Wölfe im Schafspelz – oder: Ehe und Familie unter Rechtfertigungszwang

Gibt es irgend  ein Thema in Bundestagsdebatten, bei dem die Abgeordneten derart ihre Contenance verlieren und ihren Anstand über Bord werfen, wie beim Thema „Ehe und Familie“? Da muss doch die Frage erlaubt sein, was die Ursache solch aggressiv  niederträchtigen Verhaltens ist. Einerseits scheint es mit der Redefreiheit hierzulande sehr schlecht bestellt zu sein, andererseits sollen unter dem Pseudonym „Gleichstellung“ bewährte gesellschaftliche Muster zugunsten grenzenloser Freizügigkeit oder gender-ideologischem Zwang gekippt werden ( s. unten )

Betreff: Debatte über Ehe und Familie

Die Eröffnungsrede hielt der Grünenvorsitzende Volker Beck, der sich für die völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe aussprach.

Danach versuchten die Abgeordnete Ute Granold (CDU) und der Abgeordnete Norbert Geis (CSU) Argumente vorzutragen, die für die Förderung der Ehe und die besondere Bedeutung der natürlichen Elternschaft für die Entwicklung von Kindern sprechen.

In ihrem Redebeitrag erläuterte sie, warum es keine Grundlagen dafür gebe, homosexuellen Partnerschaften generell ein Recht auf die Adoption von fremden Kindern zuzusprechen. Granold stellte heraus, dass Vater und Mutter für das gedeihliche Aufwachsen von Kindern eine wichtige Funktion hätten, die bei der Frage der Adoption bedacht werden müsse. Diese Erkenntnis werde insbesondere durch zahlreiche psychologische Gutachten gestützt, mit denen sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Familienanwältin immer wieder zu befassen habe. Für gegenteilige Erkenntnisse gebe es derzeit keine Grundlagen, insbesondere keine aussagekräftigen Studien.

Geis ging in seinem Redebeitrag auf die besondere Rolle von Ehe und Familie ein und erklärte dazu:

„Es dürfte eigentlich unter uns nicht streitig sein, dass Ehe und Familie zu den Grundlagen unseres Staatswesens und unserer Gesellschaft zählt. Daran kann eigentlich niemand ernsthaft zweifeln. Und das Grundgesetz hat deshalb die Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates gestellt. Und nicht nur das Grundgesetz, sondern viele Länderverfassungen in der Bundesrepublik Deutschland auch. Das muss man ja mal auch zur Kenntnis nehmen. Es ist nun einmal so, dass Vater, Mutter und Kind die Grundlagen menschlicher Gemeinwesen bilden.“

Geis wurde während seiner Rede durch ständige Zwischenrufe und Unmutsäußerungen unterbrochen und mahnte mehrmals an, ihn doch wenigstens ausreden zu lassen.

Birgit Bender (Grüne) bezeichnete die Argumentation von Ute Granold als „blödes, diskriminierendes Geschwätz.“ Sonja Steffen (SPD) meinte, es sei „das letzte, was man sich hier anhören muss.“ Barbara Höll ( LINKE) verurteilte die Redebeiträge von Granold und Geis als bösartig und bezeichnete es als skandalös, dass Geis überhaupt reden dürfe. Johannes Kahrs (SPD) verunglimpfte die Erklärungen von Norbert Geis als üble und unerträgliche Beleidigung anderer Lebensformen.

Die Unionspolitiker hatten zu Beginn dazu aufgerufen, eine sachliche Debatte zuzulassen.

