Liebe – was ist das?

Auch wenn Norbert Blüm vielleicht etwas sehr pessimistisch in die gegenwärtige Gesellschaft blickt, sein Fazit, dass die Liebe schwindet, verdient Beachtung. Allerdings kommt dem ehemaligen Sozialminister diese Erkenntnis reichlich spät.

Vielleicht zu spät?

http://www.sueddeutsche.de/politik/ehe-und-familie-von-der-liebe-bleibt-der-moderne-mensch-verschont-1.1666123

6 Gedanken zu „Liebe – was ist das?

  1. Liebe gibt es in zwei ganz wesentlich zu unterscheidenden Qualitäten / Dimensionen / Kategorien:
    1. Das GEFÜHL Liebe
    und
    2. Das BEWUSSTSEIN Liebe.

    Nr. 1 ist die BEDINGTE Liebe, die Liebe des „Niederen Selbst“ / „Ego“, des GROBstofflichen KINDheits-Bewußtseins. Diese Qualität von Liebe kann nur lieben, was ihm GEFÄLLT.

    Nr. 2 ist die UNBEDINGTE / BEDINGUNGSLOSE Liebe, die Liebe des „Höheren / wahren Selbst“, des FEINstofflichen Bewußtseins des WAHREN Erwachsenen. Diese Liebe kann lieben, auch wenn es dem „Ego“ nicht gefällt.

    Nr. 2 ist ein – wesentlicher – Aspekt der „universellen Energie“, der göttlichen „Geistkraft“, des „Geistes“, der „Seins-Energie“ oder (universellen) Bewußt-Seins-Energie: die göttliche Liebe. Die Liebe Gottes für seine Geschöpfe und – vice versa – die Liebe seiner Geschöpfe für ihn.

    Diese unbedingte / bedingungslose Liebe ist NUR demjenigen Menschen möglich, der zum entsprechend höheren Bewußtsein aufgestiegen ist – vom „Niederen Selbst“/ „Ego“ zum „Höheren / wahren Selbst“. Das soll gesunderweise – so ist es in gesunden Gesellschaften (die wir – zivilisierte- nicht sind!) – in der Phase vor oder in der Pubertät stattfinden; mit dem „Übergangsritus“, der „Initiation“, der „Einweihung“. In der Anerkennung der spirituellen Einweihung feiern wir übrigens WEIH-NACHTEN, die Weihe-Nacht.
    Aber von der praktischen, vollwertigen, Durchführung der Initiation ist die zivilisierte Gesellschaft ENTFREMDET. Die Initiation findet hier nicht mehr statt.
    Und das bedeutet, die „Erwachsenen“ sind nicht wirklich, nicht wahrhaft, erwachsen. Sagt u.a. auch Erich Fromm.
    Und wegen dieses Mangels klappen auch die Liebes- / Partnerschaftsbeziehungen nicht wirklich (gut) und deswegen hapert es auch erheblich damit, den Kindern das zu geben, was sie brauchen / mit der erfolgreichen Erziehung der Kinder. „Erfolgreich“ nicht im Sinne der kranken, entarteten zivilisierten Gesellschaft, sondern „erfolgreich“ im Sinne der Entwicklung zum GANZEN, HEILEN, wahrhaft gesunden und wahrhaft glücklichen Menschen.

    Die ENTFREMDUNG ist wesentlicher Aspekt der „Krankheit der Gesellschaft“, der „Kollektiven Neurose“, wie sie in der Soziologie bekannt ist, die „Kollektive Zivilisations-Neurose“, wie ich sie seit 20 Jahren nenne.
    Diese Neurose ist grundlegend heilbar. Auch – und insbesondere – unabhängig vom Kollektiv, im Einzelfall – auf völlig natürliche Weise: Durch das Nachholen der versäumten Initiation; durch den Aufstieg zum Bewußtsein des wahren Erwachsenen.

