Altersarmut kein dringliches Problem?

„Nur wenige Senioren sind arm“, so lässt sich Andreas Schwarz, erster Direktor der Rentenversicherung BW vernehmen ( Schwäbische Zeitung, 10. 12. 2016 ).
Anfrage:
Hat sich der erste Direktor der Rentenversicherung BW, Andreas Schwarz, auch die Rentnerinnen angeschaut, die wegen der Erziehung mehrerer Kinder über Jahre kein Geld übrig hatten, um Beiträge in die Rentenkasse einzuzahlen? Viele der alt gewordenen Mütter gelten bis heute trotz ihres immensen gesellschaftlichen Engagements für künftige Beitragszahler als unproduktiv, und daher quasi als arbeitslos. Ich frage: Ist jemand arbeitlslos, der sich über Jahre tagtäglich um die Erziehung einer Kinderschar zum Wohl der künftigen Rentner müht? Wie zum Spott erhalten seit 1957 über die Umlage vielmehr jene eine üppige Rente, die sich Kinder und Kinderkosten im Hinblick auf eine ungebrochene Erwerbskarriere ersparten. Sie alle lassen sich heute bedenkenlos von den Kindern ihrer Nachbarn alimentieren.
Den einstigen Müttern stehen nach unserer generationsblinden Gesetzeslage demnach nur minimale Renten zu. Würden heute nicht Gatten, Söhne und Töchter für ihre Ehefrauen und Mütter sorgen, so könnten diese oft nicht einmal ihre Miete bezahlen. Das bedeutet, dass Familien bis heute doppelt bluten. Zum einen nützen die Sprösslinge der Solidargemeinschaft als Beitragszahler zur Umlage in der Rentenversicherung zusätzlich auch noch den Unterhalt ihrer vom Gesetzgeber vergessenen Mütter, weil die Solidargemeinschaft sich bis heute weigert, Kindererziehungszeiten rentenwirksam zu bewerten.
Für externe Kinderbetreuung gibt der Staat zum Wohle der Wirtschaft heute jährlich Milliarden aus, für die kreativen und produktiven Mütter von gestern und heute hat er aber nicht einen einzigen Cent übrig.
Bärbel Fischer
ELTERNINITIATIVE  FÜR  FAMILIENGERECHTIGKEIT

 

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