Hopplahopp und billig! Krippen in Deutschland

Das folgende Schreiben von Herrn Dennis Riehle je an Frau Ursula von der Leyen und an Frau Schröder deckt auf, welchen Wert unsere Regierung auf die so viel gepriesene „frühkindliche Bildung“ legt, nämlich gar keinen. Alles Schaumschlägerei. Es geht lediglich um Parkplätze für Babys!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,

bis zu 5000 „Hartz IV“-Empfänger wollen Sie ausbilden und in den Kindertagesstätten des Landes einsetzen lassen. Mit dieser Meldung wurden erste Forderungen der Kommunen unterstützt, die gefordert hatten, Ungelernte auf den unbesetzten Erzieher-Plätzen arbeiten zu lassen.

Abgesehen davon, dass eine Kurzzeitausbildung im Schnellverfahren für keinerlei auch nur im Ansatz nötige Fachkenntnis und den Erwerb von Qualifikation, Erfahrung und Sensibilität im Umgang mit Kindern in den ersten Lebensjahren taugt – Ihr Schritt dürfte auch verfassungsrechtlich bedenklich sein.

Der Zwang zur Umbildung dürfte bereits an mehreren Artikeln unseres Grundgesetzes scheitern. Statt willkürlich zu versuchen, Erwerbslose auf allen Wegen und mit allen Mitteln zurück in irgendeine Arbeit zu bringen, wäre es vonnöten, sich tatsächlich über Fähigkeiten von Arbeitslosen einerseits und den wirklichen Bedarf an Fachkräften in jeglichen Berufsbereichen andererseits zu informieren. Es nutzt niemandem, wenn verpflichtete „Hartz IV“-Empfänger mit Unmut und Resignation einem Job nachgehen, der nicht ihren Interessen und Fettigkeiten entspricht – und den sie lediglich durch eine nötigende Weiterschulung „aufs Auge“ gedrückt bekommen haben.

Erziehung ist ein Beruf, der Leidenschaft bedarf. Hier geht es nicht darum, quantitativ Lücken zu füllen, sondern qualitativ gesicherte Angebote für Eltern zu bieten, die ihre Kinder in einer fachlich einwandfreien Betreuung wissen möchten. Welch einen Eindruck wirft es auch auf die Politik, wenn aus Not heraus kaum vorbereitete Hilfskräfte letztlich eine verantwortungslose Kita-Arbeit bieten? All der Jubel, der auf den Rechtsanspruch an Betreuungsplätzen hernieder gegangen ist, wird umgehend zu Fassungslosigkeit – das Vertrauen, nicht nur in Ihr Ministerium, wäre dahin.

Und nicht nur das: Mit solchen Plänen wird die Entwicklung unserer Kinder fahrlässig aufs Spiel gesetzt. Ihre Verantwortung liegt darin, Eltern eine adäquate Alternative zur Betreuung zuhause anzubieten. Abgesehen davon, dass eine Kita nie das mütterliche und väterliche Umfeld ersetzen kann – würde die Kita-Betreuung von eilig Herangeschulten übernommen, zeigt dies deutlich auf, dass das Gesamtkonzept in sich gescheitert sein muss. Eine realistische Planung konnte unter dem Zeitdruck, den sich die Koalition gesetzt hat, nicht verwirklicht werden. Daher wäre es nun die Aufgabe der Regierung, ein „Ende mit Schrecken“ zu veranstalten – und den rechtlichen Anspruch von Eltern auf einen Platz für ihre Kinder in der Kita ab 2013 zurückzunehmen.

Beginnen Sie zunächst damit, fachkompetentes Erziehungspersonal zu gewinnen – sonst wird der Ausflug ins Kita-Zeitalter ein „Schrecken ohne Ende“!

Freundliche Grüße

Dennis Riehle, Martin-Schleyer-Str. 27, 78465 Konstanz

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