  2. Leider, Herr Heuer, sind Ihre Einlassungen ungemein abstrakt und für Praktiker kaum nachvollziehbar. Daher möchte ich Sie bitten, eine eigene HP einzurichten für diejenigen, die sich in Ihren Gedankenhängen zurecht finden. Uns geht es um Konkretes, nicht um eine Gesellschaftsdiagnose im Allgemeinen, so berechtigt diese auch sein mag. Sobald Sie uns Ihre konkreten Vorschläge liefern, wie der derzeitigen Familienpolitik begegnet werden kann, werden wir Ihre Kommentare weiterhin veröffentlichen. Ansonsten müssen Sie mit einer Löschung rechnen. Denn dies ist ein Portal, das auf konstruktive Vorschläge setzt.

    • Wenn „Praktiker“ die Grundlagen des Lebens und Überlebens nicht kennen und Hinweise darauf nicht verstehen – und sich auch nicht bemühen wollen, sie besser zu verstehen (zum Beispiel durch Nachfragen / Hinterfragen / Kommunizieren), dann sind es keine PRAKTIKER, sondern von der Praxis des Lebens abgetrennte Nichtpraktiker, Theoretiker.

      Meine Vorschläge sind außerordentlich konstruktiv. Ich bin seit meiner Kindheit / Schulzeit als außerordentlich konstruktiv bekannt und habe entsprechende Bestätigungen auch immer wieder bis heute dafür bekommen.

      Wenn Sie noch auf die „Politik“ setzen, setzen Sie eben noch immer aufs „falsche Pferd“! Die Böcke haben sich zu Gärtnern gemacht und werden die Gärten nicht freiwillig verlassen.

      Machen Sie sich klar, was die Kollektive (Zivilisations-)Neurose in und mit den Menschen anrichtet. Dann werden auch sie aufhören, den falschen Baum anzubellen.

      Das „System“ ist krank, die „Normalität“ ist krank, die „Wissenschaft“ und „Medizin“ ist krank – alles ist krank. Unsere zivilisierte Gesellschaft gründet auf einer Krankheit, die über 10.000 Jahre alt ist. Wir müssen zurück auf das evolutionär gesunde „Fundament“, auf das wahre Erwachsensein, auf die Verbindung mit der universellen göttlichen Geistkraft / Weisheit usw. – sonst verhungern wir „lebensenergetisch“.

  3. Sehr geehrter Herr Heuer,
    vielleicht ist die Krankheit von der Sie sprechen und die über 10 000 Jahre alt sein soll, die sog. Erbsünde, eine vertrackte Unvollkommenheit, die dieser Welt immanent ist? Ich habe leider keine Vorstellung davon, was Sie konkret meinen und vor allem nicht davon, wie man die Genesung praktisch angehen sollte. Leider habe ich auch keine Zeit übrig für ausgedehnten abstrakt-philosophischen Gedankenaustausch.
    „Wir müssen zurück auf das evolutionär gesunde „Fundament“, auf das wahre Erwachsensein, auf die Verbindung mit der universellen göttlichen Geistkraft…“ Für mich ist das alles andere als „konstruktiv“. Sind Sie vielleicht Scientologe? Oder ein Anhänger des „Universellen Lebens“? Dann möchte ich bitte von weiterer Korrespondenz Abstand nehmen.

  4. Die Krankheit, von der ich spreche und seit 20 Jahren schreibe, ist zwar äußerst vertrackt, aber nicht „immanent“. Ist eben eine Krankheit und kein Entwicklungsstadium oder etwas anderes / ähnliches Natürliches.

    Die „Erbsünde“ ist etwas anderes als die Kollektive Zivilisations-Neurose.
    Die „Erbsünde“ besteht m.E. darin, daß ALLE Kinder, die Erfahrung(en) von Schmerz und Leid, von „negativen Gefühlen“ machen, die sie – in welchem Umfang auch immer – vom göttlichen (Bewußt-)Sein, von der Liebe, dem „Guten“ usw. abtrennen (Abtrennung = „Sünde“).