Die Vizepräsidentin des Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sah keinen Grund, zur Sachlichkeit und Toleranz aufzurufen und um Unterlassen der Störungen zu bitten. Sie wies jedoch Norbert Geis, dem es häufig unmöglich gemacht wurde, weiterzusprechen, mit Nachdruck und wiederholt auf das Ende seiner Redezeit hin.

http://www.zenit.org/de/articles/26892

Hier der Beweis für alle, die noch nicht realisiert haben, dass es den LINKEN nur um Gesellschaftsveränderung geht:

DIE LINKE will die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz der Vielfalt der Lebensweisen. Dazu gehört vor allem die vollständige Überwindung der Ungleichbehandlung von heterosexuellen Ehegatten und homosexuellen eingetragenen LebenspartnerInnen. Bisher sind Ehe und Lebenspartnerschaft in den Pflichten (z.B. gegenseitige Unterhaltspflichten) völlig gleichgestellt, die eingetragenen LebenspartnerInnen werden aber in vielen Bereichen des Rechts, etwa im Steuerrecht, im Adoptionsrecht und der Sozialversicherung weiter benachteiligt. So wird weiterhin ein Bild von heterosexuellen Partnerschaften und Familien aufrechterhalten und letztlich die Hegemonie der Ehe gestützt. Es ist unerträglich, eine solche „Ehe zweiter Klasse“ für homosexuelle Paare weiter aufrechtzuerhalten. DIE LINKE setzt sich deshalb für die völlige Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft in allen Bereichen des Rechts ein.

Die Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft kann unserer Meinung nach aber nur der erste Schritt sein. Denn durch die Einführung eines zweiten, der Ehe weitgehend nachgebildeten, Rechtsinstituts, wurde kein Beitrag zur Entprivilegierung der Ehe geleistet, sondern ihre Hegemonie weiter zementiert. Die Gleichberechtigung der Lebensweisen ist mit einer Gleichbehandlung von Ehe und Lebenspartnerschaft noch nicht erreicht. Denn es existieren eine Vielzahl von Lebensweisen und Familienformen, für die die Eheschließung oder die Eingehung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht in Frage kommt: Einelternfamilien, Singles, zusammenlebende Freunde, Verwandte, Patchworkfamilien, Wahlverwandtschaften oder auch Paare, die sich gegen Ehe und Lebenspartnerschaft entschieden haben. Deshalb kann die Gleichbehandlung von Ehe und Lebenspartnerschaft nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Lebensweisenpolitik sein, in der die Anerkennung aller Lebensweisen leitendes Prinzip ist.

Tanju Tügel, die LINKE

Diese Dame ( oder Herr? ) rechtfertigt solche parlamentarischen Entgleisungen sogar noch mit einem Jesuswort: „Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“

 

 

5 Gedanken zu „Wölfe im Schafspelz – oder: Ehe und Familie unter Rechtfertigungszwang

  1. Ich komme aus der Ex-DDR, und bin eine linke Erziehung durchlaufen. Was sich aber hier und heute familienpolitisch abspielt, läßt bestimmt sogar Erich Honnecker im Grabe umdrehen. Bei uns hieß es: Die Familie ist die kleinste Zelle des Volkes! Heute würde ich dafür als „Rechter“ abgestempelt werden.
    Bei allen offiziellen Anlässen waren immer Kinder zugegen, die Kinder sind die Zukunft unseres Vaterlandes.
    Die Truppen die heute den Reichstag bevölkern, sind weder „Linke“ noch „Grüne“ noch „Konservative“ sondern der Abschaum unseres Volkes!

    • Abschaum, Mitteldeutscher, würde ich nicht sagen, sondern eher Brunnenvergifter. Denn wer Gift in die Quellen schüttet, schmückt sich natürlich mit bunten Federn, um nicht als Verbrecher entlarvt zu werden.

