Mehr Gleichberechtigung für Väter?

Stellungnahme zum Leserbrief „Mehr Gleichberechtigung für Väter“ von Johannes Zink, die Tagespost, 11. April 2013 und anderen Beiträgen zur Familienpolitik

Was sind „angemessen bezahlte“ Teilzeitangebote oder „familiengerechte Arbeitszeitmodelle“? Kein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen wird sich außer auf dem Hintergrund der Renditemaximierung für solche Angebote in die Pflicht nehmen lassen. Die Gutmenschen sind dort dünn gesät. Deshalb sollten die wirklichen Fürsprecher der Familien diese Worthülsen meiden und stattdessen zwei und zwei zusammenzählen: Ein Teilzeitjob zugunsten der Erziehung von Kindern bringt den entsprechenden Teillohn. Den anderen Lohnanteil muss notwendigerweise ein künftiges Erziehungsgehalt  erbringen.

Was bedeutet „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“? Erkennbar ist der Trend, Eltern zu Vollzeitarbeitnehmern zu machen und die Kinder zu kasernieren. Elterliche Kindererziehung findet in der spärlich verbleibenden Freizeit statt oder gar nicht. Ohne ein Erziehungsgehalt ist Vereinbarkeit, die den Namen verdient, nicht zu haben. Wie steht es ohne Erziehungsgehalt mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau? Die Mütter verwirklichen sie in der außerhäuslichen Erwerbsarbeit, während die Väter sich den Umstieg auf die Familienarbeit nicht leisten können. Gleichberechtigung, ein Euphemismus! Allein die Eltern sind es, die mit ihrem Ja zum Kind und ihrem trotz aller angeblichen Vereinbarkeit verbleibenden häuslichen Engagement nicht nur unsere umlagefinanzierten Sozialkassen, sondern unsere Zukunft schlechthin sichern.

Wir sind gründlich dabei, die Eltern auszurotten.

Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e.V                                www.dhg-vffm.de, Seb.-Kneipp-Str. 110, 78048 vS-Villingen, Tel. 07721 56124.

 

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