    „Ich habe leider keine Vorstellung davon, was Sie konkret meinen“:
    Das geht wohl den meisten Menschen so.
    Obwohl das Phänomen, diese Krankheit, seit vorbiblischer Zeit bekannt ist und immer wieder auch benannt / beschrieben wurde, gehört es zur Krankheit, daß sie gern verdrängt, verschwiegen, geleugnet, verharmlost usw. wird.
    Im Bereich der Gesellschaftswissenschaften / Soziologie ist sie als die „Kollektive Neurose“ bekannt. Auch der mir persönlich bekannte Leiter der hiesigen Universitäts-Psychiatrie, Prof. Naber, weiß davon und hat darüber gesprochen. Allerdings neigt auch er zur Verharmlosung des Problems.
    In der Literatur findet man eine ganze Reihe weiterer Begriffe / Benennungen für diese „Krankheit der Gesellschaft“: „Gesellschaftsneurose“, „Massenneurose“, „Soziose“, „Emotionale Pest“, „Dysgnosie“ u.a.m.
    Es ist aber immer dieselbe. Es gibt nur diese kollektive Krankheit der zivilisierten Gesellschaft.

    „…und vor allem nicht davon, wie man die Genesung praktisch angehen sollte“:
    Angst überwinden. Still werden. Den Kontakt zum Unbewußten / Höheren Selbst suchen / aufnehmen und es kennenlernen; schließlich sich mit ihm vereinigen und mit seinen – göttlichen – Eigenschaften / Qualitäten (z.B. bedingungslose Liebe) IDENTIFIZIEREN. Und das (Unter-)Bewußtsein einmal grundlegend von alten Verdrängungen reinigen und danach von solchen freihalten. DAS ist WAHRE Seelen-Hygiene.

    „Leider habe ich auch keine Zeit übrig für ausgedehnten abstrakt-philosophischen Gedankenaustausch“:

    Was ich zu vermitteln habe, ist nicht abstrakt-philosophisch, sondern hautnah-praktische Lebenshilfe. Keine Lebenshilfe (wie sie oft angeboten wird!), die den Neurotikern helfen will MIT ihren Beeinträchtigungen zu leben, sondern Lebenshilfe, die konkrete Handreichung ist, die Neurose, zu überwinden, sich von der „neurotischen Versklavung“ zu befreien, und GANZER, HEILER, WAHRER, Mensch zu werden.
    Denn die Neurose hindert die Menschen daran, wahrhaft erwachsen zu werden und ihre wirkliche Wirklichkeit wahrzunehmen. Deswegen „wissen sie auch nicht, was sie tun“ – wie Jesus am Kreuz sagt.

    „Für mich ist das alles andere als “konstruktiv”:
    Dann frage ich mich, was sie als „konstruktiv“ ansehen. (?)

    „Sind Sie vielleicht Scientologe? Oder ein Anhänger des “Universellen Lebens”? „:
    Nein. Weder noch und auch sonst nichts. Ich gehöre zu keiner religiösen oder weltanschaulichen Gruppe oder Organisation. Ich bin FREI.

  5. Sehr geehrter Herr Heuer,
    ich bedanke mich ausdrücklich für die Mühe, die Sie für Ihre Antwort an mich verwendet haben. Ich verstehe das als Ausdruck der „bedingungslosen Liebe“, die Sie als Therapie empfehlen? Da bin ich wohl noch nicht so weit, denn ich schaue mir die Menschen, denen ich meine Liebe schenke, genauer an und verweigere ggf. meine Zuneigung. Aber „Angst“ habe ich nicht und wüsste auch nichts von „Verdrängungen“, also unaufgearbeiteter Schuld. Das Stillsein schätze ich sehr und bin mit mir allein nie einsam. So weit, so gut! Aber ich habe nun verstanden, dass Ihr Weg der „Weltverbesserung“ ein völlig anderer ist als der meine. Sie versuchen, auf den einzelnen Menschen Einfluss zu nehmen, während ich „nur“ über die Politik bestimmte Dinge, die ich für zu korrigierende Fehlentwicklungen halte, ändern möchte. Soweit ich weiß, hat auch Frau Fischer diesen Blog eingerichtet, um politisch zu arbeiten. Insofern ist Ihr Engagement hier fehl am Platze.
    Gertrud Martin

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