Familienleistungen auf dem Prüfstand

Die aktuelle Geburten-Baisse gilt diversen Politikern und Kommentatoren als Anlass, über die „milliardenschweren“ Familienleistungen herzuziehen, ohne sich vorher einmal den horizontalen Vergleich über das frei verfügbare Einkommen zwischen Singles und Familien von unterschiedlicher Größe bei gleichem Brutto anzusehen ( Deutscher Familienverband Frei verf. Einkommen 2012 ).  

2006 gab die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen zu, dass  Familien über ihre Steuern und Abgaben mehr als die Hälfte der offiziell ausgewiesen „Förderung“ aus eigener Tasche mitbezahlen. 

So fragte das deutsche ifo-Institut 2005:

Erziehen Eltern ihre Kinder wegen der zahlreichen, öffentlich finanzierten Geld- und Sachleistungen, die sie erhalten, letztlich auf Kosten der Allgemeinheit? Oder stützen sie durch zukünftige Steuern und Sozialbeiträge vielmehr die öffentlichen Haushalte und garantieren deren langfristige Tragfähigkeit?

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3 Gedanken zu „Familienleistungen auf dem Prüfstand

  1. Familie werden ist nicht schwer – Familie sein dagegen sehr!!!!!!

    Schaut man sich die Wertschätzung an, die den Familien seit Jahren um die Ohren fliegt, muss man sich wundern, dass überhaupt noch Kinder geboren werden. Gehen beide Elternteile arbeiten – sind es Rabeneltern. Entscheiden sich Eltern dafür, ihre Kinder zu Hause selbst zu erziehen – sind es Bildungsverhinderer. Arbeitgeber, OECD und Politiker fürchten sowieso, dass die meisten Eltern in der gesetzlichen dreijährigen Elternzeit ihren Verstand verlieren, weshalb Eltern nach der Geburt eines Kindes schnellstmöglich ihren Beruf wieder aufnehmen sollen. Das Kindergeld wird nach Meinung von Politik und Gesellschaft verqualmt und versoffen und zudem hat das BGH-Urteil zum Unterhaltsrecht festgestellt, dass trotz notwendiger persönlicher Betreuung, dem geschiedenen Ehepartner mit Kindern ab drei Jahren, ein Vollzeitjob zugemutet werden kann. Da sich die Arbeitswelt um höchstflexible Alleinerziehende geradezu „prügelt“, führt dies dann auch dazu, dass die meisten Alleinerziehenden und deren Kinder von Armut betroffen sind.
    Der damalige Präsident des Caritasverbandes Helmuth Puschmann, brachte schon 1998 die Situation junger Paare höchst treffend auf den Punkt: „Es gibt viele Methoden sich dauerhaft zu ruinieren. Eine der erfolgversprechendsten in Deutschland ist die Gründung einer mehrköpfigen Familie.“
    An dieser Stelle deshalb: „Chapeau“ an alle Eltern, die trotz aller Unwägbarkeiten und materieller Nachteile, die eine Familiengründung mit sich bringen, das Abenteuer „Familie“ bereits eingegangen sind und hoffentlich noch eingehen werden! Ihr seid die Leistungsträger der Gesellschaft und unverzichtbar. Lasst Euch nichts anderes einreden!!!!!!

  2. Ebenso wie Sie, Frau Erdmann, ziehe ich den Hut vor unseren wahren Leistungsträgern, den Familien, die trotz aller Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, Kinder wollen und möglichst noch selbst großziehen!
    Vom finanziellen „Armutsrisiko“ ist in Varianten immer wieder die Rede. Dagegen kommt ein anderes Risiko zu kurz, das meiner Meinung nach ebenso schwer wiegt.
    In „WELT ONLINE“ ist aktuell zu lesen:
    „Mütter sind heute häufiger erschöpft und ausgebrannt als noch vor wenigen Jahren. Innerhalb der vergangenen acht Jahre nahm bei Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren des Müttergenesungswerks der Anteil der Frauen mit psychischen Störungen wie Erschöpfungs- und Angstzuständen, Schlafmangel, Depressionen und Burn-out-Syndrom von 49 auf 81 Prozent zu, wie die gemeinnützige Spendenorganisation am Dienstag in Berlin mitteilte.“
    Dieser Befund deckt sich mit den Beobachtungen in anderen Ländern, wo Mütter – ähnlich wie bei uns – mehr oder weniger zum Berufsleben gezwungen werden. Über Schweden, wo die Ganztagsbetreuung der Kinder gang und gäbe ist, heißt es z.B.:
    „Über die Hälfte dieser Frauen hört frühzeitig auf zu arbeiten. Teilweise schon mit fünfzig. Das ist die erste Generation von Frauen, die Mutterschaft und Vollzeitarbeit kombinieren mussten. Die Gründe sind psychosozialer Natur. Sie sind erschöpft.“
    Wer solche Alarmzeichen wahrnimmt, muss sich fragen, was diese europaweite Familienpolitik mit dem angeblichen Ziel einer Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung der Frauen zu tun hat. Eher müsste von Angriffen auf die physische und psychische Gesundheit all jener weiblichen Arbeitskräfte die Rede sein, die es wagen, Familie zu haben.
    Noch gründlicher und perfider können sowohl Politik als auch Medien meiner Meinung nach die Familien – insbesondere die Frauen und Kinder – in einem demokratischen Staat nicht bekämpfen, ohne das Gesicht zu verlieren. Mich erstaunt immer wieder, dass sich überhaupt noch so viele Menschen durch fromme Worte hinters Licht führen lassen und nicht sehen, wohin die Reise geht.

  3. Sehr geehrte Frau Prasuhn, ehrlicherweise muss festgehalten werden, dass die schlimmsten Verfechter dieser sogenannten „Emanzipation“ die Frauen sind, die wie Hyänen für ihren eigenen Untergang kämpfen. Hätten die Männer – aus welchen Gründen auch immer – nicht jahrelang geblockt, müssten Frauen die Folgen schon viel länger „ausbaden“. Die nicht vorhandene Wertschätzung der Familienarbeit, ist den Frauen zu verdanken, die andere Frauen als „bildungsferne Heimchen am Herd“ bezeichnen.
    Angeblich gab es noch nie eine so gut ausgebildete Frauengeneration wie heute. Der „Gendermainstream“ ist wohl die „Gegengehirnwäsche“ – Leider!!

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