Ein Gedanke zu „Mütter als Spielball der Politik

  1. Vielen Dank für den hervorragenden Beitrag, liebe Frau Kelle, und vielen Dank für die Veröffentlichung, liebe Frau Fischer! Mir spricht das aus der Seele. Auch ich befürworte eine stärkere Wertschätzung der Mutter als unverzichtbaren Familienmittelpunkt und hoffe, dass die Corona-Krise hier zu einem Umdenken führt. Doch ich wundere mich seit Wochen, dass „systemrelevante Berufe“ wie Krankenschwestern oder Busfahrer auf einmal Applaus und Anerkennung erhalten, Familien und speziell Mütter dagegen nicht. Dabei leisten gerade sie in der derzeitigen Krise Enormes, ohne das die Gesellschaft zusammenbrechen würde.
    Doch seit kurzem wird in der Presse ausschließlich negativ über die Kindererziehung in den Familien berichtet: die Schließung der Kitas würde zu häuslicher Gewalt führen, die staatliche Kontrolle über das Wohl der Kinder in den Kitas fehlen usw. Am Vorabend des 1. Mai äußerte „Familienministerin“ Giffey in einem ARD-Interview zur Hauptsendezeit ihre Bedenken, dass Kinder in den Familien Gewalt erführen und meinte, die Familien würden die Vorhänge zuziehen, damit die Nachbarn nicht sehen, was in den eigenen vier Wänden läuft. Das Kindeswohl sei stark gefährdet, und allein um des Kindeswohls willens müssten die Kitas schnellstens wieder öffnen.
    Mir verschlug es die Sprache: anstatt den Familien, die seit Wochen die Gesellschaft unter erheblicher Mehrarbeit am Laufen halten, zu danken und sie zu loben, werden sie unter Generalverdacht gestellt, ihre Kinder zu misshandeln. Das ist unmöglich, Frau Familienministerin – und ich als verantwortungsvoller Familienvater fühle mich zutiefst verletzt.
    Jedenfalls verstehe ich jetzt auch, warum Familien so stark finanziell benachteiligt sind und die familiäre Erziehungsleistung nicht wertgeschätzt und honoriert wird: Familien sollen offenbar gar keine Kinder groß ziehen, da sie ihre Kinder misshandeln und das Kindeswohl gefährden. Offenbar können nur Kitas Kinder so aufziehen, dass ihre Gesundheit keinen Schaden erleidet.
    Diese Berichterstattung hat mir die Augen geöffnet, wie weit wir bereits im Sozialismus angekommen sind. Wie ist das eigentlich mit dem Grundgesetz vereinbar, das den Eltern den Erziehungsauftrag erteilt? Wer schreibt Frau Giffey einen entsprechenden Brief?

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