OECD argumentiert widersprüchlich

„Das Betreuungsgeld schadet der Integration und hält Frauen aus Zuwandererfamilien davon ab, sich einen Job zu suchen“, bemängelt die OECD in einer neuerlichen Studie. Bemerkenswert bleibt im übrigen, dass auch die OECD den öffentlichen Betreuungseinrichtungen erst ab dem Alter von 3 Jahren eine frühkindliche Bildungsfunktion zuschreibt – und nicht bereits den Krippen 

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article106490489/Betreuungsgeld-schadet-der-Integration.html

3 Gedanken zu „OECD argumentiert widersprüchlich

  1. Sind die Autoren der o.g. OECD-Studie vom Fach oder nicht? Wie kann man nach jahrelangem öffentlichen Gezänk um das Betreuungsgeld ( in der WELT ungeniert als Herdprämie bezeichnet ) immer noch Krippenkinder mit Kindergartenkindern über drei Jahre verwechseln? Es geht doch um die familiäre Betreuung von ein- bis dreijährigen Kindern zugunsten einer gelingenden personalen Bindung an Eltern und Geschwister. Nein, die OECD denkt doch nicht an die Kinder, sondern an Gewinne. Da mag die Verwechslung sogar gewollt sein. „Es gilt in Europa die klare Politik, die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern“, so der EU-Kommissar László Andor. Wenn es diesem „hehren“ Zweck dient, dann darf die OECD im Verbund mit der WELT schon mal die Leserschaft täuschen.

  2. Die Norwegen-Studie auf die sich die OECD bezieht ist mir bekannt. Die Rückschlüsse daraus sind mir allerdings mehr als schleierhaft. Was die mangelnde Aufnahme von Migrantenfrauen betrifft führt die Studie aus wie folgt:
    > Viele Einwanderer kommen aus Ländern, in denen es üblich ist, dass Mütter mit Kindern unter drei Jahren zu Hause bleiben. Kulturelle Prägungen und Bilder darüber, was das Beste für das Kind ist, spielen bei der Entscheidung über die Berufstätigkeit von Müttern eine große Rolle.
    >Studien zeigen allerdings, dass fast die Hälfte der Mütter, die Betreuungsgeld bekommen, nicht wirklich zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit wählen konnten, da sie keine Beschäftigung hatten, zu der sie zurückkehren könnten.
    > In Norwegen gleicht das Rentensystem die negativen Effekte allerdings aus: Eltern, die zu Hause bleiben, um ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder zu betreuen, bekommen automatisch Rentenpunkte zugeschrieben, die einem Jahreseinkommen von 356.000 NOK (etwa 46.000 Euro) entsprechen
    > In Norwegen bekommen Eltern von Kindern zwischen ein und zwei Jahren, die nicht in öffentliche Betreuungseinrichtungen gehen, einen monatlichen Festbetrag von 3.303 norwegischen Kronen, NOK (2011), rund 400 Euro. Die Leistung ist steuerfrei. Eltern, die ihre Kinder außerhalb der staatlich finanzierten Kinderbetreuungseinrichtungen privat betreuen lassen, haben auch Anspruch auf Betreuungsgeld.
    > Das kommunale Betreuungsgeld in Schweden beträgt maximal 3.000 schwedische Kronen, SEK (etwa 340 Euro) pro Monat für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren, die nicht in öffentliche Einrichtungen gehen. Der Betrag ist steuerfrei.
    Die Studie zeigt noch mehr Absurditäten, die die OECD von sich gibt. Diese Masche ist Betrügern würdig.

  3. Volle Zustimmung, Frau Erdmann!
    „Diese Masche ist Betrügern würdig“, sagen Sie zum Vorgehen der OECD. Ich würde sogar behaupten, dass die OECD schon seit Jahren bewusst falsche Aussagen macht, um ihrer Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen. Das scheint ihr auch kein Betrug, denn alles ist rechtens, wenn es der „guten Sache“ dient, zu der die dummen Menschen mit ihrem Mangel an Weitsicht bekehrt werden müssen. Lügen ist hier ein legitimes Mittel für den „edlen“ , d.h. eigenen Zweck. Täuschen und Tarnen ist sogar geboten, wenn die OECD ihren weltweit (zu Unrecht) guten Ruf als ausnutzen will.

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