  2. Danke, Mitteldeutscher, ich denke, Sie sagen es vollkommen richtig, auch wenn Ihre Worte harsch klingen.
    Allerdings sind „Die Truppen die heute den Reichstag bevölkern“ in freier Wahl vom Volke gewählt, also frage ich mich, was für ein Trupp unser Wahlvolk ist. Angefüttert von einer immer stärkeren Umverteilung, wurden große Teile der Bevölkerung zur Empfänger-Existenz animiert, die nur dadurch möglich ist, dass jene die Steuergelder erwirtschaften, die andere erhalten. Als ich gestern las, dass mehr als die Hälfte unseres Volkes bereits gewollt oder ungewollt von Transferleistungen lebt, wurde mir erschreckend klar, wie sehr es bei Wahlen nur noch um Stimmen für „Wohltaten“ geht und wie viele Wähler dementsprechend ihr Kreuz machen.
    Bei Krippenplätzen geht es um ein „Geschenk“ von mindestens 1000 Euro – egal ob Doppelverdiener oder nicht. Wohltat ist auch hier nichts anderes als Anfütterung der Eltern, dem Staat die Hoheit über die Kinderseelen (Kinderbetten) zu überlassen.
    Wenn Wahlen immer mehr bestimmt werden von einem Volk, das bei Wahlen seine Kinder „verkauft“ an den Staat, also an unsere vereinigten Neosozialisten, dann hilft nur Aufklärung und nicht Berechnung, wer im Vergleich zu wem zu viel kriegt oder zu wenig. Damit bewegen wir uns im politisch gewollten Hamsterrad.
    Helfen kann m. E. hier nur Aufklärung über Ideologie und Machenschaften.

  3. Ja, Frau Prasuhn, Aufklärung über Ideologie und Machenschaften, sind das eine, der Kampf um Gerechtigkeit das andere. Es geht nicht um „zu viel“ oder „zu wenig“, sondern darum, dass sich nur gewürgte Familien dem Staat ausliefern. Würde der Staat den Familien belassen, was ihnen rechtlich zusteht, dann hätte er ja keine Macht mehr, die Kinder zu beeinflussen, denn die Familien wären autonom, autark und resistent gegen Ideologien. Aber genau das soll verhindert werden – völlig logisch!

  4. Überlassen wirklich NUR gewürgte Familien dem Staat ihre Kinder? Dann könnte ich fast aufatmen, weil das gesunde Empfinden für die richtige Brutpflege noch intakt wäre. Dann hätten die vereinten Bemühungen von Politik, Wirtschaft und Medien, den Bürgern das Hirn zu waschen, bisher keinen Erfolg gehabt.
    So gern ich das glauben würde, so wenig kann ich es. Gerade Eltern, die „nicht auf den Kopf gefallen sind“, lassen sich meiner Beobachtung nach häufig von den neosozialistischen Zweckbehauptungen einwickeln und wollen ihren Kindern „das Recht auf möglichst frühe und ganztägige Bildung“ durch professionelle Erzieher/innen nicht vorenthalten. Sie glauben die Mähr vom Erziehungsfortschritt durch Überwindung der traditionellen Familie.
    In Ihrer Neuauflage des großartigen „DIABOLUS“ führen Sie gerade diesen Aspekt des teuflischen Spiels wieder hautnah vor Augen, liebe Frau Fischer.
    „Und bist du nicht willig, so brauch’ ich (finanzielle) Gewalt“, lautet die Devise des mächtigen Interessenverbundes gegen die Familien.
    Ich fürchte, immer mehr Eltern sind nicht mehr resistent gegen Ideologien, sondern folgen ihnen bereits freiwillig und ohne Not. Sie brauchen eher Weckrufe und warnende Stimmen – was nicht bedeuten soll, dass die „Würgerei“ der Familien kein Thema wäre. Im Gegenteil.
    Mich treibt nur die Vorstellung um, dass sich über kurz oder lang finanzielle Zwänge erübrigen, weil der „freie“ Wille das Zepter übernommen hat und fast alle wie die Lemminge auf den Abgrund zulaufen.
    Was gäbe ich dafür, könnte ich Ihren „Diabolus“ als Leitartikel in die führenden Medien setzen! Er ist bestes Beispiel für überaus gelungene Aufklärungsarbeit.

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