Betreuung in Anspruch nehmen wollen, um beide erwerbstätig zu sein, müssen dieses Geld dann investieren (Entlastung der Gemeindekasse durch Bundesgeld). Die anderen haben einen „Lohn“ und Anerkennung für selbst geleistete Erziehungsarbeit.

    Sehr geehrter Herr Leitz, was werden Sie tun, wenn demnächst mehr als 35 % der unter 3Jährigen in Ertingen den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz geltend machen? Ich war selbst 10 Jahre Gemeinderätin in unserer Stadt und weiß, wie man zwischen den Stühlen sitzt bei entsprechenden Abstimmungen: Kinder- und Familienfreundlichkeit bedeutet NUR: „Soviel öffentliche Betreuuungsangebote so günstig wie möglich, am besten zum Nulltarif“.Es gibt kein Alternativangebot, obwohl die öffentliche Hand für jeden Krippenplatz ca. 1000 € monatlich hinblättern muss. Aber welche Gemeinde möchte nicht familienfreundlich sein? Standortfaktor etc.
    Vor Jahren startete der Landkreis Karlsruhe eine Umfrage bei den Eltern, wer es bevorzugen würde, das für die Krippe auszugebende öffentliche Geld auf die Hand zu bekommen um das Kind selbst zu betreuen. Soweit ich mich erinnere, waren das 80% der Eltern. Die Umfrage liege inzwischen „unter Verschluss“, (weil nicht sein kann, was nicht sein darf).

    Hier will ich Schluss machen und nur noch einmal sagen, wie sehr wir hoffen, namhafte Vertreter aus der Politik (z. B. Bürgermeister) als Unterstützer für eine neue, wirkliche Familienpolitik gewinnen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gertrud Martin
    Vorsitzende des Verbands der Familienfrauen und -männer e.V.
    Seb.-Kneipp-Str. 110
    78048 VS-Villingen
    Tel. 07721 56124
    mail: fam.martin@gmx.net

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