Kapital verschleudern?

zum Kommentar: „Betreuungsgeld ohne Nutzen“, Schwäbische Zeitung, 9. Nov. 2011

Dass es im Osten genug Krippenplätze gibt, verwundert nach der verblichenen DDR nicht. Im Westen dagegen durften die Kleinkinder größtenteils noch in der Obhut ihrer Familie aufwachsen. Am Beispiel Baden-Württembergs und Bayerns konnte man dies bislang an den weitaus qualifizierteren Bildungsabschlüssen der nachwachsenden Generation ablesen. Die Elite kam bislang aus dem Süden, wo die wenigsten Kinder in Krippen und Horten groß wurden. Der Knackpunkt ist, dass unsere Kinder sich im Elternhaus ihre emotionale Basis erworben haben, auf der Interesse, Kreativität, Ausdauer, Begeisterung, Eifer und Disziplin wachsen. Fehlt diese Basis, so sind alle Bildungsprogramme nutzlos.

Vergessen wird bei all dem Gezerfe um Sinn oder Unsinn des Betreuungsgeldes, dass das Elternhaus die erste und beste Bildungsstätte überhaupt ist, weil sie individuell und liebevoll das Kind als einmalige Persönlichkeit im Blick hat. Das kann keine noch so gute Krippe leisten, weil die Erzieherinnen eben keinem der Krabbelkinder den Vorzug geben dürfen, wie das leibliche Eltern tun.

Wer kann begreifen, dass man in Deutschland nun freiwillig, blind und mit großem Aufwand dieses Kapital verschleudert? Was ist geschehen, dass wir in der Zeitung lesen müssen: „Mit dem Betreuungsgeld kauft man den Kindern günstig ihr Recht auf frühkindliche Bildung ab.“ Ich sehe es genau umgekehrt:

Mit den Krippenmilliarden wird die Abwesenheit der Eltern eingekauft und das Anrecht unserer Kinder auf liebevolle Fürsorge und die Eltern-Kind-Bindung verkauft.

N.N.

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