3 Gedanken zu „Bildungsmilliarden: So wird das Land nicht schlauer

  1. Solange nicht definiert ist, was Bildung ist, und vor allem, was sie NICHT ist, ist jede Milliarde hinausgeschmissenes Geld.

    Eltern als die besten Bildner für ihre Kleinkinder auszubooten, und statt dessen staatliche Einrichtungen mit hohen Beträgen zu finanzieren, ist eine sträfliche Missachtung von Art. 6 GG. Hoppe- Reiter auf Mamas Schoß ist tausendmal mehr wert als Hoppe Reiter auf dem Schoß von Frau Maier. Während auf Mamas Schoß die Synapsen im Kinderhirn ein Feuerwerk an Aktivität veranstalten, bleibt auf fremdem Schoß das Kinderhirn nur mäßig aktiv. Das Interesse an der Welt wird im Elternhaus 1:1 aktiviert, nicht in der Krippe 1:8. Bilden lässt sich ein Kind erst, wenn es b i n d u n g s s i c h e r ist.

    Daher schlage ich vor, die Milliarde in die Elternhäuser zu investieren ( wie übrigens unsere europäischen Nachbarn nach schlimmen Erfahrungen mit Krippen es neuerdings tun ), und in Schulen, die seit Jahren sträflich vernachlässigt wurden.

  2. Man sollte nicht so tun, als sei das, was in deutschen Krippen passiert, BILDUNG! Die Aufbewahrung von Kleinkindern zu bezahlen, solange beide Eltern einem Erwerb nachgehen, wäre eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft, denn die profitiert am meisten. Nein, man bezeichnet die Krippen mit Kalkül als BILDUNGSSTÄTTE, damit die Kosten vom STAAT, also vom Steuerzahler getragen werden. Die Damen Familienministerinnen kennen die fatalen Folgen einer Kindheit außerhalb des Elternhauses sehr wohl. Trotzdem schwafeln sie von BILDUNG und heucheln Interesse. Aber ihr Interesse gilt nicht dem Wohl unserer Kinder, sondern dem Arbeitsmarkt, dem Wachstum, der Wirtschaft.

  3. Hier ein paar Vorschläge, wie man den Erfolg der Bildung an weiterführenden Schulen sehr erhöhen könnte, ohne einen einzigen Euro mehr auszugeben. Ich muss mich auf weiterführende Schulen beschränken, da ich nur diese wirklich gut aus eigenem Erleben kenne.

    1) Abschaffung des Kurssystems in der Oberstufe des Gymnasiums und Wiedereinführung der Altersklassen bis zum Abitur. Würde Unmengen an Nerven, Zeit, Geld sparen und zugleich den Unterrichtserfolg erhöhen.

    2) Wiedereinführung des Unterrichts am Samstag. Würde den zeitlichen Druck von Schülern, Eltern und Lehrern nehmen. Die Schüler hätten im Schnitt pro Tag weniger als sechs Unterrichtsstunden. Sie kämen erstens weniger müde und zweitens etwa eine Stunde früher zu Hause an; sie hätten drittens zum nächsten Tag weniger Fächer vorzubereiten- drei Schritte in die richtige Richtung, um ihren Tag zu entzerren.
    Der Skandal, dass an weniger als 180 Tagen im Jahr überhaupt Unterricht stattfindet, dass also an der Mehrzahl der Jahrestage die Schulen leer stehen und der normale Unterrichtstag zum seltenen Ereignis wird, wäre beseitigt.
    Die Lehrer müssten keine Minute länger unterrichten; ihr Unterricht wäre auf mehr Tage verteilt. Sie kämen weniger erschöpft und früher zu Hause am Schreibtisch an und müssten sich auf eine Stunde weniger am nächsten Tag vorbereiten. Im übrigen nehme ich keinem Menschen ab, dass er mehr als fünf Stunden am Tag seriös unterrichten kann. Und ich nehme keinem Schüler ab, dass er mehr als sechs Schulstunden am Tag verkraftet.
    Die Vereine würden aufatmen, da die Schüler mehr freie Zeit die Woche über hätten, die Schüler würden Selbständigkeit lernen, da sie ihren Tag wenigstens zur Hälfte selbst organisieren könnten (und müssten); der ganze staatlich angezettelte und organisierte Nachmittagszirkus könnte erheblich zurückgefahren werden und die Freiräume und der Verantwortungsbereich der jungen Leute könnten im gleichem Umfang erweitert werden.

    3) Zusammenstreichen der unterrichtsfremden Aktivitäten, welche Unterrichtszeiten fressen. Berufspraktika gehören in die Ferien verlegt – wenn man sie denn überhaupt braucht. Kinobesuche während der Unterrichtszeit, Berufsberatung statt des Unterrichts, Politikerbesuche am Vormittag in den Schulen, Sportwettbewerbe statt des Unterrichts, sog. Pädagogische Tage an Unterrichtstagen, und so endlos weiter: Alles auf den Müll oder in die unterrichtsfreie Zeit zu verlegen. Dann würde sich übrigens auch zeigen, wie wertvoll und wichtig für den Schüler diese Veranstaltungen tatsächlich sind.

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